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pfangen worden. Er setzte seine Orientreise auf der Dampfyacht„Miramare“ bei dem herrlichsten Wetter fort.
— 9. Febr. Im Budget-Ausschusse erklaͤrte der Unterrichtsminister auf eine Anfrage in Be— treff der Prager Universitätsfrage, die Regier— ung erkenne die berechtigten Ansprüche des czech— ischen Volkes auf die Ausbildung in seiner Mutter⸗Sprache einschließlich der Universitäts— studien an; er habe verfügt, daß in den nächsten Tagen eine Enquete-Commission in Prag zu— sammentrete, welche die Detailbestimmungen er— wägen und beantragen solle, die für den Fall nothwendig waren, wenn es zur Errichtung einer czechischen Universität mit czechischer Unterrichts— sprache kommen sollte.
Frankreich. Paris, 8. Febr. Die Kammer der Deputirten lehnte die Wieder-Einführung
der Ehescheidung mit 261 gegen 221 St. ab. — 10. Febr. Die Kammer genehmigte die
Convention mit Deutschland über gerichtliche Beistandsleistung. Sie berieth sodann das außer— ordentliche Budget der Marine. Die Kammer nahm die Vorlage an.
— Die„Ag. Hav.“ dementirt ein Gerücht von der Abberufung des Generalconsuls Roustan in Tunis.
Großbritannien. London, 9. Febr. Im Unterhause erklärte Unterstaatssecretär Dilke, die französischen Kriegsschiffe seien gestern be— ordert worden, Tunis zu verlassen und die eng— lischen Kriegsschiffe hätten den gleichen Befehl erhalteu. Der Sprecher des Hauses legte die neue Geschaftsordnung fur dringende Angelegen— heiten auf den Tisch des Hauses nieder. Das Haus nahm in zweiter Lesung die irische Zwangs— bill mit 359 gegen 56 Stimmen an.
— 9. Febr. Officielle Meldung aus Dur— ban von heute: Sir George Colley rückte mit fünf Compagnien Jägern und einem Detachement Cavallerie gestern gegen Neweastle vor, um die Verbindung des britischen Lagers mit Neweastle wieder herzustellen. Die Boers griffen die britischen Truppen an, wurden aber energisch zurückgeschlagen, wobei sie große Verluste erlitten. Das Gefecht dauerte sechs Stunden. Einem Telegramm der„Daily News“ zufolge ist die Lage des Generals Colley trotz der Niederlage der Boers eine kritische, weil die Boers die alle Seiten dominirenden Höhen inne haben.
— 10. Febr. Das irische Parlamentsmit— glied Parnell kehrte gestern von Paris zurück, wohin es sich in Finanz⸗Augelegenheiten der Liga begeben hatte. Es verlautet, gegen Parnell sei ein Haftbefehl erlassen.
Dublin, 9. Febr. Gestern fand eine Sitz— ung des Centralcomites der„Agrarliga statt. Dillon erlärte, die Grundeigenthümer würden sofort nach Annahme der Zwangsbill unzweifel— haft den Kampf gegen die Pachter beginnen. Im Falle man die Häupter der Liga verhafte, müßten die Pachter jede Pachtzinszahlung verweigern, aber jede Gewaltthat vermeiden, die Englands Macht gegenüber unnütz sei. Die Dubliner Landliga beschloß gestern, Parnell dringend zu ersuchen, nach Amerika zu reisen, um dort Sym— pathien für die Sache der Landliga zu erwecken.
Spanien. Madrid, 8. Febr. Die Weiger— ung des Königs, den Gesetzentwurf, betreffend die Convertirung der amortisirbaren Schuld zu unterzeichnen, ist mit der Erklärung erfolgt, daß behufs erfolgreicher Durchführung der Operation und derjenigen, welche folgen würde, die Macht— befugnisse bis zur Beendigung der Operationen in derselben Hand bleiben müßten. Dies würde die Uẽũabsetzbarkeit des Ministeriums auf circa 18 Monate selbst gegen den Willen des Königs und der Kammer involviren. Das neue Mini— sterium ist folgendermaßen constituirt: Sagasta Präsidium, Arminjo Aeußeres, Camacho Finanzen, Alonzo Martinez Justiz, Martinez Campos Krieg, Pavia Marine, Alvaredo öffentliche Arbeiten, Cuesta Colonien, Gonzales Inneres. Als Nach— folger des Botschafters in Paris wird Marschall Concha genanut. Durch königliches Deeret
te in Miramare ein und ist jestlich em⸗
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des diplomatischen Corps und der höheren Ver— waltungsbeamten stehen Veränderuygen bevor. In Regierungskreisen verlautet, der neue Mi— nister des Aeußeren werde in einem Circular— schreiben den absoluten Wunsch der Regierung betonen, in den europäischen Angelegenheiten sich neutral zu verhalten und lediglich für die innere Entwickelung des Landes thaͤtig zu sein.
Türkei. Constantinopel. Die Botschafter haben die Beantwortung des Circulars der Pforte vom 14. Januar vertagt.
Griechenland. Athen, 9. Febr. In der Kammer der Deputirten bezifferte Communduros den augenblicklichen Effectivbestand der Armee auf 54,000 Mann mit dem Bemerken, derselbe könne durch die Reserve, ungerechnet die National— garde, in wenig Tagen auf 74,000 Mann ge— gebracht werden.
Serbien. Belgrad, 9. Febr. Die Skup— schtina nahm die Regierungsvorlage, betr. die Unabhängigkeit des Richterstandes, in der General— debatte mit großer Majorität an. Die Mehr— heit der Redner sprach sich gegen eine Erhöhung der Richtergehalte und gegen einen Credit be— hufs Pensionirung unqualificirter Richter aus. Der Ministerpräsident Pirotschanatz betont gegen— über dem Antrage Walterovic's, die Juden von dem Richteramte auszuschließen, unter Beifall, die serbische Nation habe sich stets durch Tole— ranz ausgezeichnet und alle Bürger ohne Unter— schied der Confession hatten stets ihre bürger— lichen Pflichten erfüllt.
Rußland. Petersburg. Die„Ag. Russe“ entwickelt das Programm der inneren Regierungs— politik wie folgt: Die Reformen betreffs der Verwaltung von Polizei und Presse bezweckten die Beruhigung und Förderung der lokalen Be— dürfnisse unter Mitwirkung der Betheiligten. Jeder Präfect erhält, um übermäßiger Centrali— sation vorzubeugen und doch die einheitliche Leit— ung der Provinzialtverwalung festzuhalten, einen aus Vertretern der verschiedenen Verwaltungs— zweige und Mitgliedern der gewählten Körper— schaften gebildeten Rath, welcher über locale Angelegenheiten beschließt. Die städtische und ländliche Polizei, sowie Gendarmerie werden dem Präfecten unterstellt, welchen der genannte Rath unterstützt, während jetzt eine einzige höhere Ad— ministration der Centralpolizei existirt. An Stelle der geltenden, dem zweiten Kaiserreiche entlehnten Preßreglements treten neue, wodurch auch die Preßvergehen an die ordentlichen Gerichte über— wiesen werden.
— Nach allen hier vorliegenden Nachrichten ist die chinesische Frage als in guter Abwickel— ung begriffen anzusehen.
Amerika. Washington, 10. Febr. Senat und Repräsentantenkammer hielten gestern eine gemeinsame Sitzung behufs Zählung der Stim— men für die Präsidentenwahl. Sie erklärten, daß General Garfield und Arthur ordnungs— mäßig zum Praͤsidenten resp. Vice-Präsidenten der Vereinigten Staaten designirt sind.
Aus Stadt und Land.
Mainz. Die Leser erinnern sich gewiß noch des schrecklichen Mordes, welcher vor mehreren Jahren in Nierstein an dem allgemein geachteten Bürgermeister Vo— winkel verübt wurde. Ein Metzgerbursche Namens Berg wurde damals als Thäter verhaftet, doch wegen unge— nügender Beweise nach einiger Zeit wieder in Freiheit gesetzt. Der Beschuldigte wanderte darauf nach Amerika aus, aber alsbald nach seinem Weggehen häuften sich abermals die Indieien, doch— der Beschuldigte war nicht mehr zu erreichen. An die Bewohner des benach— barten Ortes ist nunmehr ein Brief eingelaufen, nach welchem sich einem in Amerika wellenden Collegen der Metzgerbursche Berg als der Mörder des Bürgermeisters Vowinkel bezeichnet hat. Dieser Brief ist an die Staats— behörde ausgeliefert worden und wird nun von dieser die Untersuchung erneuert aufgegriffen. Hoffentlich ge— lingt es der hessischen Behörde, die Auslieferung des Mörders von der amerikanischen Justizbehörde zu erwirken.
Mainz, 9. Febr. Gestern Vormittag wurde zwischen Nackenheim und Nierstein ein Bahnwärter, welcher dem Bahnplanum entlang ging, von der Maschine eines Per sonenzuges erfaßt und bei Seite geschleudert, wodurch der Betreffende derartige Beschädigungen erlitt, daß der— selbe heute verstarb.
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Hanau. Der in Folge elnes Attentates durch Briefboten Spahn am 3. Oet. schwer verwundete Vor⸗ stand des hlesigen Pastamtes, Oberpostmelster Lins, ist nun soweit wieder hertestellt, daß er am 6. Febr. die Leitung seines Dienstes übernehmen konnte.
Diez, 8. Febr. Auf dem Transporte der Sträf⸗ linge aus der Strafanstalt nach der Marmorfabrik an der Lahn machten heute früh kurz nach sechs Uhr zwei Strafgefangene einen Fluchtversuch. Der die Sträfling e überwachende Soldat gab auf die beiden Flüchtlinge Feuer; auf den ersten Schuß, der den einen Strafge⸗ fangenen in den Kopf traf, stürzte der eine Flüchtling sofort todt zu Voden, der zweite Schuß traf den anderen Strafgefangenen derart in den Rücken, daß man am Aufkommen des schwer Verletzten zweifelt.
Düsseldorf. Die„Duüsseldorfer Volkszeitung meldet: Prinz Wilhelm von Hohenzollern, der Held der vielbe— sprochenen Entführungsgeschichte, ist nach Brüssel abgereist.
Groß-Kanizsa, 5. Febr. In dem eine Stunde von hier entfernten Dorfe Gelse wurde der angesehene Einwohner Alexander Sommer mit seiner Frau und seinem 12jährigen Sohne ermordet. Wie es in dem be— treffenden Berichte heißt, saß Sommer am 4. d. Abends mit seiner Frau und seinem Sohne in einem der vorderen Zimmer seiner Wohnung, die sich im Mittelpunkt des Ortes befindet, während sich seine zwei Töchter und das Gesinde im rückwärtigen Theile derselben aufhielten. Gegen 8 Uhr hielt vor dem Hause ein Wagen, welchem vier unbekannte Männer entstiegen, die in das Haus ein— drangen. Ein Kutscher Sommer's, welcher ihnen ent— gegenkam, wurde in das Gesindezimmer gestoßen, dieses sodann von außen abgesperrt. Hierauf überfielen die Räuber Sommer und nach einem kurzen Handgemenge schnitten sie ihm, seiner Frau und seinem Sohne die Köpfe ab. Geld fanden sie gar keines, auch sonstige Werthsachen nur wenig; bald setzten sie sich wieder auf und fuhren davon. Noch in der Nacht kam ein Wagen Sommer's hierher, um die Kunde von dem Verbrechen dem Stuhlrichter zu überbringen, welcher sich allsogleich mit einer Abtheilung Panduren nach Gelse begab.
London, 5. Febr. Heute starb in der Vorstadt Chelsea der Nestor der englischen Gelehrten und Schrift— steller, Thomas Carlyle, der gefeierte Essayist, Historiker und Biograph, im 86. Lebensjahr. Er galt als einer der gentalsten englischen Schriftsteller der neueren Zeit, namentlich aber als der ausgezeichnetste Kenner und Förderer der deutschen Literatur in Großbritannien. Florenz. In Italien gährt und wühlt es im
Forlt, Bologna und Turin von Erdbeben heimgesucht.
Handel und Verkehr.
Frankfurt, 9. Febr. Heu kostete je nach Qual. per Centner M. 2.50— 4.50, Stroh M. 2.60— 3.60. Eler das Hundert M. 6— 8. Butter 50 Kilo M. 75 bis 80. im Detail 1. Qual. M. 1.10, 2. Qual. M. 1. Ochsenfleisch das Pfd. 65—70 Pf., Kuhfleisch 45 bis 55 Pf., Rindfleisch 45—55 Pf., Kalbfleisch 44—55 Pf., Hammelfleisch 42—65 Pf., Schweinefleisch 75—80 Pf., Weißkraut das Stück 15—20 Pf., Rothkraut 20—25 Pf., Kohlkraut 10—15 Pf., Blumenkohl 30—60 Pf., Hahn M. 1.50— 2, Huhn M. 1—1.30, Taube 45—50 Pf., Wälsche Hahnen 6—10 M., Ente M. 2.50—3.
Db. Frankfurt a. M., 10. Febr. Die im Gegen⸗ satze zu dem gestrigen kriegerischen Artikel der„Nordd. Allg. Ztg.“ heute bekannt gewordenen beruhigenden Aus— lassungen des nämlichen Blattes bewirkten eine Erhöhung des Coursniveaus auf verschiedenen Werthgebieten. Eine Courssteigeruug von Bedeutung konnte jedoch nicht Platz greifen, da sich ein Deckungsbedürfniß seitens der Con— tremine nicht zeigte und Paris eher schwächere Course sandte. Der andauernd flüssige Geldstand gelangt in dem heute veröffentlichten Reichsbankausweis zum Aus⸗ druck, welcher wieder die Rückströmung der Baarmittel konstatirt. Creditactien, gesterin Abend 2535, bewegten sich zwischen 254—⁰ und 2532/8. Staats bahnaetien, gestern Abend 244¾, gingen zwischen 245// und 244 um. Lombarden, gestern Abend 91, variirten a 91½ und 91½¼, Von österr. Bahnen zeigten sich Nordwest und Elbthal gefragt. Letztere höher auf gute Einnahmeberichte. Raab-Grazer beliebt und besser. Deutsche Bahnen ziemlich fest. Rhein-Nahe höher. Preußische Bahnen eher schwächer. Oesterr. Prioritäten wenig verändert. Von ausländischen Fonds österr.-ungari⸗ sche Renten anfangs anziehend, dann etwas matter, Russen gesucht und sehr fest. Deutsche Fonds begehrt. Banken ruhig. Wechsel fest. Privatdisconto 2/40.
Zur Frage der Errichtung eines Schlachthauses in der Kreisstadt Friedberg. 11
Nachdem die Nothwendigkeit der Errichtung eines städtischen Schlachthauses und die in sanitäts- und straßenpolizeilicher Hinsicht dafür sprechenden Gründe erörtert und dargelegt worden sind, erscheint auch die Beleuchtung der finanziellen Seite dieser Frage, d. h. des Kostenpunktes am Platze, um auch von diesem Ge— sichtspunkte aus die, wenn auch nicht Nothwendigkeit, so doch Gemeinnützlichkeit einer solchen Anlage zu rechtfertigen.
Die Gesammtkosten für Anlage eines den hiesigen Verhältnissen ausreichend entsprechenden Schlachthauses sammt Wohnung für den die Aufsicht führenden städtischen Fleischbeschauer und nöthigen Stallungen dürfen voraus— sichtlich nicht unter 30,000 Mark angenommen werden,
den
Schoß der Erde. Seit einigen Tagen werden Florenz,
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