Ausgabe 
28.3.1878
 
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darnieder liegt. au gelingt es, den Wilddieben bald auf die Spur zu kommen. f

Gilbel, 28. März. Gestern Mittag wurde die bie sige Einwohnerschaft durch F nerruf in großen Schrecken versetz. In einer Scheuer war auf bis jetzt noch nich! aufgeklätie weise Feuet aus gebrochen und griff so rasch

in sich, daß trotz der schuell berbeigeeilten Hülse aus den achbatschaft in kaum zehn Minuten die ganze Scheuer in Flammen stand. Auch unsere Feuerwebr, welche rasch am Platz war, konnte nur darauf bedacht sein, daß das Feuer auf seinen Herd beschränkt blieb.

Grünberg, 25. März. In der Nacht vom Samstag auf Sonntag dich in dem benachbarten Merlau in der Hofraitde des Einwohners Bingmann Feuer aus, das so rasch um sich griff, daß alle Löschversuche vergeblich waren. Mit knapper Noth gelang es die im Schlafe liegende Familie und einiges M biliar zu reiten. Ein Muller schwein mit 5 Ferkeln, sowie sämmtiliche Vortäthe sind verbrannt.

Allerlei.

Berlin. Ein den 21. d. N. in Py gos aufgegebenes und Abends im Auswärtigen Amts eingetroffenes Telegramm meldet aus Olympia folgenden wichtigen neuesten Fund Vor der Exedra großer Marmorstier mit Weibinschrift der Regilla für Herodes Wasserleitung. Hiernach wird die Nachricht dei Lucian, daß der Sophist Herodes Altikus für die olympischen Spiese wie für den Tagesbedarf in Olympia eine kostbare Wasserleitung erbaut babe, eni scheidend bestätigt. Ob der Stier in einem baulichen Zu sammenhange gestanden hat mit der von Herodes gleich falls erbauten großen Exedra, welche im vorigen Jahre aufgedeckt wurde und einen Schatz von 16 Marmorstatuen ergab, muß weiterer Forschung vorbeballen bleiben.

London, 24. März. Das englische Uebungs Schiff Eurydice, von Barbadoes kommend, wurde gestern durch einen plötztichen Windstoß an der südlichen Küne der Insel Wight umgestürzt. Ueber 300 Personensertranken.

Philadelphia, 26. Mäcz. estern Abend wurden durch eine Feuersbrunn 35 Gebäude, in welchen Waaten lagerten, zerstört; der dadurch etwachsene Schaden wird auf 1 Million Dollar geschätzt.

Handel und Verkehr.

Friedberg, 20. März Waizen M. 22 25., Korn M. 17, Gerste M 17 5018., Hafer M 1417. Alle

Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund

Friedberg, 23. März. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1.. Eier per Stück 5 Pf.

Gießen, 26. März. Wochenmarkt Butter per Pfd M. 1 1.05, Eier per Stück 5 Pf. Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stück M. 2, Hahnen per Stück M. 2.20, Enten per Stück M. 3.60, Kartoffeln 100 Kilo M. 7.50, Ochsenfleisch 70 Pf per Pfd., Kuh. Rindfleisch 56 60 Pf., Schweinefleisch 64 Pf., Kalb⸗ fleisch 50 56 Pf

Frankfurt, 25 März.

Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr 2 M. 37

Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29,

Nr. 5 M. 23 Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 24,

(do. II. Berliner Marke) M. 20. Watzen ab Bahnhof hier M. 23., ab unserer Umgegend M. 22.50 22.75 do., fremder je nach Qual. M. 2324. Roggen je nach Qualität M. 16 17.50. Gerste M. 19. 23, Hafer M. 13.16 25. Erbsen M. 19. 23. Wicken M. 17. Linsen M. 19. 23. Rüböl, detail

Frankfurt, 25 März. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Das Geschäft war flau, etwa 70 Ochsen blieben unverkauft. Angetrieben waren

380 Ochsen, 230 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 30 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 66.70 2. Qual. M. 62. 65. Kühe

und Rinder 1. Qual. M. 5456., 2. Qual. M. 50 52 Kälber 1. Qual. M. 6365., 2. Qual. M. 54.56.

Hammel 1. Qual. M. 65.68., 2. Qual. M. 55.58. Schweine per Pfd. 60 Pf.

D. Frankfurt a. N., 26. cz 1878. Unter dem Einfluß ungünstiger politischer Nachrichten und fllauet Pactser Nonrungen untersagen die Course im gestrigen Abendverkehr einem erneuten Rückgang. Heute eröffnete die Bösse noch erbeblich unter dem Abendniveau und trat das Angebot ziemlich dringend hervor. Die Ursachen der Coursreduclion walten wiederum wenig erfreuliche politische Milddungen, welche der polilischen Situation ein düsteres Rölief gaben. Eine eigentlich flaue Stimmung war jedoch nicht zu bemerken; bald stellte sich auf bessere Berliner und sehr feste Londoner Course wieder Kauflust ein und is eniwackelie sich eine mäßig steigende Bewegung, die die Course auf ihren Stand von gestern Abend zurtickdrachte. Das Geschäft war im Ganzen still. Credilactien bewegten sich zwischen 191¾ und 193 /, Slaatsbahnacsien zwischen 212½ und 213½. Lombarden notirten 60¼. Aus⸗ dhoische Fonds stelllen sich in der Mebrzahl niedriger. 1877 ˙r Russen waren à 82/6, Ungaruche Goldreute 73% im Umsatz. Aulebenoldose matter, 1860 8/%. 1864 r 2 Mk. Oesterr. Bahnen weichend. Ellsabeth ver loten 2 fl., Galizier fl. Von deuischen Bahnen O.ess. Ludwsbahn zu 78 sest. Banken lagen meist matter. Deuische Effsclenbank voben sich 9/80/0. Oesterteichische Prioritäten bröckelten größtentheils um Kleinigkeiten im Course ab. Wechsel billiger, namentlich Wien. Privat⸗ teconto 2¼0%

Warum die Flüsse im Winter nicht bis auf den Grund zufrieren. Phystkalische Skizze von A. Oertel.

Die Eiskruste, mit welcher sich unsere Gewässer im Winter bedecken, nimmt zwar bei langanhalten der strenger Kälte an Stärke oder Dicke zu, aber noch nie, selbst in den kältesten Wintern nicht, ist es vorgekommen, daß ein Fluß oder See voll ständig bis auf den Grund in Eis verwandelt worden wärt.

Einem Jeden mag wohl diese Thatsache hin länglich bekannt sein, doch wohl nur die Wenigsten mögen sich über die Ursacht derselben Aufklärung verschafft haben, und die große Menge begnügt sich mit der Auffassung, daß es nun einmal, bauptsächlich auch zum Besten der eigenen werthen Person, so eingerichtet ist. Und doch bietet diese Erscheinung ein hochintertssantes Belspiel von der unergründlichen Weisheit im Haushalte unseres Weltkörpers, wie die Natur selbst es nicht ver schmäht, einen kleinen Ausnahme-⸗Paragraphen in ihre unumstößlichen Gesetze einzuschalten, wo es die

Erhaltung von Myriaden ihrer Geschöpfe erfordert.

Nach einem bekannten Naturgesetze dehnen sich alle Körper durch Wärme aus und ziehen sich durch Kälte zusammen; sowohl feste, als flüssige und gasförmige Körper sind diesem Gesetze unter

worfen, nur das Wasser, dieser wichtige Factor

i M. 76. Die Preise im Organismus unsres Planeten, macht davon verstehen sich sämmtl. ver 200 Pfr. Zollgewicht S 100 Kilo eine

Ausnahme: es erlangt seine größte Dichtig keit bei 4% über 0(Cels.) während es bei weiter

sinkender Temperatur anfängt, sich wieder auszu

dehnen, bis es zum Gefrieren kommt.

Durch einen einfachen Versuch kann sich ein Jeder von diesem Vorgang überzeugen. Einen mit lauem Wasser gefüllten Glascylinder, in welchem

man ein Thermometer befestigt hat, stelle man in ein Gefäß mit Schnee. Während der Abkühlung sinkt das Wasset im Cylinder, und zwar so lange, bis das Thermometer 40 zeigt. Bei fortschreiten der Abkühlung dagegen fällt es nicht weiter, wit man vermuthen sollte, sondern es fängt im Gegen⸗ theil an wieder zu stelgen und dehnt sich so lange aus, bis es zum Gefrieren kommt. Bei 00 hat es gerade die Höhe wieder, auf der es bei 80 Wärme stand

Das Wasser ist demnach bei 40 am schwersten oder dichtesten, bei allen andern Flüssigkeiten nimmt die Dichtigkeit hingegen gleichmäßig mit der Abküdlung zu. So bedeutungslos diese Unregel mäßigkeit auf den ersten Blick erscheinen mag, zu so hoher Bewunderung muß sie uns doch bin reißen, wenn wir auf die Folgen derselben blicken. Die Abküblung unserer Gewässer bei eintretendem Winter ersolgt bauptsächlich durch die kalte Luft, also von oben; das entstandene kältere Wasser ist schwerer, es sinkt folglich zu Boden und das wärmere von unten tritt an seine Stelle, welches wieder abgekühlt wird und niedersinkt. Würde das Wasser bis zu seinem Gefrierpunkt fortwährend dichter, so müßte diese Circulation fortdauern, bis alles Wasser bis auf den Boden binab 00 erreicht bätte; die Eisbildung würde in diesem Falle um einige Zeit verzögert, aber einmal eingetreten,

würde sie binnen weniger Minuten die gesammte Wassermasse von oben bis unten erstarren lassen und gegen derartige Eiskolosse würden auch unsere heißesten Sommer vergeblich ankämpfen. Dits haben wir aber nicht zu befürchten, weil der ge dachte Kreislauf und mit ihm die schnelle Abkühlung des Wassers, von dem Zeitpunkte an aufhört, wo die Temperatur des Wassers bis auf 40 ge- sunken ist, da das noch mehr erkaltete Wasser dann leichter ist und oben aufschwimmt. Das Gestieren kann hiernach nur an der Oberfläche stattfinden und die entstandene Eisrinde nur ganz allmälig wachsen. In geringer Tiefe unter der- selben debaͤlt das Wasser immer eine Temperatur von 40, hinreichend das organische Leben im Bereiche der Najaden auch während des strengsten Winters zu erhalten und dem nahenden Frühling zur Bewältigung der stärksten Eisdecke die Hand zu bieten.

Geld- Cours.

Frankfurt am 26. März. 1878. 20⸗Frankenstücke M. 16 2024 Englische Sovereigns 20 3237 Russische Imperiales 16 67-72

0* Holländische fl. 10 Stüge. 18 65 TDucaten. 3 2 9 5257 Ducaten al mares 7 9 5560 Dollars in Gold 5 4 18 21

Brief kasten

Brief ohne Unterschrift aus Darmstadt Anonyme Briefe werden, wie schon mehrsach bemerkt, nich beach sel.

Anlieferung von Pflastersteinen.

1114 Samstag den 30. d. M., Vormittags 11½ Uhr,

wird die Anlieferung von Basalt-Pflastersteinen,

4 veranschlagt zu 540 Mark, auf hiesigem Rathhause noch

mals wenigstnehmend veraccordirt.

Bad⸗Nauheim am 25. März 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Bad-Nauheim.

Schutt.

Bekanntmachung.

1126 Die unterm Heutigen in dem Gräflichen Revier Bainhards abgehaltene Holzversteigerung ist genehmigt worden und ist der erste Abfahrtag auf

Montag den 1. April l. J.

8 f bestimmt. % een Wia dt den 25. März 1878 a eder 1 Gräfliche Oberförsterei Assenheim. . 10 K Schalla s. 0 N 1 8 e 5 4* 1 l f 0 1

12 Ein vollständiger Wagen

75 1. 1105 mit allem Zubehör steht bel mir pretswürdig zu 1 4 94% 1 i

0 2 verkaufen; auch kann derselbe gegen Bürgschaft auf Credit 1 18 1 ie werden. e önstadt den 24. März 1878. 10 2 Georg Becker. eee s ine lesstungsfähige Fabrst von Baumakertal sucht 4 fr Friedberg und Umgegend einen tüchtigen Agenten. * 1 n el gesucht. Näheres bel der Exped. det Anz.

11 re ö

zu pachten gesucht.

Holz- Versteigerung. 1111 Montag den 1. April l. J., Vormittags Uhr, sollen im Münsterer Gemeindewald, Distrikt Happelshecke, Abtheilung 1 und 3, folgende Holzsortimente öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden: 10 Raummeter Buchen⸗Scheitholz, 6 1 Knüppel, 2390 Stück Buchenwellen, 136 Raummeter Buchen-Stockholz, Stück Eichenwellen, Raummeter Eichen⸗Knüppel, 14 4 Stöcke, 820 Stück Nadelwellen, 2 Raummeter Nadel⸗Stockholz,

51 Stück Eichen Stämme, 6,06 Festm. Inhalt, 15 Nadel⸗ 114 1 men 1 0 16 ö, Eichen-Derbstangen, 0,62 5 1 Birken⸗Derbstange, 0,02 8 20 Nadel⸗Derbstangen, 0,51 5 100 Buchen Reisstangen, 0,57 5 88 Nadel 4 0,6 5 Die Zusammenkunft ist in Münster.

Münster den 23. März 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Münster. Rein eck.

Ein Garten

Anzeigers. 1109

Von wem; sagt die Expeditlon des

*

1 255** Holz-Versteigerung. 1117 Dienstag den 2. April l. J., Morgens 9 Uhr anfangend, sollen im hiesigen Stadtwald Distrikt Dillen⸗ berg, Pfingstweide und Zipfen, nachverzeichnete Holz

sortimente meistbietend versteigert werden, als: 41 Stämme Eichen- Bau-, Werk- und Nutzholz, 7,49 Kubikmeter haltend, 103 Stämme Nadel- Bau, Werk und Nutzholz, 38,30 Kubikmeter haltend,

21 Stück Eichen⸗Derbstangen, 1,29 Kubikm. haltend, 332 Nadel 5 2556 und 8 Reisstangen, 0.61 haltend. Die Zusammenkunft ist an der Wegscheid zwischen

Cleeberg und Espa. Bußbach am 25. Maͤrz 1878. Großherzogliche Bürgermeisterel Butzbach. Kb ch el.

llaarhalsam.

sehr beliebt als bestes Mittel für die Erhaltung und für das Wachsthum der Haare. Flasche& 60 Pf. und M. 1. 20 Pf. Haarfärbemittel die Flasche 2 M. J. A. Windeeker, Hoflieferant in Friedberg, Ph. J. Weiss in Bad- Nauheim. 46

Einige Hundert Centner la. Qualität Heu werden preiswürdig abgegeben. a 1120 v. Harnier'sche Gntsverwaltung Hänserhof.