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in Böhmen;
Ausgewiesen aus dem Großherzogthum auf Grund des F. 3 Absatz 2 des Freizügigkeitsgesetzes: Joseph Ferdinand Potucek aus Joseph Schäfer aus Hauswurz, Kreis Fulda; Gustav Adolf Gabel aus Kassel.
Wegen Bettels bestraft: Ernst Oßwald Kieß, Metzger aus Poppitz bei Dresden; August Katz aus Pforzheim, Großherzogthum Baden;
Joseph Ferdinand Potucek aus Prag in Böhmen; Wilhelm Walter aus Ohren.
Der Aufenthaltsort der Katharina Metzger, Taglöhnerin aus Darmstadt; des Johannes Müßler, Backsteinbrenner aus Bruchenbrücken; der Lina Rausch aus Betzenrod; des Konrad Momberger aus Heldenbergen; des Georg Studt und Ehefrau Bonifacia aus Nieder-Kalbach sind
unbekannt und zu ermitteln.
Daniel Odemer aus Nieder-Erlenbach wurde unterm 27. Juni laufenden Jahres und Peter Stoll aus Büdingen U gegen
wurde am 30. Juni laufenden Jahres, maßgeblich des§. 361 pos. 8 des Reichsstrafgesetzbuchs, mit Fristbestimmung von 24 Stunden verwarnt.
Deutsches Reich.
Berlin. Cultusminister von Goßler hat Ausführungsbestimmungen zum kirchenpolitischen Gesetz vom 31. Mai d. J. erlassen, welche das Culturexamen betreffen und den Nachweis vor— schreiben, daß der Bewerber als Hörer an einer theologischen Facultät während dreier Jahre mit Fleiß Geschichte, Literatur und Philosophie ge— hört habe. Der Nachweis ist durch Unterschrift seitens des Professors beglaubigt, vom Decan bestätigt, dem Oberpräsidenten einzureichen, der das Attest, betreffend die Befreiung vom Cul— turexamen, ertheilt.
— Das Reichseisenbahnamt hat eine höchst wichtige, die Verspätung von Schnellzügen be— treffende Bestimmung getroffen. Bisher mußte in solchen Fällen der anschließende Zug den verspäteten Zug erwarten, wodurch vielfach der Anschluß an fremde Bahnen versäumt wurde. Der neuen Bestimmung zufolge soll diese Warte— zeit 20 Minuten ferner nicht übersteigen; ist diese Frist abgelaufen, dann fährt der directe Zug ab, während die Passagiere des verspäteten Zuges mittelst Extrazuges nachbefördert werden sollen. Die dadurch entstehenden Mehrkosten fallen derjenigen Bahnverwaltung zur Last, welche die entstandene Verspätung verschuldet hat.
Ausland.
Frankreich. Marseille, 3. Juli. Das aus 6 Panzerschiffen, einem Kreuzer und einem Aviso bestehende Evolutionsgeschwader ist heute in See gegangen, um auf indirectem Wege längs der tunesischen und tripolitanischen Küste nach Egypten zu gehen. Von Bona(Algier) aus werden dem Geschwader die letzten Ordres zugehen.— In Toulon werden Transportschiffe zur sofortigen Beförderung von 15—20,000 Mann bereit ge— halten. Zwei weitere Panzercorvetten werden armirt und in drei Tagen dem Geschwader nach— folgen; außerdem soll eine Reservedivision for— mirt werden.
Großbritannien. London, 3. Juli. Wie die Times erfährt, sind die Rüstungen für
eine eventuelle bewaffnete Einmischung Englands in Egypten nunmehr complet.
— 3. Juli. Heute fand ein Conseil sämmt— licher Minister statt. Es wurden umfassende Vorbereitungen in Woolwich getroffen, beträcht— lichere Genietruppen nach Egypten zu befördern. In Woolwich ist die Ordre eingetroffen, bis heute für 1000 Maulesel Geschirre zur Bespann— ung von 6 Gebirgsbatterien fertigzustellen.
— 4. Juli. Das Parlament hat den An— trag, O'Donnel auf 14 Tage zu suspendiren, angenommen. Ebenso die Dringlichkeit einer Verbrechenverhinderungsbill. Der Antrag Glad— stone's, das Dringlichkeitsgesetz wieder einzu— führen, wurde nach mehrstündlicher Debatte mit 259 gegen 31 Stimmen angenommen. Glad— stone wird Dienstag die Dringlichkeit der Zwangsbill beantragen. Das Haus setzt die Einzelberathung der Zwangsbill fort.
— Das Londoner Cabinet hatte in Rom den Versuch gemacht, Italien für die englischen Absichten, eventuell selbst für eine Cooperation zu gewinnen. In Rom hat man sich diesen Versuchen gegenüber ablehnend verhalten, und zwar deßhalb, weil man sie als zu spät kommend und als nur in der äußersten Noth erfolgt betrachtet. Die Chancen einer Annäherung Italiens und Frankreichs dagegen, so fürchtet man in London jetzt, seien günstiger geworden.
Türkei. Constantinopel, 3. Juli. Die Conferenz behandelte in ihrer gestrigen Sitzung die türkischen Truppensendungen. Die Groß—
mächte werden wahrscheinlich solche proponiren, aber die Annahme des Sultans ist fraglich.
— 3. Juli. Der Avisodampfer„Fevaid“ ist, mit dem Sultan-Adjutant Osman Bey an Bord, nach Alexandrien abgegangen.
— 4. Juli. Die Pforte hält sich noch von der Conferenz zurück. Die Pforte dürfte schwerlich auf eine türkische Intervention eingehen und bleibt dabei, daß Derwisch-Pascha Alles geordnet. Sie macht weitere Manöver, um Arabi zu be— wegen, nach Constantinopel zu kommen. Die Conferenz erklärte einstimmig, daß die egyptische Frage nur noch durch eine auswärtige Occupation geregelt werden könne.
Serbien. Belgrad, 3. Juli. Die Skupsch⸗ tina nahm die Creirung eines Gesandtenposteus in Athen, London und Rom an.
Rußland. Petersburg. Wie die Nowosti erfahren, schweben gegenwärtig Verhandlungen zwischen den Regierungen Deutschlands und Rußlands wegen des Abschlusses einer Con— vention, wonach der Rayon des directen Ver— kehrs der beiderseitigen Grenz-Justiz-Behörden bedeutend erweitert werden soll.
— Von hier und Moskau wird von zahl— reichen neuen Verhaftungen gemeldet. Die Commission, welche behufs Untersuchung der vorgenommenen Verschickungen nach Sibirien eingesetzt ist, hat constatirt, daß 66 Procent der Verbannten unschuldig sind.
Egypten. Alexandrien, 3. Juli. Bei ein— getretener ruhigerer Stimmung zeigen sich die Europäer wieder auf den Straßen, wohnen aber noch an Bord der Schiffe. Auf Arabi Pascha's Antrag werden den Eingeborenen die Pässe ver— weigert, so auch dem Sherif von Maylouin. Die Pascha's rekrutiren fortdauernd. In dem vorgestrigen Ministerrathe schlug Arabi Pascha ein Massenaufgebot der Bevölkerung vor; der Finanzminister und der Arbeitsminister wider— setzten sich diesem Vorschlage. Eine Entscheid— ung ist noch nicht getroffen. Inzwischen werden die Befestigungsarbeiten fortgesetzt; einige Werke sind armirt und schwere Geschütze in der Richt— ung auf den Hafen aufgestellt. Arabi drohte mit Zuwerfung des Suezkanals.
— 4. Juli. Die Situation ist drohend. Jeden Augenblick kann eine Collision zwischen der Flotte und den Forts entstehen. An den Befestigungen wird weiter gearbeitet. Durch den Kanonendonner, mit welchem die Flotten den Geburtstag des Sultans feierten, wurde das Araberviertel erschreckt, indem es glaubte, es finde ein Bombardement statt. Zwischen Derwisch Pascha und Arabi sollen Meinungs— verschiedenheiten herrschen. Die Europäer sind der Ansicht, daß nur eine nichttürkische Inter— vention nützen könne. Der Khedive befindet sich besser und hat die Consuln empfangen.
Asien. Simla. Auf der Muscalinsel ist ein Aufstand gegen Isman ausgebrochen. Der Bruder Ismans steht an der Spitze des Aufstandes. Ein englisches Schiff ist dahin abgegangen, die britischen Unterthanen zu schützen.
Aus Stadt und Land.
h. Friedberg. Am verflossenen Montag ist zur Erinnerung an den Aufenthalt Luther's in unserer Stadt eine Gedenktafel am Hecht'schen Hause angebracht worden. Dieselbe trägt die Inschrift:„In diesem Hause„zum Grünberg“ übernachtete Dr. M. Luther auf seiner Ruͤck⸗ reise von Worms am 28.—29. April 1521.“ Wir sind dem jungen Historiker, Gymnasiallehrer R. Schäfer, für die Veranlassung zu dieser schönen und werthvollen Schöpfung, die eine Folge seiner Forschungen und Ar⸗ beiten auf dem Gebiete der Geschichte Friedbergs ist, dankbar und hoffen, daß er in einem Werkchen alle jene interessanten Vorgänge aus vergangenen Tagen, die wir im Oberh. Anz. mit Freuden lesen, bleibend zugäng—
lich machen wird. Bei dieser Gelegenheit bitten wir Alle, die etwas historisch Wichtiges, unsere Stadt Be⸗ rührendes besitzen, doch dem Genannten Kenntniß davon zu geben, um es so weiteren Kreisen bekannt und nützlich zu machen, denn nicht leicht wieder dürfte es sich so glücklich fügen, daß eine so sachverständige Hand sich der Bearbeitung solcher uns alle so sehr interessirenden geschichtlichen Stoffe unterzieht.
Friedberg, 5. Juli. im Hospital die Frau eines Arbeiters. Der Ehemann verkaufte die Leiche für 60 Mark an die Anatomie nach Gießen.
i. Ober⸗Wöllstadt, 4. Juli. Nächsten Sonntag den 9. Juli findet dahier das erste Sängerfest des„Wetter⸗ auer Sängerbunds“ statt. Betheiligen werden sich hieran 8-10 Vereine mit etwa 250—300 Sängern. Die Probe für das gemeinschaftliche Chorlied: Wir sind ein festge⸗ schlossener Bund von Silcher ist Mittags 1 Uhr im Feuerbach'schen Saale. 1½ Uhr Nachmittags findet ein Festzug durch die Straßen des Dorfs nach dem Fest⸗ platz statt, woselbst das Chorlied, Festrede und Gesang folgen. Jeder Verein hat 2 Lieder vorzutragen. Nach dem Gesang folgt Tanz und geselliges Vergnügen. Jedes Mitglied der zum Bunde gehörigen Vereine hat das Bundeszeichen anzulegen. schön zu werden und wollen wir hoffen, daß der Himmel am Festtage ein freundliches Gesicht zeigt.
Gießen, 2 Juli. Eine gestern von der Badenburg aus von 2 hiesigen Einwohnern mit 2 Knaben und vier Mädchen unternommene Nachenfahrt fand ein trauriges Ende. Der Nachen wurde über das Wehr getrieben und stürzte so, daß die Spitze sich in den Grund bohrte. Zwei der Insassen, ein Knabe von 8 Jahren und ein anderer von 13 Jahren, wurden von den Wellen fortge- rissen und ertranken. Die übrigen konnten sich noch im Nachen erhalten, bis an den Hals im Wasser stehend, bis Hülfe herbei kam.
Darmstadt. Die Stadt Gießen, welche sich stets, wenn es gilt, gemeinnützige Unternehmungen zu fördern, auszeichnet, hat als erste der hessischen Städte in dankenswerther Weise für die Landwirthschaftliche Landes ausstellung einen Ehrenpreis von 150 Mark ge⸗ widmet. Mögen die übrigen Städte und Gemeinden diesem Beispiele folgen! Soweit sich die bis jetzt eingelau— fenen Anmeldungen übersehen lassen, verspricht die Aus— stellung eine über alles Erwarten großartige zu werden. In allen Abtheilungen erfolgte eine solche Anzahl von Anmeldungen, daß es schwer halten wird, mit dem vor— handenen Raume auszureichen, und dürfte ganz besonders hervorzuheben sein, daß Zuchtvieh aus allen Theilen des Landes in großer Anzahl zur Ausstellung gelangen wird.
Groß-Gerau, 30. Juni. Vorgestern Nachmittag zwischen 4 und 5 Uhr befand sich die 15jährige Tochter des Arbeiters S. allein zu Hause, als ein großer, etwa 30jähriger Strolch erschien und ein Almosen forderte. Als ihm dies verweigert wurde, packte er das Mädchen, schleppte dasselbe auf die Hausflur und schloß die Thüre ab. Alsdann stopfte der Unmensch seinem Opfer eine Schürze in den Mund und that ihm darauf Gewalt an. Bis jetzt ist es noch nicht gelungen, den Verbrecher zu verhaften. Hoffen wir, daß dies bald gelinge und er der gerechten Strafe nicht entgehe.
Budenheim, 4. Juli. Ein schändliches Ver— brechen ist gestern dahier aufgedeckt worden. Vor einigen Tagen erhielt die Staatsanwaltschaft in Mainz ein von hier datirtes Schreiben des Inhalts, daß die, in den dreißiger Jahren stehende Schwester eines hiesigen Orts bürgers seit mehreren Monaten verschwunden sei und man Ursache habe, zu glauben, daß das Frauenzimmer von dem Bruder in seinem Hause gefangen gehalten werde, obwohl derselbe stets erkläre, seine Schwester sei fortgereist. In Folge dieses Schreibens traf gestern die Staatsanwaltschaft hier ein und nahm unter Zu⸗ ziehung der Ortspolizei eine Durchsuchung des be⸗ treffenden Hauses vor, die denn auch nicht resultatlos blieb. Man fand auf dem Speicher in einem Holzver— schlag, der für einen großen Hund nicht Raum genug gewährt hätte, in einem wahrhaft erbarmungswürdigen Zustand, halb verhungert, von Ungeziefer und Schmutz beladen, das unglückliche Geschöpf, die Schwester des Hausbesitzers Ludwig, vor. Die Gier nach dem Erbe der Schwester soll Ludwig zu seinem schändlichen Thun veranlaßt haben.
Gerichtssaal. 1
Friedberg, 4. Juli. In der heutigen Sitzung des Schoͤffengerichts wurde erkannt: 1) gegen Peter Johann Rößler von Coblenz, wegen Diebstahls, auf 5 Wochen Gefängniß und wegen Bettelns auf 7 Tage Haft, sowie gegen Hermann Nitsche von Buckow, wegen Diebstabls, auf 3 Wochen Gefängniß und wegen Bettelns auf 7 Tage Haft. 2) gegen Nlels Persohe von Mal— möhus, wegen Diebstahls, auf 14 Tage Gefängniß⸗ 3) gegen Karl Weitzel von Schlüchtern, wegen Dieb⸗ stahls, auf 14 Tage Gefängniß. 4 gegen Chr. Schmiegel
Vorgestern verstarb dahier
Das Fest verspricht recht
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