Ausgabe 
5.7.1883
 
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Neuwied, 3. Juli. Die Prinzessin Heinrich der Niederlande ist heute zum Besuche der Fürsten familie hier eingetroffen.

Fraukfurt. Der Kaiser hat, wie das Fr. Journ. erfährt, die Einladung der Stadt Frankfurt zu einem Festdiner am 27. September angenommen, an welchem außerdem eine große Anzahl deutscher Fürsten, welche während des Manövers Gäste des Kaisers sind, theilnebmen werden. Die feierliche Einweihung des Nieder walddenkmals findet sodann am folgenden Tage, am 28. September statt.

Karlsruhe, 1. Juli. Gestern Abend trafen der Großherzog und die Großherzogin von Baden von Bad Rippoldsau in Constanz ein und be gaben sich nach kurzem Aufenthalt nach Schloß Mainau. Von da werden sich dieselben am 4. oder 5. Juli hierher begeben, um an dem Schluß acte der Friedrichsschule theilzunehmen.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Wien, 2. Juli. Oesterreich hat die Initiative behufs Ausübung eines internationalen Druckes auf Englaud er griffen, damit dieses Schutzmaßregeln gegen die Einschleppung der Cholera treffe.

Graz, 2. Juli. Der Kaiser von Oesterreich ist auf der Rundreise durch Steiermark und Krain unter großem Jubel hier eingetroffen. Von der Station Gratwein aus besuchte der Kaiser mit Wagen das Cisterzienserstift Rein, wo er den Pontificalsegen empfing. Abends fand hier Zapfenstreich statt, wobei die Militärkapellen vom Bürgercorps mit Laternen begleitet wurden.

Schweiz. Bern, 3. Juli. Der Stände rath beschloß, von der Aufstellung eines Kampf zolltarifs abzusehen.

Belgien. Brüssel, 3. Juli. In der Re⸗ präsentautenkammer brachte der Unterrichts minister einen Gesetzentwurf ein, welcher den Unterricht obligatorisch macht

Frankreich. Paris, 2. Juli. Graf Monti, Privatsecretär des Grafen Chambord, hat sich auf die Nachricht von der neuerlichen ernsten Erkrankung desselben sofort nach Frohsdorf be

geben. Der Graf von Paris ist heute hier an gekommen. Alle Orleansprinzen sind zum Fa

milienratb zusammen getreten. Nach einem Tele gramm aus Frohsdorf von 11½ Uhr Vormit tags war das Befinden des Grafen Chambord am Eude des gestrigen Tages schlecht, heute morgen ruhiger, jedoch wenig Veränderung im allgemeinen Zustande bemerkbar. 3. Juli. Der Graf von Paris, die Herzöge von Nemours und Alengon sind gestern nach Frohsdorf abge reist. Die Krankheit des Grafen Chambord be steht in einem sehr ernsten Magenleiden. Ein Telegramm aus Frohrsdorf von heute Nach mittag meldet, das Befinden des Grafen habe sich nicht gebessert.

Der Standard berichtet aus Tamatave vom 14. Juni, daß eine Abtheilung Franzosen, 500 Mann stark, als Garnison in Tamatave zurückgelassen ist und die übrigen Truppen auf dem Vormarsche in das Junere begriffen sind Die Howas haben sich in das Gebirge zurück gezogen, wo sie Verstärkungen von Antananarivo erwarten. Ein Zusammenstoß ist bevorstehend.

Großbritannien. London. Jufolge der Verwerfung der Vorlage über die Schwägerehe durch das Oberhaus wird im Hause der Ge meinen sobald als möglich eine Resolution zu Gunsten der Legalisirung der Schwägerehe ein gebracht werden. die Daily News ver nimmt, wird der Antrag bereits in der nächsten Montagssitzung angemeldet werden.

I Wie

wärtige Ministerium in London hat eine ein gehende Untersuchung über den Ausbruch der Cholera in Egypten angeordnet, da man gegen wärtig überzeugt sei, daß die Kraukheit nicht durch Austeckung aus Indien gekommen ist.

3. Juli. Unterhaus. Fitzmaurice theilt mit, die Regierung hätte gegenwärtig nicht die Absicht, eine internationale Convention oder

det

zuführen und auch keine diesbezüglichen Vor schläge erhalten.

Italien. Rom. Der Moniteur de Rome bespricht das neue preußische Kirchengesetz und meint, obwohl dasselbe wenig Concessionen eut halte, zeige es doch friedliche Absichten und werde der Kirche gestatten, für die dringendsten

Bedürfnisse des geistlichen Amtes Vorsorge zu treffen. Türkei. Konstantinopel. Die Pforte ver

sandte ein Rundschreiben, welches für alle nach der Türkei kommenden Schiffe die Visirung der Papiere durch einen türkischen Consul ver langt. Ein Reglement, welches für Zuwider handelnde verhältuißmäßige Geldstrafen festsetzt, ist beigefügt.

Cbina. Peking. Nach London gelangte Meldungen aus Hongkong wissen von fort gesetzten chinesischen Rüstungen zu berichten.

China suche sich große Credite zu verschaffen und habe in England und Amerika auf tele graphischem Wege Waffenankäufe gemacht. Be richte aus Tonkin melden, daß die Krankheiten unter den dortigen französischen Truppen in der Zunahme begriffen sind.

Aus Stadt und Land.

e. Bad Nauheim. Wie man uns mittheilt, hat der Großherzog von Hessen einen großen Ebrenpreis zur 4. Ludwigs-Regatta am nächsten Sonntag gestiftet. Die Anmeldungen für die Regatta sind ziemlich zahlreich eingelaufen; auch wird die seit 2 Jabren zwischen der Gießener und Offenbacher Rudergesellschaft schwebende Seiff Race endlich zum Austrag gebracht werden; während der Regatta wird Concert von der Adam'schen Capelle und Abends Ball im Kurhaus stattfinden, zum welchem die activen und passiben Mitglieder der Gesellschaft freien Zutritt haben.

l. Södel. Samstag den 7. Jult, Nachmittags ½3 Uhr, findet bier bei Gastwirth Schneider eine gemeinschaftliche Lehrer-Conferenz der Bezirke Södel, Bad- Nauheim, Butzbach und Echzell statt. Großh. Kreisschulinspeetor Schmidt, sowie die beiden Obmänner Backes und Funk haben ihr Erscheinen zugesagt.

Allerlei.

Cronberg. Das 30. Feldbergfest fand, vom herr lichsten Wetter begünstigt, am Sonntag unter Betheilig ung einer colossalen Menschenmenge statt. Von Frank- furt aus war am Sonntag die Betheiligung so stark, daß die Cronberger Bahn den Andrang zum ersten Früh zuge 620 Uhr(60 Achsen stark) nicht bewältigen konnte. Viele Hunderte mußten zum nächsten Zuge zurückbleiben, der dann aber durch die inzwischen neu Hinzugekommenen noch stärker besetzt war, als der erste, so daß hinter Rödelheim bei Beginn der Steigung die Maschinen die Last nicht mehr ziehen konnten. Die Hälfte der Passa giere mußte aussteigen und ein großes Stück des Weges zu Fuß neben dem Zuge hergehen. Durch diese Cala mität der Beförderung wurde der Beginn des Festes auf dem Berge bis in die Mittagsstunde verzögert, da selbst die Frankfurter Preisturner erst um diese Zeit eintreffen konnten. Während dessen war die Zahl der Festtheilnehmer auf dem Berge nach und nach auf etwa 10,000 gestiegen. Ein paar gemeinsame Freiübungen leiteten das Preisturnen ein, an welch letzterem sich 2903 Turner betheiligten. Während des Pre sturnens belustigte sich die übrige Menge auf die beste Art. Zahl reiche Musikkapellen spielten zum Tanze in den für diesen Tag zahlreich errichteten Wirthschaften, Gesang ertönte von allen Seiten und die Jugend ergötzte sich an den vom Frankfurter Festausschusse dargebotenen Preisspielen. Das Preisturnen währte an 5 Stunden und erst um 7 Uhr Abends konnte die langersehnte Preis-Vertheil ung endlich beginnen. Obmann Stahl von Offenbach erwähnte in einer Ansprache, daß die Resultate des heutigen Preisturnens wieder großartige seien und solche Leistungen in ganz Deutschland einzig dastünden. Es gelangten 40 Preise zur Vertheilung und mit den Doppel preisen zusammengenommen im Ganzen 102 Gedenktafeln und Kränze.

Berlin, 30. Juni. Die traurige Rubrik der Lust morde ist um eine weitere Nummer bereichert worden. Ein zwölfjähriges Mädchen aus Alt Salza ist am Sonn tag Morgen von einem siebenunddreißigjährigen Arbeiter Naucke aus Schönebeck, der bereits fünfzehn Mal theils Gefängniß, theils Zuchthausstrafe verbüßt hat, geschän und ermordet worden. Die abscheulichen Einzel

5 0 i N! 8 M' 2 8 8 2. Juli. Daily News meldet: Das aus eiten des Mordes entziehen sich der Darstellung.

Glasgow, 3. Juli. Bei dem Stappellauf des DampfersDaphne in Linthouse schlug das Schiff um. Gegen hundert Personen ertranken.

Nyiregyhaza, 2. Juli. Tisza⸗Eßlarer Affaire. Der Präsident eröffnet die beutige Gerichtsverhandlung mit der Mahnung an das Publikum, sich rubig zu ver

balten, da er jede Störuag strenge zu ahnden gesonnen

sei. Hierauf werden die Aeten verlesen, welche sich auf die sogenante Dadaer Leiche beßiehen. Die Zeugen, welche die Dadaer Leiche zuerst gesehen, sagen aus, daß die Leiche diejenige eines entwickelten Mädchens gewesen.

einen Congreß über eine Quarantäne herbei- Der Flößer Jaeckel Smilovies, welcher in Gefängniß

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war, gestand angeblich, die fremde Leiche ins Wasser geschmuggelt zu- haben, sodann zog er dieses Geständniß als erpreßt zurück und sagte heute aus, der Untersuch⸗

ungsrichter Bary bestürmte ihn nicht, wohl aber kam Bary 50mal im Gefängniß zu ihm und da hinter ihm ein Pandur stand und er gesehen, wie der Verhaftete Herschko geschlagen und gepeinigt worden, habe er Alles nachgesage, was ihm Bary vorgesagt. Freigelassen, habe er Alles zurückgezogen, weil er in der That Nichts mit der Leiche zu schaffen gebabt. Die Vertheidiger be merken, daß über diese Vorgänge im Gefängniß kein Protokoll geführt, erinnern sich aber, daß der damalige Staatsanwaltsvertreter Egressy die nächtlichen Gefäng nißbesuche Bary's untersagte und Bary dieserhalb auch in den Zeitungen angegriffen wurde. Wollner gibt an, daß er ebenfalls stets Nachts im Gefängniß inquirirt worden. Die Vertheidiger erklärten, Bary mißbrauchte

seine Amtsgewalt und beantragen die Entfernung Bary's

aus dem Saal. Der Gerichtshof lebnte diesen Antrag ab. 3. Juli. Vernehmung des angeklagten jüdischen Flößers Herschko, welcher mit Smilovies an dem Leichenschmuggel theil genommen haben soll. Herschko zieht aber alle vor dem Untersuchungs richter gemachten Geständnisse zurück und erklärt, er wisse nur, daß seine Mitflößer bei Dada eine Leiche in der Theiß sahen. Die Geschichte vom Leichen schmuggel habe er gestanden, weil er durch fortgesetzte Mißhandlungen des Sicherheits-Commissärs dazu ge zwungen worden sei; er habe alle Aussagen aus Furcht gemacht. Der Untersuchungsrichter habe ihm gesagt, er werde ihn nur freilassen, wenn er gestehe. Im weiteren Verlaufe der Verhandlung constatirte der Vertheidiger Friedmann, daß die erste Aussage Herschko's, wo er sich unschuldig bekannt, durch Vermittelung des griechischen Geistlichen zu Protokoll genommen wurde, während bei den übrigen Vernehmungen ein Gefängnißwächter den Dollmetsch machte. Der Angeklagte mußte die ungari schen Protokolle unterschreiben, von denen er kein Wort verstand. Der Flößer Ignatz Matei erzählt die bekannte Leichenschmuggelgeschichte, die er bereits vor dem Gericht seiner Heimath zurückgezogen und sagt Herschko, der ihn einen Lügner nennt, ins Gesicht, daß er ihm geholfen habe, die Leiche anzukleiden. Der Vertheidiger Eötvös erklärt, daß der Zeuge von der Zeugenpräparirungs Liga, die da ihr Spiel treibe, bearbeitet worden sei. Die Leute horchten an den Thüren und das Publikum machte mit den Belastungszeugen gemeinsame Sache, Eötvös bemerkt, daß Matei Wort für Wort dasselbe sage, was der Untersuchungsrichter in seinem Namen niedergeschrieben, so daß das Einstudirtsein offenbar sei Matei hatte vor Gericht gestanden, daß man ihn durch allerlei Mißhandlungen zum Geständniß gezwungen; wenn er jetzt den Leichenschmuggel wieder erzähle, so müsse er bearbeitet sein. Zum Schlusse der Sitzung wurden dret Aerzte zur Untersuchung der Augen Moritz Scharf's ent⸗ sendet, ob derselbe die Vorgänge in der Tempelvorhalle durch das Schlüsselloch wirklich gesehen haben könnte.

Alexandrien, 3. Juli. Die Cholera hat sich jetzt auch hier gezeigt. Sie wurde anscheinend durch eine von Damiette angekommene Frau eingeschleppt, welche gestern Nachmittag starb. Die betreffende Straße wurde sofort durch einen Sichecheitsring abgesperrt. In Damiette starben während der letzten 24 Stunden 157 Personen an der Cholera, in Mansurah 8, in Samanund 5. Ferner sollen in Beyrut egyptische Flüchtlinge an der Cholera gestorben sein.

Verloosung. Kassel, 2. Juli. Hauptpreise der 40 Thlr. Loose: 100 Thlr. je Nr. 2715 28125 25519 34486 162576

15675 23383 29538 49801 147016 49415 137606 146777 142290 32202 151474 2705 103520 13016 84456 60042 107817 81575 32485 13022 30245 53982 6216 95465 138445 51587 101773 107818 8545 3608 167011 127273 13009 5061 167012 147001 120512 93354 146283 60415 135 55 29222 39467 25205 570904 106447 32585 140514 102684 74356 120520 70216 30928 106440 162427 150753 154679 53977 48162 5057 102634 31601 31216 123573 158271 88111 148122 132295 5059 62189 109780 9389 132287 156568 76304 3716 151686

158170 64917 8834 62663 9398 162428 5815 61747 54132 4314 157764 132283 167569 62188 148688 132280 94591 131212 108001 123569 503 0 166309 67616 90825; je 140 Thlr. auf Nr. 157465 10.638

19815 158274 49410 157765 18856 57077 9022 61729 68213 38628 94591 101768 48170 29545 50987 102646 18925 9385; je 200 Thlr. 48830 148128 59612 147025 15651 6908 22585 24070 27593 159080; je 400 Tblr. 134961 108243 157754 17726 57237; je 1000 Thlr. 48164 10681 1300 je 1500 Thlr. Nr. 108013 161977; 2000 Th

Nr. 167002; 4000 Thlr. auf Nr. 17151; 8000 Tolr, auf Nr. 3718; 36000 Thlr. auf Nr. 23224.

Meiningen, 2. Juli. Ziehung der Meininger 7 fl.⸗Loose. Serien: 216 253 507 577 623 794 1568 1892 2054 2308 2358 2401 2564 2706 2720 2883 2930 3341 3646 3679 4135 4166 4265 4383 5066 5072 5075 5208 5435 5467 5868 6264 6616 6848 6878 7255 7551 7899 7943 8698 9390 9469 9472 9512 9771 9960.

Handel und Verkehr. Friedberg, 4. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete oer Pfd. M. 0.85 10, Eier 1 St. 6, 2 St. 00 Pf. Friedberg. 3. Juli. Fruchtbericht. Walzen Me. 19.00, storn M. 15.50, Gerste M. 14. 16., Hafer M. 13. 14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo- 200 Zollpfund.

Die Verhandlung begann heute mit der

hiesiger e, Monat M. Paten vor obne Ja

1. Qual. Rindet wa M. 56 96 Stück 260 Stück 52 Pf., 3 war auf de beginnt di und waren Prima He kauft wu bezifferte 2 D. Fr matte Col und schein bereits in gemacht b. der fortge gestimmt u die Course ab. Für honden. Ci bis U-. heute 279 253 7/ÿ8 1/4. 193 ½-/ hoher. Got Bahnen M verloren 30, sehr still. O Schlesische! per compt. Industrieae Edison-Ge Verlagsans Amsterdam

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1. Juli.