beendet sodann die zweite Berathung des Or- ganisationsgesetzes und nahm sämmtliche Para- graphen nach unerheblicher Debatte nach den Vormittag gelöscht worden.
Anträgen der Commission mit unwesentlichen re— dactionellen Aenderungen an. 1 Neuwied, 30. April. Heute ist die Königin
der Subventionirung einzelner Kreise. Das Haus
Karlsruhe, 29. April. Die zum Tode verurtheilten beiden Raubmörder Lindemer sind zu lebenslänglicher Zuchthausstrafe begnadigt worden.
Geisa. Die Feuersbrunst ist erst am Sonntag Das Feuer hat fast die ganze Unterstadt in Asche gelegt, darunter auch die katbolische Stadtschule, die Dechanei und Caplanei; dle große Stadtkirche war schon an einer Seite vom Feuer ergriffen, wurde aber noch durch große Anstrengungen
von Rumänien hier eingetroffen. Durch die fest- gerettet; es sind, die Nebengebäude ungerechnet, gegen
lich geschmückte Stadt begab sie sich nach dem Schlosse. Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 1. Mai. Prinz Wilhelm kehrt mit dem Kaiser am Mitt— woch von einem Jagdausflug zurück und reist am Donnerstag mit dem Kronprinzen Rudolf nach Prag, wo am Freitag große Parade statt— findet und von wo am Samstag die Rückreise nach Berlin erfolgt.
Frankreich. Paris. Dem„National“ zu— folge rief die Nachricht von der beabsichtigten Expedition nach Tonkin in China eine solche Aufregung hervor, daß die französische Regier— ung es für angezeigt erachtete, in angemessener Entfernung von Shanghai und Hongkong mehrere Panzerschiffe zu belassen. Es wird daher nur ein Theil des in den chinesischen Gewässern stationirten Geschwaders nach Tonkin gehen. Der„Telegraphe“ versichert, der französische Ge— sandte in Peking, Bourree, welcher abberufen war, würde angewiesen, bis auf weiteres in China zu bleiben.
Großbritannien. London, 29. April. Das Befinden der Königin ist noch derart, daß sie über die Treppen getragen werden muß.
Serbien. Belgrad, 29. April. Die Königin Natalia wird am Donnerstag in Wien eintreffen und einen einwöchigen Aufenthalt daselbst nehmen.
Rußland. Petersburg. Von den im letzten Nihilistenprozeß Verurtheilten wurde trotz entgegengesetzter Meldungen bis jetzt keiner hin— gerichtet. Bogdanowitsch ist übrigens todtkrank—
Egypten. Alexandrien, 30. April. Es steht die Auflösung des Ministeriums bevor. Der Khedive weigerte sich nachträglich, die Er— lasse Dufferin's zu unterzeichnen, durch welche dessen Reformen zur Einführung gelangen sollen.
Port⸗Said. Am griechischen Osterfeste kam es hier zu Kaͤmpfen zwischen Arabern und Griechen, wodurch die Landung englischer Marinetruppen veranlaßt wurde. Die griechische Kirche wurde von den Arabern eutheiligt. Die Engländer besetzten das Gebäude. Es gab zwei Todte und dreißig Verwundete.
Amerika. New Nork. Die Abnahme der Staatsschuld im Monat April wird auf 33 Million geschätzt.
Aus Stadt und Land.
d. Assenheim. Das diesjährige Sängerfest des Wetterauer Sängerbundes findet dahler am 24. und 25. Juni d. J. statt. Die Vorbereitungen sind in vollem Gange und verspricht das Fest ein recht schönes zu werden. Hoffentlich wied auch der Himmel sein Mög⸗ lichstes dazu beitragen, das Fest zu verherrlichen.
Offenbach. Die Blatternerkrankungen haben in unserer Stadt bereits größere Dimensionen angenommen, als man anfänglich fürchtete. Nach der„O. 3.“ sind bereits 4 männliche und 1 weibliche Person erkrankt. Einer der Patienten ist schwer, die vier anderen leicht erkrankt.
Darmstadt. Erkrankungen an Menschenblattern sind seit Anfang dieses Jahres bis jetzt aus dem Groß herzogtbum angezeigt zusammen 95(Jan. 5, Febr. 22, März 24, April 39). Damit ist der Krankenstand des ganzen Jahres 1881(72) bereits überschritten und der von 1882(96) nahezu erreicht. Von den 95 Fällen kommen auf Darmstadt 1, Bensheim 1, Dieburg 7, Heppenheim 1, Offenbach 10, Gießen 4, Groß-Linden 9, Friedberg 3, Kruchenbrücken 7, Södel 2, Ilbenstadt 3, Fauerbach b. F. 1, Schlitz 1, Wetterfeld 4, Mainz Castel 22, Finthen 2, Bingen 5, Kempten 5, Gau-Alges— heim 1, Heidenfahrt 1, Oppenheim 1, Nierstein 1, Wörr⸗ stadt 1, Worms 2. Die Betheiligung der seßhaften Be— völkerung an den Erkrankungen ist bis jetzt sehr gering, beiläufig die Hälfte aller Erkrankungen besteht aus vagirenden Elementen.
Allerlei.
Fritzlar. Der Bau der Secundärbahn Wabern— Fritlar-Wildungen wird demnächst in Angriff genommen werden. Die leitenden Baubeamten haben ihr Bureau bereits in Wildungen eingerichtet und sind mit der letzten Fixirung der Bahnstrecke beschäftigt.
hundert Wohnhäuser abgebrannt und ist die Noth ia dem schwer heimgesuchten Städtchen groß. Dasselbe wurde schon im August 1858 von einem verheerenden Feuer heimgesucht, das damals die ganze Oberstadt in Asche legte.
Berlin, 30. April. In der heutigen Schwurgerichts— verhandlung wurde Sobbe der vorsätzlichen Ermordung und Beraubung des Briefträgers Cossäth durch die Ge— schworenen mit mehr als 7 Stimmen für schuldig erklärt und vom Gerichtshofe zum Tode und zum Verlust der Ehrenrechte verurtheilt. Sobbe hatte bei seiner Ver— nehmung erklärt, er habe den Mordplan am 4. März gefaßt, nachdem er von der Ermordung eines Wiener Briefträgers durch Francesconi in einer Zeitung gelesen
hatte. Das Verhör Sobbe's und der Zeugen ergab im Uebrigen nur bereits Bekanntes. Sobbe antwortete auf alle Fragen mit großer Ruhe und Bestimmtheit.
Neapel, 29. April. Gestern fand neuerdings ein Erdbeben am Aetna statt Sehr stark war dasselbe zu Nieolosi. Viele Häuser stürzten ein.
Gerichts saal.
Buß bach, 28. April. Das gestrige Schöffengericht erkannte in folgenden Strafsachen: 1) gegen Sebastian Weingärtner von Wies-Oppenheim und Adam Klein von der Kröge bei Battenberg, wegen Mißhandlung und Körper— verletzung, auf je 4 Monate Gefängniß und Tragung der Kosten des Verfahrens; 2) erkannte das Gericht den Handelsmann Simon Schwarz von Nieder-Weisel des angeklagten Betrugs für nichtschuldig und sprach den— selben von Strafe und Kosten, ausschließlich der Rechts— anwaltkosten, die Schwarz selbst zu bezahlen hat, fret; 3) ein weiteres freisprechendes Erkenntniß wurde in der Sache, betr. Müller Ph. Feuerbach von Maibach, er— lassen. Derselbe war angeklagt, seine Kinder am zweiten Osterfeiertag zum Betteln ausgeschickt zu haben. Zeugen dagegen bewiesen, daß die Kinder ohne Wissen ihrer Eltern sich am genannten Tage den in vielen Orten üb— lichen sogenannten„Osterhas“ geholt und nicht gebettelt hatten, weßhalb kostenlose Freisprechung des Feuerbach erfolgte; 4) Konrad Sick von Ostheim, angeklagt wegen Diebstahls, erhält einen Monat Gefängniß und Tragung der Kosten; 5) Dienstknecht Heinr. Schrimpf von Rocken— berg, angeklagt wegen Diebstahls, enthielt 3 Wochen Gefängniß und Tragung der Kosten; ferner erkannte das Gericht 6) gegen die Zigeunerin Louise Meier von Rohr— weiler, wegen Bettelns, auf 2 Tage Haft, welche aber durch die Untersuchung als verbüßt zu betrachten sind. Derselben Uebertretung, sowie der Landstreicherei wurde 7) Margarethe Ruhl von Gelnhaar für schuldig erkannt und zu 10 Tagen Haft verurtheilt, auch Ueberweisung an die Landespolizelbehörde ausgesprochen; 8) die Sache gegen Wirth Caspar Löschhorn von Griedel, angeklagt wegen Beleidigung, endigte mit einem Vergleich.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 2. Mai. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.15—1 30, Eier 1 St. 5 Pf., 2 St. 9 Pf.
Frtedberg, 1. Mai. Fruchtbeelcht. Walzen M. 193, Korn M. 15 ½, Gerste M. 14 16, Hafer M. 12— 13. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.
Friedberg. Die Fruchtmärkte in Hessen haben in den letzten 10 Jahren durch die veränderten Produe— tions- und Verkehre verhältnisse einen beträchtlichen Rück— gang erlitten. Es werden z. B. in ganz Hessen nur noch J eigentliche Fruchtmärkte abgehalten, in Grünberg, Als— feld, Lauterbach und Mainz. Während vor 10 Jahren das Verkaufsquantum an diesen Plätzen über 45,000,000 Kg. betrug, war der ganze Absatz im vor. Jahre 1,835,900 Kg. Weizen, Korn, Gerste und Hafer. Hiervon entfielen „40,990 Kg. auf Grünberg, dessen Fruchtmärkte allein noch eine größere Bedeutung haben, während in Mainz nur 4400 Kg. umgesetzt wurden.
Grünberg, 28. April. Fruchtpreise. Weizen M. 19.06, Korn M. 15.54, Gerste M. 14.80, Hafer M. 13.44, Erbsen M. 23.00, Kartoffeln M. 9.56.
Gießen, 28. Mal. Auf dem heutlgen Markt kostete: Butter per Pfund Mk. 1.25—0.00, Eier per Stück 4—5 Pfg., Käse per Stück 5—9 Pfg., Tauben per Paar Mk. 0.90 1.00, Hühner per Stück Mk. 1.20 bis 1.70, Hahnen per Stück Mk. 1.30— 2.00, Enten per Stück Mk. 2.30— 2.50, Ochsenfleisch per Pfund 66 bis 70 Pf., Kuh⸗ und Rindfleisch 56 60 Pf., Kalbfleisch 45 bis 50 Pfg., Schweinefleisch 60—64 Pfg., Hammelfleisch 60 70 Pfg., Kartoffeln per 100 Kilo Mk. 8.00 10.00. Zwiebeln per Centner M. 3.00— 5.50.
Frankfurt, 30. April. Frankfurter Produktenbörse. (Offieielle Notirungen). Weizen behauptet, effectiv hiesiger und Wetterauer M. 2020.25, fremder M. 20.25— 24, per diesen Monat M. 20.25. Roggen behauptet, effectiv hlesiger M. 14.50— 15.50, fremder M. 14.50 16, per diesen Monat M. 14.50. Gerste unverändert, effectiv hiesige und Wetterauer M. 17.50 18.50, fremde M. 18 bis 20. Hafer unverändert, effectiv hiesiger M. 12.50 bis 13.50, fremder 12.50 14.50, per diesen Monat M. 12.75. Rüböl unverändert, effectiv ohne Faß hiesiges in Partien von 50 Ctr. M. 38.50. Branntwein unver ändert, effectiv ohne Faß M. 46. Wetter trübe. Mehl
Nr. 1 M. 38, Nr. 2 M. 36, Nr. 3 M. 31, Nr. 4 M. 27, Nr. 5 M. 24. Roggenmehl/(Berliner Marke) Mark 22.50 bis 23, 1.(Berliner Marke) Mark 20-, II. do. 18.
Frankfurt, 30. April. Viehm irkt. Es waren angetrieben ca. 290 Stück Ochsen, 1. Qualität per Ctr. Schlachtgewicht M. 70—72, 2. Qual. M. 62-64.— Kühe und Rinder ca. 220 Stück, 1. Qual. M. 65 66, 2. Qual. M. 58—62. 10 Bullen, 1. Qual. M. 50—55, 2. Qual. M. 45—48. Kälber standen 268 Stück am Platze und konnte für 1. Qual. nicht über 62 Pf. per Pfund erlangt werden, geringere Sorten waren von 52 Pf. an erhältlich.— In Hämmeln war der Zutrieb stark, es standen über 300 Stück am Platze. Ueber 65 Pf. wurde heute für die beste Waare nicht erreicht, während schon erhebliche Partien zu 60 Pf. eingethan wurden.— In Schweinen hielt sich der Zutrieb auf der alten Norm, auch die Haltung und die Preise waren die seitherigen: 60-62 Pf.
Verloosung
Braunschweig, 30. April. Gewinnziehung der Braunschweiger 20 Thaler-Loose. 150,000 Mark Nr. 38 Serie 7946. 12,000 M. Nr. 42 S. 9932. 7500 M, Nr. 32 S. 7946. 36,000 M. Nr. 32 S. 5601. Je 300 M. Nr. 7 S. 163, Nr. 49 S. 1279, Nr. 15 S. 3660, Nr. 1 S. 6289, Nr. 36, S. 6343, Nr. 30 S. 79416, Nr. 6 S. 6089, Nr. 37 S. 8301, Nr. 31 S. 9762, Nr. 9 S. 9999. Je 180 M. Nr. 17 S. 4283, Nr. 34 S. 4871, Nr. 38 S. 6343, Nr. 17 S. 6783, 5 S. 8670, Nr. 47 S. 9932.
Literarisches.
Daheim Nr. 30 enthält: Zwei Vettern.(Forts). — Der erste Küchenzettel am eigenen Herd. Humoreske von M. Lenz.— Ein Besuch am Bord einer Dampf⸗ korvette. Von R. Werner. Mit acht Illustr.— Zur Lutherliteratur. Von R. Koenig.— Am Familtentische: Spielwuth.— Das erste Dampfschiff.— Aus der guten, alten Zeit.— Ein großartiges Geschenk.— Die Palm⸗
sonntagruthen.— Gesundheits rath. Mit zwei illustr. Beilagen. X E (Eingesandt.)
Am Dienstag hatten wir die letzte Abonnementsvor— stellung:„Unsere Frauen“, die sehr gut besucht war und am Freitag findet schon die Abschieds⸗Vorstellung statt, da unsere Künstler, ihrer kontraktlichen Verbindlichkeit nachkommend, am Samstag ins Engagement nach Lübeck reisen müssen. Wenn wir auf das uns in 15 Vorstell⸗ ungen Gebotene zurückblicken, so müssen wir entschieden anerkennen, daß die Direktion es sich sehr angelegen sein ließ, die Zufriedenheit des Publikums zu gewinnen. Von bedeutenden Novitäten sind uns nur die besten gebracht worden und in künstlerischer Beziehung waren einige Vorstellungen musterhaft. Daß der Besuch des Theaters in diesem Jahre nicht ein so reger war, liegt lediglich in den schlechten Zeitverhältnissen und wollen wir hoffen, daß sich dieselben bis zum nächstjährigen Besuch unserer Hanauer gebessert haben werden. Denn daß Herr Herrmann im nächsten Jahre wiederum mit einer guten Gesellschaft unsere Stadt besucht, das ist doch sicher der Wunsch aller Theaterfreunde. So glauben wir auch, daß unser kunstliebendes Publikum dadurch seine Aner- kennung für das seither Gebotene zeigen wird, daß es die Abschiedsvorstellung am Freitag recht zahlreich besucht.— Die Direktion ist hierbel dem Publikum ent⸗ gegengekommen, indem die Karten im Vorverkauf bei Herrn Oppenheimer durchweg zum Abonnementspreise ab⸗ gegeben werden. Das Stück„Junggesellenwirth⸗ schaft“ von Rod. Benediß ist, wie bekannt, ein sehr gutes und wird die Gesellschaft sich gewiß Mühe geben, durch eine recht feine glatte Aufführung ein gutes An⸗ denken beim Publikum zu binterlassen. Und somit wünschen wir zum Freitag ein ausverkauftes Haus— und rufen den Künstlern ein herzliches„Lebe wohl“ zu und„Auf Wiedersehn im nächsten Jahre.“
Kirchliche Anzeigen für Friedberg. Ebangelische Gemeinde. Jest det Himmelfahrt. Gottesdienst in der Stadtkirche: Vormittags 10½ Uhr: bverr Pfarrer Meyer. Nachmittags 1½ Uhr: Herr Candidat Weimar. Gottesdienst in der Burgkirche: Vormittags 9 Uhr: Herr Pfarrer Diegel.
satholische Gemeinde. Chtisti Himmelfahrt.
7 Uhr: Austheilung der heil. Communion.
10 Uhr: Hochamt mit Predigt.
2 Uhr: Feierliche Vesper.
Jsraelitischer Gottesdienst in Friedberg Sabbathfeier vom 5. Mai 1883. Beginn: Freitag Abends 6 Uhr 45 Min. Samstag Morgens 8 Uhr. 1 Nachmittags 4 Uhr— Min. Sabbathausgang 8 Uhr 10 Min. Wochengottesdienst von Montag den 6. Mal an Morgens 6 Uhr, Abends 8 Uor— Min. Montag den 7. und Dienstag den 7. Mai 1883:
Neumond Ijar.
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geltend verträt vollzog
8 .
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