Verhandlungen vor dem 15. Januar zu beenden. Während der Ferien könne die Commission die Verträge prüfen.— 10. Dez. Gambetta sagt heute, er werde einen Gesetzentwurf uber die Organisation von Tunis im Anfang des Februar vorlegen. Ueber die tunesische Schuld werden wir ein Abkommen mit den interessirten Mächten treffen, wie es seiner Zeit mit den egyptischen Finanzen geschehen ist. Ueber die diplomatische Frage werden die auswärtigen Regierungen keine Schwierigkeiten machen. England hat den Ver⸗ trag von Bardo anerkannt. Mit Italien werden wir in gleicher Weise zu einer Verständigung gelangen. Der gesammte Verlust in dem Feld⸗ zug nach Tunis übersteigt nicht 1100 Mann.
— Der Senat bewilligte die für die Opfer des 2. Dec. geforderten Credite. Bei der Be— rathung der tunesischen Credite brachte Broglie die vielfach dem Senat zugefügten Schmähungen zur Sprache. Ueber die tunesische Expedition sagte er, die Verantwortlichkeit reiche bis zum fruheren Cabinet zurück; er verlange aber von dem neuen Cabinet Aufschlüsse über die Zukunft von Tunis, dessen Occupation und Organisation. Gambetta erwiederte: Er constatire die hohe Bedeutung des Senates in der republikanischen Verfassung und erkenne die Nothwendigkeit einer ersten Kammer; er erstrebe deßhalb lediglich auch die Befestigung des Senates.(Beifall.) Er müsse indessen jede Solidarität mit dem vorigen Cabinet ablehnen. Die Gesetzentwürfe für Tunis werde er vorlegen, sobald die Ruhe dort hergestellt sei.
Großbritannien. London, 9. Dezember Weitere Truppen erhielten Befehl zum Abmarsch nach Irland.
Italien. Rom, 8. Dez. Die Ceremonie der Heiligsprechung fand heute statt und nahm 5 Stunden in Anspruch.
— 9. Dez. Die Kammer berieth über das auswärtige Budget. Crispi sprach von einer Note Bismarcks über das Garantiegesetz; es entstand eine Debatte darüber, in Folge deren der Minister des Aeußern, Mancini, erklärte, eine solche Note existire nicht. Dagegen habe er vor einigen Stunden ein Telegramm vom Fürsten Bismarck bekommen, in dem er mit großer Courtoisie ihm danken lasse für seine vorgestrige Erklärung, die er in der Kammer abgegeben habe. Bismarck habe erklärt, er stehe mit der Auffassung Mancinis in vollem Ein— klang. Man könne nicht zweifeln, weder an den freundschaftlichen Gefühlen und Absichten Bismarcks Italien gegenüber, noch an der Auf— richtigkeit seiner Wünsche für die erlauchte, dem deutschen Kaiserhaus so eng verbundene italienische Dynastie. Mancini schloß mit dem Ausdruck der Hoffnung, in Italien würden sich, nachdem jede unnütze Discussion in der Kammer und im Laude aufgehört, Allesammt vereinigen in dem Gefühle der Sympathie und Freundschaft für Deutschland und in den Gefühlen des ruhigen Vertrauens und der Achtung für die hohe Weis— heit und Seelengröße des erhabenen Staats— mannes, der an der Spitze der deutschen Reichs— regierung stehe.
Türkei. Konstantinopel. Ali Fuad Bey ist zum Minister des Unterrichts ernannt.— Die Bondholders verwarfen die Motive Man—
cardis, wonach die Pforte die Wahl des Admini— strations-⸗Directors bestätigen solle. Bourke con— statirte den erfreulichen Ausgang der Verhand— lungen und versprach, seinen Auftraggebern die Annahme des Arrangements zu empfehlen; er fügte indessen hinzu, er müsse deren volle Frei— heit in der Annahme wahren. Diese Erklär⸗ ung verursachte einige Beunruhigung. Es wird deßhalb wahrscheinlich nochmals eine Versamm— lung der Bondholders stattfinden.
Rumänien. Bukarest, 9. Dez. Es ver⸗ lautet, das Wiener Cabinet bestreite der rumän— ischen Regierung keineswegs das Recht, ihre Interessen in der Donaufrage zu vertheidigen; es verlange aber Genugthuung dafür, daß die Donaufrage in der rumänischen Thronrede in
sprechenden Weise und in einem gegen Oesterreich nahezu feindlichen Ton besprochen wurde. Die rumänische Regierung ist aber für diesen Fall ganz disponirt, der österreichischen eine ent— sprechende Genugthuung zu geben. Sonach nimmt man an, daß die Unterbrechung des regelmäßigen, diplomatischen Verkehrs zwisch en Oesterreich und Rumänien in nicht langer Frist ihr Ende finden werde.
— Der König unterzeichnete ein Decret, nach welchem die Börse am 1. Januar er— öffnet wird.
— Der Kammervicepräsident soll an Stelle Bratiano's Finauzminister werden, Bratiano das Kriegsministerium behalten, Senator Voinow das Justizministerium übernehmen.
Rußland, 9. Dez. Das Georgsfest fand heute statt und verlief programmaͤßig ohne jede Störung.
— Die Canzlei der Kaiserin verkündet: Der Petersburger Pupillenrath setzt dem, der zur Wiedererlangung der im Moskauer Findel— haus am 15. Nov. entwendeten 307,711 Rubel verhilft, als Belohnung zehn Prozent der wieder⸗ erlangten Summe aus.
— Es heißt, Fürst Dondukow Korsakow begebe sich nach Tiflis. Er wird nicht zum Statthalter ernannt, doch dessen Funktionen üben. Wer ihn zu Odessa ersetzt, ist noch ungewiß Von Personal-Verändernngen im Ministerium ist Nichts bekannt.
Aus Stadt und Land.
Friedberg, 9. Dec. In heutiger öffentlicher Sitz- ung des Großherzoglichen Amtsgerichts wurden nachbe— merkte Personen als Schöffen für das Jahr 1882 aus- geloost, welche an den beigesetzten Tagen zu fungiren haben: Heinrich Caspar Stoffel, Gemeinderechner zu Ober- Florstadt, und Jacob Schott, Hof-Restaurateur zu Friedberg: 3., 10., 17. Januar; Wilhelm Bausch J., Landwirth zu Nieder-Wöllstadt, und Georg Jacob Runkel, Landwirth zu Assenheim: 7., 14., 21. Februar; Georg Ludwig Weis, Buchbinder zu Friedberg, und Wilhelm Heyer, Bürgermeister zu Wölfersheim: 7., 14., 21. März; Johannes Heinrich Wagner, Bürgermeister zu Bruchen— drücken, und Christoph Stier, Rentner zu Melbach: 4., 11., 18. April; Ernst Friedrich Haeberle, Kaufmann zu Friedberg, und Friedrich Reitz, Landwirth zu Wölfers— heim: 2., 9., 23. Mai; Georg Friedrich Kopp, Land wirth zu Ossenheim, und Georg Falck, Müller zu Fried⸗ berg: 6., 13., 20. Juni; Wilhelm Lenz, Landwirth zu Bauernheim, und Wilhelm Schmid, Bürgermeister zu Reichelsheim: 4., 11., 18. Juli; August Stein, Land- wirth zu Beienheim, und Johann Tobias Rack II., Bür⸗ germeister zu Dorn-Assenheim: 1. 8., 22. August; Conrad Weitb, Landwirth zu Nieder-Wöllstadt, und Peter Veith II., Bürgermeister zu Ilbenstadt: 5., 12., 19. September; Conrad Reuß(I., Landwirth zu Friedberg, und Georg Hanau, Uhrmacher zu Friedberg: 3., 10., 24. Oetober; Jacob Kuhn, Sattler zu Ober⸗Wöllstadt, und Gustav Dieffenbach, Kaufmann zu Friedberg: 35 14., 21. November; Heinrich Schudt, Mühlenbesitzer von der Görbelheimer Mühle, und Georg Ewald IV., Land wirth zu Ockstadt: 5., 12., 19. Dezember. Zu Hülfs⸗ schöffen für das Jahr 1882 wurden bestimmt: 1. Philipp Wilhelm Altmannsperger, Landwirth, 2. Carl Wilhelm Bernbeck, Kaufmann, 3. Joseph Homffann, Posamentier, 4. Johann Koob, Kappenmacher, 5. Johannes Bieler, Hof-Glaser, 6. Friedrich Reuß, Bäcker, 7. Eduard Oppen⸗ heimer, Cigarrenhändler, 8. Georg Hieronimus, Hof⸗ Maler, 9. Carl Groß, Kaufmann, 10. Adolph Maier, Uhrmacher, sämmtlich zu Friedberg.
J. G. W. Friedberg. Auf Ersuchen des Taunus⸗ Club⸗Vorstandes hielt Lehrer Reuß von Nauheim am verflossenen Donnerstag Abend bei Rudelius einen Vor trag über die geologischen Verhältnisse des Taunusge⸗ birges und der Wetterau. Die Zuhörer, welche nicht so zahlreich erschienen, wie die biologtschen Verhältnisse des T. C. W. wohl hätten voraussetzen lassen, verweilten eben in zahlreichen gleichzeitigen bierologischen Forma tionen. Redner schilderte, mit Zuhülfenahme von einigen Millionen Jahren, wie das weite Gebiet, welches wir heute Taunus, Wetterau, Vogelsberg nennen, ursprüng— lich ein weites Meer war, aus dem, auf eine Strecke wie sie unsere heutigen Weltmeere bieten, nirgends eine Insel hervorragte; die Geologen nannten es Grauwacken⸗ Meer. Dann stiegen aus der Meeresfluth, im Verlaufe von ungemessenen Zeiträumen, durch allmähliche, lang- same Hebung des Bodens einige Gebirgszüge des Taunus, so unser Winterstein, empor. Das Grauwacken-Meer verlief sich und auf dem trocknen Land, welches da ent— stand, entwickelte sich reiches pflanzliches und thierisches Leben. Hierauf, wieder nach tausenden und aber tausenden von Jahren, wurde unsere Gegend abermals Meeresboden; das Tertiärmeer fluthete über der Wetterau und dehnte sich— denn der Vogelsberg und der Odenwald und die schweizer Alpen waren da noch nicht vorhanden— aus bis in das Innere von Afrika. Die heißen Südwinde und warme Meeresströmungen hatten ungehinderten Zu—
einer dem diplomatischen Gebrauch nicht ent—
tritt in unsere Gegend; darum war das Tertlärmeer be—⸗
daraus hervorragten, spazierten unter Palmen riesige
— Eines schönen so bei feuerspeienden Bergen Sitte ist, sich erst
Umgegend ergossen: der Vogelsberg und der Wetterau waren da entstanden. Das Tertiärmeer
Victor Scheffel sagt, zu tief in die Kreide und da war
schlug auch der Mensch seine Wohnstätten in der Wetterau
Meeresfluth schoben. tausend Jahren wird— doch damit schloß der hoch in⸗
Sammlung von Versteinerungen erläuterte und belegte. Friedberg. Vor Kurzem fand ein biesiger Küfer beim Graben in seinem Keller eine Parthie Münzen, ähnlich den früheren Kronenthalern, aus dem sechszehnten Jahrhundert. Dieselben dürften wohl im 30jährigen Krieg vergraben worden sein, um sie vor plündern den Soldaten zu schützen.
Allerlei.
Elberfeld, 8. Dez. Die„Elb. Ztg.“ meldet! Gestern Nacht überfuhr der Zug der Bergisch-Märkischen Bahn zwischen Deutz und Mühlheim einen Wagen der Pferdebahn. Der Kutscher, der Conducteur und ein Passagier der Pferdebahn sind todt, ein zweiter Passagier schwer verletzt. Die Bahn war am Morgen wieder frei gelegt.
Wien, 10. Dec. viel gräßlicher in seinen Folgen, als man Anfangs an⸗ nahm. Man spricht bereits von 800 Todten. Allein es erscheint dies übertrieben, da das ganze Haus nur 1800 Personen faßt uns notorisch die Galerien vollbesetzt waren, ebenso wie mehrere 100 Personen gerettet worden sind. Mehrere der widrigsten Ereignisse trafen bei dem Unglück zusammen: Fünf Wasser-Wechsel oberhalb der Bühne waren nicht geöffnet, der eiserne Vorhang nicht herabgelassen, die Oellampen auf den Gängen nicht an⸗ gezündet, alle Gänge und Rettungs-Pfade waren unbe⸗ beleuchtet. Die Bühne war bereits ein Feuermeer, ehe das Publikum auf der Galerie nur eine Kenntniß vom Brand erhielt.— Der Bericht des Statthalters über die Katastrophe den der Minister-Präsident Graf Taaffe im Haus der Abgeordneten verlas, lautet: Die Unter⸗ suchung ergab, daß eine über der fünften Soffite hängende Coulisse durch Beleuchtung der Soffite Feuer fing. Dies verbreitete sich mit unglaublicher Schnellig⸗ keit über den Schnürboden. Der Feuermann, welcher den eisernen Vorhang herablassen sollte, behauptet, die Maschine versagte infolge der ungeheuren Hitze den Dienst. Hieraus geht hervor, daß der Brand im Bübnen⸗ raum eine Weile dauerte, bevor er sich dem Zuschauer⸗ raum mittheilte. Hierin liegt ein furchtbares Versäum⸗ niß, daß von der Bühne aus unterlassen wurde, sofort den eisernen Vorhang herabzulassen und das Feuersignal nach außen zu geben. Durch das wäre ein schnelleres Eingreifen der Rettungs-Anstalten, die Rettung der im Zuschauer-Raum befindlichen Menschen möglich gewesen, während thatsächlich zur Zeit der ersten Rettungs-Maß⸗ regeln der Brand den Zuschauer-Raum schon ergriffen hatte. Um die Gas-⸗Epplosion zu verhuͤten, drehte der Beleuchtungs Inspector den Gasometer ab, ohne daß Nothlampen angezündet waren. Hierdurch ward die Rettung der Unglücklichen unmöglich. Im März fand eine Untersuchung der sämmtlichen Wiener Theater in Bezug auf ihre Feuer⸗Sicherheit stat!, die letzte Unter⸗ suchung des Ringtheaters erst vor 14 Tagen. Die von der Delegirten-Commission für nöthig befundenen Vor⸗ kehrungen wurden, laut Zuschrift des Magistrats vom 20 September an die Polizei, den Theater- Dirietoren aufgetragen, sowie dem Stadt-Bauamt die Ausführung der Aufträge übertragen. Weitere Erhebungen über die Versäumnisse des Theater-Personals sind im Gang.— Die Thätigkeit der Dampfspritze, welche die ganze Nacht arbeitete, wurde diesen Morgen eingestellt, weil durch die in das Mauerwerk eingeschleuderten Wassermassen sogar die Mauern unterwaschen sind, so daß sie den Einsturz droben. Der Eintritt zum Theater ist Jedem, selbst der Feuerwehr, untersagt. Innen und außen hat das Gebäude große Risse. Heute wurden die wankenden Mauern gestützt. Im Parterre wird der Schutt auf geräumt, soweit es die Gluth gestattet. Mit Steingeröll und Mauerstücken aus den oberen Stockwerken stürzen auch halbverkohlte Lelchenstücke herab.— 11. Dec. Dem „Extrablatte“ zufolge beziffert sich die Zahl der Opfer der Katastrophe nach Richtigstellung der Liste der Ver mißten auf 580 Personen.
Elm. Bis zum Samstag Abend wurden 168 Schüsse auf den Risikopf abgefeuert, resp. die ganze für den ersten Versuch mitgenommene Munktion verbraucht. Allein größere Massenabbrüche konnten damit nicht erzielt werden. Es ist deßhalb beschlossen worden, mit diesen kleinen Ge⸗ schützen nicht weiter fortzufahren. das weitere Vorgehen ist noch nicht abgeschlossen, verlautet, es werde wahrscheinlich die Beschießung von unten mit bedeutend schwererem Geschütz und Dynamit⸗
sprengung von oben gleichzeitig versucht werden. Letztere
9. lebt von riesigen Meerthieren und auf den Inseln, welche 10
Elephanten und andere Ungeheuer herum. Die colossalen Formen dieser Thiere sind uns in Versteinerungen erhalten. Tages aber fing das alte Tertiärmeer an zu brodeln und zu rauchen und es stieg aus ihm ein gewaltiger feuerspeiender Berg empor, aus dem, wie das ein tüch⸗ tiger Aschenregen erhob und darauf mächtige, meilenbreite und meilenlange feurigflüssige Lavaströme sich über die die Höhenrücken
mußte abfließen; die Südwinde konnten nicht mehr in's Land dringen; Saurier und Elephanten kamen nun, wie
es um sie geschehen.— Nach vielen, vielen tausend Jahren auf und ließ das Dampfroß da brausen, wo vormals die Riesenthiere den schwerfälligen Leib durch die weite Und abermals nach vielen, vielen
teressante Vortrag, den Redner mit einer auserlesenen
Der Brand im Ringtheater ist ö
Die Berathung über doch
derlezten,“ sheils nicht! Washin, Apiteburg.“ fürchtet, e geitern 20 v zefunden wo 1
Bad⸗ N. Donnerstag sangend, kot . Strafsach heim, wegen! Nöbs X. u wegen Körpe mann, Anton wegen Aus he dulius Schne Ober⸗Mörler Gießen Duartal. 4 15. Scharma Et.⸗A. Zum
12. Dec., N. J Bödsadt, u ö 5—
Forderur Ebeleute vo bestellten V. 1Ocksadt ode Friedb
4076 In der „Auf Antr Mörlen“( Bad⸗ Groß
44050
1 Ver erg Alech beim du 400 Ma berden. Die O uf den ge nit der A anes Tho löl, der chen, wo scht offen Fried!


