1878
Donnerstag den 31. Januar.
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Oberhes
sischer Anzeiger.
Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.
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der Verlags-Cxpedi
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Für die Monate Februar und März kann auf der
Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.
Kreisblatt für den Areis Friedberg.
„Oberhessischen Anzeiger“ bei tion mit 67 Pf., bei den Poststellen mit 1 Mark abonnirt werden.
die VI. Periode 1877 bis zum 15. Februar die Friedberg den 30. Januar 1878.
An die Großh. Bürgermeisteteien in den Großh. Distriktseinnehme Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die
reien Friedberg und Nieder Wöllstadt. Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Berichtigung der Forst. und Felt strafen für s Jahres an den Zahltagen Dienstags und Donnerstags ohne Mahnung anher gescheben kann. Groß berzogliche Distrektstinnehmereten Friedberg und Nieder Wöllstadt. Welgel. Nieß.
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Deutsches Reich. Darmstadt.
d. J. in Aussicht. ordneten gesetzlich austreten. Für Starkenburg treten aus: Hepdenreich, Jost(Allertehofen), Keller, Königer, Martin, Usinger, Weyrauch, Weber, Welcker, Wolfskebl; für Oberhessen: Dittmar, Hofmann, Hirschhorn, List, v. Rabenau, Schmalbach, Scriba, Sturmfels; für Rheinhessen: Amann, Dumont, Edinger, Möllinger, Occhener, Schröder, v. Wedekind(Darmstadt). Die Aus- scheidenden sind wieder wählbar.
Berlin, 28. Jan. In der heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses legte der Cultus mintister inen Gesetzentwurf vor, betreffend die Besugniß der Commissare für die bischöfliche Vermögensver— waltung in erledigten Diöcesen zur Anwendung on Zwangs Mitteln. Der einzige Paragraph dieses Entwurfs bestimmt: Die qu. Commissarien ind berechtigt, die von ihnen in Ausübung der
zesetzlichen Befugnisse
Besetzes zum Schutze der persönlichen Freiheit om 12. Febr. 1850 unmittelbaren Zwang anzu⸗ venden, wenn die getroffene Anordnung ohne solchen 1 icht durchzuführen ist. Der Festsetzung der Geld- trafen muß immer eine schristliche Androhung vorher ehen. In dieser ist, sosern eine Handlung er- wungen werden soll, die Frist zu bestimmen, unerhalb welcher die Ausführung erfordert ist. 65— Laut Bericht des Reichskanzlers an den undesrath über den Stand der Kriegskosten- Entschädigung verblieben noch zu vertheilen 13,145,414 Mk. 13 pf. Die Gesammt⸗ Ein- babhme betrug 4204,05 1,259 Mk. 63 Pf. — 29. Jan. Das Staate ministerium ver- ummelte sich in den letzten Tagen wiederholt und
Iq.„ sielt auch gestern wieder eine Sitzung ab. Es en handelte sich dabei vorzugsweise um Stellungnahme e een n verschiedenen zur desiniliven Beschlußnahme
sehenden Landtags Vorlagen und um allgemeine
arlamentarische Dispositionen.
Fession gilt nach wie vor als unwahrscheinlich. München, 28. Januar. Wie die hiesigen
Neuesten Nachrichten“ vernehmen, ist Herzog
darl Theoror in Bahern zu Possenbofen schwer Blut Erbrechen erkrankt und Professor Buhl sein Krankenlager berufen worden.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 28. Jan. e Stattbalter Rodie wird morgen hier erwartet. e Ministerkrise ist unentschieden. Der Kaiser
Bekanntlich muß nach dem deshalb morgen hierher. neuen Landtagswahlgesetz die zweste Kammer für 8 den solgenden(XXIII.) Landtag(1879— 1881) officiel mitgetheilt. i in ibrer Hälfte ergänzt werden und stehen die Andrassy tine Note nach Petersburg, worin er hierzu erforderlichen Neuwahlen für den Sommer vollständige Mitwirkung bei der Umgestaltung der Es ist deßbalb schon jetzt Balkan Halbinsel reclamirt und Rußland an sein von Interesse zu wissen, welche der Abge- Versprechen, Oesterreichs Interesse zu berücksichtigen,
Berwaltung und Aussicht getroffenen, durch ihre gerechtfertigten Anordnungen urch Exccutiv- Gelt strafen bis 150 M. durchzu etzen, sowie unbeschadet der Bestimmungen des!
gleichs Verhandlungen stehen bevor.
Tisza kommt] Tag, ohne daß die Unterzeichnung erfolge. Die Russen setzten ihren Vormarsch fort. Den Wunsch, der Pforte Rath zu ertheilen, habe England nicht, weil damit eine große Verantwortlichkeit verbunden sel. Die vom Grafen Schuwaloff der Regierung nicht ofsiciell mitgetheilten Friedens- Grundlagen, worüber die einschlägigen Schriststücke dem Hause morgen wieder vorgelegt werden, seien folgende: Bulgarien solle, soweit die bulgarische Nationalität sich erstrecke, jedoch in keinem geringeren Umfange als die Conserenz von Konstantinopel bestimmt habe, ein autonomer Tributär⸗Staat sein, unter einem christlichen Gouverneur. Die türkischen Truppen sollten nach noch näher zu bestimmenden Punkten zurückgezogen werden. Die Unabhängig- keit Montenegros mit einem dem militärischen Status quo entsprechenden Gebietszuwachs, wofür die Bestimmung der Grenze vorbehalten bleibe. Volle Unabhängigkeit Rumäniens unter ausreichen der territorialer Entschädigung. Völlige Unab⸗ hängigkeit Serbiens mit entsprechender Grenz- berichtigung. Bosnien und der Herzogowina sollten ähnliche Resormen wie den anderen christ⸗ lichen Provinzen der Türkei gewährt werden. Die Kriegs- Entschädigung solle in Geld, Laͤnder-Zu⸗ wachs oder anderen Aecquivalenten bestehen und
Die
— Präliminarien wurden Oesterreich
Als Antwort hierauf richtete
erinnert. Er besttreitet die Zulässigkeit einer langen Occupation Bulgariens durch die Russen Auch die Frage der Donau- Mündungen nebst mehrerem Anderen wird in der Note betührt
Pest, 28. Jan. Das Unterhaus verwarf mit einer Majorität von 19 Stimmen den An— trag auf Vertagung der Berathung über das Zoll- und Handels-Bündniß mit Oesterreich und beschloß, sofort in die Generaldebatte einzutreten
Frankreich. Paris, 28. Jan. Gestern wurden neun Ergänzungswahlen zur Deputirten- kammer vorgenommen, davon sieben an Stelle von ungültig erklärten Wahlen; es wurden acht Republikaner gewählt; in Bordeaux muß eine Stichwahl stattfinden.
BVersailles, 28. Jan. Die Deputirtenkammer genehmigte heute die Budgets des Ministeriums det öffentlichen Arbeiten und des Krieges bis auf einige Artikel, welche weiterer Berathung vorbe- späterer Feststellung vorbehalten sein. Endlich halten wurden. solle ein Einvernebmen bergestellt werden, wodurch
Belgien. Brüssel, Eine Wiener Depesche Rußlands Interesse an der Durchfahrt durch die der„Indep. belge“ besagt, es bestehe Ueberein-J Dardanellen Rechnung getragen werde. Diese stimmung in Europa über Nicht⸗Intervention, Bedingungen Rußlands seien fehr weitgehend. dagegen sei man bereits über das Zusammentreten Bulgarien bilde die Mitte der europäischen Türkei. eines Congresses in Berlin übereingekommen. Die für Bulgarien geforderte Autonomie sei nicht
Großbritannien. London. Amtlicher blos eine administrative, sondern gleiche der Mittheilung zufolge willigte Lord Derby nach srumänischen und serbischen vor dem Kriege. Ferner Auseinandersetzung mit seinen Collegen und in heiße es, der Zar wolle selbst für Bulgarien den Folge der Rückkehr der Flotte in die Besika-Bays Fürsten auswählen. Sonach würde im Herzen ein, auf seinem Posten zu bleiben. der Türkei eine bedeutende neue Macht unter
— 28. Jan.„Standard“ will wissen, daß einem Rußland ergebenen Fürsten gebildet werden. Derby nichts gegen den Extra- Credit einzuwenden In Betreff Rumäniens, Serbiens und Montenegros habe, welcher laut Beschluß des gestrigen Minister-] würden die b züglichen Fragen anderwärts ein- Rathes heute eingebracht werde. Den Oppositions- gehender als von England geprüft werden und Antrag stellt nicht Hartington, sondern Ryplands;] vielleicht Schwierigkeiten hervorrufen. Ferner sei der Antrag lautet: Irgend eine Mehrausgabe fürdie Frage der Kriegs- Entschädigung eine sehr Heer und Flotte sei durch die bestehenden Umstände felastische. Rußland könne demnach eine territoriale nicht gerechtfertigt, und würde solche die drückende Entschaͤdigung in der Form wählen, welche für Steuerlast des Landes nur unnöthig erschweren. Europa von größtem Interesse sei. Es sei daher
Eine Frühjahrs
— 28. Jan. Im Unterhause beankragte Schatz ⸗ kanzler Northeote, den angekündigten Supplementar⸗ [Credit zu bewilligen. Er hob zur Begründung hervor: Die Türkei sei auf dem Schlachtselde be—
ein europälscher Conseil wegen des Friedens noth— wendig. Rußland habe am 16. Dezember zwar eint freundliche, abet ausweichende Antwort uer— theilt, in welcher es anscheinend andeuten wollte,
siegt und habe um Frieden nachgesucht. Rußland daß die russische Politik erfordern könnte, gegen habe den Waffenstillstand von der Annahme von Konstantinopel vorzurücken. Als aber am 12. Jan. Friedens- Grundlagen abhängig gemacht. Der die Russen über Adrianopel auf Gallipoli vor- Pforte seien gewisse Friedens-Basen mitgetheilt rückten, machte England vorstellig, daß jede worden. Es heiße, die Pforte sei bereit, dieselben Operation, welche darauf abziele, die Dardanellen anzunehmen oder die Pforte habe dieselben schon unter die Controle Rußlands zu stellen, als ein angenommen. Der britischen Regierung sei über Hindernitz für Erreichung der Bedingungen für die Unterzeichnung des Waffenstillstantes noch keine] eine endgültige Regelung der Dardanellen- Frage Information zugegangen. Der Grund der Ver— angeseben werden würde. Zugleich wurde von
10 pfängt vitle Abgeorbncte behufs seiner In— Mmfrung über die Situatlon. Abermalige Aus
zögerung sei der Regierung unbekannt. Derselbe Rußland die Versicherung verlangt, nicht auf sei aber, welcher er wolle; es vergehe Tag auf Gallipoli vorrücken zu wollen Fürst Gortschakoff


