Ausgabe 
29.1.1878
 
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Kriegführenden war, da die Russen in der Richt- ung vorrückten, wo die britischen Interessen haupt sächlich liegen, da der Sultan andeutete, sein Leben sei wegen der Verwirrung in Konstantinopel nicht sicher, so wurde die Flotte beordert, nach den Dardanellen zu segeln, nachdem zuvor ver: schiedene Mächte benachrichtigt waren, daß kein Bruch der Neutralität beabsichtigt sei und die Flotte nur zum Schutz der britischen Unterthanen und ibres Eigenthums wie zur Wahrung der Interessen Englands nach den Dardanellen gesandt werde. Da inzwischen jedoch die russischen Be- dingungen, welche die Grundlage für den Waffen; stillstand bilden sollen, eingetroffen sind, so wurde der Befehl zum Absegeln der Flotte widerrufen. Earl Carnarvon erklärte hierauf: Seit einiger Zeit babe er sich mit den Ansichten des Cabinets nicht in Uebereinstimmung gefühlt und deshalb wiederholt, zuletzt am 15. Januar, um seine Ent lassung gebeten, die aber bisber nicht angenommen worden sei. Am Donnerstag babe er wegen des Beschlusses bezüglich der Flottensendung nach Ron- stantinopel wiederum seine Entlassung eingereicht; diesmal sei solche angenommen worden. Er glaube, die Flottenbewegung würde, wenn andete active Maßregeln folgten, eine Abweichung von der Neu- tralität sein. Auch sei der Zeitpunkt dazu un glücklich gewählt, nämlich während der keitischen Zeit der Unterhandlungen, wo durch die Einmisch ung die Türkei ermuthigt werden könnte, den Krieg gegen ihr eigenes Interesse fortzusetzen, und die Maßregel als Drohung gegen Rußland aufgefaßt werden könnte.(Beifall bei der Oppositionspartei.)

27. Jan. Amtlicher Meldung zufolge ist die britische Flotte in der Besika Bay eingetroffen.

Spanien. Madrid. Der Erzbischof von Toledo hat den Pfarrer an St. Sebastian zu Madrid abgesetzt, weil dieser ein Todten-Amt für Victor Emanuel gehalten hatte. Die Zeitungen sprechen ihre Mißbilligung über die Maß tegel aus.

Italien. Rom, 25. Jan. Es werden einige Kriegsschiffe abgesendet, um in mehreren türkischen Häfen zum Schutze der Juteressen der italienischen Unterthanen Station zu nehmen. Das Unwohl⸗ sein des Papstes ist von keiner Bedeutung.

Türkei. Constantinopel, 24. Jan. Su leiman Pascha ist zum Ober- Commandanten der Befestigungen von Bulair, welche zur Vertheidigung von Gallipoli dienen, ernannt.

24. Jan. Die Truppen Mehemed Ali's, welche sich in der Umgebung von Kirkilissa befan- den, haben sich zurückgezogen. Die Straße Kaleki Burgas Constantinopel ist noch frei. Der größte Theil der in Adrianopel gewesenen Kanonen ist in Tschatalja angelangt. Etwa 60 in Adrianopel zurückgelassene Kanonen waren unbrauchbar gemacht worden. Die Kammer forderte die Regierung auf, Maßregeln gegen die Entwerthung der Kaimes zu tressen.

25. Jan. Gestern Nachmittag hat die Pforte alle tussischen Bedingungen angenommen und ihre Bevollmächtigten angewiesen, ihre Zu stimmung zu ertheilen. Heute wird in den Moscheen ein Aufruf verlesen, um die Gemüther vorzubereiten Die russischen Bedingungen werden strengstens ge heim gehalten.

26. Jan. Die Russen rücken trotz gegen- theiltger Meldungen gegen Gallipoli vor. Die Nachricht von dem Eintreffen derselben wurde früher erwartet, als die Unterzeichnung des Waffen- stillstands. Dieselben führen Bestandtheile von Torpedos und Torpedokutter mit sich. Nach derTimes sind beruhigende Depeschen von Petersburg nach London abgegangen.

27. Jan. Die britische Flotte war bereits am Eingang der Dardanellen angelangt, als sie Contre⸗Ordre erhielt und sofort wieder umkehrte. Nach hier vorliegenden Nachrichten hat das russische Haupt⸗Quartier sammt den türkischen Unterhänd⸗ lern Kasanlik verlassen und ist weiter vorgegangen.

Serbien. Belgrad, 25. Jan. Hestige Kämpfe finden um Hristina statt, bisher noch ohne Entscheid ung, jedoch sind die Serben in der Uebermacht.

Rumänien. Bukarest, 25. Jan. Die Festung Widdin wird ununterbrschen von den

wartet. Neuer zahlreicher Nachschub an russischen Truppen rückt in Rumänien ein.

Griechenland. Athen, 24. Jan. In der heutigen Sitzung der Kammer entwickelte Comunduros das Programm des Cabinets und sagte, die Umstände seien kritisch; aber die Re- gierung habe sich für eine Politik der Action, für active Vertheidigung der Rechte Griechenlands zu Wasser und zu Lande, für Befreiung der Brüder aus türkischer Knechtschaft entschieden.

26. Jan. Die Gerüchte von dem bevor stehenden Abschluß der Friedens-Präliminarien veranlaßten eine öffentliche Demonstration zu Gunsten des Krieges. Die Demonstrirenden und die Sicherheits-Wachen geriethen aneinander. Mebrere Polizeiagenten wurden durch Steinwürse verwundet. Die Kammer suspendirte ihre Sitzung.

26. Jan. Heute fand geheime Sitzung der Kammer statt behufs angeblicher wichtiger Beschlüsse binsichtlich der auswärtigen Politik. Trotz der hier eingegangenen Waffenstillstands- Nachrichten beabsichtigt die griechische Regierung, wenn die Kammer zustimmt, den Aufstand in Thessalien und Kreta activ zu unterstützen.

Rußland. Petersburg, 24. Jan, General Ignatieff ist nach dem Hauptquartier abgereist.

26. Jan.Times undDaily News wollen über die Friedensbedingungen wesentlich Folgendes wissen: Bulgarien soll, inel, der bul⸗ garischen Gebiete südlich des Balkans, unter einem christlichen Gouverneur Bosnien und der Herzegowina werde die führung von Reformen unter christlichen Gouver⸗ neuren zugesichert und den übrigen türkischen Pro- vinzen eine bessere Verwaltung garantirt Rumänien, Serbien und Montenegro werden für unabhängig erklärt. Montenegro erhält einen Gebiets-Zu- wachs, aber in Folge des Einwandes Oesterreichs keinen Seehafen. Ein Theil Bessarabiens, Balum, Kars und Erzerum mit dem angrenzenden Gebiete würden an Rußland abgetreten. Die Ktiegs Entschädigung werde in Geld, einer Gebiets- Ab- tretung oder in anderer Weise geleistet. Die Dardanellen-Frage bleibe der Erwägung der euro: pätschen Mächte vorbehalten.

26. Die Kenntnißnabme der russischen Bedingungen in London hat England die Ueber- zeugung von der Mäßigung Rußlands gegeben und die Krise beseitigt, welche, wie man hoffen darf, keine weiteren Folgen haben wird.

26. Jan. Dem griechischen Cabinete wurde bei dem jetzigen Stande der Dinge, um nicht neue Verwicklungen herbeizuführen, von hier aus mög · lichste Moderation anempfohlen.

Von London aus kommen ferner folgende

erhalten.

Mittheilungen über die Friedens-Präliminarien:

Vollständige Autonomie Bulgariens unter der Suze. ränetät des Sultans, Abgrenzung Bulgariens nach den Bestimmungen der Konstantinopeler Conferenz, Aulonomie Bosniens und der Herzegowina mit christlichen Gouverneuren, Unabhängigkeit Rumä- niens, Se-biens und Montenegros mit Grenzbe⸗ richtigung für jeden dieser drei Staaten, Abtretung von Batum, Kars und Ardahan mit den ent: sprechenden Territorien, Kriegsentschädigung von 100 Millionen türkische Livres oder das Aequi- valent derselben durch weitere Gebiets-Abtretung in Asien oder Cession von Kriegsschiffen. Die Dardanellenfrage soll auf gewöhnlichem diploma tischen Wege mit Anschluß eines Congresses ge- regelt werden.

Aus Tiflis wird amtlich gemeldet: In der Nacht zum 22. d. besetzte des Detachement des Generals Komaroff ungeachtet Sturm- und Schnee⸗Wetters die Imirkow- Brücke und griff die starke lütkische Position bei dem Dorf Doliskhan an. Die Tücken, in der Stärke von 2 regulären und 6 unregulären Bataillonen, erlitten eine voll ständige Niederlage und flüchteten theils gegen Aptwin, theils in das benachbarte Gebirge. Die Russen erbeuteten ein Gebirgs-Geschütz, viel Mu- nition und Waffen und das türkische Lager.

Amerika. Washington, 25. Jan. Der Senat hat die Resolution Mathew's angenommen, welche erklärt, die Regierung befugt sei, die

Rumänen bombardirt; der Sturm wird bald er-

Bonds in Silber ⸗Dollars einzulösen.

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Autonomie

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Aus Stadt und Land.

Mainz, 25. Jau. Am 5. October 1877 entgleiste bekanntlich nahe der Station Gonsenbeim ein Güterzug, wobei 7 Wagen zertrümmert wurden und ein Bremser hierdurch eine Queischung erlitt. Der Stations verwalter von Gonsenheim, ein Locomoliv- und ein Zugführer sind beschuldigt, durch Nachlässigkeit im Dienne das Unglück herbeigefübrt zu haben. Der Stations verwalle, wurde zu einer Gesängnißstrase von 8 Tagen verurtheilt, die beiden anderen Beschuldigten freigesprochen.

Allerlei.

Pforzheim, 22. Jan. Letzten Sonntag Abend zwischen 4 und balb 5 Uhr wurde von verschiedenen Per- sonen das Phänomen einer Lufispiegelung(Fata Morgana) beobachtet, welches von der Altstädter Brücke aus in süd⸗ westlicher Richtung sichtbar wac. Es zeigte deutlich die Gestalt eines anscheinend auf dem Berge stebenden, in hochseuerrother Farbe glühenden großen Gebäudes, welches von tiefblauem Hinter- oder, da er flach aufzuliegen schien, besser gesagt Unterarunde sich erhob.

Graz. Am 17. Jinuar siülzte in der Freyn bei Neuberg eine Lawine nieder und verschüttete eine Keusche (Hirten-Hütte) mit 14 Personen. Die Rettungs Arbeiten sdederten zwei zermalmte Leschen zu Tage, mußten aber wegen einer drohenden zweiten Lawine unterbrochen werden. Die Lawine hafte eine Länge von einer balben Stunde und riß Felsblöcke und eine ganze große Waldfläche mit.

Das Ozon.

Ein wichttger Lebensfactor. (Von Dr. D. Aug. Schilling.) (Schluß aus Nr. 5 d. Anz.)

Nach den ozonometrischen Messungen, von denen sich Jeder ja leicht überzeugen kann, hat sich er⸗ geben, daß in Städten und in den mit Menschen an und überfüllten Räumen der Ozongehalt ab-, dagegen auf dem Lande und auf luftigen Bergen zunimmt, also vermehrt ist.(Winke für gewisse klimatische Kurorte! Was ist hier das Heilsame?) Ferner in niederer Temperatur, während der Kälte und in feuchter Luft nimmt der Ozongehalt der Athmosphäre zu. Hler abermals Winke für die Entstebung der so häufigen Catarrhe, Kehlkopf, Lungen- und dergleichen andern Entzündungen, Rheumen u. s. f. zu gewissen Zeiten und an ge wissen Orten. Dr. Barring in Zelle hat in seiner trifftichen Abhandlung über den Luftsauerstoff in Bezug auf Hygieine(Gesundheitszustände) dar- gelegt, daß das Ozon durch die Mauern der Wohngebäude nicht eindringe, wohl aber durch undichte, schlechtschließende Fenster und Thüren, sowie in weniger bewohnten Räumen sich ent⸗ wickle. Die üble Beschaffenheit der Zimmerluft hängt überhaupt nicht allein von deren Gehalt an Kohlensäure ab, die von den Bewohnern aus- gebaucht wird, sondern die Güte der Luft ist haupt⸗ sächlich durch deren Ozongehalt bedingt und um gekehrt. Das Ozon aber und alle orxydirbaren (meist organischen d. i. thierischen und pflanz⸗ lichen) Stoffe in der Luft befinden sich in einem gegenseitigen ewigen Vernichtungskampfe. Es hat sich ferner ergeben, daß die Luft die aus engen Straßen und Höfen, aus der Nähe von Kloaken, Sümpfen u. dergl. in die Wohnungen gelangte, des Ozongehaltes bereits fast gänzlich beraubt ist. In den Zimmern enthält die Luft nur in der Nähe schlechtschließender oder geöffneter Fenster Ozon, im Hintergrund der Zimmer, z. B. an den Oesen ist die Luft ganz ozonarm.(Genug Winke hier, daß die Stuben in dem Verhältnisse der Fensterwand keine zu große Tiefe besitzen, weil sonst hierdurch die unwillkürliche Ventilation wie die absichtliche erschwert wird.) Jedesmal aber wird die Luft an positiver Electricität reicher, also auch überragend ozonisirt, wenn a. kalte und trockene Ost⸗, Nord-, Nordost und Nocdwestwinde wehen.(Hiermit hängen auch sicher gewisse Krank- heiten zusammen, wie schon oben erwähnt, wegen des Reizes, den das Ozon hervorbringt.) b. Wenn die Luft mehr neblich und kalt ist, zeigt sich der Ozongebalt vermehrt. Ist die positive Electricilät hierbei stark gespannt, so zeigen auch die Nebel den charakteristischen Ozongeruch. e. Beim Herrschen von Nordlicht. d. Am Abende besonders vor und bei Sonnenuntergang steigert sich das Ozon in der Athmosphäre. Dies geschieht auch zuweilen während der Vormitternacht, aber nur wenn die Temperatur nicht unter den Gefrierpunkt sinkt. e. Auf hohen Bergen und bei Tage mehr in lichten Wäldern, sowie bei gutem Sonnenlichte

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