Ausgabe 
6.2.1883
 
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dewald

ab⸗ and der erste mmt worden.

Böͤnstadt.

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Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für)* Erscheint dreimal wöchentlich und zwar Dienstag ür den Areis Friedberg. Donnerstag und Samstag..

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Die einspaltige Petitzeile wird bel Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei grö 0 ffers N ö 35 ö b net, größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelomen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahresconto bet uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets 55 Post ma ena

Großherzogliches Ministerium des Innern und der Justiz hat durch Verfügung vom 29. Januar dieses Jahres

Amtlicher Theil. ad Nr. 2416,

. die für die e e einer Lotterie zu Gunsten der Wasserbeschädigten des Großherzogthums Hessen Seitens der Freimaurerloge zu Offenbach entrirte Verloosung geschenkten Gegenstäunde den Taxationswerth von 8000 Mark erreicht hat, die Erlaubniß ertheilt, weitere

15,000 Loose à

50 Pfennig auszugeben und im Großherzogthum zu vertreiben.

Deutsches Reich.

Darmstadt. Postpersonalnachrichten. An gestellt ist der Postpraktikant Böttger in Mainz als Postsecretär. Versetzt ist der Postsecretär Danzinger in Worms nach Nidda behufs Ueber⸗ nahme der Postmeisterstelle daselbst. In den Ruhestand getreten ist der Postmeister Heckin Nidda.

Vom Reichstag ist dem Landescomité zur Unterstützung der Wasserbeschädigten von den aus den Vereinigten Staaten von Nord-Amerika eingegangenen Liebesgaben die Summe von 42,350 Mark überwiesen worden.

Der Finanzausschuß zweiter Kammer hat seine Berathungen über die Gesetzesentwürfe wegen Revision der Einkommensteuer und Ein führung einer Kapitalrentensteuer beendigt und sind die deßfallsigen Berichte im Wesentlichen festgestellt. Dagegen schwebt noch die Beschluß fassung zu verschiedenen Theilen des revidirten Gewerbsteuergesetzes. Zu diesem hat Abg. Wolfs kehl eine Anzahl von Anträgen eingebracht, welche wesentlich auf Minderbelastung der kleineren Gewerbe gerichtet sind und zunächst der Regier ung zur Meinungsäußerung zugestellt wurden. Erst wenn letztere eingelaufen sein wird, kann

eine Weiterberathung stattfinden.

Berlin, 2. Febr. Der Kaiser leidet in Folge einer leichten Erkältung an Heiserkeit, weshalb derselbe die zur Vorstellung hierher beorderten Cadetten nicht empfing und auch die gewohnte Ausfahrt unterließ.

3. Febr. Der Zustand des Fürsten Bismarck, der seiner Schmerzhaftigkeit halber gestern zu Besorgnissen Anlaß gab, hat sich ent⸗ schieden gebessert, obwohl er noch viel zu wünschen übrig läßt. l

3. Febr. Reichstag. Der Präsident theilt ein Schreiben des Kanzlers mit, welches den Reichstag um die Genehmigung der strafrecht⸗ lichen Verfolgung der Abgeordneten Frohme und Geiser wegen Mißbrauchs der Eisenbahnfrei⸗ karten ersucht. Das Schreiben geht an die Geschäftsordnungs⸗Commission. Bei der fortge⸗ setzten Berathung des Postetats wird der Rest des Ordinartums ohne erhebliche Debatte ge nehmigt, ebenso eine Reihe Titel des Extraor⸗ dinariums. Bei dem Neubau eines Postgebäu⸗ des in Köthen beautragt die Budgetcommission den Abstrich von 20,000 M. Reichensperger knüpft daran allgemeine Klagen über den Luxus in Postbauten; er findet ste vielfach nicht ge⸗ schmack- und stilvoll. Stephan tritt den Klagen entgegen und erinnert an die Zeit, wo über Nüchternheit und Stillosigkeit der öffentlichen Bauten geklagt und etwas mehr Luxus und Geschmack gefordert wurde. Zwischen beiden Extremen glaube die Postverwaltung die richtige Mittelstraße innezuhalten. Der Commissions⸗ antrag auf Streichung von 20,000 M. bei dem Pestbau in Köthen wird angenommen. Zu Titel: Postbau in Hamburg erhebt sich eine längere Debatte, wobei Staats⸗Secretär Dr. Stephan, Bundesbevollmächtigter Krüger und Abg. Kar⸗ dorf den Abstrichen der Commissionen gegenüber

das Bedürfniß, namentlich die Dringlichkeit des

0 f. Majorität abgelehnt worden. Der Justiz- und Hauses befürworten. Das Haus beschließt con

der Kriegsminister waren für die Vorlage ein⸗

form den Anträgen der Budgeteommission, zur

Bestreitung der Miethe infolge des, zur beab⸗

sichtigten Herstellung eines Dienstgebändes in Hamburg abgeschlossenen Tausch-Vertrages nur 64,000 M. zu bewilligen.

getreten.

2. Febr. Der Senat genehmigte das Gesetz, betreffend die gerichtliche Eidesformel, jedoch nahm er an der von der Kammer be⸗ schlossenen Fassung wesentliche Abänderungen vor.

Die Nachricht, der hiesige französische 3. Febr. Das Portefeuille des Aeußeren Botschafter Courcel beabsichtige zu demissioniren, wurde nacheinander Courcel, Duchatel, Arago wird als unbegründet bezeichnet. Die Er- und Bern offerirt, alle aber refusirten, ebenso neunung des Generals Thibaudin zum franzö- refusirten definitiv Challemel-Lacour und zwei sischen Kriegsminister wird übrigens in hiesigen Admiräle bezüglich des Portefeuilles für die politischen Kreisen sehr lebhaft erörtert und Marine. Wie es heißt, erwartet man die De⸗ könnte für die Negierung Grevy's möglicher- mission des französischen Botschafters in Wien,

weise zu einer Quelle von Verlegenheiten wer den. Zwar will das Pariser Evenement wissen, der französische Botschafter in Berlin, Baron de Courcel, habe constatirt, daß General Thi baudin seiner Zeit keinen Revers unterzeichnet habe, unterrichtete militärische Kreise halten in⸗ dessen den Wortbruch Thibaudin's aufrecht. Die Nachricht des Gaulois, die deutschen Militär attachés hätten Paris verlassen, um Thibaudin's Umgang zu vermeiden, ist unrichtig. Bis jetzt sind Instructionen aus Berlin noch nicht in Paris eingetroffen.

Karlsruhe, 1. Febr. Der Großherzog und die Großherzogin sind heute von Berlin wieder wohlbehalten hier eingetroffen.

Ausland. Oesterreich-Ungarn. Wien. Die im Unterhause eingebrachte Landwehr-Vorlage be stimmt den Stand der Landwehr im Falle einer allgemeinen Mobilisirung auf 138,000 Mann (ausschließlich Tyrols und Vorarlbergs), ferner, daß im Kriegsfalle die Mannschaften der Spe⸗

cialwaffen, welche aus dem Heere in die Land⸗

wehr übergetreten sind, nach Bedarf zur Ver stärkung der entsprechenden Truppen des Heeres verwendet werden können. gesetzt, daß die Ausbildungszeit für die Land⸗ wehr⸗Fußtruppen 8 Wochen und für die Land wehr⸗Cavaleristen 3 Monate dauern soll.

Dänemark. Kopenhagen. Ein Erlaß der preußischen Regierung, welcher verfügt, daß alle jungen Männer, welche als dänische Unterthanen geboren sind, aber in Schleswig ihren Wohnsitz haben, entweder in die preußische Armee ein⸗ treten oder ihre Heimath verlassen müssen, hat hier ungeheuere Entrüstung hervorgerufen, die dänische Regierung hat der preußischen diplo⸗ matische Vorstellungen in dieser Angelegenheit gemacht.

Frankreich. Paris, 2. Febr. Die Kam⸗ mer hat nach neunstündiger erregter Debatte mit 372 gegen 163 Stimmen die Vorlage, welche die Prinzen zur Ausübung von Wahlfunctionen und Bekleidung von Stellen im Civil⸗

und die Regierung zu deren eventueller Aus⸗

weisung ermächtigt. Die A f und Ballue's, sowie eine Reihe von Amende ments waren vorher annähernd mit,

Sodann wird fest⸗

und Militärdienst für unfähig erklärt, angenommen

Die Anträge Floquet's

Duchatel.

ö Nach einer Meldung des Temps ist Prinz Napoleon ziemlich leidend. Derselbe wurde ah der Heilanstalt in Auteuil gebracht. Duclerc ist jetzt außer Gefahr; auch die Besser⸗ ung Fallières dauert an, aber weitere Ruhe ist ihm nothwendig.

Großbritannien. London. Die Königin beabsichtigt, die internationale Fischereiausstell⸗ ung, welche am 1. Mai beginnen soll, persönlich zu eröffnen.

Den durch die Note Granville's in der egyptischen Frage ausgesprochenen Anschauungen wird russischerseits vorläufig prinzipiell zuge stimmt. Detailerörterungen behält man sich in Petersburg vor. Die österreich-ungarische und die italienische Regierung fassen die Dinge ähn lich auf. Die deutsche Regierung nahm die Mittheilungen entgegenkommend auf, sie erachtet sich nicht als direct interessirt und wünscht ledig⸗ lich eine Uebereinstimmung der Mächte. Im Allgemeinen können die englischen Eröffnungen als sympathisch aufgenommen gelten.

Gutem Vernehmen nach erklärte Lord Granville, die Zulassung Rumänien's, Serbien's und Bulgarien's zur Donauconferenz werde er⸗ folgen, sobald die Conferenz beschlossen habe, sie einzuladen. Musurus Bey erhielt seitens des englischen auswärtigen Amtes die Versicher ung, daß die Conferenz ausschließlich die Donau frage berathen werde

Dublin, 3. Febr. Im Complotproceß erscheint der Zeuge Fitzsimmons und sagt, er habe im Hause des gefangenen James Carey gewohnt und nach der Verhaftung Careys auf dem Boden des Hauses lange Messer gefunden, welche dem Gerichte überliefert worden seien. Die Chirurgen haben diese Messer untersucht und constatirt, daß mit solchen Instrumenten Bourke und Cavendish ermordet seien. Andere Zeugen constatirten die Identität von vier Ge⸗ fangenen mit den Personen, welche sie im Phönix park einige Augenblicke vor dem Morde gesehen. Die Fortsetzung der Verhandlung findet Mon- tag statt.

Spanien. Madrid, 2. Febr. Der Senat nahm mit 112 gegen 22 Stimmen die neue

parlamentarische Eidesformel an, welche gestattet, dem Könige die Treue zu versprechen oder zu

gleicher! schwören.