Ausgabe 
12.8.1880
 
Einzelbild herunterladen

hat der König den Ministerpräsidenten v. Lutz ermächtigt, die Huldigungsadressen der beiden Kammern in seinem Namen in Empfang zu nehmen. Die Staatsregierung hat bezüglich des dem Bundes rathe vorliegenden Antrags auf Beschränkung der Wechselfähigkeit, die Handels⸗ kammer des Landgerichts München I. zu einem Gutachten aufgefordert. Dieselbe sprach sich ein⸗ stimmig gegen jede Beschräukung der Wechsel fähigkeit aus. 5

Straßburg. DieKreuzztg. erfährt aus sicherer Quelle, daß das Gerücht, der Gouverneur von Straßburg, Generallieutenant v. Schkopp, habe seinen Abschied erbeten oder wolle ihn nach suchen, vollständig unbegründet ist.

Ausland.

Frankreich. Paris. Nach den jetzt voll⸗ ständig vorliegenden Resultaten der Stichwahl en für die Generalraͤthe sind unter den Gewählten 96 Republikaner und 38 Conservative. Die Republikaner gewannen 55 Sitze ihren Gegnern ab, die Conservativen desgleichen 8..

9. Aug. Die französischen Panzerschiffe Jeanne d'Arc undProvence sind heute von Athen nach Tunis abgegangen.

Cherbourg, 9. Aug. Der Präsident der Republik wurde bei seiner heutigen Ankunft von dem Municipalrath, den Senatoren und Depu⸗ tirten, dem Stabe der Garnison und Marine empfangen. Hierauf fand in der Seepräfectur eine Vorstellung der Mitglieder sämmtlicher Ver⸗ waltungen statt. Der Präsident der Republik wurde auf der Herreise in Lizon, Caen und Bayeux von den Bürgermeistern begrüßt. In Bayeux sagte der Bischof, der Clerus setze trotz seiner Befürchtungen und Beunruhigungen Ver⸗ trauen in den Präsidenten und halte sich fern von der Politik. Der Präsident erwiederte dar auf, der Clerus habe keinen Grund, sich zu be unruhigen, da weder die Religion noch die Kirche bedroht seien.

9. Aug. Die englische PachtEnchan⸗ treß ist gestern Abend hier eingelaufen, an deren Bord sich der erste Lord der Admiralität, Northbrook, und der Commandant von Ports mouth, Admiral Riders, befinden, welche den Präsidenten der Republik im Namen der Königin Victoria begrüßen sollen. Heute Vormittag wohnten die Präsidenten Grevy, Say und Gambetta dem Stapellaufe der Panzerfregatte Magon bei und besuchten sodann die Rhede und die Flotte.

Großbritannien. London, 10. August. Oberhaus. Minister Granville erklart auf Be fragen Stanley's: Wenn der Türkei gestattet werde, zu bleiben, wie sie ist, wenn in Konstanti nopel nicht einmal Leben und Eigenthum ge sichert sei, dann würde man bei dem sehr nahen Ende der bestehenden Zustände in der Türkei angelangt sein. Der Zweck der vereinbarten europäͤischen türkenfreundlichen Aktion sei die Verhinderung einer Catastrophe, welche nicht nur für die Türkei, sondern auch für Europa sehr gefährlich sei. Die türkische Antwort auf die Collectivnote über die griechische Frage sei keine Weigerung, trage aber einen dilatorischen Charakter. Goͤschen sei von der Haltung und Sprache der übrigen Botschafter sehr befriedigt. Der Vertreter Englands bei der internationalen Commission, Fitzmaurice, berichte von der herz⸗ lichen Einhelligkeit sämmtlicher Delegirten. Unter haus. Staats⸗Seeretär Hartington theilt mit, die Regierung habe die zweifellose Absicht, un geachtet der Niederlage bei Kandahar, sämmtliche Truppen sofort aus Kabul zurückzuziehen. Die Absicht habe läugst bestanden. Die jüngste Nie derlage sei kein Grund zur Modifikation. General Steward habe sich mit diesem Eutschlusse ein⸗ verstanden erklart.

Türkei. Constantinopel. Die Pforte soll eut⸗ schlossen sein, den Wunschen der Machte nach Ab⸗ tretung Duleigno's an Montenegro zu entsprechen.

Der Sultan befahl dem Kriegsminister am 11. August sich mit 2000 Mann nach Dul⸗ cigno zu begeben; der Minister soll die Garantie

übernehmen, daß der Distriet Duleigno in der stipulirten Zeit übergeben werde. Der Sultan befahl ferner, eine genaue Grenzlinie gegen Griechenland anszuarbeiten, welche den Machten unterbreitet werden soll.

Rumänien. Bukarest, 9. Aug. Fürst Karl reist morgen nach Wien ab, wo er sich einen Tag aufhalten wird, von da nach Ischl zum Besuche des Kaisers von Oesterreich und von Ischl direct nach Sigmaringen zu seinem Vater. Bulgarien. Sofia. Das diesjährige Aus⸗ gabenbudget ist auf 27,306,267 Fres. veranschlagt, wovon auf das Kriegsbudget 11,250,000 Fres. kommen; der Mehrbedarf von 4 Millionen im Vergleich zum Vorjahre wird durch Erhöhung der Zölle, der Salz- und der Tabaksabgabe, sowie Neueinführung von Zöllen gegen Rumelien und Macedonien gedeckt.

Der Fürst verweigerte die Sanction des von der gesetzgebenden Versammlung votirten Gesetzes über die bulgarische National-Armee, weil dasselbe festsetzt, daß der Armee⸗Comman⸗ dant wählbar sei.

Griechenland. Athen. Die vor mehreren Monaten beurlaubten Kriegsmarine-Matrosen sind einberufen worden.

Rußland. Petersburg. An der unter dem Vorsitze des Wirklichen Geheimrath Walujew zusammentretenden Commission zur Revision des Preßgesetzes nehmen Theil: Loris-Melikow, Ma⸗ kow, Laburow, Abaza und andere höhere Beamte. Die Nachricht, daß die Presse durch Mitglieder derselben innerhalb der Commisston selbst ver⸗ treten sein würde, bestätigt sich nicht; doch dürfte die Commission sich mit solchen behufs Vernehm⸗ ung derselben in Verbindung setzen.

In letzter Zeit wurde die Controle der in russischen Häfen, speziell Reval und Kronstadt, einlaufenden fremden Schiffe ungemein verschärft. Wie verlautet, handelt es sich dabei um Ver⸗ hütung der Einführung bedeutender unter ge heimnißvollen Umständen signalisirter Posten von Dynamit, von denen ein Theil auch wirklich mit Beschlag belegt worden sein soll. Die Ankü. digung weiterer Sendungen auf demselben Wege fiel der Regierung in die Hände..

Aegypten. Kairo. Durch Decret des Khedive ist Frederick Goldsmid zum Controleur der Daira Sanieh ernannt.

Aus Stadt und Land.

L. Friedberg. Die Gesammtsterblichkeit im Kreise Friedberg betrug: im Monat Mai 112, darunter 16 Kinder im 1. Lebensjahre; 26 Todesfälle sind erfolgt in Folge von Lungenschwindsucht, 1 von Diphtheritis, 1 von Unterleibstyphus; von diesen Todesfällen entfallen auf die Städte Friedberg 10(2 Ortsfremde im Hospital), Bad Nauheim 6, Butzbach 3, Vilbel 4; im Monat Juni 106, darunter 22 Kinder im 1. Lebensjahre; 12 Todesfälle sind erfolgt in Folge von Lungenschwindsucht, Avon Diphtheritis, 5 von Diarrhöe(Kinder unter 1 Jahr). Von diesen Todesfällen entfallen auf die einzelnen Städte: Friedberg 1105 Ortsfremde im Hospital), Bad⸗Nauheim 6, Butzbach 5, Vilbel 10.

S. Friedberg, 10. Aug. In der gestern stattge⸗ habten öffentlichen Sitzung des Gemeinderathes wurde in einer Unterstützungswohnsitz- Angelegenheit ein kleiner Posten auf die Stadtkasse übernommen, sodann wurden mehrere Gesuche um Befristung und Nachlaß von Schul⸗ geldern erledigt. Der Stadtbaumeister legte die Wirth⸗ schaftsrechnung über die Neupflästerung der Bahnhof⸗ (Haagk-Istraße vor. Für diese Pflasterung waren M. 30,000. vorgesehen, der Voranschlag bezifferte sich auf M. 29,000., die wirklichen Kosten belaufen sich auf M. 20,471. 77 Pf., so daß also M. 9528. 23 Pf. weniger als vorgesehen, verausgabt wurden. Die Rechnung wurde nach voraus⸗ gegangener Prüfung genehmigt. Die Arbeiten zur Ein⸗ friedigung des Sprungplatzes wurden an die Wenigst⸗ Fordernden vergeben. Die Lieferung einer Anzahl guß⸗ eiserner Muscheln für die städtischen Brunnen erhielt auf Grund der Accordsbedingungen Max Henckel, als der am wenigsten Fordernde. Ueber die Anlage einer neuen Straße nächst dem Bahnhofe erstattete die Baueommission wieder⸗ holten Bericht und wurde nach einer lebhaften Debatte, in welcher ein Theil der Mitglieder die Ansicht vertrat, das Projekt ganz fallen zu lassen, ein anderer dagegen für die demnächstige Ausführung sich aussprach, beschlossen den Stadtbaumeister zu beauftragen, weitere Verhand⸗ lungen mit den betheiligten Grundbesitzern zu führen und auf Grund der neuerdings gestellten billigeren Offerten eine nochmalige möglichst genaue Kostenberechnung aufzu⸗ stellen. Wegen des dermalen auf dem hiesigen Friedhofe

geübten Modus der Beerdigung war seitens des Kreis⸗

gesundheitsamtes eine Beanstandung erfolgt, die durch

eine zwischen letzterer Behörde und der Friedhofscommifston stattgehabte Verständigung als erledigt erklärt wurde. R. N

id da, 9. Aug. Forstwart Debus von Glas⸗ hütten ist heute Nachmittag mit seinem Hühnerhund vom Blitz erschlagen worden. Er war im Begriffe nach dem Walddistriet Scheidwald zu gehen, als ihn das Gewitter noch im Ort überraschte und er vor demselben Schutz unter der Linde vor dem Ort suchte, wo er und sein Hund von dem Blitzstrahl getroffen und augenblicklich getödtet wurden.

Allerlei.

Langenschwalbach. Vor einigen Tagen wurde hier ein polnischer Schnorrer wegen 8 Derselbe trug eine werthvolle goldene Uhr nebst goldener Kette, mehrere goldene Ringe und, außer einer bedeutenden Summe in baarem Gelde, Werthpapiere im Betrage von 10,000 Mark bei sich.

Fulda, 5. Aug. Eine grausige That wurde heute auf dem Felde bei Morschen begangen. Dort gerieth ein mit Roggenschneiden beschäftigkes, noch junges Ehe⸗ paar in Streit, in Folge dessen der zornige Mann seiner Frau den Kopf mit der Sense abhieb. Nach vollbrachtem Gattenmord ergriff der Missethäter die Flucht.

uld a. Wie im ganzen Regierungsbezirke wurden auch hier Ermittlungen angestellt über den Verlust an Obstbäumen durch den strengen und anhaltenden Frost des vorigen Winters. Es zeigte sich, daß im ganzen Kreise Fulda 55,212 Obstbäume erfroren sind und zwar 12,848 Aepfelbäume, 3568 Birnbäume, 2570 Kirschen⸗ bäume, 36,111 Zwetschenbäume und 115 Wallnußbäume, Bei einem Gesammtbestand von 219,926 Stück ergibt dies einen Procentsatz von 25,11 pCt. oder rund den vierten Theil.

Saarbrücken, 8. Aug. Heute hat die feierliche Uebergabe des neuen Rathhaussaales mit den von dem Kaiser gestifteten historischen Gemälden durch den Ober⸗ präsidenten der Rheinprovinz an die Stadt stattgefunden.

Berlin, 9. Aug. Das Festmahl zu Ehren Nor⸗ denskjöld's und Schliemann's fand heute im festlich dees⸗ rirten Saale desKaiserhofes statt. Unter der Tisch⸗ gesellschaft, die etwa 350 Personen zählte, befanden sich außer den Theilnehmern an der Festlichkeit im Rathhause auch die Minister Lucius, Falk u. A. Nordenskjöld und Schliemann saßen zwischen Virchow und Nachtigal.

Genossenschaft zur Förderung der öffentlichen Gesundheitspflege.

Die vorletzte Nummer desOberh. Anz. brachte eine Mittheilung, wonach die Stadt⸗ verordneten von Essen beschlossen haben, eine Bade⸗Anstalt zu errichten und für diesen Zweck in dem diesjährigen Voranschlag 100,000 M. auszuwerfen. Andere Gemeinden, die nur einiger⸗ maßen in der Lage sind, es zu thun, mogen dem Beispiele Essens folgen; die öffentliche Ge sundheitspflege verlangt heute nicht nur von größeren Gemeinden gut eingerichtete Kranken⸗ häuser, sie verlangt auch mit gleichem wenn nicht größerem Rechte die Anlage von Turn⸗ plätzen, von Bade⸗Anstalten u. dgl. Alles was dazu dient, den Menschen zu kräftigen, ihn gegen Krankheiten widerstandsfähiger zu machen, hat neben Erreichung dieser Zwecke die Aufgabe, vorzubeugen, zu verhüten, daß er von manchen Krankheiten getroffen wird, die, wenn einmal zum Ausbruch gelangt, oft zu ihrer Hebung viel Pflege, Aufwand von Geld und Zeit Beides kostbare Dinge im günstigsten Falle erfordern. Es ist wohl im Allgemeinen unbestritten, daß die ärztliche Wissenschaft in unseren Tagen größere Erfolge dadurch erzielt, daß es ihr gelingt, dem Ent stehen und der Ausbreitung von Krankheiten vorzubeugen, als daß sie ausgebrochene Krankheiten heilt. In der Hand der Menschen liegt es zunächst, die Winke und Empfehlungen für eine natur⸗ und vernunftgemäße Lebens weise, die die Wissenschaft ertheilt, ernst lich zu beherzigen. Der öffentlichen Gesundheits⸗ pflege in Friedberg dient das seit vorigem Jahre bestehende Volksbad. Es in eine städtische Anstalt zu verwandeln, wäre wohl auch füt uns das Richtige; zur Zeit ist jedoch nicht daran zu denken.(Es sei hier nebenbei nur an die Wasserversorgung der Stadt erinnert, eine ungleich wichtigere Frage, die schon seit Jahr⸗ zehnten einer befriedigenden Lösung harrt.) Soll es in höherem Maaße als bisher so eingerichtet und ausgestattet werden, daß es jedem Be⸗ dürfnisse entspricht(wozu in erster Linie dle Aus baggerung der beiden Bassins gehören würde), so bietet sich als nächstes Mittel, dies zu er⸗ langen, die Gründung einer Genossen:

schaft. Der verehrte Volksmann Dr. Schulze

ettelns verhaftet.

Pestaltulg sebens be

f falt, wie Tuler e

deem zpecke in xt. durch eilrtten k. i Sicher Zubesserus In verliel sades. ingen, die 50 3 bumen, il Hatlichen Wonßläge dach auf

tittwe dee Gen pelcher B ait dem hafter ey Hauptauff sorhank

eseht.

de Grün haft her schern,

Ar unser dor

derthe tellender

creo

Hahren welcher

ae ienstas Tuch m

roͤßten

Mindestet

f Mittel ul f Auwendu

1

Tier arialin faule 2 Ioͤrde ease nat mallic a dies e Ki Lehrun, 1