Ausgabe 
23.5.1882
 
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sollen einen die Curie sehr befriedigenden Ver lauf nehmen; auch die Verhandlungen der Curie mit Rußland und England werden bald zum be friedigenden Abschluß kommen.

Die Vezögerung der Publication des neuen kirchenpolitischen Gesetzes beruht nur auf Zufälligkeiten, ebenso die anderer Beschlüsse aus der letzten Landtagssession, die noch der Sanction harren.

Leipzig, 19. Mai. Das Landgericht ver⸗ urtheilte heute Bebel, wegen Beleidigung des Bundesraths und Verächtlichmachung von Staats einrichtungen durch ein Wahlflugblatt, zu einem Monat Gefängniß.

Breslau, 20. Mai. Der Einzug des Fürstbischofs fand heute unter außerordentlicher Theilnahme der Bevölkerung ohne Unterschied der Confession und Partei statt. Der Fürst⸗ bischof sprach am Bahnhofe, bei der Ehrenpforte und im Dome in Erwiederung der Begrüßungen der Bürgerschaft, des Kuratklerus und des Domkapitels.

Ausland.

Oesterreich-Ungarn. Prag, 20. Mai. In Pilsen ist eine Socialisten-Conferenz, be stehend aus einem sächsischen Agitator und sieben Bergleuten, aufgehoben und die Theilnehmer sind an das Kreisgericht eingeliefert worden.

Dänemark. Kopenhagen. Daß der Rück tritt des Fürsten von Bulgarien discutirt wurde, bestätigt die officiöse KopenhagenerNat. Tid., indem sie erzählt, es sei ganz gewiß, daß An fragen in dieser Richtung in Kopenhagen ge schehen sind; aber wie vor drei Jahren, sei auch jetzt vom König, wie von dem zum künftigen Fürsten von Bulgarien ausersehenen Prinzen Waldemar eine bestimmte abschlägige Antwort gegeben worden. Die bezüglichen Anfragen sollen von Frankreich und Italien ausgegangen sein.

Großbritannien. London, 19. Mai. Das Unterhaus setzte die zweite Lesung des irländischen Verhinderungsgesetzes fort und ver tagte schließlich die Debatte.

20. Mai. Das Unterhaus nahm nach zweitägiger Debatte die zweite Lesung der irischen Zwangsbill mit 383 gegen 45 Stimmen an.

Der Stadt Plymouth droht ein Fenier angriff. Das Hauptquartier des Freiwilligen Corps soll das Hauptziel desselben sein. Die Behörden haben die nöthigen Vorsichtsmaßregeln getroffen.

Dublin, 20. Mai. Gegen die zehn Indivi duen, welche vorgestern unter dem Verdacht, an dem Mord im Phönix-Park in Dublin betheiligt gewesen zu sein, verhaftet wurden, liegt weiter Nichts vor, als daß sie sogenannte blinde Passa giere waren.

Die New-Porker Evening-Post meldet, daß die Dubliner Meuchelmorde in Amerika von dem extremen Zweige der irischen Anarchisten geplant worden und ursprüglich beabsichtigt ge wesen sei, Gladstone, Forster und Burke zu er morden. Die für die That Auserkorenen wurden benachrichtigt, das Todesurtheil gegen Gladstone sei annullirt; Cavendish ist nur ermordet worden, weil er in Begleitung von Burke war. Ein Zollkutter mit Bundesmarschällen an Bord liegt in der unteren Bai und wartet, wie es heißt, die Ankuft des Cunard-Dampfers Seythia ab, auf welchem sich die Mörder dem Vernehmen nach eingeschifft haben sollen.

Italien. Rom, 20. Mai. Wegen des westmächtlichen Vorgehens in Egypten herrscht hier große Aufregung Die Kluft zwischen Italien und Frankreich erscheint nahezu unüberbrückbar.

Spanien. Madrid, 21. Mai. Der Senat hat die Convertirung der Staatsschuld mit 125 gegen 35 Stimmen angenommen.

Türkei. Konstantinopel, 19. Mai. In den Kreisen der Pforte ist man entschlossen, einem einseitigen Vorgehen der Westmächte in Egypten in der entschiedensten Weise entgegen zutreten. Es erhalten sich die Befürchtungen, daß die egyptische Situation sich weiter ver wickeln könnte. Daß das westmächtliche Vor gehen auf der Uebereinstimmung aller Mächte

beruhe, wird mehr denn je angezweifelt, doch hält man die Erzielung eines solchen Einklanges noch immer für möglich. 12

20. Mai. Der Minister des Aeußern hatte gestern Besprechungen mit dem englischen Botschafter Lord Dufferin und dem französischen Botschafter Noailles. Aus gewissen Anzeichen zu schließen, ist in den Dispositionen der Pforte bezüglich der französisch-englischen Action eine Remission eingetreten; man glaubt, Said Pascha machte versöhnliche Vorschläge. Die Pforte unter handelt wegen-Ermiethung des Lloyddampfers Calypso, welcher 1500 Mann nach Vemen transportiren soll. Einer Depesche aus Canea zufolgte langte gestern Hussein Pascha mit einer Corvette in der Sudabai an.

Rumänien. Bukarest, 19. Mai. Die Berathung der Donau-Commission über den Barrere'schen Antrag soll nun doch in dieser Session stattfinden, nachdem die Pourparlers zwischen Rußland und Frankreich zur Beseitigung der aufgetauchten russischen Bedenken geführt haben und über die Mandatsverlängerung der großen Donaucommisston gleichzeitig von Cabinet zu Cabinet verhandelt werden soll.

In der Sitzung der Donau-Commission am 15. d. M. wurde die definitive Feststellung der Reglements der mittleren Donau und die Parthie A des Extrait(allgemeine Bestimmungen) mit Ausnahme der Artikel 9(Bestimmungen über die Zolllinie) und 8(Brodpapiere) an⸗ genommen. Den angeführten Bestimmungen opponirte nur der rumänische Delegirte.

Serbien. Belgrad. Es wurde ein Bataillon beordert, um 60 Montenegriner, welche beab sichtigen, gewaltsam durch den Uschizabezirk in Bosnien einzudringen, zu entwaffnen.

Rußland. Petersburg, 19. Mai. Der Fürst von Bulgarien ist in Begleitung des Mos kauer General-Gouveneurs Dolgorukoff gestern nach Moskau abgereist.

Der Minister des Kaiserl. Hofes soll den Hofchargen durch Circular mitgetheilt haben, daß die Krönung am 5. September in Moskau stattfindet und die Festlichkeiten zwei Wochen dauern werden.

Die Nihilistische Fraction derTscherny Peredjel verschmolz sich definitiv mit der Fraction derNarodnaja Wolja, weil die friedliche Pro paganda wegen zu großer Aufmerksamkeit der Poli⸗ zei unmöglich sei. Der wegen der in Spirowo aufgefundenen Mine verhaftete Stations-Chef Kufarkin wurde freigelassen, sein mitverhafteter Stiefsohn wurde hingegen in die Festung über geführt.

Warschau. Die von verschiedenen deutschen Blättern gebrachte Nachricht, Generalgouverneur Albedynski werde Botschafter in Paris werden, ist ein einfaches Gerücht, das jeder Begründung entbehrt.

Aegypten. Alexandrien, 20. Mai. Das französische und englische Geschwader sind hier eingetroffen und tauschten mit den Forts Salut schüsse aus. Die Hauptpunkte des Canals werden von französischen Kanonieren bewacht. Die tscherkessischen Offiziere werden in ausländischen Schiffen außer Landes geschafft.

Aus Stadt und Land.

H. V. Friedberg. Um zu veranlassen, daß der Burggarten wie in früherer Zeit bei gutem Wetter täg⸗ lich unserm Publikum zugänglich sei, hatte sich vor Kurzem der Vorstand des Vereins für Handels- und gemein nützige Zwecke an das Großherzogliche Hofmarschallamt nach Darmstadt gewandt. Die in den letzten Tagen eingetroffene Antwort lautet abschlägig; es heißt u. A. darin:Wir sahen uns zum Erlaß dieser Verfügung genöthigt, da von Seiten des Publikums die Wege und die Pflanzen mit einer gewissen Art von Roh⸗ heit beschädigt wurden. Es wird gewiß von Vielen bedauert werden, daß derartige Erfahrungen zur Zeit das Großherzogliche Hofmarschallamt am dem Entschlusse, daß der Burggarten nur 2mal in der Woche geöffnet wird, festhalten lassen. Der Werth eines schönen, schat⸗ tigen, staubfreien Spaziergangs in nächster Nähe der Stadt, des einzigen, der für Friedberger, die nicht viele Zeit zum Promeniren haben, in Betracht kommt, wird allgemein noch nicht genug gewürdigt; ebenso wenig zeigt ein Theil unsers Publikums Verständniß für die Rücksicht, die es öffentlichen Promenaden schuldig ist. Unserbis

und Zerstörungslust unserer lieben Jugend zu erzählen. Jeden Tag findet man hier in den Wegen abgerissene Zweige von blühenden Sträuchern u. dgl., die kleine und große Kinder mit und ohne sog. Aufsicht abgerissen haben. Um die Schärfe oder Stumpfheit der Messer zu erproben, werden die Bänke beschnitzt, mit Buchstaben gravirt oder auf andere Weise beschadigt. An anderen Plätzen, in Frankfurt z. B. werden alle solche Beschä digungen unnachsichtlich zur Anzeige gebracht und ange messen bestraft. Ist ein einziger derartiger Fall hier schon einmal angezeigt, bestraft worden? Soll es in dieser Hinsicht besser bei uns werden, so müssen in erster Linie die Erwachsenen den Kindern ein gutes Beispiel geben und ihnen jede Beschädigung Alles dessen, was eine Promenade umfaßt, auf's Strengste verwelsen. In den Schulen müßte den Kindern öfters die Schonung, der Schutz der Anlagen empfohlen werden; Zuwider⸗ handlungen wären mit Strafen von mindestens 5 bis 10 Mark für den einzelnen Fall zu ahnden. Die Er weiterung der Anlage des 4 Eichen-Platzes, die Herricht⸗ ung eines Spielplatzes für kleine Kinder sind von dem Vorstande des Vereins für Handels- und gemeinnützige Zwecke beabsichtigt und wird, wenn unser Gemeinderath damit einverstanden sein wird, mit den betreffenden Ar beiten im nächsten Herbste begonnen werden. Die Lust der Vorstandsmitglieder, ihre Zeit gemeinnützigen Be strebungen zu widmen, kann nur gemindert werden, so lange bei uns die öffentliche Gesittung auf dem erwähnten Gebiete so viel zu wünschen übrig läßt.

f. Friedberg. In der General-Versammlung des Taunus⸗Clubs Wetterau, welche am 13. d. Mts., wenig besucht aber viel erledigend, auf dem Johannisberg stattfand, wurde zunächst der mit 168 Mark begleichende Rechnungsabschluß des vergangenen Jahres unbeanstandet genehmigt. In der hierauf folgenden Wabl wurde der vorjährige Vereinsvorstand: Postmeister Foucar, Bürger⸗ meister Seriba, Oberlehrer Reuß, Fabrikant Böing, Kaufmann Weiß, Dr. Ludloff wiedergewählt. Der größte Theil der vorjährigen Einnahme ist für Wegweiser, Druck von Mitgliederkarten und Anbringung von Orien⸗ ttrungstafeln auf dem Johannis bergthurm verausgabt worden. Die Zahl der Mitglieder des Vereins war im vorigen Jahre 168, fast sämmtlich aus Friedberg und Nauheim; andere Ortschaften haben sich bisher nur sehr wenig, jedenfalls nicht in dem Maaße, als es ihren eigenen Interessen entspricht, betheiligt. Der Jabres⸗ beitrag von 1 Mark soll bleiben, jedoch bei der Ein kassirung Gelegenheit geboten werden, freiwillige Bei träge zur Erbauung eines Aussichtsthurmes auf dem Winterstein zu geben. Am Thurmbau soll auch ferner, alsfesten Punkt in der Erscheinungen-Flucht, fest⸗ gehalten und etwaige Ueberschüsse der Jahreseinnahmen dafür aufgespart, sowie auch seinerzeit Sammlungen in weiteren Kreisen zu diesem Zweck veranstaltet werden. Lehrer Werner in Friedberg erbietet sich in sehr aner kennenswerther Weise sein vorzügliches Teleskop auf dem Johannisberg zu Jedermanns Benutzung aufzustellen; der Verein will ein Stativ dazu anfertigen lassen und durch den Restaurateur König auf dem Johannisberg, dem das Instrument in Verschluß gegeben werden soll, einen kleinen Betrag für die Benutzung erheben lassen zum Besten des Thurmbaus. Auf dem Winterstein soll, wenn die Mittel reichen, noch im Laufe dieses Sommers ein Schutzdach an der Nordseite des Felsens errichtet werden. Die vom Club in's Leben gerufene Wirthschaft im Wintersteiner Forsthaus bei Förster Frank, mit ihrem nach dem Johannis berg-Restaurant festge⸗ stellten Tarif, soll Touristen und Kurgästen öffentlich empfohlen werden. Von gemeinschaftlichen Ausflügen wurde, außer der wie herkömmlich verregneten Himmel fahrtsfestlichkeit am Franckenstein'schen Tempel, noch für Mitte Juni ein Waldfest im Nauheimer Wald beschlossen, sodann folgende größere Touren in Aussicht genommen: 1) Ziegenberg, Maibach, Bodenrod, Hausberg Ende Mai(2. Pfingstfeiertag). 2) Wintersteiner Forsthaus, Cransberger Capelle, Marienbild, Ockstadt zweite Hälfte Juni. 3) Capersburg, Lochmühle, Köpperner Thal, Ober-Rosbach zweite Hälfte Juli. 4) In der zweiten Hälfte August: Feldberg. 5) Im Sep⸗ tember: Vogelsberg Schotten, Ulrichstein ꝛc. 6) Im October oder Ende September: Erbach im Oden wald. Andere Touren, etwa zur Entdeckung von künftigen Clubmitgliedern, bleiben vorbehalten.

2 Friedberg. Die Strafkammerverhandlung, welche in der Privatklagesache des Abg. Schröder gegen die Amtsrichter Herzberger und Suͤffert unter Vorladung neuer Zeugen der letzteren auf heute festgesetzt war, fand nicht statt, weil vorher die Berufung des Privatklägers durch dessen Anwalt zurückgenommen worden ist. Es bleibt hiernach bei dem Spruche des Schöffengerichts, wonach die genannten Amtsrichter unter Kostenverur⸗ theilung Schröders freigesprochen sind.

Darmstadt, 19. Mai. Der frühere Justizminister von Lindelof ist im 88. Lebensjahre gestorben.

Lauterbach. Eine mysteriöse Mordgeschichte wird von hier gemeldet. Ein Dienstmädchen soll hier unter Umständen erhängt gefunden worden sein, welche einen Selbstmord ausschließen. Die Staatsanwaltschaft hat die Untersuchung bereits eingeleitet.

Allerlei.

Albersweiler i. d. Pfalz. Hier feierte am 4. Mai das Ebepaar Gehrhard den 76. Jahrestag seiner Hoch zeit. 98 Jahre. Beide sind noch gesund und ziemlich rüstig.

Luzern, 20. Mai. 300 Schweizer nehmen an der

Fahrt nach Mailand zur Eröffnung der Gotthardbahn

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Der Mann ist 102 Jahre alt und die Frau zählt

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