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griffen die dortigen ungefähr 500 Mann zählen— den Kopten an. Nur mit der größten An⸗ strengung konnte die Ordnung wieder hergestellt werden.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 2. Oct. Ein neu entdeckter Komet ist heute Morgen ö Uhr, etwa 10 Grad süuͤdlich von dem Punkte, an dem später die Sonne aufging, beobachtet worden. Derselbe ist jedoch nur bei ganz unbewölktem Himmel und nur etwa eine halbe Stunde wahrzunehmen, da ihn nach dieser Zeit das Tageslicht unsichtbar macht.
Allerlei.
Dublin, 3. Oet. Irland wurde vorgestern von einem heftigen Sturme heimgesucht, der im Binnenlande wie an der Küste bedeutenden Schaden anrichtete. Hier und da sind auch Menschen verunglückt.
Gerichtssaal.
Gießen. Schwurgerichtsverhandlung am 30. Sept. gegen Margarethe Meininger, genannt Reuß von Mittel⸗ Gründau, wegen Meineids. Die Geschworenen bejahten zwar die Schuldfrage, nahmen aber an, daß der Beweis, die Angeschuldigte habe wissentlich falsch geschworen, nicht erbracht sei und wurde demgemäß dieselbe von Strafe und Kosten freigesprochen.
Gießen. Unter den Anklagesachen der gegenwärtigen Schwurgerichts⸗Periode war eine, der man mit Rück⸗ sicht auf den Stand des Angeklagten mit einer gewissen Spannung entgegensah. Sie betraf den Kreisbaumeister Schneller in Alsfeld, der eines graven Vergehens gegen die Sittlichkeit beschuldigt war. Sein in Frankfurt lebender Bruder hatte, als man zu seiner Verhaftung schritt, eine Caution von 5000 Mark erlegt, in Folge dessen ihn das Gericht auf freiem Fuße beließ. Nun aber kommt die Nachricht, daß der Angeklagte sich ge— flüchtet habe, und da nicht anzunehmen ist, daß er sich zum Termin wieder stellen werde, so fällt auch die Ver⸗ handlung aus.
Thermometer(Wärmemesser).
Die Frage, wie groß die Wärme ist, welche die Sonne an die Erde abgibt, beschäftigt uns tagtäglich, nicht allein, weil uns zu große, ebenso wie zu geringe Wärme unbehaglich ist, sondern weil die Wärme das Wachsthum und Gedeihen der Pflanzenwelt befördert oder bei zu geringer Wärme zurückhält; die Wärmegrade zu wissen interessirt uns deßhalb, weil durch die Wärme unsere Gesundheit und unser ganzes Dasein geregelt wird. Mit dem Thermometer messen wir die durch die Sonnenstrahlen er⸗ wärmte Luft, aber nicht, wie dies häufig ge— schieht, die von der Sonne direct ausströmende Wärme, also die Sonnenstrahlen selbst, denn in diesem Falle müssen wir ja auch den Theil, die Nordseite einer Gegend messen, welche die Sonnenstrahlen nicht treffen und hieraus ein Mittel nehmen, wie groß die Temperatur des Tages war. Bei den Metereologen ist es Uebereinkunft, das Thermometer nicht gegen Süden oder Osten, sondern möglichst nordwest— lich aufzustellen und wenn bei Sonnenuntergang noch Sonnenstrahlen auf das Thermometer fallen, dasselbe durch einen durchbrochenen Laden vor den Sonnenstrahlen zu schützen, so daß durch den durchbrochenen Theil des Ladens immer noch Luft durchströmen kann; ebenso ist es zu vermeiden, das Thermometer direkt an eine von der Sonne beschienene Steinwand oder gar Eisen aufzuhängen, sondern entfernt davon, durch einen anzubringenden Arm, eben— so nicht zu nahe an den Erdboden, damit die vom Boden zurückstrahlende Wärme den Stand des Thermometers nicht erhöht. Das Thermo— meter ist ebenso alten Ursprungs wie das Baro— meter; der Holländer Sanctorius Drebbel soll im Jahre 1630 die ersten verfertigt haben. Die gegenwärtig hauptsächlich verwendeten sind: das des Deutschen Fahrenheit, in Danzig ge— boren, starb 1744 in Holland als Maschinen⸗ Ingenieur; das des Franzosen Réaumur, starb 1757, und das des Schweden Celsius, starb 1744. Die Deutschen benützen größtentheils das Thermometer des Franzosen Réaumur, die Franzosen das Thermometer des Schweden Cel— sius und die Engländer und Amerikaner das Thermometer des Deutschen Fahrenheit, folglich keine Nation das ihres Landsmannes. Fahren⸗ heit theilte sein Thermometer in 212 Theile und zwar vom Gefrierpunkt des Wassers bis zur Siedetemperatur des Wassers in 180 Theile
oder Grade und vom Gefrierpunkt bis zu seinem Nullpunkt, der Kälte, welche in Danzig im Jahre 1709 herrschte und welche Fahrenheit als die größtmöglichste annahm, in 32 Grade. Réaumur theilte sein Thermometer in 80 Grade, vom Gefrierpunkt des Wassers bis zur Siede⸗ temperatur des Wassers; sein Nullpunkt ist der Gefrierpunkt des Wassers. Celsius ist ebenso verfahren wie Réaumur, nur theilte Celsius sein Thermometer in 100 Theile. Die einzel— nen Thermometer von Réaumur zu Celstus würden sich also verhalten wie 80: 100; folg— lich wäre 1 Grad Celsius 0,8 Grad Réaumur oder 1 Grad Réaumur wäre 1,25 Grad Cel⸗ sius. Fahrenheit's Thermometer verhält sich zu Celsius wie 180: 100; folglich wäre 1 Grad Fahrenheit 0,55 Grad Celsius und umgekehrt ist! Grad Celsius gleich 1,8 Grad Fahren— heit. Réaumur verhält sich zu Fahrenheit wie 80: 180; folglich wäre 1 Grad Réaumur 2,25 Grad Fahrenheit und umgekehrt sind 0,44 Grad Réaumur gleich 1 Grad Fahrenheit. Das Thermometer von Fahrenheit wäre den beiden andern vorzuziehen, weil ja vom Ge— frierpunkt bis zur Siedetemperatur des Wassers die Eintheilung eine kleinere und folglich auch eine präcisere zu nennen ist und auch deßwegen, wenn z. B. zwei Beobachter an verschiedenen Orten sich gegenseitig von dem Stand der Ther⸗ mometer benachrichtigen wollen, haben dieselben nicht nöthig, zur Zeit wenn die Temperatur um den Nullpunkt des Thermometers schwankt, an⸗ zugeben plus oder winus, sondern sie sagen ein— fach 28 Grad oder 36 Grad, dann ist ja klar, daß im ersten Falle die Temperatur 4 Grad unter dem Gefrierpunkt, im letzten Falle 4 Grad über dem Gefrierpunkt ist und wird so niemals ein Zweifel in der Augabe stattfinden. Wenn z. B. von Amerika berichtet wird, es sei dort eine Hitze von 90 Grad, so scheint das nach unserem Thermometer ungeheuer, wenn wir aber rechnen, reduzirt sich diese Zahl; von diesen 90 Grad sind vor Allem 32 Grad zu subtrahiren, weil ja Fahrenheit seinen Nullpunkt 32 Grad unter den Gefrierpunkt verlegt, und dann ist nur noch zu rechnen mit 58 Grad Fahrenheit und diese verhalten sich zu Celsius wie 58: 1,8 832,2 Grad oder zu Réaumur 582,25 26,7 Grad, folglich wären 90 Grad Fahrenheit gleich 32,2 Grad Celsius oder 26,7 Grad Réaumur, eine Wärme, welche auch wir schon zu verzeichnen hatten. Die Hitze in Amerika betrug im Monat Juli d. J. 94 Grad und 10t Grad Fahrenheit, was 34,4 Grad Celsius oder 27,5 Grad Réaumur, bezw. 38,03 Grad Celsius oder 30,7 Grad Réaumur entspricht. Bei den Eintheilungen des Thermometers ist ferner der Atmosphärendruck in Rechnung zu ziehen. Wenn Jemand sein Thermometer nach der Siedetemperatur des Wassers untersuchen wollte, würde bei der Untersuchung wohl eine Unrichtigkeit herauskommen, denn das Wasser siedet nicht bei jedem Luftdruck gleich, Je größer der Luftdruck, desto höher liegt die Siedetempe⸗ ratur des Wassers, denn wie natürlich, muß die Wärmemenge größer sein, wenn der Luft⸗ druck ein größerer ist, so daß sich Wasserdampf aus dem Wasser ausscheiden kann und dieses ist ja das Sieden oder besser gesagt, wenn sich das Wasser zu Wasserdampf umwandeln soll.
Die Siedetemperatur eines Thermometers ist auf die Druckhöhe einer Quecksilbersäule von 760 mm, d. h. 1 Atmosphärendruck, bestimmt, ebenso der Gefrierpunkt. Prüfte nun, wie vor⸗ hin gesagt, Jemand sein Thermometer in der Siedetemperatur des Wassers und würde der Luftdruck des Ortes, an welchem er die Unter⸗ suchung vornimmt, 720 mm sein, so wird das Thermometer 98,48 Grad Celsius und nicht 100 Grad zeigen und kann man folglich zugleich das Thermometer als Höhemesser benützen, denn bei genauen Beobachtungen wird sich dies machen lassen. Der französische Gelehrte Regnault gab die für die Differenzen der Siedetemperatur zum Atmosphärendruck nöthigen Zahlen an.
(Untenstehende kleine Tabelle bezeichnet näher
die Luftdruckverhältnisse zur Siedetemperatur f des Wassers.) Ein anderer Umstand ist ferner
noch zu beachten, warum die Thermometer, wie sie zum großen Theil in den Handel kommen, nicht gleich zeigen. Eine Thermometerröhre wird z. B. im Jahre 1880 angefertigt, mit Quecksilber gefüllt und graduirt; nach einem Jahre wird aber der Nullpunkt um ½ oder 1 Grad höher liegen als auf der Skala be⸗ zeichnet und folglich auch der Siedepunkt. Diese Aenderung rührt daher: die einzelnen Theile, die„Moleküle“, wie die Gelehrten sich aus⸗ drücken, rücken näher zu einander, folglich wird die Kugel, in welche Quecksilber gefüllt ist, kleiner und das darin enthaltene Quecksilber wird demzufolge mehr zusammen gepreßt, muß sich also nach oben mehr ausdehnen und wird folglich die Skala eine unrichtige sein und da wird es manchmal auch herrühren, daß der Eine 20 und der Andere 21 Grad Wärme an demselben Orte abliest. Thermometer zu wissen⸗ schaftlichen Zwecken werden mindestens erst 1 oder 2 Jahre nach ihrer Anfertigung und Füll⸗ ung graduirt, weil anzunehmen ist, daß nach dieser Zeit sich die einzelnen Theile des Glases nicht mehr verändern. Außer Quecksilber⸗Thermome⸗ tern werden Weingeist-Thermometer angewendet, die ersteren zum Messen höherer Temperaturen, weil das Quecksilber erst bei 340 Grad zum Ver⸗ dampfen kommt, das letztere zu niederen Tempera⸗ turen, weil Quecksilber schon bei 40 Grad Celsius gefriert. Ferner möchte ich noch einen andern Umstand bezüglich des Thermometers zur Sprache bringen, welcher jedenfalls der Untersuchung werth sein dürfte. Die meisten Thermometer sind von dem Nullpunkt bis zur Siedetempera⸗ tur und vom Nullpunkt bis an das untere Ende der Skala vermittelst der Theilmaschine in voll⸗ kommen gleiche Theile getheilt. Vom Nullpunkt bis zu 20 oder 30 Wärmegraden wird dies wohl augehen, aber darüber hinaus bis zur Siedetemperatur und gar darüber gewiß un⸗ richtig sein, denn das Volumen des Quecksilbers innerhalb der Kugel sowohl, wie längs der Röhre, welche ja auch mitgemessen wird, wird bei höheren Wärmegraden ein anderes sein, als bei den angegebenen Graden und doch liegen die Gradtheile genau gleich weit auseinander, Nimmt man die Temperatur von 30— 100 Grad Wärme, so ist gewiß ein Unterschied in der Volumenausdehnung von 0 Grad bis 50 Grad und der von 50 Grad bis 100 Grad. Und gar die Grade, welche unterhalb 0 Grad liegen; dort werden jedenfalls stets zu wenig abgelesen, als es in Wirklichkeit der Fall ist, denn auch hier sind ja die Gradtheile gleich weit entfernt und gewiß ist ein Volumenunterschied zwischen 20 Grad miaus(Kälte) und 50 bis 100 Grad plus(Wärme). Um Wärmeunterschiede regi⸗ striren zu können, bedient man sich des Ther— mographen, eines Instruments, welches von Stunde zu Stunde eine Marke in eine rotirende Papiertrommel macht. Ein aufgestellter Metall⸗ stab oder zwei verschiedene Metalle, welche auf⸗ einander gelöthet werden, dienen zur Beobacht⸗ ung der Wärmeunterschiede, durch ihre, durch Wärme erfolgende Ausdehnung, oder durch Kälte erfolgtes Zusammenziehen. Nach diesem Prinzip sind die häufig angewendeten Metall-Thermo⸗ meter gefertigt, nur kennt man dieselben im Publikum zu wenig, weil der Ankaufspreis ein noch ziemlich hoher ist. Ebenso bedient man sich, um die in der Nacht oder zu verschiedenen anderen Zeiten erfolgten Temperaturunterschiede kennen zu lernen, der Maximum- und Minimum⸗ Thermometer, welche im Wesentlichen darauf beruhen, daß ein kleines Eisen- oder Glasstück innerhalb der sehr engen Röhre des Thermo⸗ meters durch Ausdehnung des Quecksilbers vor⸗ wärts geschoben wird und beim Zurückgehen des Quecksilbers liegen bleibt, also nicht mit⸗ genommen wird und ist man auf diese Weise in der Lage, Temperaturunterschiede, welche in einer bestimmten Zeitperiode stattgefunden haben, nachträglich ablesen zu können. Auch bei dem Thermometer sollte man niemals auf den
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