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Staats-Ministerium in derselben Weise zu verbinden, wie solches bezüglich des Justiz⸗ Ministeriums in Aussicht stebt, mindestens vorerst ganz aufgegeben worden. Die von dem Finanz Ministerium zu lösenden Aufgaben scheinen einer solchen Vereinig⸗ ung entgegenzustehen. 1
Berlin, 25. Oct. In der gestrigen Sitzung des Bundesrathes theilte der Vorsitzende mit, daß Minister Graf Eulenburg seiner Funktionen als Bundesraths- Bevollmächtigter entbunden und Unterstaats- Secretär Bitter zum Bundes- Bevoll; mächtigten ernannt worden sei.
— Die„Nat.⸗Ztg“ schreibt: Kürzlich wurde von verschiedenen Zeitungen berichtet, daß der Finanzminister Hobrecht wegen Unwohlseins einem Ministerrathe fern geblieben sei. Das Gerücht war schnell bei der Hand, aus diesem Vorgange eine Erschütterung der Stellung des Finanz: ministers berzuleiten. Bedarf diese Angabe aller- dings einer Berichtigung, so ist doch nicht zu leugnen, daß die Stellung des Finanzministers keine beneidenswerthe ist und die Schwierigkeiten, mit denen er zu kämpfen hat, ganz enorm sind. Man braucht dieselben innerhalb des preußischen Verwaltungs-Ressorts des Ministers nicht zu suchen, obwohl sie freilich auch da nicht fehlen. Ihr Schwerpunkt ruht in den Aufgaben, welche ihm die geplante Reform der Zölle und Steuern des Reiches stellt. Man will in sonst gut unterrichteten Kreisen wissen, die Situation, welche Hobrecht bei Uebernahme des Portefeuilles der Finapzen vorgefunden habe, und welche ihm den Antritt des Amtes ermöglichte, hätte sich seitdem verändert, und man bezweifelt, daß es dem Minister auf die Dauer möglich sein möchte, den Schwierig keiten von seinem Standpunkte aus zu begegnen.
— Innerhalb der Staatsbau Verwaltung ist in Anbetracht der gegenwärtig schwer bedrängten Lage der vaterländischen Industrie die erneute Weisung ergangen, bei Ausschreibung von Sub misstonen, betreffend die Ausführung baulicher Einrichtungen, thunlichst darauf Rücksicht zu nehmen,
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Ausland. Oesterreich⸗Ungarn. Wien. In den hiesigen politschen Kressen wird der bulgarische Aufstand sebr ernst discutirt und mebrsach be⸗ fürchtet, derselbe könnte neue russisch türkische Ver⸗ wickelungen herbeiführen. Die Russen unterstützen angeblich offenkundig die aufständischen Bulgaren. — Die Delegationen sind durch kaiserliches
Handschreiben auf den 7. Nov. einberufen. Baron
Herbert ist zum Minister-Residenten in Belgrad ernannt.
— 26. Oct. Der deutsche Botschaster in Rom, v. Keudell, ist hier eingetroffen.
Pest. Das Ergebniß einer zweitägigen Dis cussion des Linkenclubs ist, daß derselbe den Be⸗ strebungen des Ministers mit wärmster Sympathie entgegenkommt und solche gern unterstützen will, aber bezüglich der Occupations-Frage anderer An⸗ sicht ist. Der Club des linken Centrums hat einen Antrag angenommen, welcher folgende Grundsätze enthält: Nichtausdehnung der Occupation auf den Distrikt Novibazar, möglichste Herabminderung der Occupationskosten, Vorlage des Berliner Vertrages an den Reichsrath zur Genehmigung, provisorische einjährige Verlängerung des Wehrgesetzes, wenn möglich Reduction des Heeresstandes, baldiges Zustandekommen der Steuerreform. Derselbe Ent; wurf einer Erklärung steht auch noch zur Berathung im Ruthenen Club. Die Antwort in der vom Comite vereinbarten Fassung stimmt der Politik des Ministers Pretis zu. Die„Presse“ glaubt, Pretis werde auf Grund der von den Clubs erhaltenen Antworten keine Cabinetsbildung vornehmen.
Großbritannien. London, 24. October. Der Commandant der Armee von Bombay, Gene— ral Haines, geht demnächst nach Peschawer ab. Die Organisation der nach Quettah bestimmten Truppen unter Biddulph wird bis zum 31. Oet. fast vollendet sein. Die unter Stewart's Befehl zur Concenttirung bei Mithamkate ausersebenen Truppen sind bereits vollständig organisirt. Ueber die Antwort des Emir von Afghanistan verlautet
mehr zu rechnen. In hohen kirchlichen Kreisen verlautet, der Grund wäre eine weit auseinander- gehende Meinungsverschiedenbeit über die Haltung, die der heilige Stuhl gegenüber den deutschen Katholiken nach der Auffassung auf deutscher Seite zu beobachten hätte.
— 286. Oct. Die Ministerkrisis ist beendigt, Cairoli übernimmt interimistisch das Portefeuille
verhältnisse verhindert, dasselbe antritt.
Türkei. Constantinopel, 24. Oct, Der Ministerrath berieth heute über die Angelegen⸗ heit der aufständischen Bewegung in Macedonien und Rumelien. Baker Pascha wohnte der Be⸗ rathung bei. Nach den hier eingegangenen Nach: richten über diesen Aufstand haben bulgarische Milizen, von Sofia kommend, Nenikol(Rumelieu) sowie sechs Ortschaften in der Umgegend von Nenikoi zerstört und die Wege unpassirbar gemacht, Die Bewegung sei bereits auf die Districte Meme⸗ lick, Teroscho und Temur ausgedehnt, als Mittel⸗ punkt derselben sei Samakow anzusehen.
— 25. Oct. Die Pforte hat außer dem Circularschreiben an ihre diplomatischen Repräsen⸗ tanten auch eine Note an den russischen Botschaftet Labauoff gerichtet, welche die Existenz und Tendenz der insurrectio nellen Bewegung in Rumelien und Maccedonien behandelt. Die Pforte drückt dar in ihr Befremden aus, daß die in Rumelien und Macedonien ausgebrochene Insurrection unter den Augen der russischen Behörden in Bulgarien organisirt worden sei. Indem die türkische Notz sich einerseits zur förmlichen Anklage gegen Ruß ⸗ land zuspitzt, verlangt sie andererseits die Mit⸗ wirkung der russischen Macht zur Unterdrückung des Ausstandes. In diplomatischen Kreisen sieht man mit großer Spannung den Schritten Labanoff'“ gegen diese officiellen Anschuldigungen der Pfortt entgegen.— Die Pforte erhielt Nachrichten, wonach
daß den beimischen Fabrikanten gegenüber den noch, daß dieselbe zwar in höflichem Ton gefaßt acht größere mohamedanische Ortschaften in Mace!
ausländischen der Vorzug und damit eine mög lichst weit reichende Verwendung eingeräumt werde. Innerhalb der Reichs Verwaltung sind ähnliche
Aufforderungen ergangen.
— Von allen Seiten kommen Berichte über die theils amtlich verfügte, theils freiwillige Auf; lösung socialdemokratischer Vereine, sowie über Verbote von Zeitungen und Schriften.
— Dem biesigen Magistrat ist auf ein ge⸗ legentich des Geburtstages des Kronprinzen an
sei, doch weigere sich Schir Ali, irgend welche donien
Mission zuzulassen und wolle überhaupt mit der britischen Regierung nichts zu thun haben. Peschawer sind viele Erkrankungen Truppen vorgekommen.
—„Daluv News“ melden aus Simla 25. Oct.: Zur Operation in Afgbanistan sind nun- mehr bestimmt: die im Thale von Peschawer anfge⸗
und 60 Geschützen, die Colonne im Kurumthal 6000 Mann 24 Geschütze, endlich die Armee von
denselben gerichtetes Glückwunsch Schreiben eine Quettab 12,000 Mann 60 Geschütze. Ein Drittel Antwort zugegangen, in welcher es u. A. beißt: der Streitkräfte soll aus europäischen Truppen be⸗ „Wenn es mir in schwieriger Lage bieher gelungen steben. Die militärischen Befehlshaber erhalten in, nach dem Willen meines Heren Vaters die Re: zugleich die politische Controle. Die Entscheidung gierung des Landes in seinem Sinne zeitweise zu der Regierung in London über das bezüglich Af führen, so danke ich dies vornehmlich dem Vertrauen, ghanistan einzuschlagende Verfahren wird bis zum welchem ich zu meiner freudigen Genugthuung 27. October erwartet. aller Orten begegnete und das ich mit gleicher—„Daily Telegraph“ meldet aus Konstanti⸗ nie wankender Gesinnung erwiedern konnte. Wie nopel vom 25. d.: Der englische Vice Consul in ich nach den unseceligen Ereignissen dieses Früh. Burgas wurde gelegentlich einer im Kaffeehaus jahrs nicht einen Augenblick an dem treuen und zwischen mehreren Engländern und Russen ent- gesunden Sinne unseres Volkes gezweifelt, so lebe standenen Mißbelligkeit von russischen Offizieren ich auch jetzt der festen Zuversicht, daß es dem mißhandelt und schwer verwundet. Treiben einer leidenschaftlichen und verblendeten Spanien. Madrid, 26. Oct. Gestern Partei nimmermehr gelingen wird, die höchsten Abend schoß ein Indivituum aus einem Taschen- Güter menschlicher Gesittung und in und mit Pistol auf König Alphons. Dieser wurde nicht ihnen die Grundfesten unseres Lebens zu zerstören.“ getroffen, der Thäter verhaftet. Derselbe nennt — Die Nachricht, daß ein Contract wegen sich Moutcast, ist Böttcher, 23 Jahre alt. Er ge- Hebung des„Großen Kurfürst“ mit einer eng- stand, der Internationale anzugehören. Der König lischen Firma abgeschlossen sei, ist bis jetzt noch und die Prinzessin von Asturien begaben sich nach nicht zutreffend. Die Vereinbarung wird aber dem Attentat in offenem Wagen in die Kirche vermuthlich getroffen werden, und zwar so, daß von Antocha. Eine große Menschenmenge brachte die kaiserliche Admiralität vorerst nur eine ver- ihnen lebhafte Huldigungen. bältnißmäßig geringe Summe zahlt und weitere Italien. Rom. Der Erzbischof von Bam⸗ Zahlungen vom Erfolge der Hebungs Bersuche berg wird demnächst Rom verlassen; derselbe wurde abhängig macht. Selbstverständlich ist das Project nur im Allgemeinen über die kirchlichen Verhält zunächst nur darauf geprüft worden, ob die Aus- nisse in Deutschland zu Rathe gezogen, Dagegen führung desselben unter sonst günstigen Umständen wurden verschiedene canonische Differenzen in Bayern möglich sei. Einen Versuch zun Hebung zu machen, geregelt. Die Verhandlungen mit den Kupeliani⸗ hält sich der Chef der Admiralität für verpflichtet, stischen Armeniern sind gescheitert; letztere lehnten lehnt es aber aber ab, seinerseits die Verantwort- es ab, in Verhandlungen mit dem Vatikan ein- lichkeit für das Gelingen desselben zu übernehmen. zutreten.
von
die allgemeine Bewaffnung der Mohamedaner in
dem die nachdrücklichsten Maßregeln zur Unter- drückung des Aufstandes an. Die Insurgenten
stellte Armee in der Stärke von 16,000 Mann in Macedonien werden auf 20,000 Mann geschätzt, Dieselben sind mit Waffen und Kanonen wohlausge— 9 rüstet.— Der Sultan hat dem Seraskier und Osman g Pascha empfohlen, Baker Pascha die möglichste Unter
stützung zur Ausführung des Planes der Befestig⸗ ungen Constantinopels zu leisten. Baker Pasche hat sich verpflichtet, die letzteren in 2 Monaten z vollenden und sich bereits auf seinen Arbeitspostel begeben. Er wird dem Sultan wöchentlich Bericht erstatten.
— 25, Oct. Der persische Gesandte Mobsin Khan hat, indem er Layard neuerdings aufforderte, die Forderung Persiens in Betreff der sofortigen Abtretung Khoturs zu unterstützen, die Versicherung gegeben, daß das Gerücht von einem russisch⸗ persischen Einverständniß unbegründet sei und Persien stricte Neutralität beobachten werde,
Serbien. Belgrad. Die Wiener„Pressel meldet: Seit einigen Tagen verhandeln Seri und Griechenland auf das Ernstlichste wegen des Abschlusses eines Offensiv- und Defensiv-Bündnssses.
Rumänien. Bukarest. Alle Versionen über eine Pression Rutzlands auf die rumänische Regierung bezüglich des Abschlusses einer Conven“ tion, die Einräumung von Etappenstraßen betreffend, sind mindestens tendenziöse Entstellungen.
Regierung gerichtet, aber es sei vollständig unbe- gründet, daß es zu Drohungen und Versprechungen seine Zuflucht genommen habe. Die bezüglichen Ausstreuungen sollen ihren Ausgangspunkt in Ministerium haben, wo Zbwistigkeiten zwischen Cogalniceanu und Rosetti zu einer Krise führe dürften.
— 26. Oct. Die„Pol. Corr.“ meldet von hier! Auf eine Fortsetzung der Verhandlungen zwischen dem Vatican und der deutschen Regierung ist kaun
des Ackerbaues, bis Pessina, jetzt durch Familien-
den Aufständischen niedergebrannt? wurden(d. o.). Andere Distrikte seien arg bedroht. In Der Brennpunkt des Aufstandes sei Kostendil. unter den Die türkische Regierung ließ ihre Bedenken gegen
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den insurgirten Distrikten fallen und ordnete außer-
Rußland hat eine diesbezügliche Anfrage an die rumänische
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