Ausgabe 
22.1.1880
 
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tragscredit von 636,000 fl. für Repatriirung der bosnischen Flüchtlinge, nachdem die Regierung er klärt hatte, unter diesem Titel keine weiteren Summen zu verlangen. Der Regierungsvertreter legte gleichzeitig einen Ausweis über die in der Staatskasse befindlichen gemeinsamen Activen vor.

19. Jan. Die vereinigten Ausschüsse der ungarischen Delegation beriethen heute über das außerordentliche Erforderniß für Bosnien und die Herzegowina und wird der Voranschlag in der Generaldebatte und in der Spezialdebatte ange⸗ nommen.

Pest, 19. Jan. Die Ruhe ist vollständig hergestellt. Der Landescommandirende General, Edels heim erklärt in den Blättern, seitens des Militärs sei nur auf den Kutscher Hajnal ge⸗ schossen worden, welcher einen Soldaten getödtet und drei mit der Peitsche geschlagen habe.

Frankreich. Paris, 18. Jan. Der Herzog von Grammont, Minister des Auswärtigen im Jahr 1870, ist gestorben.

20. Jan. Jules Favre ist diese Nacht gestorben. Gambetta hat wegen eines Hals- übels den Vorsitz in der Kammer heute nicht ge- führt. Justizminister Cazot brachte in der Kammer den Gesetzentwurf betreffend die Reform des Richter- standes ein. Ferry legte Entwürfe vor, durch welche der Primärunterricht als obligatorischer und als Laien Unterricht etablirt wird. Die äußerste Linke beschloß, einen Antrag auf Erlaß einer all⸗ gemeinen Aanestie einzubringen.

Großbritannien. London. Ein Rund⸗ schreiben des Schatzkanzlers Northcote ersucht seine Parteifreunde, der Parlaments Eröffnung beizu⸗ wohnen, weil unverzüglich wichtige Angelegenheiten zur Berathung kommen.

Türkei. Constantinopel, 19. Januar. Man hat Grund anzunehmen, daß Savpfet Pascha, der mit dem Sultan eine lange Besprechung hatte, wieder an die Spitze eines neuen Cabinets treten dürfte.

Neckarsulm und Heilbronn,

geväudes.

öffentlichung der Tbatsache daß sämmtliche Personen von

Friedberg, resp. dort wohnbaft find.

2. Dauernheim, 20. Jin. Ein Rädchen von Freienseen batte mit einem Knecht, welcher in Gettenau diente, ein Verhältniß; beide halten heute bier eine Zu⸗ sammenkunft. Das Mädchen begleitete beim Abschied den Zurschen bis vor den Wald, wo sie von demselben er

stochen wurde; sie lebte noch kurze Zeit und konnie dem

vorüberkommenden Posiboten den Mörder nennen. Der Toäier soll bereits eingezogen sein und den Mord einge⸗ tanden haben. Als Grund der That habe er angegeben, daß er ein Verhältniß mit einem anderen Mädchen habe und die Ermordete habe los sein wollen.

1. Reichels beim. Die Nachricht, daß ein hiesiges Mäochen sich selbst ernänkt habe, beruht auf der Toatsache, daß dasselbe beim Wasserholen ausglitt und ehe Hülse gerzu kommen konnte, leider ertrank.

Mainz, 20. Jin. Die starke Kälte der verflossenen Nacht hal uns heute wieder sehr ansebnliches Eis gebracht, Rhein und Main waren beute Vormittag mit solch riesigen treibenden Eisflächen(in Folge des sehr niedeten Wasserstanbdes) bedeckt, wie man sie selten sieht; daß bei anhaltender Witterung der Rhein bei uns wieder zum Stehen kommt, ist daher ohne Zweifel. Heute Vormittag traf die Nachricht bier ein, daß sich dae Roeineis zwischen

Aßmannshausen und St. Goar bereits gestellt habe, auch

das Maineis muß sich oberhalb der Mündung schon fest gestelll baben, denn seit heute Mittag 12 Uhr treibt kein Maineis mehr an der Stadt vorüber.

Allerlei.

Frankfurt, 19. Iin. Verflossene Nacht fand in der Schnurgasse eine großartige Schlägerei stait, bei welcher das Messer eine Rolle spielte. Ein junger Mann, welcher einen Stich erhielt, wurde auf die Constablerwache gebracht und starb dort an der Verwundung, ehe man ihn noch verbinden konnte.

e. Mannheim. Hier wird vom 15. Juli bis 3. October d. J. eine gewerbliche und landwerthschaftliche Ausstellung des Pfalzgaues flatistnden. Das Ausstellungs

gebiet umfaßt von dem Groß zerzogibum Baden die Kreise Mannheim, Heidelberg, Mosbach, Karlstuhe und Baden,

von dem Königreich Baiern die Rheinpfalz, von dem Königreich Württemberg die Oberämter Mergentheim, von dem Großberzogthum Hessen die Kreise Worms und Bensheim. Von Seilen des Comi és war ein Concurrenzausschreiben ergangen für

Nachdem nun auch die anderweitigen Vorbe reitungen zur Operation getroffen und der Patient chloroformirt worden war, schnitt Dr. Hirschberg einen halbkreisförmigen Lappen aus der die Wunde umgebenden Bindehaut des Auges heraus. Nach- dem dieser Lappen von einem Assistenten mit einer Pincette gefaßt und in die Höhe gezogen war, senkte der Operateur neben der Pincette ein Staar⸗ messer in die Tiefe des Auges und machte mit langsamen, sägenförmigen Zügen einen Schnitt von 4 Millimeter Länge durch den ganzen Aug apfel hindurch. Nun wurde von der Seite ein sanfter Druck auf den Wundrand ausgeübt, in der Hoffnung, der Fremdkörper würde durch seine eigene Schwere schon heraustreten. Dies ereignete sich nun nicht. Hierauf wurde das feine schnabel⸗ förmige Ende des Elektromagneten durch die Wunde in das Augeninnere eingeführt und dann lang- sam zurückgezogen. Der Fremdkörper folgte nicht. Nun wurde der Schnitt noch verlängert, so daß die Operationswunde jetzt eine Länge von 78 Mm. hatte und der Magnet von Neuem in das Auge eingeführt. Beim vorsichtigen Zurückziehen des Magneten sah man, daß an demselben ein

schwa zer Metallsplitter hing und ohne Weiteres

Einsendung von Plänen zur Erbauung des Ausstellungs⸗

Von 6 eingegangenen Plänen wurde derjenige

des hiesigen talentvollen Architekten Manchot mit dem ersien Preis von M. 800. gekrönt. Manchot ist der Sohn

Ein Rundschreiben der Pforte an ihre Ver- eines geborenen Friedvergers, des späteren Decans Manchot

treter im Auslande vom 19. an. ie ig in Offenbach, und dürfte deßhalb diese Nachricht viele ee n Korn W. 20., Gerste N 17.75, Hafer W. 14.15.

dem letzten Memorandum Montenegros angeführten Behauptungen zu entkräften und unterzieht das Verbalten Montenegros einer Kritik.

Griechenland. Athen, 20. Jan. Die Kammer hat ihre Sitzungen heute wieder aufge nommen. An Stelle Carapulos ist Balsamac zum Justizminister ernannt. Die übrigen Minister bleiben. Die Politik des Cabinets bleibt unverändert.

Amerika New Jork, 18. Jan. Die republikanische Legtalatur von Maine trat auf Grund der ihr günstigen Entscheidung des Ober gerichtes zusammen und wählte den Republikaner Davies zum Gouverneur; derselbe leistete sofort den Eid, worauf auch die übrigen Beamten des Staates gewählt wurden. General Chamberlain erkannte die Autorität des Gouverneurs Davies als legal an. Einige Fusionisten schlossen sich der republikanischen Legislatur an.

20. Jan. Die Fusionisten in Maine scheinen nicht geneigt zu sein, sich der Entscheidung des Obergerichts zu unterwerfen. Als denselben gestern der Eintritt in die Legislatur verweigert wurde, hielten sie auf dem Platze hinter dem Legislatur gebäude ein Meeting im Freien ab und vertagten dasselbe schließlich auf heute. Die Fustonisten mietheten in der Stadt einen Saal, welcher als Hauplquatier für die Legislatur und Executive derselben dienen soll. Sie boffen, der Bundes Congreß werde die Gültigkeit der fustonistischen Organisation anerkennen und sie erklären, abge⸗ sehen von der Staatecasse, hinreichend Geldmittel zu besitzen, um die Staatsausgaben, einschließlich der Besoldungen der Beamten, den Winter hin- durch zu bestreiten.

Wasbington, 19. Jan. James Russell Lowell ist zum Gesandten in London, John Foster zum Gesandten in Petersburg und Lucius Fair- schild zum Gesandten in Madrid ernannt.

5 Stadt und Land.

b. stadt. Maine Jonen gemachte Miltheilung bezüglich der Wilderei in den Franck Ae c 5 Riner'schen Waldungen könnte bei Foren Lesern die falsche

Meinung hervoctusen, als ob die betreffenden Wilderer hiesige Einwohner seien.

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Ich bitte also ferner um Ver-!

Ihrer Leser interessiren.

Eine sehr seltene, hochinteressante Augenoperation

ist vor Kurzem von dem Privatdocenten Dr. J.

Hirschberg in seiner Klinik mit glänzendem Erfolge ausgeführt und Gegenstand eines Vor trages in der Berliner medicinischen Gesellschaft geworden. Am 11. September v. J., Morgens 8 Uhr, stand der 16jährige Eduard K. in Putt⸗ liz vor dem Ambos und war mit seinem Vater

mit Schmieden beschäftigt, als er ganz plötzlich

eine Verletzung des rechten Auges und Sebstörung desselben verspürte. Der zunächst aufgesuchte Arzt

schickte ihn schleunigst zu Dr. J. Hirschberg in Berlin.

Am Nachmittage desselben Tages wurde das verletzte Auge mit dem Augenspiegel unter- sucht und eine Millimeter lange und bis in den Glaskörper hineinreichende tiefe Wunde constatirt.

Natürlich konnte man nicht daran zweifeln, daß

diese Wunde von einem in den Augapfel einge drungenen Fremdkörper herrühre, der sich vor läufig noch dem untersuchenden Blicke entzog. Der Patient wurde sofort verbunden und in einem dunklen Zimmer zu Bett gebracht. An demselben Abend noch nahm Dr. Hirschberg eine zweite ein gehendere Untersuchung vor und sah hinter der Linse im unteren Theile des Glaskörpers ein großes Eisenstück von schwarzer, unregelmäßiger, scharf⸗ kantiger Beschaffenheit liegen. Am darauffolgenden Morgen wurde noch derselbe Zustand festgestellt und nun sofort zur Operation geschritten. Zu nächst ließ Dr. Hirschberg seinen Elektromagneten berrichten, den er schon seit längerer Zeit bei seinen Vorlesungen und Operationsübungen an lebenden Kaninchen benutzt. Es ist ein gewöhnliches Zink Kohle-Element, von dem zwei Drähte zu der Spirale geben. Dieselbe ist um einen hoblen Eisenkern gewunden, der in die beiden spitzen Pol enden übergeht, welche in das Auge eingeführt werden sollen. Dieser Elektromagnet vermag einen kleinen Eisenschlüssel bequem zu tragen und Eisen feilspäne, die erfahrungsgemäß hauptsächlich in Betracht kommen, aus der Entfernung von etwa 24 Millimeter anzuziehen.

dem Magneten aus dem Innern der Wunde heraus folgte. Nachdem dies glücklich geschehen, wurde die Wunde im Augapfel wieder vernäht. Die Operation war damit beendet und nur noch der zweckentsprechende Berband anzulegen. Der Eisen- splitter war 3Z Mm. lang, 2 Mm. breit und fast 1 Mm. dick, von schwarzer Farbe, mit scharfen unregelmäßigen Rändern, ohne Spur von Rost. Sein Gewicht betrug 20 Milligramm. Die Heilung erfolgte ohne jede entzündliche Ecscheinung. Schon nach einigen Tagen konnte das operirte Auge von einer Taschenuhr die Zeit sicher ablesen. Nach vier Wochen wurde der Patient geheilt und mit vollständig wiedererlangter Seh- kraft aus der Klinik entlassen.

Handel und Verkehr. Friedberg, 20. Jan. Fruchtbericht. Weizen M 23.25,

Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.

Friedberg 21. Jan. Wochenmarkt. Butter kosteie per Pfund M. 75 80 Pf., Eier per Stück 78 Pf.

Gießen, 20. Jan. Wochenmarkt. Butter per Pfund M. 0.90 1.5, Eier per Stück 78 Pf., Käse per Stück 49 Pf., Tauben das Paar 90 Pf., Hühner per Stück M. 1.200.00, Hähnen per Stück M. 1.500.00, Enten per Stück M. 2.0.00., Kartoffeln per 100 Kilo M. 5.8., Zwiebeln per Centner M. 10, Ochsenfleisch per Pfd. 68 Pf., Kuh- und Rindfleisch 4856 Pf., Kalb fleisch 40 bis 50 Pf., Hammelfleisch 5060 Pf., Schweinefleisch 60 Pf.

SN 17. Jan. Auf heutigem Wochenmarkt kostete der Centner Weizen M. 11.56, Korn M. 9.59, Gerste M. 8., Hafer M. 6.36, Erbsen M. 10.

Frankfurt, 19. Jan Viehmarkt. Angetrieben waren circa 400 Ochsen, 220 Kühe und Rinder, 250 Kälber und 200 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 68.70., 2. Qual. M. 63.66., Kühe und Rinder 1. Qual M. 54.56., 2. Qual. M. 47.48., Kälber 1. Qua. M. 54- 56., 2. Qual. M. 44.50., Hämmel und Schafe 1. Qual. M. 50.55., 2 Qiual. M. 40. 45. per 100 Pfd. Schlachtgewicht. Schweine 57 Pf. per Pfund.

Frankfurt, 19 Jan. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 43., Nr. 2 M. 41., Nr. 3 M. 35., Nr. 4 M. 31., Nr. 5 M. 25 Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 28.50, do. 1.(Berliner Marke) M. 27., do 2.(Berliner Marke) M. 2021., Weizen, effectiv hiesiger ab Bahnbof hier M 24.25, ab unserer Umgegend M. 23.50 24., do. fremder je nach Qual. M. 23.75 24.50, Roggen je nach Qual. M. 18.50 20., Gerste M. 17. 21., Hafer M. 13. 15.50, Kohlsamen M. 27. 28., Erbsen M. 19.27., Wicken M 1617., Linsen M. 20.40., Bohnen, weiße, M. 23.25., Rüböl, detail, M. 65. Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zoll⸗ gewicht= 100 Kilo.

D. Frankfurt a. M., 20. Jan. Die Böcse stand heute unter verschiedenen ungünuigen Einflüssen. Zuvör⸗ derst gaben die Rede des Abgeordneten Richter in Be⸗ iteff der Verstaallichung der Rhemischen und der Berlin⸗ Polsdamer Bahn und dessen Auslassungen gegen die Börse, Veranlassung zur Verflimmung. Auch die Erklärung des Minisiers Maybach, daß vorerst in der Verstaatlichungs⸗ Action Halt gemacht werde, war geeignet die Hausseposi⸗ lionen etwas zu erschüttern. Außerdem war es noch eine Londoner Depesche, nach welcher der Schatzkanzler Nor ih⸗ cote seine Parteifreunde einladet, zur Eröffnung des Par laments pünktlich zu erscheinen, da sogleich wichtige Be rathungen staltfänden, die die bereils vorhandene Neigung zum Veiknufen weiter anregte. Die Course der leitenden Werthe erlitten gegen gestern Abend meist Einhißen. Gegen Schluß war wieder eine kleine Besserung bemkkklich.

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