Ausgabe 
28.2.1878
 
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1878. Donnerstag den 28. Februar.

2 26.

Ag.

Oberhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11

Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

92

Für den Monat März kann auf den berhessischen Verlags-Expedition mit 34 Pf., bei den Poststellen mit 50 Pf.

Anzeiger bei der

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und Samstag.

abonnirt werden.

Amtlicher Theil.

5 Zetreffend: Die Ausstellung der Heimathscheine.

Dortos, von der erfolgten Ausstellung von Heimatbscheinen für die Zukunft keine Nachricht mehr en beigerung der Ausstellung wird Ihnen entsprechende Mittheilung zugehen,

Friedberg den 25. Februar 1878.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien. Zufolge Verfügung Großherzoglichen Ministeriums des Innern benachrichtigen wir Sie hierdurch, daß Ihnen, behufs Ersparung unnöthigen

gegeben werden wird. Nur im Falle der Ver⸗

Den Eintrag in Ihr Heimatbscheine-Register haben Sie daber von nun

* in schon bei Erstattung des Heimathscheins-Berichts zu vollziehen und die Nummer, unter welcher dies geschehen, in dem Berichte anzumerken.

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. Deutsches Reich. 2 Darmstadt. Der Professor Geh. Medieinal ath Dr. Wernher in Gießen wurde auf Nach b uchen unter Anerkennung seiner Dienste in den Ruhestand versetzt und demselben das Ritterkreuz Klasse des Ludewige⸗Ordens verliehen. 158 25. Febr. S. K. H. der Großberzog ist n estern in bestem Wohlbefinden von Berlin wieder lier eingetroffen. Morgen werden der Prinz von Wales und der Herzog von Connaught hier an ommen und im Neuen Palais absteigen.

Verwickelung mit Nicaragua. Minister v. Bülow gab eine Darlegung der dortigen Vorfälle und der diesseits getroffenen Maßnahmen und stellte eine besondere Deakschrift darüber in Auasicht. Alle Etats- Positlonen des auswärtigen Amtes wurden hierauf genehmigt 26. Febr. Der Reichstag setzte heute die zweite Berathung des Etats fort und genehmigte nach unerheblicher Debatte den Ausgabe Etat des Reichskaazleramts für Elsaß Lothringen, die Etats des Reichs-In⸗ validensonds, der Wechsel-Stempelsteuer und des

ung.

er 2 5 2 55 1 0 n Scheuer ee 26. Febr. Prinzessin Carl und Prinz] Bankwesens; ferner den besonderen Beitrag für 5 Vilhelm sind heute von St. Remo im besten Elsaß Lothringen und verwies den Etat des all-

Karl ri 2 f. 8 2 5 Vohlbefinden dahier eingetroffen. Prinz Heinrich

af gestern Abend von Trier ein; beute findet ine Trauung mit Fräulein v. Willich statt. Der in der zweiten Kammer abgelehnte

gemeinen Pensionsfonds und die Ueberschüsse aus früheren Jahren an die Budget-Commission. Bei dem Etat für die vormalige Ober-Hofbuchdruckerei socht Brockhaus die Etatssätze an und warnte Antrag des Abgeordneten Büchner auf Erlaß davor, schon jetzt eine Reichs- Druckerei zu organi- mes Gesetzes, wonach die Concessionen zur Er- siren. Der General- Postmeister rechtfertigte die ichtung von Schankstellen für Branntwein und Ansätze mit dem Hinzufügen, die Verhandlungen Spiritus vom Nachweis des Bedürfnisses ab- wegen Umwandlung der Ober-Hofbuchdruckerei in längig gemacht wird, scheint auch in der ersten eine Reichs- Buchdruckerei seien dem Abschlusse Jammer nicht auf Unterstützung rechnen zu dürfen. nahe. Das bezügliche Gesetz werde dem Reichs Benigstens hat der mit der Sache befaßte vierte tage zugehen. Die Etats wurden hierauf ge dusschuß dem jetzt im Druck vorliegenden Bericht nehmigt. Der Etat des Münzwesens wird nach zufolge einstimmig auf Beitritt zum ablehnenden einer längeren Discussion genebmigt. Bei dem F eschluß der zweiten Kammer angetragen. Etat des Reichskanzlers kritisirt Bracke(Socialist) Berlin, 25. Febr. Der Reichstag genebmigtes die Stellung des Reichskanzlers zur Socialdemo t der heutigen Sitzung den Antrag Kapell auf kratie. Fürst Bismarck bemerkt, er habe sich nicht Eistirung des gegen Fritzsche anbängigen Straf- gegen berechtigte Bestrebungen der Arbeiter aus- wefahrene während der Dauer der Sesston und gesprochen, sondern gegen die Thätigkeit socialistischer i gann die zweite Lesung derjenigen Theile des Agitatoren, welche durch die Vorspiegelung, als (ats, die zur sofortigen Plenarberathung gestellt könnten sie das Loos der Arbeiter verbessern, und ud. Die Etats der Verwaltung des Reichs- durch die Erregung von Unmuth und Arbeitsunlust keeres und der Marine wurden nach unerheblicher die Industrie und die Arbeiter selbst schädigen.

4 E genehmigt, nachdem auf Antrag Richter's Es gehöre viel Leichtgläubigkeit dazu, an angeb

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ung. In dem ersteren noch einzelne Titel an die Budget- liche Wunder zu glauben; größer noch sei die 9 bommission verwiesen waren. Ferner wurde der Leichtgläubigkeit, womit die Arbeiter den Agita Dat der Reichs Justiz- Verwaltung und der Etat toren folgten. v. Schorlemer Alst bekämpft die I Reichs Eisenbahn- Amtes genehmigt. Bei Einrichtung des Central-Bureau's des Reichs im Etat des Auswärtigen Amtes beantragte kanzlers und wünscht die Verweisung der betreffen , Schorlemer die Streichung der Gehalts-Zulage den Position an die Budget-Commission. Fürst an 30,000 M. für den Bolschafter in London Bismarck erklärt, eine sorgfältige Prüfung sei ihm ind forderte besond ere Abstimmung über den be-(nur erwünscht. Die Errichtung des Central sglichen Etats⸗Titel. Nach kurzer Debatte wurde Burkau's sel zur Bequemlichkeit, Erleichterung die Positson bewilligt. Frühauffrichtete die Frage und Uebersichtlichkeit in der Geschäftsführung un 1 die Reichs Regierung, ob es vielleicht möglichserläßlich, er hoffe, daß der in Aussicht genommene g noch im Laufe dieser Sesston dem Reichstage Vertreter ihn in seiner Totalität vertreten werde. he Mittheilung über den Stand der Verhand- Dazu sei aber das Bureau nöthig. Die Position ligen zur Erleichterung des deutsch- russischen wird mit großer Majorität genehmigt und hier- hengverkehrs zu machen. Fürst Bismarck er- auf der Etat des Reichskanzlers unverändert an Jederte: ex halte das im Laufe dieser Sesstons genommen. bt für möglich; Verhandlungen schwebten, aber Berlin. DieKreuz-Ztg. meldet, daß Ausgang derselben lasse sich noch nicht ab[der Kaiser das Gesuch des Ober Ceremonien en. Er warne davor, von politischen Bezieh- Meistere Grafen Stillfried um Enthebung ven ugen Rückschlüsse auf Handels- und Zoll- Ver- seiner Stellung ablehnend beantwortet und dem u tnisse zu machen, bei denen die Gesetzgebung selben mit einem huldvollen Handschreiben den

Staaten und manches Andere in Betracht] Stern der Groß-Comthure des Haus. Ordens von ame. Hänel wünschte Aufklärung über die Hohenzollern übersandt hat. Dieselbe Auszeich-

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nung ist dem Hausminister Frhrn. v. Schleinitz zu Theil geworden. Bekanntlich waren Beide und ihre nähere Umgebung einer systematischen Maulwurfsarbeit gegen Bismarck bezichtigt worden.

Ein dem Bundesrathe zugegangentr Ge setzentwurf, betreffend den Bau von Eisenbahnen in Lothringen, ermächtigt den Reichskanzler: 1) Eisenbahgen von Chateau-Salins nach Saar- alben, von Dieuze nach Vensdorf und von Karlingen nach Hargarten anzulegen. 2) Verbindungs⸗ Bahnen zwischen den Eisenbahn Linien Bitsch⸗ Saargemünd, sowie Zweibrücken Saargemünd einerseits und Saargemünd-Saaralben anderseits auszuführen, und 3) die Zwischen⸗Stationen auf den Strecken Saargemünd-Saaralben und Saar- gemünd⸗Beningen erweitern zu lassen. Die Kosten der Bauten sind auf 15,120,000 M. veranschlagt.

Gegenüber den Nachrichten verschiedener Blätter von der bevorstehenden Entsendung eines deutschen Geschwaders in die türkischen Gewässer ist zu constatiren, daß außer der wie alljährlich im Frübjahre in Aussicht genommenen Formirung eines Uebungsgeschwaders keinerlei weitere Vor bereitungen in Betreff der Entsendung von Schissen getroffen oder beabsichtigt worden sind.

Kronprinz Rudolf von Oesterreich trifft am 3. März zum Besuche des Hofes dier ein.

Ausland.

Oe sterreich⸗-Ungarn. Wien, 25. Febr. Was heute über die Friedens-Bedingungen ver lautet, hat hier den allerschlimmsten Eindruck ge macht. In officiellen Kreisen gesteht man frei müthig, Derartiges niemals erwartet zu haben. Die Abgrenzung Bulgariens, dessen längere Occupation, die Ueberlassung eines Hafens an Montenegro, Serbiens Vergrößerung gegen Bos nien hin wird Oesterteich auf's Aeußerste be kämpfen. Mehrere Punkte der Friedens-Beding ungen erscheinen geradezu Oesterteich provocirend. Die allgemeine Situation wird als düster be trachtet; es stehen wichtige Berathungen bevor.

26. Febr. Nachrichten vom Scheitern des Conferenz- Planes sind unbegründet. Die Stimmung ist hier andauernd ernst. Es sind

mehrere Anordnungen rücksichtlich einer eventuellen Mobilisirung ergangen. Die ungarischen Blätter verlangen auf's Dringendste das Aufgebot der gesammten Kräfte der Monarchie, verurtheilen schärsstens Rußland's Forderungen und erblicken darin eine Provocation Oesterreich's. Aus Sieben bürgen verlauten täglich Einzelheiten über eine großartige russische Macht Entfaltung den Grenzen

entlang. Wie verlautet, haben englische Finanziers große Summen Oesterreich zur Verfügung gestellt.

Pest, 25. Febr. Bei Fortsetzung der Be rathung uber die Zoll-Votlagen genehmigte das Unterhaus die Bestimmung, betreffend die Ein hebung der Zölle in Gold, und nahm bezüglich