Triest, 26. Nov. Der biesige Stadtrath vurde beute durch eine kaiserliche Entschließung Lufgelöst. 8 Großbritannien. London. Das Kriegs- amt beschloß nach längerem Ueberlegen die Ab- a endung dringend nöthiger Verstärkungen nach dem zap, wo die Lage drohender wird. Auch die dortugiesen in Delagoa sollen trotz der jüngst khaltenen Verstärkungen bedroht sein. Das kriegsamt läßt für Kriegszwecke sechs Luftballons unfertigen. e 25. Nov. Heute fand in Downingstreet — iin sehr eilig und ohne vorherige förmliche Ein- A2 cdung zusammengerufener Ministerrath statt, wel- D Seu gem sämmtliche Cabinets⸗ Mitglieder beiwohnten. e 26. Nov. Graf Schuwaloff hat gestern IMine lange Unterredung mit Lord Salisbury ge— g flogen.— Am Donnerstag findet wieder ein abinctsrath statt.— Der Herzog von Connaught m nach Berlin abgereist.— Der„Daily Tele- raph“ dementirt aus's Positivste die Gerüchte von iner Spaltung im Cabinet. m N 26. Nov. Die erste Brigade der Colonne on Thull ist in Kazarpis, die zweite in Amad⸗ pbdama angekommen. Die Vorhut soll ihren Marsch aach dem Kurumfort halbwegs zurückgelegt haben. Der Gesundheitszustand der Truppen ist ein guter. Die Diviston Browne ist in Lundikhawe ange-
8 ommen und alsbald auf Dakka vorgerückt, wo
e am 24. d. Mittags eintraf. Die Afghanen
3 kun atten das Fort geräumt. Die Einwobner er— 7 eben sich gegen die flüchtigen afghanischen Truppen Ind berauben dieselben. Es geht das Gerücht,
———ů— Di.eualabad sei geräumt und die Garnison nach
us. nd die uf Fabul zu geflohen.
minirt, von dichtgedrängten Volksmassen erfüllt, die lebhafte Kundgebungen äußerten. Die Wunde Cairoli's ist in Folge der Reise-Anstreng— ung leicht entzündet; derselbe dürfte das Bett in 4 bis 5 Tagen verlassen können. Die Nachricht, daß Cairoli im Einverständniß mit Zanardelli den König ersucht habe, die Kammer aufzulösen, ist„Diritto“ zufolge, vollständig unbegründet. Depeschen aus Neapel melden die Entdeckung einer großen Verschwörung. Ein unbestellter unfran- kirter in Neapel postlagernder Brief vom 14. an den Polizei⸗Director, der jetzt mit Beschlag belegt wurde, meldete das bevorstehende Attentat. Passa— mante erklärte im letzten Verhör, er sei nicht Internationalist.
Türkei. Constantinopel. Die Pforte gab Griechenland von ihrer Berettwilligkeit Kennt— niß, bei der Gebietsabtretung in Thessalien über den Salambriafluß hinauszugreifen. Griechenland beharrt auf der Grenzregulirung nach Vorschrist des Berliner Vertrags.
— Wie verlautet, soll eine Versammlung von bulgarischen Bischöfen, Beamten und Notablen zur Ausarbeitung des organischen Reglements für das Fürstenthum am 27. Nov. in Tirnowa zu— sammentreten; man nimmt an, daß die Arbeiten dieser Versammlung im April beendet sein würden, sodaß alsdann die Fürstenwahl erfolgen könne.— In den von russischer Seite besetzten türktschen Ort- schaften werden die türk. Beamten zurückgewiesen.
Rumänien. Bukarest, 25. Nov. Eine Depesche aus Livadia befiehlt den russischen Be— hörden, die Dobrudscha an die rumänischen Be— hörden zu übergeben; die Besitzergreifung beginnt
Spanien. Madrid, 24. Nov. Der broceß gegen den Mörder Moncasi kommt morgen or den Appellhof von Madrid.— Die Jour-
Lelgbill, ale bringen Meldungen von einigen politischen en Jer) Lerbaftungen in Sarragossa.
Gerpenkung. Saragossa. Zahlreiche Verhaftungen sind
Gen el, bach Entdeckung eines Complottes zur Störung
des öffentlichen Friedens vorgenommen worden. 8 at Riusg, Die Regierung hat energische Maßregeln angeordnet. Wagtlcgte ung? Italieu. Rom, 24. Nov. Hundert
e Lanoncnschüsse und das Geläute der Glocken des
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ande dug us Kant 5 e de a t ien; Fapitols und des Monte Citorio verkündeten
Heute Nachmittag 3 Uhr die Ankunft des könig chen Zuges. Der König, die Königin, der Hrinz von Neapel, Herzog von Aosta, Minister- Dräsident Cairoli, ferner mehrere Minister und gie Präsidien des Senats und der Deputirien- Tammer trafen auf dem festlich geschmäckten Bahn- ofe ein und wurden hier von den am Orte sebliebenen Ministern und Parlaments-Mitgliedern,
segrüßt. Vor dem Bahnhofe standen sämmtliche zivil- und Militär- Behörden, auf dem Platze Termini die Vereine, Arbeiter-Gewerkschaften und Vereine mit Fahnen und Musik. Auf dem ganzen Wege bis zum Quirinal bildeten die Truppen Spalier. Das königliche Paar wurde bei dem Her- zustreten aus dem Bahnhofe mit endlosem Jubel em- Fangen. Die Stadt ist reich geschmückt und beflaggt. Luf den Straßen herrscht reges Treiben.— Einem Delegramm des„Moniteur“ von hier zufolge sind lier am Freitag und Sonnabend 200 Socialisten sistgenommen. Die Polizei habe zahlreiche An- schläge entfernt, welche die ihre Sympathie für zen König Bezeugenden mit dem Tod bedrohtne. luch habe die Polizei Dynamit fortgenommen, welches vor dem Passiren des königlichen Zuges auf die Schienen gelegt war.— Passamante er- härte, nach dem Attentat von Hödel den Mord— Entschluß gefaßt zu haben. — 26. Nov. Gestern Abend fand ein groß— ertiger Fackelzug statt; die Straßen waren illu-
em Sindaco und der Gemeinde-Junta feierlich
morgen früh 9 Uhr.
Rußland. Petersburg. Fürst Ocloff ist nach Paris zurückgekehrt. Privat-Meldungen aus Petersburg stellen in Abrede, daß Rußland die Herstellung einer permanenten Militärstraße durch die Dobrudscha verlange. Rußland, heißt hes, habe sich darauf beschränkt, von Rumänien zu verlangen, daß die Convention vom 4. April 1877 auf die Dobrudscha Anwendung finde in Gemäßheit der Bestimmungen des Berliner Ver- trages, welche die Verkehrs- Verbindungen der russischen Truppen betreffen. 9
Aus Stadt und Land.
Friedberg.„Selvpst s ist der Mann“, hieß das Cbema, welches dem in der jäugsten Versammlung der Mitglieder des hiesigen Lokal-Gewerbe-Vereins ge— haltene Vortrag zu Grund gelegt war, und eingedenk der Bedeutung dieses Wortes, waren die Mülieder dieses Mal zahlreich erschienen, um selbst zu böcen, zu seben und— sich zu belehren. Und wie in der vorigen Ver— sammlung an den Vortrag über das Thema„Zeit ist Geld' sich eine lebhaßte und erregte Debatte angeknüpft batte, so war es dieses Mal nicht minder der Fall. Es war eine Freude, den Meinungsaustausch und die Gegen— eden unserer Handwerksmeister und Gewerbetreibenden mit anzuhören, und dürfte es kaum ein besseres Mittel geben, das Vereinsleben zu söcdern und zu kräftigen, als diese Versammlungen, weßhalb deren Besuch nicht genug empfohlen werden kaun. Die nächste Versammlung findet Muütwoch 4. December Abends im Vereins-Lokale(zur Reichskrone) stalt und wird in derselben ein Vortrag über„elektrisches Licht und Beleuchtung? ge— halten werden.
Vilbel. Hier sind dieser Tage einige Einwohner zusammengetreten, um einen At menverein zu gründen, dessen Zweck die gänzliche Ausbebung des gewerbsmäßigen Beltelns in unserer Stadt sein soll.
Scholten, 24. Nov. Gestern wurde J. Weber von Breungeshain von seinem Schwiegersohn mit einer Pflug— schleise erschlagen, weil Ersterer seine Tochter aus nichtigem Grunde mit einem Messer erstechen wollte.
Offenbach. Für die LandesIndustrie Ausstellung, welche im nächsten Sommer hier abgehalten werden soll wird durch freiwillige Zeichnungen ein Garantiefonds von 100,000 M. beschafft werden, der dazu dient, auch die finanzielle Seite des Unternehmens, für welches unsere Stadl ganz der geeignete Platz ist, gegen alle Wechselfälle sicher zu stellen.
Allerlei.
Frankfurt. Am Samstag Abend legte sich ein in Bockenheim wobnender Arbeiter zwischen dee Mainzer Landstraße und Bockenheim auf das Geleise der Main⸗ Weserbahn und ließ sich von dem Zuge überfahren. Der Kopf wurde vom Rumpf getrennt.
Hanau, 24. Noob. Ueber Nacht sind aus dem bie⸗ sigen Kreisgerichts-Gesängniß drei Verbrecher, Egelhof, Werz und Lebr, ausgebrochen, von denen der Erstere im eben beendigten Schwurgericht zu mehrjähriger Zuchthaus⸗ strase verurtheiht wurde.
München, 23. Nov. In der Nähe von Erding wurde vor wenigen Tagen eine Bauersftau ermordet auf⸗ gesunden. Man vermuthet in dem Mörder dieselee Verson, welche seit 2 Jahren in Ober- und Niederbayern 11 Frauenepersonen erdrosselt und beraubt hat, ohne daß es bis jetzt gelungen wäre, ibrer habhaft zu werden.
Passau, 18. Nov. Vom inneren bay rischen Wald meldet man dem„Pass. Tagbl.“: Seit drei Tagen ist die Kälte furchtbar. Die Leute getrauen sich kaum mebr, am frühen Morgen und spät Abends ins Freie zu treten. Ersrorene Hände, Nasen und Obren siebt man bei vielen Personen. Das Wild verläßt die Gehölze und flüchtet sich in die Nähe der menschlichen Wobnungen.
Naumburg, 22. Nov. Heute gegen Abend sind die zum Tode verurthe'lten Mörder des Gensdarmen Jartasch in Merseburg, die beiden Brüder Coccejus, aus dem Gefängniß entsprungen. Diese hochgefährlichen Brüder ragen die Züchtlingskleider, sind 27 und 31 Jahre alt und dürsten zunächst wohl vorhaben, sich in Besitz anderer Kleidungsstücke zu bringen.
Hamburg, 26. Nov. Vergangene Nacht um Mitter— nacht stieß der Hamburger Postdampfer„Pommerania“ unweit Folkestone mit einem anderen Schiffe zusammen. Die„Pommerania“ sank nach 10 Minuten. 172 Per⸗ sonen von den Passagieren und der Schiffsmannschaft sind gerettet worden; 50, darunter der Capitän, der zweite und dritte Schiffsoffizier, sind ertrunken. Die Ge⸗ setteten sind hier angekommen. Nach einer Meldung des Londoner Agenten der Hamburg-ametikanischen Dampf⸗ schfffahrts⸗Gesellschaft bat die„Pommerania“ Newyork am 14. Nodember mit 37 Pissagieren erster, 16 Passa⸗ gieren zweiter und 95 Passigieren dritter Classe ver— lassen. 47 Passagiere wurden in Plymouth und Cher⸗ bourg gelandet. Fünf weitere Passagiere schifften sich in Plymouth nach Hamburg ein.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 26. Nov. Waizen M. 18.80, Korn M. 14.— 16, Gerste M. 14., Hafer M. 12.80 Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo— 200 Zollpfund.
Friedberg, 26. Nov. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 90 Pf.—1 M., Eier 1 Stück 8 Pf.
Gießen, 26. Nov. Wochenmarkt. Butter per Pfd. M. 1.—1.10, Eier per Stück 7—8 Pf., Käse per Stück 5—8 Pf., Tauben das Paar 60 Pf., Hühner per Stück 65 Pf., Hahnen per Stück 75 Pf., Enten per Stück M. 2.—, Kartoffeln 100 Kilo M. 5.50—7. Weißkraut per 100 M. 4— 7. Ochsenfleisch 70— 72 Pf. per Pfd., Kuh- und Rindfleisch 56— 62 Pf., Schweinefleisch 58— 60 Pf., Kalbfleisch 56- 60 Pf., Hammelfleisch 50—60 Pf., Gänse per Pfd. 37—50 Pf.
Grünberg, 23. Nov. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete der Centner Waizen M. 9.12, Korn M. 6.77, Gerste M. 7.23 Hafer M. 5.84, Erbsen M. 8.82, Samen M. 13., Kartoffeln M. 3., Wicken M. 7.65, Lins. M. 9 33.
Frankfurt, 25. Nov. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren eirea 380 Ochsen, 160 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 600 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70—72., 2. Qual. M. 66.— 68., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 60.—62., 2. Qual. M. 54.—56., Kälber 1. Qual. M. 60.—62, 2 Qual. M. 54.—56., Hämmel und Schafe 1. Qual. M. 60.—62., 2. Qual. M. 40.—50.
Frankfurt, 25 Nov. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 35., Nr. 3 M. 31. Nr. 4 M.. Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 22., do. II.(Berliner Marke) M. 19. Waizen, effeetiv bies. ab Bahnhof hier M. 19.50—20., ab unserer Umgegend M. 18.50—19., do. fremder je nach Qual. M. 19.— 20.50. Roggen je nach Qual. M. 13.50— 16.25. Gerste M. 13.— 19. Hafer M. 12.50.— 14. Kohlsamen M. 27.— 28. Erbsen M. 19.—23. Wicken M. 15.— 16. Linsen M. 17.— 23. Rüboͤl, detail, M. 68 Die Preise verstehen sich sämmt⸗ lich per 200 Pfd. Zollgewicht— 100 Kilo.
Geld Cours. Frankfurt am 26. November 1878.
20 Hankenstü ce! N. 16 16229
Englische Sovereigns„ 20 33—38 Russische Imperlales„ 16 6570 Holländische fl. 10-Stücke. 16 65. Ducaten. 5 9 55—60 Ducaten al marco N 9 56—61 Dollars in Gold.* 4 17 20
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