Ausgabe 
6.2.1883
 
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Italien. Rom.

an den Papst beantwortende Denkschrift vor.

Türkei. Constantinopel. Gerüchte von einem Ministerwechsel sind unbegründet. Edhem Pascha

kehrt auf seinen Botschafterposten in Wien zurück.

Der österreichische Botschafter von Calice schlug der Pforte neuerdings in einer Note die Wiederaufnahme der Verhandlungen wegen des Eisenbahnanschlusses vor.

Serbien. Belgrad. Die Atteutäterin Helene Markowie, deren Schwester und fünf andere Frauen, befinden sich immer noch in Unter suchungshaft. Die Verhandlungen sollten Anfangs dieses Monats geheim stattfinden, von zuver lässiger Seite verlautet jedoch, daß Personen von Bedeutung in die Angelegenheit verwickelt sind, die zu compromittiren man jetzt noch nicht an der Zeit findet. Eine Verurtheilung dürfte schwerlich stattfinden.

Montenegro. Cettinje. Die montene grinische Regierung leitete Verhandlungen mit der römischen Curie ein, wegen Abschlusses eines Concordats und Wiedererrichtung des katholischen Bisthums in Antivari.

Rußland. Petersburg, 3. Febr. Giers übernahm wieder die Leitung des auswärtigen Amtes.

Das Programm der Hoffestlichkeiten an läßlich der Krönung ist folgendermaßen festge stellt: Am 26. Februar(alten Styls), als am Geburtstage des Kaisers, solennes Diner und Hofball; am 2. März zur Feier des Tages der Thronbesteigung des Kaisers: Kirchliche Feier und Hofdiner; am 8. März wird der Hofstaat nach Gatschina verlegt; am 22. April reist das Kaiserpaar nach Moskau zur Einweihung der Erlöser⸗Kathedrale, während der Hofstaat seine Uebersiedelung nach Peterhof bewerkstelligt; am 26. April kehrt das Kaiserpaar nach Peterhof zurück; am 8. Mai erfolgt die Abreise des ge sammten Hofstaates nach Moskau; am 12. Mai verkündigen Herolde die Krönung; am 15 Mai erfolgt die Salbung und Krönung; vom 16. bis 25. Mai werden 3 Hofbälle abgehalten.

In Regierungskreisen wird verstchert, die Majorität der Großmächte sei für die Kilia frage in russischem Sinne gewonnen.

Die Mittheilung der James-Gazette, Giers habe bereits jetzt an die russischen Ver treter im Auslande ein Circular, betreffend die Resultate des Austausches der Ausichten zwischen ihm und seinen Kollegen in Deutschland, Italien und Oesterreich-Ungarn erlassen, wird vom Journal de Petersbourg für unbegründet erklärt.

Egypten. Kairo, 3. Febr. Oberst Hicks ist mit sechs englischen Offizieren heute nach dem Sudan abgereist. Eine 350 Mann starke egyptische Escorte begleitet dieselben von Suez ab. Die Regierung hat die Absicht, die festen Punkte im Sudan mit Egyptern zu besetzen, dagegen alle schwarzen Truppen gegen Mahdi vorrücken zu lassen.

Asien. Bokohama. Es wird mit großem Eifer an der Completirung der japanesischen Flotte, wie überhaupt an der Vermehrung der Seestreitkräfte des Landes gearbeitet. Die Be ziehungen zwischen der japanesischen und chine sischen Regierung sollen in Folge der Luchu und Corea-Frage etwas gespannt sein, ohne je doch zu Befürchtungen Anlaß zu geben.

Amerika. New⸗Nork. Die Abnahme der Schuld der Unionsstaaten im Januar beträgt 13,640,000 Dollar. In der Kasse befinden sich 318,790,000 Dollars.

Nachrichten aus Aspinwall vom 24. December zufolge, sollen die Jusurgenten Ecuador's sich Quito's bemächtigt haben.

Washington, 2. Febr. Der Senat bewilligte die Herabsetzung der Zuckerzölle um ungefähr 40 pCt., wodurch eine Verminderung der Staats einnahmen von ungefähr 11 Million entsteht.

Aus Stadt und Land. u. Bruchenbrücken, 5. Febr. Heute Nacht brannte

Der Moniteur de Rome dementirt die Meldung des Standard, Jacobini bereite eine das Sreiben des deutschen Kaisers

sitzender großer Strohhaufen herunter, der jedenfalls durch die Unvorsichtigkett von darin nächtigenden Stromern in Brand gerathen war.

k. Assenheim. Als weitere Liebesgabe für die Wasserbeschädigten wurde von dem Grafen von Solms⸗ Rödelheim dahier ein Waggon kleingebeiltes Buchen⸗ scheitholz an das Landes-Comité in Darmstadt abgesandt.

n. Rockenberg, 3. Febr. Vorgestern überfiel ein als gewaltthätig bekannter Sträfling den Director des htesigen Zuchthauses, Major Kattrein, der den Ersteren in einer Isolirzelle verhören wollte. Mit Hülfe von inzwischen herzugekommenen Wärtern wurde der Kerl geknebelt und sieht nun einer harten Zusatzstrafe entgegen.

r. Holzhausen. Bei der am 28. v. Mts. abge⸗ haltenen Generalversammlung des hiesigen Krankenunter⸗ stützungsvereins wurde eine kurze Uebersicht über die Wirksamkeit während der 20 Jahre seit der Gründung des Vereins vorgelegt und entnehmen wir derselben folgende interessante Notizen: Der Verein constituirte sich mit 38 Mitgliedern, stieg im Laufe der Zeit auf 144 und besteht jetzt durch Abgänge der Mitglieder durch Todesfälle aus 9! ordentlichen Mitgliedern, welche gegen eine wöchentliche Zahlung von 15 Pfennig, im Erkrank⸗ ungsfalle sowohl durch den Vereinsarzt unentgeltlich behandelt werden, als auch die nöthigen Medicamente aus der Vereinskasse bezahlt erhalten; außerdem er halten die Mitglieder resp. deren Famklien in Krankheits- fällen eine wöchentliche Unterstützung von M. 3.40, auch bestreitet der Verein für den Todesfall die Begräbniß⸗ kosten. Es sind dies gewiß nicht zu unterschätzende Hülfeleistungen, welche auf der Grundlage der Gegen seitigkeit gewährt werden können und welche in vielen Fällen schon dazu beigetragen haben, drückende Noth zu lindern. Nach den statistischen Notizen wurde in den verlaufenen 20 Jahren eine Einnahme von M. 13560. erzielt. Die Ausgaben bestanden

a) in Krankenunterstützungen. 2945.38,

b) in Kosten für den Arzt. eis,

o) in Kosten für Medicamente. 2686.72,

d) in Beerdigungskosten 75 512.27.

Zusammen M. 10118.80. Möge, durch diesen Erfolg angespornt, auch in anderen Gemeinden das Bestreben zu Tage treten, derartige Hülfs⸗ kassen zu gründen. S. Vilbel. Im Jahre 1882 wurden dahier 130 Kinder geboren gegen 149 im Jahre 1881. Sterbfälle kamen 112 vor, gegen 81 im Vorjahre. Civiltrauungen fanden statt 34 gegen 23 im Vorjahre. Vilbel. Eine seit dem 29. v. Mts. vermißte Frau von hier, wurde am vergangenen Freitage unweit Petterweil als Leiche auf dem Felde aufgefunden. Die⸗ selbe stammte aus Petterweil, hatte sich in Folge eines häuslichen Zwistes von hier entfernt, war offenbar geistesgestört umhergeirrt und ist allem Anscheine nach durch Frost und Hunger umgekommen.

Allerlei.

Ah. Usingen. Am 2. d. Mts. starb dahier der langjährige Prästdent des hiesigen Turnvereins, Senkor und Mitbegründer des Usgauverbandes, Dr. med. Aug. Wengenroth, nach langem Siechthum in seinem 75. Lebens jahre. Der Verstorbene ist von früher Jugend an bis an sein Lebensende ein eifriger Anhänger und Förderer der Turnsache gewesen. Auch als Arzt war er außer⸗ ordentlich beliebt. In dem großen Leichenzug, der seine irdische Hülle am 4. Februar nach dem Friedhofe be gleitete, waren, außer den hiesigen Einwohnern und Vereinen, der Wehrheimer Turnverein und Kriegerverein, ebenso der Turnverein von Herborn vollzählig, die Ver⸗ eine von Friedberg, Butzbach, Offenbach, Gießen, Ans⸗ pach waren durch Deputattonen vertreten. Außer dem amtirenden Pfarrer, sprach noch Turner Schmuck aus Gießen am Grabe tiefempfundene Worte der Anerkenn

M.

5 dänische, 6 holländische, 23 deutsche, 12 3 griechische, 8 italienische, 17 norwegtsche, sische, 4 zussische und 8 schwedische. An Dampfern sind im Ganzen 23 untergegangen, nämlich 1 amerikanischer, 17 britische und je ein deutscher, italienischer, norwegi⸗ scher und spanischer. In dleser Anzahl sind 2 Dampfer mit inbegriffen, die als verschollen gelten.

Hamburg. Ein Berichterstatter schreibt demNürnb. Corr. Folgendes: Soeben hatte ich eine Unterredung mit einem Taucher, welcher in der untergegangenen Cimbria gewesen ist. Der Mann konnte nicht mit den stärksten Ausdrücken das Entsetzen schildern, welches er während seiner Untersuchungen empfunden habe und ver sicherte mir, nicht um 1000 Thaler würde er nochmals ein Niedertauchen zurCimbria unternehmen. Seiner Berechnung nach müssen gewiß gegen 300 Leichen in dem

französische, 2 portugie⸗

Qual. 50 70 Pf., Kalbfleisch 55 80 Pf., Ochsenfleisch 60 70 Pf. pret ohne Preisveränderung markt: Bei reichlicher Zufuhr bewegten je nach Qualität per Doppel-Centner für Heu zwischen M. 5.75 6.50, für Stroh M. 3.80 4.55,

Dienstag den 6. Febr. Mittwoch den 7. Febr. Donnerstag den 8. Febr. Freitag den 9. Febr.

Samstag den 10. Febr. Sonntag den 11. Febr.

in den weitesten Kreisen große Beunruhigung hervor rufen mußten. Zur Beruhigung kann mitgetheilt werden, daß kein einziger von den zahlreichen in den dortigen Gewässern verkehrenden italienischen und französischen Postdampfern irgend welchen erheblichen Schaden er litten hat. Von kleineren Küstenfahrzeugen dagegen sind, soweit bis jetzt bekannt, ungefähr 200 Fischerbarken, 4 mit Schwefel und Kohlen beladene und sechs andere Schiffe verloren gegangen. Die Zahl der Menschenleben, die der Sturm gekostet, wird auf ca. 90 bis 100 ge⸗ schätzt. Stark beschädigt wurde der Hafen von Palermo.

Reval, 2. Febr. Die Rhede ist vier Werst vom Hafen eisfrei. Das baltische Meer ganz eisfrei.

Gerichts saal.

Butzbach, 3. Febr. Das gestrige Schöffengericht

erkannte: 1) gegen den Dienstknecht Wilh. Wagner zu Griedel, angeklagt der Sachbeschädigung und Bedrohung, auf Freisprechung von Strafe und Kosten. Die dem Wagner erwachsenen baaren Auslagen werden demselben von der Staatskasse zurückvergütet. 2) gegen Johannes Binzer 111. Ehefrau von Kirchgöns, wegen Beleidigung, auf eine Geldstrafe von 15 M. ev. 3 Tage Haft, sowie Tragung der Kosten. Altenstadt, 1. Febr. In der heute dahier abge⸗ haltenen Schöffengerichtssitzung wurde erkannt: 1) gegen Georg Berg von Altenstadt, angeklagt wegen Unter⸗ schlagung, auf Freisprechung; 2) gegen Wilhelm Protz⸗ mann von Rommelhausen, wegen Widerstands und Be⸗ leidigung, und dessen Ehefrau, wegen Beleidigung, gegen Ersteren wegen Widerstands auf eine Gefängnißstrafe von acht Tagen und wegen Beleidigung eine Geldstrafe von 15 Mark, ev. 3 Tage Haft und Tragung von 9/10 der Kosten, gegen dessen Ehefrau auf eine Geldstrafe von 5 M. ev. 1 Tag Haft und Tragung von ½10 der Kosten; 3) gegen Peter Kröll von Altenstadt, angeklagt wegen Befahrens des Straßenbanketts, auf Freisprechung von Strafe und Kosten; 4) in der Sache gegen Konrad Goll von Glauberg und Genossen, wegen Uebertretung des§. 368 pos 8 des St.⸗G.⸗B. wurde der Termin zur Hauptverhandlung auf den 1. März vertagt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 3. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 1.00, Eier 1 St. 6 Pf., 2 St. gr. 13 Pf. Gießen, 3. Febr. Wochenmarkt. Auf dem heutigen Markt kostete: Butter per Pfd. M. 0.95 1.05, Eier per St. 56 Pf., Käse per Stück 410 Pf., Tauben das Paar M. 1.00, Hühner pr. Stück M. 1.30 1.80, Hahnen per St. M. 1.50 2.20, Enten per St. M. 2.00 bis 2.20, Ochsenfleisch per Pfd. 6670 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 5660 Pf., Kalbfleisch 54 56 Pf., Schweine⸗ fleisch 6264 Pf., Hammelfleisch 66 70 Pf., Kartoffeln per 100 Kilo M. 8.00 9, Zwiebeln per Ctr. M. 7.008. Frankfurt, 3. Febr. Wochenmarkt. Die Gemüse haben die Preise des vorigen Marktes, wir sehen deß⸗ halb von einer speciellen Notirung der Preise ab. Butter: Engrospreis per Centner M. 92, per Pfd. M. 1.15 bis 1.25. Eier: italienische per Hundert M. 7.50, per Stück 86 Pf., Wetterauer per Hundert 5.50, einzeln 6 Pf., Kalkeier per Hundert M. 4.80, einzelne 5 Pf. Kartoffeln per Ctr. M. 4.25, per Gescheid 1617 Pf., Salat⸗ kartoffeln per Ctr. M. 4.25 Mäuschen M. 8.50, per Gescheid 30 Pf. Rindfleisch per Pfund 55 Pf., Lenden(ohne Zugabe) M. 1.20, Hammelfleisch je nach Pf., Schweinefleisch Geflügel und Wild⸗ Heu- und Stroh⸗ sich die Preise

ung für den Verstorbenen. Repertoir⸗Entwurf

Hamburg. Dem Bureau Veritas zufolge sind im] der vereinigten Stadt-Theater in Frankfurt. Dezember v. J. 176 Segelschiffe zu Grunde gegangen. Opernhaus. Es befanden sich darunter 11 amerikanische, 75 britische, Dienstag den 6. Febr. So machens Alle(Cosi fan tutte).

Hierauf: Der Schauspieldireetor.

Mittwoch den 7. Febr. geschlossen. Donnerstag den 8. Febr. Freitag den 9. Febr. geschlossen.

Ein Wintermärchen.

Samstag den 10. Febr. Jessonda. Sonntag den 11. Febr. Siegfried.

Schauspielhaus.

Krieg im Frieden.

Minna von Barnhelm. geschlossen.

Neu einstudirt: Orpheus in der Unterwelt, von Offenbach.

Laroche.

Neu einstudirt: Valentine.

Schiffe sich befinden. Unter Anderm habe er eine Frau gesehen, welche ihn, ein Kind im Arme, mit ganz grauen⸗ vollem Gesichtsausdruck angeschaut habe. Drei Männer hlelten sich fest umschlungen; der Todeskampf müsse im Allgemeinen kurz aber schrecklich gewesen sein, da mehrere Personen ganze Büschel Haare in den Händen gehabt. Die durch den Taucher verursachte Bewegung des Wassers habe natürlich auch die Körper bewegt, wodurch es ge schienen, als seien sie noch am Leben.

Die Medizin in Japan. Wassersnoth. Im Hirschgrund. Eiskühler. Gesundheitsrath. bei Worms. illustr. Beilagen.

Literarisches.

18 enthält: Margaretha.(Forts.) Aus den Tagen der Von Spielberg. Mit 15 Illustrationen. (Forts.) Am Familientische: . In der Rheinnoth Erlebniß vom 2. Januar 1883. Mit zwei

Daheim. Nr.

Rom. In Folge der äußerst heftigen Stürme, welche in der Nacht vom 23. auf den 24. Januar und während der folgenden Tage an den Küsten Süditaliens und der Inseln wütheten, wurden allerlei Nachrichten

ein auf dem Felde in der Nähe der Görbelheimer Muͤhle

gingen weiter bei uns ein:

Für die Ueberschwemmten in Hessen durch Domänenrath Stolz:

über zahlreiche Unglücksfälle zur See verbreitet, welche

von Frank auf dem Forsthaus Winterstein(2. Gabe) 2 M.; Frau Emilie Theobald

6 M.; N. N. 5 M.

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