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die Privatinteressen und die verfassungsmäßigen Grundsätze gegen die gewaltsame Invasion einer zeitweiligen Leidenschaft zu schützen. Das Ober— haus habe nur seine ursprüngliche Hauptfunction ausgeübt und werde sie kühn bis ans Ende aus— üben.— Heute noch findet ein Cabinetsrath statt, welcher die irische Landbill erwägen soll. Die Lage des Parlaments ist durch die Haltung des Oberhauses sehr ernst geworden.
Italien. Rom. Die„Opinione“ ver⸗ öffentlicht ein langes Schreiben des Staats⸗ rathspräsidenten Senators Cadorna, worin er die aus einem herzlichen Einvernehmen Italiens mit Deutschland und Oesterreich-Ungarn sich ergebenden Vortheile darlegt, wobei jedoch zu vermeiden sei, sich die französische Regierung und das französische Volk zu entfremden.
Türkei. Constantinopel. Ein Gerücht be— hauptet, der Sultan telegraphirte dem Comman— danten des Avisodampfers„Izzedin“, er solle die in dem Prozeß wegen des Sultanmordes Verurtheilten nach Constantinopel zurückbringen.
Serbien. Belgrad. Die Panduren des türkischen Consul zu Nisch verwundeten tödtlich einige Serben. Es werden Unruhen befürchtet.
— 13. Aug. Wegen Erhöhung der Tabak— steuer haben alle Tabakshändler ihre Läden geschlossen.
Griechenland. Athen, 13. Aug. Die internationale Commission nahm den Antrag der Pforte an, die Occupation der zweiten Zone um 14 Tage zu verschieben.
Afrika. Kairo, 13. Aug. Die„Times“ meldet über eine am Mittwoch ausgebrochene Ministerkrisis. Der Khedive habe sich beklagt, daß sein Einfluß verdrängt werde und habe den Vorsitz im Ministerium für sich beansprucht. Riaz Pascha, unterstützt von dem englischen und französischen Consul, habe sich diesem Ansinnen widersetzt. Der bisherige Zustand bleibt nun vorläufig weiter bestehen. In Folge der Vor— stellungen höherer Offiziere willigte der Khedive ein, daß der Kriegsminister durch Daud Pascha ersetzt werde.
Tunis. Im südlichen Tunis ist Ruhe ein— getreten; im Nordwesten, trotz der Anwesenheit der Truppen, noch immer Gährung. Vor dem Ablassen der Eisenbahnzüge zwischen Djadeida und Quedzerga werden auf der Eisenbahnlinie Recognoscirungen vorgenommen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 13. August. Gestern fand die Ein⸗ weihung der neu hergerichteten und erweiterten hiesigen Synagoge statt.
Buß bach, 11. August. An der gestern dahier im Hessischen Hof abgehaltenen 20. Wander-Versammlung des oberhessischen Bienenzüchter-Vereins betheiligten sich ca. 100 Personen, größtentheils von auswärts. Als nächster Versammlungsort wurde Hungen bestimmt und der seitherige Vorstand wiedergewählt.
Schotten. Dem Vernehmen nach soll das land— wirthschaftliche Fest dahier nicht, wie es bestimmt war, am 8. und 9., sondern am 19. und 20. September ab⸗ gehalten werden.
Alzey. In der Kettenheimer Mordgeschichte sind nur zwei Personen und zwar die junge Zigeunerin, welche den tödtlichen Messerstoß führte, und ein junger Zigeuner, der mit einem Prügel dreinschlug, in Unter⸗ suchung gezogen und verhaftet; die Uebrigen, 13 an der Zahl, sind entlassen worden. Es ist festgestellt, daß nicht die Zigeuner, sondern die in der Wirthschaft befindlichen Leute den Skandal provoeirt haben; die Zigeunerin wurde von einem der Betheiligten mittelst eines Dreschflegels zu Boden geschlagen, so daß sich einer der vernommenen Zeugen äußerte, er habe geglaubt, das Mädchen sei todt, und erst nachdem dies geschehen war, wurde allem An—⸗ schein nach, im Falle der Nothwehr, von dem Mädchen der verhängnißvolle Stich geführt. Es steht in Folge dessen sogar die Freilassung der Verhafteten in Aussicht
Allerlei.
Hausen, 11. Aug. Leider hat der Brand der Brod⸗ fabrik ein Menschenleben gefordert. Gestern Abend wurde beim Aufräumen der gänzlich verkohlte Rumpf eines Bäckergesellen aufgefunden; die Beine, Arme und Kopf fehlten.
Frankfurt, 10. Aug. Die Fürstin Dolgoruki ist hier eingetroffen und im Hötel„Schwan“ abgestiegen. Trotz der entsetzlichen Ereignisse, unter denen sie gelitten, ist die Fürstin immer noch eine schöne Erscheinung.
Wien, 13. August. In der Mitte der Stadt, in der Sinzerstraße, ist heute Mittag ein altes, vierstöckiges Haus eingestürzt. Die Bewohner waren theils abwesend,
theils sind sie gerettet. Ein Todter, zwei Verwundete sind aus dem Schutt gezogen.
Prag, 12. Aug. Das neue böhmische National: Theater steht seit heute Abend 6 Uhr im Brand. Das Dach ist niedergebrannt; die Flammen wüthen im Inneren des Hauses. Der Statthalter Kraus ist zur Stelle. Der Brand soll durch Spenglerarbeiten am Dachboden ent— standen sein.— 13. August. Das National-Theater ist trotz riesiger Anstrengung bis auf den Grund ausge⸗ brannt. Die umliegenden Häuser und das anstoßende Interims⸗Theater sind gerettet. Das Theater war angeb— lich nur zu 400,000 fl. versichert.
Vernachlässigung der körperlichen Ausbildung.
Des Menschen Bestimmung ist nicht nur Ausübung seiner geistigen und sittlichen Fähig— keiten, er muß auch mit dem Körper handeln, widerstehen, kämpfen. Unsere moderne Civilisa⸗ tion scheint mit all' ihren Erfindungen und In— strumenten, die für uns handeln und arbeiten, eine Mißachtung und Vernachlässigung unserer eigenen Körperkräfte hervorgerufen zu haben. Und wenn wir nun durch irgendwelchen unvor— hergesehenen Zufall aus dem Bereiche unserer Einrichtungen geführt werden,— wenn wir mit äußeren Einwirkungen, mit Hitze und Kälte, mit Anstrengungen, mit Naturkräften, mit Thieren oder auch unseren Mitmenschen zu kämpfen haben, — dann entbehren wir jenes Muthes und Selbstvertrauens, welches, wie Montesquieu sagt, nichts Anderes ist, als des Menschen Bewußtsein seiner Kraft,— und unterliegen machtlos. Die Alten verstanden sich auf die gleichmäßige Ausbildung von Körper und Geist weit besser als wir. Der Grundsatz„mens sana in corpore sano“ wurde von ihnen streng beobachtet; Körperübungen wurden im Liede gefeiert, in den Jahrbüchern der Geschichte ver— herrlicht. Sie wurden beständig in Gymnasien geübt und die Helden der öffentlichen Spiele waren Gegenstand einer fast vergötternden Ver— ehrung. Sowohl in Griechenland als in Rom erblickte man in der körperlichen Ausbildung die Grundlage körperlicher wie geistiger, allge— meiner wie persönlicher Wohlfahrt und glänzende Erfolge haben die Richtigkeit dieser Anschauung dargethan. Dem Geschichtsforscher drängt sich die Beobachtung auf, daß die Menschheit, trotz ungeheurer Fortschritte in der allgemeinen Ge— sittung, in einigen Hinsichten zurückgegangen ist; dies gilt ganz besonders für die Körpererziehung. Man hat die erziehlichen Grundsätze der Alten, welche sich in so vollkommenem Einklange mit der körperlichen Beschaffenheit des Menschen befanden, allmählich fallen gelassen. Zwar ist, vornehmlich in neuester Zeit, für einzelne Zweige der Erziehung viel geschehen, aber über all' den Bemühungen zur Beförderung der geistigen Aus— bildung scheint man Eines übersehen zu haben; daß der Mensch einen Körper hat, der ebenso— wohl der Entwickelung bedarf, als sein Geist. Während sich die Aufmerksamkeit fast ausschließ— lich dem letzteren zuwandte, überließ man erste— ren seinen natürlichen Trieben, machte man ihn von zufälligen Enwirkungen körperlicher Beschäf— tigung abhängig. So hat sich eine gewisse Ent— fremdung zwischen Körper und Geist ausgebil— det; der Geist hat sich, ohne Rücksicht auf seinen Genossen, emporgeschwungen in die Gefilde idea— len Lebens, während der Tempel des Geistes,“ gleich einem vernachlässigten Gebäude, frühzei— tigem Verfall anheimgegeben wird.
Die nachtheiligen Einwirkungen einer solchen Erziehungsweise machen sich im Staate, wie in der Familie fühlbar, in politischer, wie in socia— ler und militärischer Hinsicht. Noch viele andere üble Folgen einer ausschließlich geistigen Erzie— hung ließen sich anführen; man möge indessen nicht glauben, daß ich von unserer heutigen Aus⸗ bildung als einer übertriebenen spreche. Möge man den Geist in naturgemäßer und umfassender Weise zur rechten Zeit entwickeln; möge man aber zugleich dahin streben, Einklang zwischen Körper und Geist herzustellen. Die Macht des Verstandes allein genügt nicht in Zeiten der Noth; geistige Vorzüge allein sichern unser Glück nicht; wir bedürfen auch der Gesundheit, der
Kraft, der körperlichen Geschicklichkeit und Wil—
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lensfähigkeit. Eine Aenderung in unserem Er⸗ ziehungssystem in Haus, wie Schule, ist noth⸗ wendig. Außerhalb der Schulstunden sollte man unsere Jugend auf den Turnplatz führen, um dort ihre Körperkräfte auszubilden, ihren Geist zu erfrischen und ihr jugendliches Feuer zu me— thodischen Uebungen und Spielen zu erwecken. Jeder Menschenfreund und besonders jeder Ju— gendlehrer sollte daher seine hilfreiche Hand leihen zur Wiederbelebung der Turnkunst, welche die Jugend kräftigt und Gesundheit verleiht. Turn— uͤbungen setzen den Körper wieder in seine Rechte ein; sie stärken die Brust, härten die Muskeln ab, geben den Füßen Schwingen, treiben das Blut in regerem Flusse durch die Adern, erhalten und verbreiten Jugendkraft über jedes Lebens— alter. Viele sind heute noch gegen das Turnen eingenommen; sie schätzen die Turnübungen ge— ring, erblicken in ihnen nutzlose, wenn nicht gar gefährliche Kraftproben. Andere sind der Mein— ung, daß es in Städten, aber auch nur da, nützen könne. Wenige schätzen sie als einen Theil der allgemeinen Erziehung, als ein Mit— tel, nicht nur die körperlichen, sondern auch die geistigen und sittlichen Fähigkeiten auszubilden. Aber das wahre menschliche Glück und die wahre menschliche Vollkommenbeit kann nur dann ge— deihen, wenn man im Vollbesitze aller seiner Fähigkeiten ist; und es ist die große erzieherische Aufgabe des Turnens, den schönen Einklang zwischen Körper und Geist zu fördern, der uns in dem Leben der alten Griechen entgegentritt. Dies kann nur erreicht werden durch ein durch— aus wissenschaftliches System der Turnkunst, welches als Theil des regelmäßigen Schulplaues von gründlich gebildeten Lehrern geleitet wird. In der Gegenwart hat das Turnen einen hohen Grad der Vollkommenheit erreicht, allein es wird nur von verhältnißmäßig wenigen ausgeübt. Zu zeigen, daß es für alle Kreise einen höheren erziehlichen Werth besitzt, als gemeinhin von den Erziehern angenommen wird, ist der Zweck dieser Zeilen.
Verloosung.
Finnländische Thlr. 10. Loose von 1868. Serien⸗Ziehung vom 1. August 1881. Nr. 51 154 305 373 437 587 733 882 889 943 949 1085 1093 1198 1274 1353 1420 1461 1492 1557 1668 1690 1832 1846 1855 1868 1945 1974 1989 2039 2067 2082 2085 2308 2531 2573 2917 3000 3023 3095 3117 3322 3388 3389 3656 3907 3938 4054 4345 4384 4413 4452 4469 4728 4809 4854 4937 4999 5004 5076 5086 5156 5212 5427 5458 5682 5732 5854 5954 6010 6048 6065 6241 6325 6411 6428 6485 6490 6521 6543 6637 6673 6684 6723 6789 6896 7156 7170 7500 7581 7611 7687 7703 7726 7728 7747 7849 7926 7981 7991 8021 8137 8155 8304 8403 8511 8530 8537 8550 8560 8773 8810 8815 8910 9022 9168 9265 9331 9449 9591 9627 9771 9787 9845 9848 9893 9937 9991 10140 10172 10215 10235 10246 10274 10304 10357 10419 10490 10654 10858 10865 10968 10997 11173 11223 11315 11403 11608 11876 11890. Die Gewinn-Ziehung findet am 1. November 1881 statt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 13. August. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.10— 1.30, Eier 1 Stück kleine 5 Pf., 2 Stück große 11 Pf.
Gteßen, 13. August. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.05— 1.10, Eier 1 Stück 5—6 Pf., 2 Stück 00 Pf., Käse per Stück 5—6 Pf., Tauben das Paar 60-70 Pf., Hühner per Stück M. 0.80— 1.30, Hahnen per Stück M. 0.50— 0.85, Enten per Stück M. 1.30— 1.50, Gänse per Stück M. 4.50— 5, Ochsenfleisch 66 Pf. per Pfund, Kuh⸗ und Rindfleisch 46—50 Pf., Kalbfleisch 40-00 Pf.,
Hammelfleisch 60— 70 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kar⸗
toffeln 100 Kilo M. 7—8, Zwiebeln per Ctr. M. 8— 10.
Schotten, 9. Aug. Auf dem diesjährigen Sommer- markte wurden aufgetrieben: 71 Pferde, 141 Fohlen, 3198 Stück Rindvieh, 692 Schweine und 204 Kälber. Gegen voriges Jahr wurden 13 Pferde, 10 Fohlen, 491 Stück Rindvieh und 107 Kälber weniger, dagegen 57 Schweine mehr aufgetrieben.
Frankfurt, 13. Aug. Marktbericht. Heu kostete per Centner je nach Qual. M. 4—5, Stroh M. 3—4, Eier das Hundert M. 4.50—6., Butter 50 Kilo M. 90., im Detail 1. Qual. M. 1.25— 30, 2. Qual. M. 1.15— 20, Kartoffeln per Gescheid 12— 15 Pf., Gurken das Hundert zum Einmachen M. 2.15, Weißkraut 20 Pf., Rothkraut 25 Pf., Endivien 10 Pf., Kohlrabi 3— 4 Pf., gelbe Rüben das Bündel 10 Pf., Romainsalat 20 Pf., Ochsen⸗ fleisch 60—70 Pf., Kuh-, Rind- und Farrenfleisch 45 bis 55 Pf., Kalbfleisch 40—55 Pf., Schweinefleisch aufge⸗ schlagen, 75—80 Pf., Hammelfleisch 4065 Pf., 1 Hahn
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