Ausgabe 
27.8.1878
 
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neuerrichteten Grenzbefestigungen aufzunehmen ge⸗ sucht haben.

23. Aug. Von der montenegrinischen Grenze wird unterm 16. d. gemeldet, daß in Cettinje Schaaren für die Herzegowina ausgerüstet werden. Bei Niksics, Bilek, Goransko und im Duga-Paßz wurden vier Tschetas formirt.

24. Aug. FM. Jovanovich meldet vom 23. d. aus dem Lager von Cornici, daß er durch ein am 21. d. stattgehabtes Gesecht einen ent; scheidenden Schlag gegen die Hauptkraft der Her- zegowiner Insurgenten geführt, welche in starken Stellungen in fortsähnlichen Gebäuden tapfer kämpften, daher die meisten Chefs unter den Trümmern der in Flammen gerathenen Kulas ihren Tod fanden. Eine stärkere Abtheilung floh in das Gebirge gegen Bilek. Der Stadt Stolars ist wegen ihrer verrätherischen Haltung eine Con- tribution, zumeist in Victualjen, auferlegt. FM. Jovanovich hebt die vortreffliche Haltung der Truppen besonders hervor.

Agram, 23. Aug. Eine bedeutende Anzahl in Varcarevo, Jajce und Banjaluka gefangener Begs und Agas werden hier erwartet, um von hier in eine Festung übergeführt zu werden. Ihr Bestimmungsort wahrscheinlich kommen sie nach Theresienstadt.

Schweiz. Bern, 22. August. Nachdem die letzte Differenz zwischen dem Ständerath und dem Nationalrath in der Gotthardtfrage erledigt ist, genehmigte der Nationalrath in heutiger Schluß abstimmung das Ganze der Beschlüsse.

Belgien. Brüssel, 23. August. Bei dem Banket der Generalräthe erwiederte der

ist noch nicht genau festgesetzt,

Serbien. Belgrad, 22. August. Die Beschlüsse des Congresses bezüglich Serbiens wur⸗ den heute officiell publicirt. Eine Proclamation des Fürsten kündigt officiell die Wiederherstellung des Friedens an. Das Land feiert heute das Fest seiner Unabhängigkeit,

23. Aug. Fürst Milan sprach gelegentlich der serbischen Unabhängigkeits Erklärung tele. graphisch seinen und seiner Nation warmen Dank aus für das Wohlwollen und die Unterstützung, welche die serbische Nation bei den Veschlüssen des Congresses Seitens der österreichischen Regierung gefunden habe. In der darauf erfolgten Antwort soll dem Fürsten vom Kaiser die wohlwollendste Aufnahme dieser Dankesäußerung und gleichzeitig die Zusicherung ausgesprochen worden sein, daß Fürst und Land, wie früher so auch künftighin, in Allem, was ihr Wohl betreffe, der wohlwollendsten Unterstüzung sicher sein könnten. In analoger Weise drückte schon früher der Fürst Milan schrift lich seinen Dank an den Gtasen Andrassy aus. Der aus der Topola-Affaire bekannte Kolaracs ist gänzlich amnestirt worden. Außerdem haben zahl reiche Begnadigungen und Strafnachlässe für andere Sträflinge stattgefunden.

MRumänien. Bukarest. In gouvernemen⸗ talen Kreisen machen zwei Vorfälle den peinlichsten Eindruck: Oberst Falkojanu, der in Begleitung eines Generalstabs-Offiziers in officiöser Sendung nach der Dobrudscha fich begeben hatte, wurde von dem dortigen russischen Militär-Commando in einer nichts weniger als höflichen Art und Weise veranlaßt, sofort wieder nach Rumänien

zurückzukehren. Es wurde ihm bedeutet, daß die

aller Güter des Khedive an den Staat verlangen, angenommen. Der Khedive beauftragte Nubar Pascha, ein Ministerium zu bilden, um die zur Ausführung der Anträge erforderlichen Reformen einzuführen. Der englische Delegirte Wilson hat das Ministerium der Finanzen angenommen. Die Anträge des Berichts der Enquete Com mission sind folgende: Keine Steuerauflage ohne Gesetz. Die gesetzgeberischen Gewalten, welche zu Steuer- auflagen allein ermächtigen, sind Eingebornen und Fremden zugänglich. Die Steuer-Erheber stehen unter den Befehlen des Finanz- Ministers.

Gründung von Reservefonds gegen Desficits, die in dem Ausbleiben der Nil-Ueberschwemm- ung ihren Grund haben. Errichtung von

Gerichtsbehörden zur Entscheidung über Steuer Reclamationen. Organisatlon zum Schutze der Eingeborenen gegen Mißbräuche von Behörden. Revision der Grundsteuern. Abschaffung der Frohndienste vorbehaltlich der Arbeiten an öffent⸗ lichen Bauten. Regelung des Militär dienstes. Der Khedive wirp alles Grund Eigenthum von allen Dairas für die Liquidirung der Desficite anweisen, so daß die Special-Administration volle Gewalt hat, diese Güter zu verwalten, zu ver äußern oder für das Desieit zu belasten. Amerika. New Nork. Bisher sind 11,500,000 Silber-Dollars geschlagen aber nur Millionen in Umlauf gesetzt worden, weil die Nachfrage noch gering ist. hat diese übrigens zugenommen.

Aus Stadt und Land. N. Bad⸗Nauheim. Unser Comité für das Sedan⸗ sest hat auf vielseitig geäußerten dringenden Wunsch

König auf eine an ihn gerichtete Ansprache, es Rumänen in der Dobrudscha gar Nichts zu suchen piesiger Einwohner die Festseier auf Sonntag den

werde ihm und der Königin schwer, ihre Gefühle gegenüber den rührenden Zeichen treuer Anhäng lichkeit zurückzubalten. Er danke für alle Liebes- zeichen den Vertretern der Provinz wärmstens, danke besonders für die Aufmunterungen, welche sie seinen innerhalb der Grenze der Constitution sich bewegenden guten Absichten gewährten und wünsche auf's Heißeste, das Vaterland auf dem Wege des Fortschrittes vorschreiten zu sehen. Die hoch zu schätzende Garantie Europa's gebe dem Lande die Gewißheit, daß es durch Krisen von Außen nicht gestört werde, sobald es fortfahre, seine internationale Verpflichtung zu erfüllen und die Achtung vor seinem Gebiete zu sichern, damit sein Gebiet niemals für Jemand eine Schwierig keit oder Verlegenheit werde.

Großbritannien. London. Dem Ver- nehmen nach begibt sich der erste Lord der Ad miralität, Smith, demnächst nach Cypern zur Inspection.

Italien. Rom, 24. Aug. DieItalie schreibt: Verschiedene Blätter haben gemeldet, daß Italien dem Bey von Tunis eine Allianz ange⸗ tragen habe, daß Tunis eine italienische Garnison erhalten werde und daß Italien die Reorganisirung der tunesischen Finanzen übernehmen solle. Alle diese Nachrichten sind vollständig unbegründet. Gegenwärtig sind keinerlei Verhandlungen zwischen Italien und Tunis in der Schwebe.

Türkei. Constantinopel, 22. August. Da die Insurgenten im Rhodope-Gebirge ihre Stellungen trotz Aufforderung nicht aufgegeben haben, so haben die russischen Truppen Kara Nußlar und Akbunar angegriffen. Die Insurgenten behaupten indessen ihre Positionen.

24. Aug. Der Gouverneur von Rumelien, Fürst Dondukoff⸗Korsakoff, ist hier angekommen. Auf den Vorschlag des deutschen Mitgliedes der Rhodope⸗Commission wurde der Bericht der Letzteren mit Rücksicht auf die darin ausgesprochenen Beschuldigungen der russischen Autoritäten an vielen Stellen gemildert. Das russische Hauptquartier soll von San Stefano demnächst nach Rodosto verlegt werden.

Die Pforte hat die Uebergabe Batums bis zum 12. September vertagt, um die Einwohner zu beruhigen und einem Conflicte vorzubeugen.

24. Aug. Mehemet Ali Pascha hat seine Beschwichtigungsreise nach Kossowo bereits ange⸗ treten. Er wird sich später zu gleichem Zwecke nach Prizrend und Scutari begeben.

hätten. Der zweite unliebsame Fall ist der solgende: Der Primar(Orts- Vorstand) eines Dorfes wurde vor zwei Wochen von einem von der Truppen Abtheilung auf dem Durchmarsche befindlichen russischen Capitän auf die fürchterlichste Weise mißhandelt; der Russe ließ dem gedachten Primar, der nicht in der Lage war, in seinem ärmlichen Dorfe die Wünsche des Militärs ganz zu erfüllen, auf den nackten Rücken 50 Knuten biebe appliciren. Die von hier aus entsendete Rumänisch Russische Untersuchungs⸗Commission hat dieses Factum constatirt, um so leichter, als der russische Capitän selbst die That nicht leugnete. General Drentelen versprach, daß dieser Capitän bestraft werden solle, fügte jedoch hinzu, daß dies jetzt, wo die tussische Armee sich auf dem Marsche befinde, nicht geschehen könne, sondern erst daheim in Rußland. Die Unsicherheit im Lande nimmt in erschreckender Weise wieder zu und hier in der Hauptstadt selbst vergeht fast kein Tag, wo nicht größere Raubanfälle und Diebstähle sich ereignen. Die Räumung der Dobrubdscha erfolgt über Varna und Braila. In Philippopel erscheint für die autonome türkische Provinz Ost Rumelien in bulgarischer Sprache ein russisch-halbamtliches Journal,Mariza, redigirt von Danow.

Griechenland. Athen. Gestern ist der Minister des Aeußern, Delijannis, von seiner europäischen Missions Tour zurückgekehrt. Große kriegerische Aufregung hat sich neueclich Athen's und ganz Griechenland's bemächtigt.

Rußland. Petersburg, 23. August. DerReg. Bote veröffentlicht einen kaiserlichen Befehl, nach welchem das Verbot der Pferde Ausfuhr aus den Häsen des Schwarzen und Asowischen Meeres und über die Westgrenze Ruß lands aufgehoben ist. DemRuss. Inv. zufolge werden die für die Militärbezirke Ost- und West⸗ Sibirens und Turkestano einberufenen Ersatz⸗ Mannschaften wieder in die Heimath entlassen. Zur Zurückbeförderung der zur Heimkehr be⸗ stimmten russischen Truppen ist Sebastopol, Odessa kund Nikolajeff ausersehen. Von dort geschieht ihre Weiterbesörderung in die Standquartiere in drei Routen. Gleichzeitig erfogt aus Sebastopol die Zurückbeförderung der türkischen Gefangenen. Die Beförderung auf den Bahnen begann am 16. August.

Aegypten. Kairo, 23. August. Der

geschehen.

Khedive hat gestern die Anträge in dem Bericht der Enquete⸗Commission, welche die Rückerstattung

1. September verlegt, aber es ist dies mit dem aus drücktichen Hinzufügenfür diesmal und ausnahmsweise Da eine allgemeine, mehrtheilige Feier des paitiotischen Festes hier zum erstenmale statlfindet, so mag die Aenderung wohl rathsam gewesen sein. Umsomehr sind wir aber nun auch berechtigt die größte Betheiligung bei dem Feste zu erwarten.

Kirch⸗Göns, 22. Aug. Gestern verunglückte das etwa 3 Jahre alie Kind eines hiesissen Bürgers, indem es sich während des Spielens in einem unbewachten Augen⸗ blick über eine auf dem Hose stehende mit nur einigen Zoll Wasser gefüllze Waschbütte beugte, wodurch es das Gleichgewicht verlor, mit dem Kopfe in die Bülte stürzte und ertrank.

Allerlei.

Kaiserslautern, 21. Aug. Gestern wollte eine Frau von hier, die mit Kuchenschneiden beschäftigt war und deßhalb das Messec noch in der Hand bielt, ihrem Kinde, einem bildschönen Mädchen von 5 Jahren, eine Wespe von dem Gesicht verscheuchen. Sie halte aber das Unglück dem Kinde mil dem Messer in das eine Auge zu stoßen, so daß dieses sofort ausgelaufen ist.

Gotha. Mit dem ziemlich kostspieligen, aber dabei geschmackvollen Bau der Leichenhalle auf dem neu ange- legten großen Friedbofe an der Langensalzaer Steaße nebst Verbrennungsosen und Columbarium, geht es jetzt rasch vorwärts, weil schon mit dem 1. October d. J. alles in Stand sein und namentlich die facultative Verbrennung der Leichen beginnen soll. Die Leiche des vor einiger Zeit hier verstorbenen Ingenieurs Stier, welcher einstwellen auf einem der Friedhöfe beigesetzt ist, wird die erste sein, die in der Anstalt verbrannt wird. Bekanntlich werden auch die sterblichen Ueberteste Fremder unter den festgesetzten Bedingungen hier auf dem Wege der Cremation bestaltet werden können.

Eisenach, 23. Aug. Schulze⸗Delitzsch fühlt sich seit einiger Zeit leidend, sein Unwohlsein ist im Zunehmen begriffen. Derselbe konnte deswegen sich auch nicht an der heuligen Sitzung des Verbandstags beiheiligen, sondern reiste unter Schenk's Begleitung ab.

R. Dewsbury.Landesart, Landessitle, so dachte ich als ich in dem Frankfurter Marktberichte las, daß vielunreises Obst confiscirt worden sei. Hätten wir hier in England dieses Gesetz, so hätien Polizei und Markte inspectoren der Albeit gar viel, denn das meiste Obst. das hier auf den Markl kommt, ist gewöhnlich sehr weit von der Reise entsernt. Ungeheuere Quantizäten aller Arten Obst kommen läglich von dem Continent in den Häfen Englands an und werden sofort nach dem Inland weiter (xpedirt; all dies Obst ist unreif, reises würde zu schnell in Fäulniß übergehen und sosort bei Ankunft im Hafen selbst oder im Inland confiscirt werden. A pfel und Birnen, sowie Zwelschen, Pflaumen, Mirabellen und sonstiges Steinobst kommen grasgrün hier an, in einem Zustande wie man sie in Deulschland kaum den Schweinen geben würde; zu wundern ist es deßhald nicht, daß im Sommer die Sterblichkeit in Folge von Diarrhöe namentlich bei Kindern sehr bedeutend ist. Englisches Obst kommt wohl reifer auf den Markt, dennoch nicht in dem vollteifen Zu⸗ stande, wie man es in Deutschland und noch mehr in Frankteich zu sehen gewohnt ist. Klosterbeeren werden hier gepflückt, wenn sie noch gr wie Gras und hart wie Steine sind.

England hängt in vieler Beziehung selbst

In letzterer Zeit

tin viel aue! Depeche vos Verluß drag

Fried per Pfd. N Gießt M. 152 60 Pf., 50 Pf., E M. 5.50, Rindfleisch fleisch 50. Fran markt war Ctr. M. 1 im Großer Detall 1. per 100 M N. 28.30 wee Bohn Pfd. 89 per Stuck Marb per Pfd. per Pfd. 1 Hühner p 15 Pf., HRothkraut

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