seinen früheren Beschlüssen, bewilligt für das Gefaͤngniß in Darmstadt nur 15,000 M. und lehnt die angeforderten 231,000 M. für einen Gymnasial-Neubau gegen 15 Stimmen dem Majoritätsantrag gemäß ab. Zu Cap. 107, „Centralbauwesen im Ressort der Justiz-Ver— waltung“, verwilligt die Kammer mit einer Aus— nahme ihren früheren Beschlüssen gemäß durchweg nur die reducirten Summen, indem sie nun für Erweiterung des Haftlokals zu Friedberg conform mit der erstern Kammer statt der früher ver— willigten 12,000 M., nur 15,000 M. verwilligt. — Einziger Gegenstand der Tagesordnung der Nachmittags⸗Sitzung war der Betriebsüberschuß der Oberhessischen Eisenbahnen und die An— schaffung neuer Betriebsmittel für diese Bahnen. Der Finanz-Ausschuß beautragt: 1) Statt 27,630 M., 40,000 M. als Betriebsüberschuß in Einnahme zu stellen; 2) die angeforderten 47,500 M. außerordentliche Ausgaben unter Abstrich von 3600 M. und 3300 M., mithin also in Summa 40,600 M., zu verwilligen; 3) die ebenda angeforderten 90,000 M. für Anschaffung neuer Betriebsmittel zu bewilligen und zugleich die Regierung zu ermächtigen, so— wohl diese wie fernere Anschaffungen von leich— teren Betriebsmitteln durch Verkauf von vor— handenem entbehrlichem Betriebs-Material zu decken; 4) die Regierung zu ersuchen, auf mög— lichste Verringerung der Beamtenstellen bei diesen Bahnen hinzuwirken; 5) die rubricirte Eingabe der Handelskammer zu Gießen hierdurch für erledigt zu erklären, welche Anträge angenommen wurde. Den Antrag auf Einführung des Secun— därbetriebs und Verpachtung der oberhessischen Bahnen zog der Antragsteller Kugler zurück.— 11. Mai. In der heutigen Vormittagssitzung verhandelte die Kammer über den Autrag des Abg. Franck und Genossen auf Vorlage eines auf Aufhebung der obligatorischen Fortbildungs— schule gerichteten Gesetzentwurfs. Die Kammer nahm in namentlicher Abstimmung nach lebhafter Debatte gegen 6 Stimmen den Antrag des Aus— schusses an,„den Antrag Franck und Genossen
abzulehnen“. Berlin, 10. Mai. Reichstag. Tabak— Monopol. Staatsseeretär Scholz weist auf die Unzu—
länglichkeit der bisherigen indireeten Steuern gegenüber den dringenden Neuausgaben durch die Neuregelung der Pensions- und Beamtenverhältnisse hin, ferner auf die Schwierigkeit der finanziellen Verhältnisse der einzelnen Staaten und auf die nahezu unerschwinglichen Communal— lasten. Redner weist das Vorurtheil zurück, als beab— sichtige die Regierung durch das Monopol bei den Tabak— arbeitern und Verschleißereien politischen Druck auszuüben, er widerlegt die Annahme, als werde das Monopol die erwarteten Einnahmen nicht bringen. Die Regierung erkenne die moralische Entschädigungspflicht innerhalb vernünftiger Grenzen an und veranschlage die Entschä— digungssumme auf 260 Mill. Abg. Sandtmann hofft, daß die Verwerfung des Monopols überall so fest be— schlossene Sache sei, daß eine Verweisung an die Com- mission nicht von Nöthen wäre. Hobrecht will die Ausführung des Staatssecretärs Scholz über die Noth— wendigkeit der Bewilligung neuer Einnahmen nicht be— mängeln. Die Schwierigkeit liege nicht in der Größe der geforderten Summen, sondern diese Größe bleibe noch zurück gegen die Verluste jener Kreise, welche in Mitleidenschaft gezogen werden, an den Objecten, auf welche die Vertreter der Steuerreform ihr Auge werfen. Schließlich spricht sich Redner für Berathung in einer Commission aus. Unterstaatssecretär Mayr: Die Re— gierung werde sehr dankbar sein für jede Anregung auf eine Nothwendigkeit der Steuerreform aus der Mitte des Reichstags. Die Einzelstaaten sind bedrückt von direeten und Communalsteuern, sie können recht erhebliche Zuschüsse aus den indireeten Reichseinnahmen gebrauchen und werden dieselben zu verwenden wissen. Die Tabakbauer haben günstige Conjuncturen gerade jetzt gefunden, das ist vorbei, die Tabakpflanzer werden in wenigen Jahren ruinirt sein, wenn das Monopol nicht kommt, welches heimischen Tabak mehr verwenden wird, als jetzt geschieht. Uebrigens werde jetzt schon weit mehr deutscher Tabak verwandt, als allgemein geglaubt wird. Redner bestreitet die Rich— tigkeit der Angabe, daß 40,000 Arbeiter beschäftigungslos würden. Minnigero de paraphrasirt die Reden Scholz's und Mayr's über die Nothwendigkeit einer Vermehrung der Reichseinnahmen behufs der Sicherung der Existenz des Reiches. Redner ist über das Wort„niemals“, das Hobrecht gerufen, als ven Einführung des Monopols die Rede gewesen, nicht erschreckt und bezweifelt, daß dies Wort von einem Politiker gekommen. Schließlich empfiehlt Redner Commissions-Berathung. Das Haus vertagt sich sodann.
— 10. Mai. Das Abgeordnetenhaus er—
weist sich heute als beschlußunfähig. Der Prä—
sident schließt unter Dankworten und einem Hoch auf den Kaiser die Session. Bei der vereinigten Sitzung beider Häuser des Landtags verliest Puttkamer sodann die Botschaft des Königs vom 10. Mai, durch welche auf Grund des Art. 77 der Verfassung Puttkamer beauftragt wird, die gegenwärtige Sitzung beider Häuser des Land— tags am 11. Mai im Namen des Königs zu schließen.
Potsdam, 10. Mai. Das Bulletin über das Befinden der Prinzessin Wilhelm und des neugeborenen Prinzen lautet befriedigend.
Kiel. S. M. Kanonenboot„Wolf“, 4 Ge— schütze, Commandant Corv.-Cap. Strauch, ist am 17. März c. in Chefoo, S. M. S.„Elisa⸗ beth“, 19 Geschuüͤtze, Commandant Cap. z. S. Hollmann, am 10. Mai tc. in Vokohama ein— getroffen.
München, 9. Mai. Der König wird, wie nunmehr bestimmt, am künftigen Donnerstag Abend München verlassen und sich nach Schloß Berg begeben, wohin an dem gleichen Abend auch das königl. Hoflager verlegt werden wird.
Ausland.
Oesterreich-Ungarn. Wien, 9. Mai. Das Abgeordnetenhaus, die Zolltarifdebatte fort— setzend, nahm unverändert nach den Anträgen der Majorität des Ausschusses die Tarifsätze für Wolle, Wollengarne, Wollenwaare, Seide und Leder an und lehnte die Minoritätsanträge für den Wollentarif in namentlicher Abstimmung mit 161 gegen 152 Stimmen ab.— 11. Mai. Im Hause brachte Abg. Schönerer eine antisemitische Petition ein, welche verlangt, daß den russischen Juden die Niederlassung in und der Durchzug durch Oesterreich verwehrt werde. Der Autrag Schönerer's auf Verlesung der Petilion, sowie die vollinhaltliche Aufnahme derselben in das Sitzungsprotokoll wurde abgelehnt.
— Die Regierung beantragt zur Börsen— steuer-Reform, in Anlehnung an den deutschen Stempelsatz, eine Stempelgebuͤhr von 5 Kreuzern für Schlußzettel bis zum Betrag von je 5000 fl. und von 25 Kreuzern für Zeitgeschäfte.
Dänemark. Kopenhagen, 10. Mai. Beide Kammern nahmen den Compromiß bezüglich des Budgets an. Das Ministerium erklärte, es werde kein Hinderniß für den Compromiß ab— geben, sondern das Budget in dieser Gestalt dem Könige zur Sanction vorlegen.
Großbritannien. London, 9. Mai. Der Parlamentssecretär der Admiralität, Trevelyan, wurde zum Staatssecretär für Irland ernannt, ohne Sitz im Cabinet. Derselbe nahm den Posten an. Hamilton, bisher Director des Rechnungswesens der Marine, ist provisorisch zum Unterstaatssecretär für Irland ernannt.
Dublin, 10. Mai. Der Amerikaner Moore sowie andere wegen des Verdachtes der Theil— nahme an der Ermordung Cavendish's und Bourke's Verhaftete wurden wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Regierung hat für die Er— greifung der Mörder 10,000 Lst. und für Mit⸗ theilungen, welche zur Ergreifung derselben führen können, 1000 Lst. ausgesetzt.
Italien. Rom, 10. Mai. Die Kammer votirte mit 176 gegen 85 Stimmen den fran— zösisch-italienischen Handelsvertrag. Der Ver— trag wird heute dem Senate vorgelegt.
Spanien. Madrid, 10. Mai. Der Senat nahm den französisch-spanischen Handelsvertrag mit 143 gegen 78 Stimmen an.
Türkei. Konstantinopel. Assim Pascha wurde zum Minister der frommen Stiftungen, Subhi Pascha zum Minster des Handels und Ackerbaues, Mustapha Pascha zum Minister des Unterrichts, Reuf zum Minister der Arbeiten, Akif zum Präsidenten des Staatsrathes, Ali Fuad Bey zum Generaldirektor der Steuern, Server Pascha zum Botschafter in Wien, General Halim Pascha zum Hüter der Heiligthümer des Propheten ernannt.
— 10. Mai. Der Administrationsrath der Bondholders beschloß die Einregistrirung der Titel der Anlehen von 1858 und 1862 nach
dem System der vom Conseil englischer Bond— holders angenommenen Convention. Neue Cou— ponsbogen werden ausgegeben, sobald die alten erschöpft sind.
— Die türkisch-russische Convention betreffs der Regelung der Kriegsentschädigung ist definitiv festgestellt. Die Pforte verpflichtet sich darin, die im Berliner Vertrage fixirte Kriegsentschä— digung durch Annuitäten im Betrage von 350,000 türk. Livres zu zahlen. Die nur zur Amortisirung des Capitals ohne Zinsen zu ver— wendenden Aunuuitäten werden durch die Schaf— steuer des Villajets Aleppo und den Zehnten der Vilajets Konija, Kostambul und Adana, sowie eines Theiles des Vilajets Sivas garan— tirt. Der Gesammtbetrag der Einkünfte wird auf 4,375,000 Livres veranschlagt. Wegen der Geldoperationen wird die Ottomanische Bank, mit der Russischen Bank ein Specialabkommen treffen. Die Ratification der Convention erfolgt längstens nach 3 Wochen.
Rußland. Petersburg. Nach einer Meld— ung des„Daily Telegraph“ wäre die Czaren— krönung in Moskau definitiv aufgehoben, weil die Behörden die Sicherheit des Kaisers nicht garantiren können.
— 11. Mai. Der Ministerrath genehmigte gestern die sibirische Eisenbahn in der Richtung von Jekaterinburg nach Tjumen.
Amerika. Washington. Präsident Arthur hat die Bill unterzeichnet, welche die Ein— wanderung von Chinesen für einen Zeitraum von zehn Jahren einschränkt.
New⸗Vork, 9. Mai. Die Succursalen der Landliga in Boston und San Francisco setzten je 500 Dollars Belohnung aus für die Ent— deckung der Mörder von Cavendish und Bourke.
Egypten. Kairo, 10. Mai. Egypten be— findet sich im Zustand der Revolution. Das Ministerium verletzte das organische Gesetz, in— dem es die Notabeln-Kammer über der Kopf des Khedive hinweg zusammenberuft. Die Ab— setzung des Khedive zu Gunsten der Regierung unter Arabi Bey wird, ohne eine unmittelbare Intervention, schon als vollzogen betrachtet. Die Consuln Deutschlands, Oesterreichs und Italiens haben die bestimmten Instructionen, sich einer Intervention zu enhalten. Die Mi-“ nister gaben den General-Consuln die formellen Versicherungen, daß das Leben und Eigenthum der Europäer keine Gefahr laufe, aber im Falle der türkischen Intervention sie entschlossen seien, das Land zu vertheidigen.
Aus Stadt und Land.
H. Friedberg. Am 8. Mai feierte Pfarrer Itzel in Bürstadt bei Worms sein 25 jähriges Priesterjubiläum. Derselbe wird noch manchem Leser Ihres Blattes be— kannt sein, indem derselbe vor ea. 10— 12 Jahren die kath. Gemeinde Friedbergs von Ockstadt aus pastorirte, während welcher Zeit er es verstanden, sich die Liebe und Achtung nicht allein seiner Pfarrkinder sondern auch der Bekenner anderer Confessionen zu erwerben. Daß es ihm in seinem jetzigen Wirkungskreise ebenfalls ge— lungen, durch sein überaus liebenswürdiges und freund— liches Benehmen die Herzen seiner Gemeinde zu gewinnen, dafür legten die wahrhaft großartige Feier des Fest⸗ tages, sowie die ihm dargebrachten Geschenke, darunter auch eins von der israelttischen Gemeinde, beredtes Zeug— niß ab. Kein Festtheilnehmer, unter denen 24 Geistliche sich befanden, wird wohl unbefriedigt das sprüchwörtlich gewordene, gastliche Dach des Jubilars verlassen haben und gewiß ist es der aufrichtige Wunsch eines Jeden gewesen, daß derselbe ebenso rüstig und fröhlich das goldene Jubeljahr erleben möge.
Ww. Rendel. Der am vergangenen Sonntag dahier abgehaltene Turntag des Usgauverbandes erfreute sich eines sehr zahlreichen Besuches, sowohl Seitens der Mit—⸗ glieder, als auch der dortigen Einwohnerschaft. Die Verhandlungen boten ein Bild geistiger Regsamkeit, welche auch innerhalb der Vereine herrschte, was in den Ver— eins berichten der verschiedenen Vertreter über das abge— laufene Jahr besonders hervorgehoben wurde. Der recht zahlreich erschienene, neu gegründete Turnverein zu Vilbel wurde einstimmig in den Gau aufgenommen. In Betreff des Austrittsschreibens des Turnvereins Friedberg wurde gegen die darin enthaltenen Angriffe gegen den Usgau— verband energisch Protest erhoben. Zur Förderung eines einheitlich geordneten Turnbetriebs wurde den Vereinen die Anschaffung des Lehrbuches von Puritz für Vorturner empfohlen, außerdem sollen jährlich mindestens vier Vor— turnerschulen abgehalten werden. Der Turn-Verein in Bad⸗Nauheim soll bezüglich des letzteren Beschlusses das Weitere veranlassen. Weiter wurde ein Schreiben mit⸗
77 hell/ 2 auf d Antrag ber leicht Gießen
„, 95 hebungel
0 0 zwar 6
zischen men Je, 5 ll dem 1 ber besch porden. Lam! wurde el Blitz ers des Gem 3
Wie. Alterssch Alter vol Jahren d
Rüd mals ist
u beschl Nalser 9 lichkete
Bo der Ze Wetter It. 40 Ve
Ge der Ge sich in Deutsch tagen. außer Dr. M bildung Dr. A.
Al Oi
1758
E
ein⸗ ur zum 1 gebr pflüge Masch
Fr
* S0 zur vo 0
fast ne hat zu
115 Ir


