Ausgabe 
22.1.1880
 
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Donnerstag den 22. Januar.

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1880.

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Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Areisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

Die einspaltige Petitzelle wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Amtlicher Theil.

Bekanut ma chu n'g, betreffend die Prüfung der Bewerber um Berechtigung zum einjährig-freiwilligen Militärdienst im Frühjahr 1880.

Diejenigen jungen Leute, welche beabsichtigen sich der im nächsten Frühjahr statifindenden rubritirten Prüfung zu unterziehen, werden hier⸗ durch aufgefordert, ihre deßfallsigen Gesuche um Zulassung bei Meidung des Ausschlusses von dieser Prüfung spätestens bis zum 1. Februar 1880

lauf. Zu pos. b. wird noch besonders darauf hingewiesen, daß in dem Einwilligungsattest die Erklärung des Vaters oder Vormundes, in der Lage zu sein, den Freiwilligen während des einjährigen Dienstes unter- halten zu können, nicht fehlen darf und daß die Unterschrift des Vaters

cage ö bei der unterzeichneten Prüfungs Commission einzureichen. Hinsichtlich der[oder Vormundes beglaubigt sein muß. ban Anbringung der Gesuche wird im Speziellen das Folgende bemerkt: 5) In dem Gesuche ist außerdem anzugeben, in welchen zwei frem⸗ prechmnden 1) Das Gesuch ist bei der unterzeichneten Prüfungs Commission den Sprachen(Französisch, Englisch, Lateinisch oder Griechisch) der sich Fuemneht: nur dann anzubringen, wenn der sich Meldende im Großherzogthum Hessen[Meldende geprüft sein will. : seinen dauernden Aufenthaltsort hat. 60) In bereits früßer ein Gesuch um Zulassun 5.

. 5. f g zur Prüsung einge⸗ N 2) Die Zulassung zur Prüfung kann nicht vor vollendetem; i 5 1 5 Verein 17% Seeg lahr engen, reicht worden, so bleibt dem erneuten Gesuche nur ein Unbescholtenheits

Uhr präcls,

1879. en.

3) Das Gesuch muß von dem Betreffenden selbst geschrieben sein und ist hierzu ein Bogen in Actenformat(nicht Briefpapier) zu verwen- den. Auch erscheint es zweckdienlich, wenn stets die nähere Adresse ange⸗ geben wird.

4) Dem Gesuche sind folgende Papiere beizufügen: a. Geburtszeug⸗

zeugniß beizulegen. Ueber die Ansorderungen, welche an die zu Prüfen⸗ den gestellt werden, gibt die Prüfungsordnung(Anlage 2 zur Ersatzord⸗ nung J. Theil der Wehr Ordnung vom 28. September 1875 Regierungsblatt Nr. 55 von 1875) Ausschluß. Bezüglich des Prüfungs⸗ tetmins, sowie des Locals, in welchem die Prüfung stattfindet, erfolgt weitere Bekanntmachung. Eine spezielle Ladung erfolgt nicht.

18 auf 8 31 niß; b. Einwilligungsattest des Vaters oder Vormundes mit der Erklär⸗

Ir Gesc ung über Bereitwilligkeit und Fähigkeit den Freiwilligen während einer Darmstadt 55 220 Dezeubet 1850. 2 3

uin 5 einjäbrigen activen Dienstzeit zu bekleiden, auszurüsten und zu verpflegen; Großherzogliche Prüfungs⸗Commission für einjährig Freiwillige. schrfflches e. ein Unbescholtenheitszeugniß, welches von der Polizeiobrigkeit oder der Der Vorsitzende.

un ihnen im vorgesetzten Dienstbehörde auszustellen ist; d. einen selbstgeschriebenen Lebens⸗ Spamer.

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rstanb. ö g Deutsches Reich. Endlich liege es nicht ferne, daß veränderte Güter Regierung bei der Herslellung eines geordneten

e Darmstadt, 19. Jan. Der zweiten Kammer tarife auf allen deutschen Eisenbahnen(z. B. die Staatswesens zu unterstützen, wird wesentlich dazu 0 wurde ein die Errichtung einer stehenden Rhein⸗ Einführung einer zweiten Stückgutklasse) die Eisen- beitragen, den Wiederausbruch von Ruhestörungen

* 0 brücke zwischen Mainz und Kasiel betreffender Ge- bahnrente ganz allgemein in Zukunft dauernd in dem Inselstaate zu verhindern.

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Of. an die setzesentwurf vorgelegt, wonach die. Gegenüber der Nachricht auswärtiger Blätter, Gef. a 4

ermächtigt wird, auf Staatskosten eine stehende Berlin, 19. Jan. Abgeordnetenhaus. Ersie daß der Herzog von Cumberland die letzten von

W Brücke über den Rhein zwischen Mainz und Kastel Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend die Er Preußen bezüglich der bannoverischen Frage ge⸗ 5 auszuführen und zur Aueführung dieses Bauwerkes werbung der Rheinischen und der Berlin Potsdam machten Propositionen nicht anzunehmen beabsich⸗ I. 3,600,000 Mark zu 4% aufzunehmen. Magdeburger Eisenbahn. Die Vorlage wird der tige, hat dieN. A. Z. auf Grund amtlicher Reuß Der Finanzausschuß der zweiten Kammer Eisen bahn Commission überwiesen. Der zweite Informationen die Gewißheit, daß dem Herzog 11 bat sich in seiner Mojorität nunmehr für den Nachtrags Etat(Mehrbewilligungen zu Polizei von Cumberland gar keine Propositionen gemacht 235 Verkauf der Main⸗Weserbahn an Preußen aus- zwecken) wird der Budgetcommission überwiesen. worden sind oder zu machen beabsichtigt werden. gefühlen gesprochen, indem die Abgeordneten Schröder und Es folgt nunmehr die Fortsetzung der zweiten Wenn der König von Dänemark in wohlwollender Steh, Theobald, welche der früheren den Verkauf ver⸗ Berathung des Staats haushaltsetats. Titel 1 der Absicht vielleicht versucht haben sollte, seinen

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werfenden Majorität angehörten, nunmehr dem auf Zustimmung zu dem Verkaufe gerichteten An- trag beigetreten sind. Diese beiden Abgeordneten sind zwar nach wie vor der Ansicht, daß der an- gebotene Kauspreis ein dem Sachwerthe nicht ent⸗ sprechender ist und daß jedenfalls Preußen, wenn

1 es erst alleiniger Eigenthümer der Main Weserbayn

sein wird, dauernd eine gute Rente daraus ziehen wird. Dies schließe aber nicht aus, daß, nach⸗ dem der preußische Staat fast alle großen und für den Verkehr wichtigen Bahnlinien innerhalb seiner Machisphäre gekauft hat oder in Kürze er⸗ werben wird, er mit seiner Eisenbahnpolitik die finanziellen Interessen der Main Weserbahn, so lange Hessen ein werihvolles Miteigenthum daran hat, schwer schädigt. Hinzu trete, daß die im Bau begriffene Bahnstrecke Hanau- Friedberg mög- licher Weise ihre Fortsetzung nach Wetzlar finde, womit die Strecke Friedberg Frankfurt wesentlich

in ihren Einnahmen geschädigt wäre, während

Preußen als alleiniger Eigenthümer aller dieser Linien den Ausfall auf der einen Seite durch

Mehreinnahmen auf der anderen Seite ausge

glichen sehe.

Weiter werde die Errichtung des

Ceentralbahnhofs in Frankfurt a. M., für welche die Betheiligung der Main⸗Weserbahn von der Groß:

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herzoglichen Regierung bereiis gebilligt sei, resp. die Verzinsung des dafür aufzuwendenden Baukapitals die Gesammtrente der Main⸗Weserbahn voraus-

sichtlich auf lange Zeit nicht unbedeutend mindern.

Ausgaben des Justiz-Etats wird genehmigt. 20. Jan. Der Gesetzentwurf, betr. die Kreis- vertretung von Lauenburg, wird in dritter Lesung ohne Debatte genehmigt. Bei der dritten Berath⸗ ung des Gesetzentwurfs, betr. die Bestreitung der Kosten für die Bedürfnisse der Kirchengemeinden des linken Rheinufers, entspinnt sich eine lange Debatte über die sog. Glockenfrage im§. 4, und wird beschlossen, daß der Oberpräsident die ein⸗ zelnen Fälle der Benutzung nach Anhörung der kirchlichen Ober Behörden festsetzen soll. Die übrigen Paragraphen werden ohne Debatte in der Fassung der zweiten Lesung genehmigt. Der Gesetzentwurf, betr. die vagirenden und Gast Gemeinden Schlesiens, wird in dritter Lesung ohne Debatte genebmigt. Es folgt hierauf die dritte Lesung der oberschlesischen Nothstandsvor⸗ lage und wird der Entwurf unter Ablehnung verschiedener Amendements unverändert nach den Beschlüssen der zweiten Lesung genehmigt.

DerReichsanzeiger schreibt: Nach einer telegraphischen Meldung des Generalconsuls Zembsch aus Apia vom 29. Dezember, ist nach freund- schaftlicher Vermittelung der König Malietoa von ganz Samoa anerkannt worden. Damit hat der Streit zwischen den beiden Regierungs parteien seine Endschaft erreicht. Das inmittelst zwischen Deutsch⸗ land, England und der amerikanischen Union er- folgte Uebereinkommen, den König Malietoa amt lich anzuerkennen und durch ihre Vertreter seine

Schwiegersohn zu einer weniger schroffen Haltung zu bewegen als der Herzog nach dem Tode seines Vaters angenommen, so wäre dies wesentlich der Ausdruck der friedliebenden vermittelnden Gesinn⸗ ung dieses Monarchen. Die Regierung hat hier⸗ über keine Kenntniß, würde auch, wenn um ihre Meinung gefragt, ihre Ueberzeugung dahin aus⸗ gesprochen haben, daß Friedensvorschläge beim

Herzog von Cumberland kein Entgegenkommen zu

erwarten haben; dazu hat der Herzog zu viel Rathgeber um sich, deren Interessen mit dem Prä⸗ tendententhum untrennbar verbunden find, deren Lebensstellung mit der Aufgabe desselben ohne Aussicht auf Ersatz hinfällig würde.

Die Einigung Badens mit der Curie über das Culturexamen bestärkt die Hoffnung unserer Kirchenkreise auf baldige Herstellung des Friedens mit Rom.

Das Reichsschatzamt veranschlagt das Plus der Einnahmen an Zöllen, Verbrauchssteuern und Aversen für das nächste Etatsjahr auf 55,498,110 M. Der nächstjährige Reichs- In validenfonds veran⸗ schlagt in Ausgabe 32,098,512 M., in Einnahme 23,826,223 M., deshalb ist 8,272,289 M. Capital⸗ Zuschuß erforderlich.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 18. Jan. Die ungarische Delegation votirte in ihrer heutigen Plenarsitzung das Marinebudget nach den Aus- schußanträgen und genehmigte einstimmig den Nach-