Ausgabe 
5.6.1879
 
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etreffend: Die Landeswaisen-Anstalt, hier Unterstützungen aus derselben zur Anschaff ung von Conflmationskleldern.

von Confirmationskleidern nachgesucht wird.

Friedberg am 31. Mai 1879.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Es kommt häufig vor, daß Eingaben an die Landeswaisen ⸗Anstalt direct eingereicht werden, in welchen um Unterstützung zur Beschaffung] Gun

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Wir finden uns dadurch veranlaßt, Sie auf das mit Verfügung vom 18. Juli 1873, Anzeiger Nr. 7, mitgetheilte Ausschreiben Großh. Provinzial-Direction Starkenburg aufmerkam zu machen, wonach solche Gesuche durch unsere Vermittelung einzureichen sind, außerdem aber denselben

immer eine pfarramtliche Bescheinigung beiliegen muß, daß das betr. Kind zur Confirmation oder ersten Communion auch wirklich zugelassen wird.

Zur Verhütung von Unglücksfällen wird bekannt gemacht, daß nach Anzeige des Bezirks Commandos die Schießübungen auf der Seewiese dahier bereits begonnen haben und wird vor Betreten des Schießbereichs während der durch eine auf der Schießmauer aufgehißte Flagge bezeichneten Auch empfehlen wir den Großherzoglichen Bürgermeistereien der dem Schießplatze zunächst gelegenen Orte Bekannt⸗

Uebungszeiten hiermit gewarnt. machung durch die Schelle. Friedberg am 31. Mai 1879.

J. B. d. K.: Küchler, Kreis ⸗Assessor.

Bekanntmachung.

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Großherzogliches Kreisamt Friedberg. B. d. K.: Küchler, Kreis Assessor.

Deutsches Reich. Darmstadt. war während des Pfingstfestes zum Besuch bei der großherzoglichen Familie anwesend. DerDarmst. Zig. geht die Mittheilung zu, der Fürst von Bulgarien werde vor dem Sultan nicht im schwarzen Ueberrock und mit dem Fez, sondern in hessischer Uniform erscheinen. Darmstadt. Die Nummern 14, 15 und 16 des Regierungsblatts enthalten die Verordnungen über die Vorbereitung für den Staatsdienst im Justiz- und Verwaltungsfach, die Verordnung zur Ausführung des Deutschen Gerichtsverfassungs- Gesetzes und des Einführungsgesetzes dazu, sowie die Verordnung über die Bildung der Schöffen gerichte und der Schwurgerichte. Das Regierungs⸗ blatt, Nr. 17 enthält die Verordnung über die Ernennung der Handelsrichter. Militärdienstnachrichten. Zernin, Port. Fähnr. vom 2. Rhein. Inf. Regt. Ne. 28, in das 1. Großh. Inf.⸗Regt. Nr. 115 versetzt; Bernard, Unterarzt der Res. vom 1. Bat. 4. Großh. Landw.⸗Regts. Nr. 118, zum Assistenzarzt 2. Kl der Res. befördert.

Der Gerichts- Accessist Dr. Scherer aus Urberach wurde zum Advokatanwalt in Mainz ernannt. Der Präsident des Ober-Appellations- und Kassationsgerichts, Dr. Zentgraf, und der Vicepräsident des Obergerichts in Rheinhessen, Freih. von Jungenfeld, wurden ihrer Eigenschaft als Prüfungs⸗Commissäre für das Justiz- und Verwaltungsfach auf Nachsuchen enthoben.

In Folge des Ablebens des bisherigen Regierungs- Commissärs bei der Hessischen Lud⸗ wigs⸗Eisenbahn, Geh. Oberbaurath Renner, ist dem Ministerialrath Weber, welcher seither bereits mit den Functionen eines zweiten Regierungs- Commissärs bei d, genannten Gesellschaft betraut war, die Wahrnehmung der bezüglichen Geschäfte übertragen worden.

Am 30. Mai ist im Regierungsblatt die Publication der neuen Gerichts verfassung erfolgt. Für ganz Hessen wird ein Oberlandesgericht mit dem Sitze in Darmstadt errichtet, jede der drei Provinzen erhält ein Landgericht(zu Darmstadt, Mainz und Gießen). Amtsgerichte sind für folgende Orte beflimmt: Darmstadt(2), Beerfelden, Fürth, Gernsheim, Großgerau, Großumstadt, Hirschhorn, Höchst, Langen, Lorsch, Michelstadt, Offenbach, Steinheim, Seligenstadt, Wald- Michelbach, Wimpfen, Zwingenberg, Gießen, Alsfeld, Alten stadt, Büdingen, Butzbach, Friedberg, Grünberg, Herbstein, Homberg, Hungen, Laubach, Lauterbach, Lich, Bad⸗Nauheim, Nidda, Ortenberg, Schlitz, Schotten, Ulrichstein, Vilbel, Mainz, Alzey, Bingen, Niederolm, Ober- Ingelheim, Oppenheim, Ost- hofen, Pfeddersheim, Wöllstein, Wörrstadt, Worms. Kammern für Handelssachen werden in Darmstadt, Offenbach, Gießen, Mainz und Worms errichtet und deren Vorsitzende demnächst bestimmt. Die Aufsicht über die Standes- Beamten bleibt den Gerichten, die Amtstracht der gerichtlichen Beamten soll durch besondere Verordnung festgesetzt werden.

Berlin, 3. Juni. Der Kaiser ist gestern im Schloß Babelsberg abermals im Zimmer aus- geglitten und auf die Kniescheibe gefallen. Die Anschwellung ist nicht bedeutend. Der Kaiser hat

Die Anträge der Bundesraths- Ausschüsse für die

licht das Sperrgesetz und eine Bekanntmachung des

die Nacht gut geschlafen.

Zur goldenen Hochzeit des kaiserlichen

Rußland und den Großfürsten Alexis und Sergius hier ein: Der König und die Königin von Sachsen, der Großfürst Michael von Rußland, der Herzog und die Herzogin von Edinburg, die großher⸗ zoglich badische Familie, der Großherzog und Ecbgroßherzog von Mecklenburg Strelitz, die Mecklenburg⸗Schwerin'schen Herrschaften, der Prinz und Prinzessin Wilhelm von Württemberg, Prinz Luitpold von Bayern, Prinz Wilhelm und Prinz Luitpold als Vertreter des Königs von Württem⸗ berg und resp. des Königs von Bayern, und der Landgraf und Landgräfin von Hessen.

Berlin, 30. Mai. In der heutigen Plenar⸗ Sitzung des Bundesraths wurde der Gesetzentwurf über die Verfassung Elsaß Lothringens vorgelegt.

Verfassung und das Justizwesen von Elsaß⸗Loth- ringen zielen darauf ab, dem Entwurfe eine prä cisere Fassung zu geben.

31. Mai. DerReichsanzeiger veröffent-

Reichskanzlers, wonach der Eingangszoll für Roh- eisen, Brucheisen und Abfälle aller Art Eisen mit 1 Mark pro 100 Kilo in vorläufige Hebung ge setzt wird.

Der Antrag des Abg. Reichensperger auf Beschränkung der Wechselfähigkeit wurde von der Wucher-Commission abgelehnt. Die geplante Ein- führung zweijähriger Budgetperiode ist keinenfalls für die laufende Session zu erwarten. An die Rückkehr zur Doppelwährung wird vielfach geglaubt.

Der deutsche General-Consul in Aegypten überreichte dem Khedive am 18. Mai in Kairo einen motivirten Protest der Reichs- Regierung gegen die Finanzdeerete vom 22. April. Eine mit der deutschen genau übereinstimmende Erklär⸗ ung wurde von dem Vertreter Oesterreich-Ungarns dem Vicekönig zugestellt.

Ausland.

Oesterreich⸗ Ungarn. Wien. Die österrejchische Besetzung von Priboj, Priczeolje, Bjelopolje ist unmittelbar bevorstehend. Die be standene Schwierigkeit mit der Pforte ist beigelegt. Oesterreich wird blos mit 5000 Mann ein- marschiren, dagegen übernahm die Pforte die Verpflichtung, ihre im Sjenica Novibazar stehen⸗ den regulären Truppen, zusammen ca. 15,000 Mann, zur Unterstützung der Oesterreicher aufzu⸗ bieten, falls gegen letztere Widerstand seitens der Arnauten eintreten sollte.

Pest, 29. Mai. Unterhaus. Der Gesetz⸗ entwurf in Betreff der Bedeckung der außerordent- lichen gemeinsamen Ausgaben pro 1878 wurde genehmigt.

Schweiz. Bern, 2. Juni. Die Bundes- versammlung wurde mit Ansprachen der abtreten den Präsidenten beider Räthe eröffnet. Im Nationalrath drückte Prästdent Römer Bedauern aus über die Wiedergestattung der Todesstrafe und knüpfte daran die Mahnung zu republikanischer Unterordnung unter den Willen der Mehrheit. Im Ständerath sprach Gengel die Hoffnung auf einstige gänzliche Abschaffung der Todesstrafe und Einführung der Rechtseinheit aus. Im National-

rath wurde Künzli(Aargau), liberal, zum Prä-

sidenten, Burkhardt(Basel), liberal, zum Viee⸗

bisherigen Vicepräsidenten Stehlin(Basel), con- servativ, zum Präsidenten. Zum Vieepräsidenten wurde Sabli(Bern), liberal, gewählt. Frankreich. Paris, 1. Juni. Der Prä⸗ sident der Republik empfing heute den Prinzen Battenberg, welcher am 4. Juni sich nach London begeben wird. Versailles, 30. Mai. Spuller, Referent der Commission für die Ferry'schen Unterrichtsge⸗ setze, legte den Bericht der Commisston, welcher die

Annahme der gedachten Gesetze empfiehlt, vor.

Belgien. Brüssel. Die Correspondenz zwischen Belgien und dem Vatican wird der Kammer mitgetheilt werden. Dieselbe ergibt, daß der Episcopat angewiesen ist, Angriffe gegen die constitutionellen Institutionen zu vermeiden.

Großbritannien. London, 30. Mai. DasR. B. meldet aus Simla: die Regierung hat fast sämmtliche britischen Truppen aus Jellalabad zurückbeordert. Die Ratification des mit Jakub Khan abgeschlossenen Friedensvertrages sollte heute stattfinden.

Nachrichten aus Kapstadt vom 14. Mai zufolge verlegte Oberst Wood sein Quatier von Kambula nach Queens Kraal am weißen Umvolost⸗ Flusse, um die Verbindung mit General Rewde gate zu erleichtern. Ununterbrochen gehen Trans porte zwischen Tugela und den am weitest vorge⸗ schobenen Forts. Nur selten werden Zulus bemerkt.

Spanien. Madrid, 31. Mai. In einer Versammlung von 230 ministeriellen Deputirten erklärte Martinez Campos, er werde die von Canovas del Castillo inaugutirte liberalconserva⸗ tive Politik fortführen, die Armee auf 13,000 Mann reduciren und alle möglichen Ersparnisse einführen, Der Ministerprästdent appellirte an die Vereinig⸗ ung der Liberalconservativen zur Lösung der cuba nischen und anderer schwebender Fragen.

Italien. Rom. Der Papst bereitet eine Allocution gegen das neue italienische Strafgesetz über die obligatorische Präcedenz der Civilehe vor,

Türkei. Constantinopel, 2. Juni. Gestern wurde ein außerordentlicher Ministerrath zusammenberufen, welcher die gegenüber den Bul⸗ garen in Ostrumelien zu beobachtende Haltung erörterte, da diese die Aufpflanzung der türkischen Fahne in Philippopel verhinderten. Vor dem Ein⸗ zug Aleko Pascha's war die bulgacische Fahne aufgezogen, die aber auf seinen Befehl einge zogen werden mußte. Dafür sollte aber auf Verlangen Aleko's die türkische Fahne aufgezogen werden, was jedoch unterblieb, indem die Muni⸗ cipalität die dadurch entstehende Aufregung vor schützte.

Griechenland. Athen, 28. Mai. Eine un⸗ gefähr 500 Mann starke türkische Truppenabtheilung überschritt in Verfolgung einer etwa 150 Mann starken Räuberschaar die griechische Grenze bei Ktemenion in der Meinung, daß sich die Ver- solgten dahin geflüchtet hätten. Da die türkischen Truppen der Aufforderung der griechischen Grenz⸗ wache, sich über die Grenze zurückzuziehen, nicht nachkamen, vielmehr Feuer auf die Wache gaben, entspann sich ein gegen drei Stunden dauernder Kampf, worauf die Türken über die Grenze zu⸗ rückgingen,

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Prinz Wilhelm von Preußen Paares treffen außer dem Kaiser Alexander von präsidenten gewählt. Der Ständerath wählte den

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