Ausgabe 
28.3.1878
 
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internen und internationalen Verkehr für Kreuz bandsendungen und für Sendungen mit Waaren; Proben und Mustern bestehen. Der General- Post. meister hatte sich mit der Resolution ein verstanden Derselbe erklärte ferner auf eine bezügliche

erklärt. ner i Anfrage, ein Tax-Gesetz sei in Vorbereitung; dasselbe werde dem Reichstage bald zugehen.

Der Commissions-Antrag, 18,000 Mk. für Ober- Post⸗Räthe im Etat abzusetzen, wird von dem Generalposimeister bekämpft, aber durchHammel sprung mit 114 gegen 107 Stimmen ange nommen. Der Antrag, füt die Vorsteher der Post und Telegraphen-Aemter 43,300 Mark mehr aus. zuwecfen, als im Etat eingestellt sind, wird gleichfalls genehmigt. Ebenso wird eine auf Reduction und endliche Aufhebung der Militär-Post-Aemter ab · zielende Resolution und eine weitere Resolution angenommen, worin der Reichskanzler aufgefordert

wird, die Bestimmungen über die Annabme, Anstellung und Beförderung der Telegraphen⸗ Anwärter einer Revision zu unterzieben und

dieselben mit denjenigen für Post⸗ Anwärter in Uebereinstimmung zu bringen.

Kiel. Das nach Nikaragua bestimmte deutsche Geschwader hat am 14. d. Panama verlassen und seine Fahrt nach Nikaragua fortgesetzt.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 26. März.

Es geht hier das Gerücht, England wolle eine gemeinsame Besetzung Konstantinopels durch sämmt⸗

liche Großmächte beantragen. Ignatieff ist in Wien angekommen.

Pest, 26. März. Hier herrscht große Bewegung. Es circuliren Alarm-Gerüchte. Die Bevölkerung glaubt, Oesterreich könne unmöglich neutral bleiben, wenn England den Krieg beginne. Die rumänischen Diplomaten Gbika und Stourdza haben Durchreise durch Pest öffentlich verfichert, Rußland wolle sich bis an die Karpathen ausdehnen. Dem- zufolge ist die Aufregung im Wachsen begriffen. Der PesterLloyd meldet: Serbische Truppen werden gegen die österreichische Grenze dislocirt.

Frankreich. Versailles, 26. März. Der Senat bat heute das Einnahme-Budget votirt.

Großbritannien. London, 25. März. In der heutigen Sitzung des Unterhauses beant- wortete der Schatzkanzler Northeote von Courtnay gestellte Anfragen dahin: Rußland habe den Frie densvertrag England und den anderen Pariser Vertrags⸗Mächten mitgetheilt. Derselbe geht heute dem Parlamente zu. Die übrigen Anfragen be ziehen sich auf wichtige Angelegenbeiten, worüber die Unterhandlungen noch schweben, weshalb es inopportun sei, erssere zu beantworten.

26. März. Unterhaus. Auf Anregung Baseter's theilte Bourke mit: Die Garnisonen von zwei türkischen Plätzen hätten sich den Auf- ständischen ergeben. Kein Theil des Innern von Kreta könne jetzt als unter der Autorität der Pforte stehend betrachtet werden. Courtney kün⸗ digte an, er werde die Aufmerksamkeit auf den Vertrag von 1856 und das Protokoll von 1871 lenken und eine Resolution beantragen des Inhalts, daß keine Macht sich willkürlich von ihren Ver⸗ tragspflichten lossagen, auch keine Macht auf Ein; haltung derartiger Verpflichtungen bestehen dürfe, nachdem sie sich selbst davon losgesagt habe.

26. März. Gegerüber von Auslassungen derAgence Russe und desNord bemerkt die Morning Past offictös: England nehme eine auf Gerechtigkeit basirte Stellung ein und werde sich daraus nicht durch Drohungen vertreiben lassen. Rußland sei bereits in dem Traume be fangen, es babe die Herrschaft im Orient in seiner Gewalt; aber es ziele auf Etwas hin, was be

auf der

reits im Besitze Englands sei und ohne Kampf Behandlung. nicht aufgegeben würde. Das englische Cabinet Note die stillschweigende Anerkennung der Unab

hat den Vice⸗König von Indien telegraphisch be

auftragt, 200,000 Mohamedaner zu den Fahnen einzuberusen und deren Einschiffung nach Europa Aufständischen die Katastrophe bei Litochoron er

vorzubereiten.

DieTimes bringt folgende anscheinend hatten, sind 20,000 Weiber u i e 1. 2 nd Kinder in das inspirirte Mittheilung: Derby besteht fortgesetzt Kloster Melympion Dionysios geflüchtet. auf Vorlegung des ganzen Friedens⸗Vertrages an Pascha ist mit Regulären und Tscherkessen den Congreß; derselbe fragte indeß, um zu ver⸗ dasselbe

hüten, daß auf einen formellen Punkt zu großes Regierung wurde deren diplomatischer Vertreter

Gewicht gelegt werde, bei Rußland an, ob die Mittheilung des Vertrages an die Mächte als gleichbedeutend anzusehen sei mit der Vorlegung desselben an den Congreß. Rußland verneinte diese Frage absolut und damit die einzige Be. dingung, unter welcher England Vertreter nach Berlin zu senden bereit ist.

Italien. Rom, 25. März. Der König unterzeichnete das Deeret, betreffend die Ernennung des neuen Cabinets, das in der bereits gemeldeten Weise gebildet ist. Das Cabinet ist beeidet und übernimmt sofort die Geschäfte.

Türkei. Constantinopel, 25. März. Osman Pascha, welcher gestern in Begleitung von Reuf hier eintraf, wurde gestern Abend vom Sultan empfangen, welcher ibm den Großcordon des Osmanke Ordens mit dem Stern in Brillanten und die goldene Militär- Medaille nebst einem Ehrensäbel überreichte. Heute wird Osman auf der Pforte und dem Seraskierat mit großen Ehren empfangen. Die in der Ebene von Bujukdere lagernden Truppen stehen unter dem Befehl Mehe⸗ med Ali's. Der Sultan empfing ein Schreiben des Papstes, welches dessen Thronbesteigung notiffeirt.

25, Mär, Die bisher bel Bujukdere kampirenden türkischen Truppen haben sich gegen die Höhen von Maslak zwischen Bujukdere und

Pera zurückgezogen. Die Russen werden indeß Bujukdere nicht besetzen. Der Sultan hot Osman Pascha zum Ober⸗Commandanten der Kaisergarde und Tefik zum Chef des Generalstabes ernannt.

26. März. Großfürst Nikolaus ist heute hier eingetroffen und hat sich mit einigen Generalen in einem Gala-Kaik nach Dolma-Bagdsche begeben. Dort empfing ibn der Sultan in Anwesenbeit Achmet Vefik Paschas, Reuf Paschas, Savpfet Paschas und Osman Paschas. Der Staatsrath Pnou war ebenfalls anwesend. Der Besuch dauerte etwa eine Stunde Unmittelbar darauf empfing der Großfürst in Beglerbeg den Besuch des Sultans mit den Minstern und anderen Würden trägern. Der Sultan verweilte eige Viertelstunde. Sodann kehrte der Großfürst mit seinem Gefolge nach San Stefano zurück. Die Russen be⸗ festigen ihre Stellungen bei Tschorlu, während die britische Flotte in der Besika-Bay fortwährend Munition und Proviant erhält. Die Russen haben die Entwaffgung der gesammten bulgarischen Bevölkerung angeordnet. Mumänien Bukarest, 26. März. Die Pol. Corr. meldet über eine vorgestern statt⸗ gebabte geheime Sitzung der vereinigten rumäni⸗ schen Kammern. In derselben verlas der Minister des Aeußern Cogalniceanu einen Bericht des rumänischen Agenten in Petersburg, Generals Ghika, wonach Fücst Gortschakoff demselben erklärte, daß der Kalser Alexander die Verweigerung Bessarabiens als eine persönliche Beleidigung be trachte. In Folge des tiefen Eindrucks, den diese Ecklärung hervorbrachte, war auf gestern Abend eine neue geheime Sitzung beider Kammern an- beraumt. Nach anderen hier eursttenden Nachrichten soll jecoch Rußland geneigt sein, daß die bess arabische Frage vor den Congreß gebracht werde und soll bereit erklärt baben, die Dobrudscha zu behalten, wenn der Congreß sich gegen die Retrocession Bessarabtens erkläre. Die bereits im Gange befindliche Bildung eines Verwaltungs- Personals gelte nicht Bessarabien, sondern der Dobrudscha. Rußland scheint den Widerstand wegen der Auslieferung der in Rumänien inter nirten türkischen Gefangenen aufgegeben zu haben. Die Pforte erklärt sich in einer Note an den rumänischen Minister des Aeußeren zur Uebernahme der Gefangenen bereit und dankt für deren gute Man will in Bekarest in dieser

ö

hängigkeit Ramänien's erblicken.

Griechenland. Athen. Nachdem die

litten und die Türken viele Christen niedergemetzelt

Assaf . gegen im Anmarsch. Seitens der englischen

in Athen, Wyndham, hiervon benachrichtigt, welcher darauf die Panzer CorvetteRubby von der Flotte des Admirals Hornby nach der thessalischen Küste berief.

Rußland. Petersburg. Von bier wird gemeldet, Rußland werde wahrscheinlich vorläufig keine formelle Vorstellung gegen die Anwesenheit der britischen Flotte im Marmara-Meer erheben, aber auch die Einschiffung der russischen Truppen werde unterbleiben.

DieAgence Russe schreibt: Nachdem Rußland den Präliminar-Vertrag seinem ganzen Umfange nach den Congreß-Mächten mitgetheilt und das Vorhandensein eines geheimen Vertrages bestimmt in Abrede gestellt hat, nachdem Rußland jeder Congreß Macht in gleicher Weise wie sich selbst das volle Recht zuerkannt hat, zu discutiren, Vorschläge zu machen und Entschließungen zu fassen, kann das Drängen Englands, Rußland seine Formel aufzuzwingen, nur als arge Chikane angesehen werden, worin sich eine verletzende Absicht offenbart.

Amerika. New ⸗Nork, 24. März. In San Domingo hat sich eine provisorische Re- gierung unter dem Vorsiz des Generals Guillermo gebildet. Die Wahl eines neuen Prästidenten soll baldmöglichst erfolgen. Der durch die Revolution angerichtete Schaden ist sehr groß.

Washington, 25. März. Im Repräsen⸗ tantenhause erfolgte die Abstimmung über den Münzgesetz- Entwurf, wonach Silber unter den nämlichen Bedingungen wie Gold ausgeprägt und

die Ausgabe von Certificaten auf im Depot be

findliche Silber- Barren gestattet werden sollte;

von den anwesenden Mitgliedern stimmten 140

für und 102 gegen die Vorlage; da somit die für die Annahme erforderliche Zweidrittel⸗ Majorität nicht erreicht ist, so gilt der Gesetzent⸗ wurf als abgelehnt. Auch die Bill, betreffend die fünfjährige Suspendirung des Gesetzes über die Amortistrungs⸗Casse, wurde abgelehnt.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Zweite Wetterauer In⸗ dussrie-Ausstellung zu Friedberg. In der Bei⸗

lage zu Nr. 34 d. Anz. wird das Projekt der Veranstalt⸗

ung einerZweiten Wetterauer Industrie⸗Aus⸗ stellung, welche gleichzeitig mit der im nächsten Herbste in Friedberg stattfindenden General-Versammlung des Landes-Gewerbe-Vereins und der damit verbundenen Aus⸗ slellung von Leistungen der verschiedenen Handwerker⸗ Zeichenschulen des Landes in Scene gesetzt werden soll, desprochen und, indem dasselbe einestheils als verfrüht, anderntheils als zu spät begonnen, bezeichnet wird, die Schlußfolgerung gezogen, man möge mit einer zweiten Ausstellung warten, bis der Landes-Gewerbe-Verein einmal wieder(oielleicht in 20 oder 30 Jahren) seine General⸗ Versammlung in Friedberg zu halten beschließt. Dem entgegen ist zu erwiedern: Wenn die lokalen Ausstellungen, wie der beregte Artikel selbst sagt, da Anregung und Auf⸗ munterung gewäbren, wo die großen nur in seltenen Fällen ihre befruchtende Kraft äußern, so sind sie etwas Gutes und Nützliches; das Gute und Nützliche kann aber niemalszu früh kommen, es wird immer, wenn es kommt, seine gusen Folgen haben und was die Be⸗ füschlung wegen des zu späl betrifft, so liegt die Wlder⸗ legung derselben nicht in der Hand des Comits's, und mag dasselbe noch so vielearbeitende Kräfte haben, sondern in der Hand der Gewerbireibenden und Industriellen, und an der regen Betheiligung derselben an dem Unternehmen, welches in deren eigenstem Interesse von dem Friedberger Lokal⸗Gewerbe⸗Verein angeregt worden ist. Dieser Verein aber gibt sich der Hoffnung hin, daß die Gewerbetreiben⸗ den und Industriellen unseres Kreises sich durch allzu ängsiliches Bangemachen nicht werden beirren lassen, son⸗ dern an dem geplanten Unternehmen einerZweiten Welterauer Industrie⸗Ausstellung in Fried⸗ berg(wodurch nicht sowoblglorreiche Resultate angestrebt, als vielmehr ein bescheidenes, getreues Bil! dessen, was die Wetterau durch eigene Arbeit, ohne srem' den, von Außen bezogenen Aufputz, zu leisten vermag, gegeben werden soll) sich eifrig betbeiligen, und ihm die Anerkennung bereiten werden, nächsten Sonntag Nach⸗ mitiag eine zahlreiche Versammlung aus allen Bezirken des Kteises und namenilich die auswärtigen Milglieder des Comité's in seiner Miite begrüßen zu können.

Dorheim, 27. März. Ein seit 3 Wochen vermißter hiesiger Einwobner wurde heute früh am Wehr der Schult'schen Mühle hier ersäuft gefunden.

a. Assenheim. Am Sonntag Nachmittag waren die beiden Förster von Assenheim und Engelthal in den Erbstädter Wald, wo sie am Waldessaum ein Reh an einem Baum hängen sahen; sie vermutheien sofort, daß Wilddiebe in der Nähe sein müßlen. Beide Förster um gingen deßhalb den Wald und gelang es dem Engelthaler Förster vier Wilddiebe einzuvolen, welche anstait zu ent⸗ fliehen, Kehrt machten und auf den Jäger losseuerten, der von zwei Kugeln durchbohrt, jetzt lebensgefährlich

habn ummend