mit Booten zuwiderhandeln, werden laut Entwurf mit Geldstrafe bis zu 1000 M. bestraft.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Für auf⸗ fallend betrachtet man in biesigen diplomatischen Kreisen das Fehlen der Erwähnung Constantinopels bei den russisch⸗englischen Abmachungen, betreffs der Grenzen, welche beiderseits der Dardanellen einzuhalten sind. Daraus wird gefolgert, Eng- land werde gegen das Beiseitelassen Gallipoli's stillschweigend den Durchmarsch der Russen durch Constantinopel dulden.
Pest, 23. Febr. Das Unterhaus nahm den Artikel 22 des Zoll- und Handels-Bündnisses in der von der Regierung vorgeschlagenen Fassung an.
Frankreich. Versailles, 21. Februar. In der Kammer machte der Deputirte Mun bei Gelegenbeit der Discussion über den Artikel des Cultus Budgets, welcher die Ausgaben für die Seminarien beschneidet, der Budget-Commission den Vorwurf, daß sie dem Katholizismus feindlich sei; er fragt das Ministerium, ob es dies billige. Der Unterrichts⸗Minister erwiedert: die Regierung wird keinen Staat im Staate dulden; sie wird vielmehr die Rechte der bürgerlichen Gesellschaft entschlossen vertheidigen. Der betreffende Artikel wurde darauf mit 313 gegen 107 Stimmen an- genommen und das ganze Cultus- und Ausgabe- Budget genehmigt. Der Handels- Minister wird beantragen, die Grenz⸗Zölle im Allgemeinen um 24 pCt. zu erböben; gegenüber denjenigen Nationen aber, welche die gleichartigen französischen Producte mit einer 20 pCt. vom Werth über— steigenden Eingangs- Abgabe belegen, sollen die entsprechenden französischen Zollsätze um 50 pCt. erhöht werden.
Großbritannien. London, 21. Febr. Im Oberhause passirte die Creditbill die zweite Lesung, nachdem Lord Beaconsfield hervorgehoben hatte, daß es in jedem Falle politisch klug sei, wenn England sich in die Lage setze, sein Wort geachtet zu sehen, und daß es, möge die Con- ferenz erfolgreich sein oder nicht, hoch wichtig sei, daß England sich auf den Einfluß eines in sich einigen Reiches stütze. Das Gerücht vom Rücktritte Derby's wird als vollständig unbegründet bezeichnet. In den Vorzimmern des Parlaments cursiren Gerüchte, daß die Türkei die Unterzeich- nung des Friedens verweigere und Rußland die Auslieferung der türkische Flotte verlange.
— 22. Februar. Im Oberhause ging die Credit Vorlage durch die dritte Lesung. Die Vorlage betreffend die Zuständigkeit der euglischen Gerichtsbarkeit innerhalb der Zone von drei Meilen um die Küste wurde der zweiten Lesung unterzogen, worauf sich das Haus vertagte.— Im Unterhause erklärte Unter- Staats-Secretär Bourke auf eine Anfrage: seitdem Holland gegen die Zucker Convention Einwendungen erhoben babe, fänden Verhandlungen zwischen Holland, Frankreich, Belgien und England statt. Der Beitritt Rußlands und Oesterreichs zur Convention gelte für unwahrscheinlich.
Spanien. Madrid. Die Regierung hat die Aueweisung des Pater Mon aus Spanien angeordnet. Derselbe hat in einer Rede in der Cathedrale zu Huesca mehrere fremde, bereits verstorbene Souveräne, die liberale Regierung in Spanien, sowie die Monarchie des Königs Alphons des Zwölften lebhaft angegriffen.
Italien. Rom, 21. Febr. Der Con- clave Sectetär Lasagni wurde interimistisch mit dem Staats Secretariat betraut. Gerüchtweise verlautet, der Papst werde den Cardinal Franchi zum definitiven Staats. Secretär ernennen.— Die Krönung des Papstes findet am nächsten Sonntag in der Sixtinischen Capelle statt.— Der Papst ernanate den Cardinal Fürsten Schwarzen⸗ berg zum Pro-Camerlengo.
— 22. Febr. Der Papst nahm heute die Glück- wünsche eines weiteren Theiles des diplomatischen Corps entgegen. In allen Kirchen findet heute anläßlich der Papstwahl Tedeum statt. Der Papst wird durch eine Bulle von der Lateran-Kirche Besitz ergreifen. Rücksichtlich der Ernennung neuer kirch⸗ licher Würdenträger ist noch nichts entschieden.
in Herbstein. 7) S. Bock, Fabrikant in Gießen. 8) L. Süß,
Türkei. Die Ernennung Savpset's zum Minister des Aeußeren ist amtlich veröffentlicht worden. Nampk's nach Petersburg ist verschoben.— Heute fand großer Ministerrath in Betreff der Friedens Verhandlungen und der Mission Onou's statt. Letzterer draͤngt die Pforte, den Frieden vor dem 2. März zum Abschluß zu bringen.— Die aus- gewiesenen Deputirten verlassen heute Constantinopel.
—„Standard“ meldet von hier: Der Kaiser von Rußland babe an den Sultan telegraphirt, er werde die Unterhandlungen abbrechen und Constantinopel besetzen, wenn der Friede nicht rasch abgeschlossen werde. Ferner meldet dasselbe Blatt, die Canalflotte sei nach Malta beordert, wo ihr weitere Befehle zugehen würden.
— Eine auf der Reise nach Constantinopel die russischen Linien bei Tschataldja passirende tscherkessische Caravane weigerte sich, die Waffen abzugeben. Dieselbe wurde nach einem Kampfe mit den russichen Truppen entwaffnet.
Serbien. Belgrad, 22. Febr. Ruß- land erklärte sich bereit, die Festung Nisch den Serben zu überlassen. Bezüglich der übrigen, von den Serben occupirten Gebiets»Theile, ins— besondere wegen Pirots, sind die Verhandlungen noch in der Schwebe. Der Fürst hofft auch in
dieser Beziehung auf eine Verständigung mit Rußland. Rumänien. Bukarest, 23. Febr. Das
von den Türken geräumte Rustschuk wurde heute
Die Abreise Pürgermeister in Burg⸗Gräfenrode.
Constantinopel, 20. Februar. Fruchthändler in Gießen. 9) G. Hauflädt, Kaufmann in
Friedberg. 10) F. Geibel, Bürgermeister in Bönfladt. 11). Müller, Müller in Bruchenbrllcken. 12) A. Moscherosch, 13) S. Rothschild, 14) J. Mickel II., Landwir th in Ober⸗Mockstadt. 15) K. F. Langsdorf, Ritimeister in Dad⸗Nauheim. 16) M. Heichelheim, Ellenwaarenhändler in Gießen. 17) J. Naitmann, Fabrikant in Gießen. 18) Ph. Bögler, Landwirtb in Berstadt. 19) E. Beler, Fabrikant in Freienseen. 20) J. Pfeiffer, Elsenhändler in Laubach. 21) K. Steuernagel XIX., Bürgermeister in Windbausen. 22) J. Heil, Landwirth in Dorheim. 23) H. Kämmer III., Landwirth in Dauernbeim. 24) W. Zimmermann, Fruchthändler in Nidda. 25) J. Kraft, Landwirth in Düdelsheim. 26) Dr. E. Guffleisch, Advokat in Gießen. 27) R. Klingelhöffer, Kammerbireclor in Büdingen. 28) Dr. F. Eckstein, Advokat in Gießen. 29) A. Haas, Fruchthändler in Bönstadt. 30) E. Win⸗ decker, Bierbrauer in, Friedberg.
Darmstadt, 22. Febr. Unter außerordentlich starkem Zudrang des Publitums begann heute vor dem Plenum des Großherzoglichen Hofgerichts die Verhandlung gegen Landrichler Ceßner und Ackuar Kronenberger von Wimpfen wegen schwerer Dienstwidrigkeiten.
Allerlei.
Berlin, 22. Febr. Vom Stadischwurgericht wurde der Raubmörder Thürolf wegen versuchten Raubmordes gegen den Briefträger Killmer zu 10 Jahren Zuchthaus und wegen vollendeten Raubmordes gegen Lude zum Tode verurtheilt, dagegen von der Anklage wegen des Sabatzky'schen Raubmordes freigesprochen.
Rom. In dem bekannten Proceß Antonelli⸗Lambertini ist am 20. d. M. der erste Act enischieden und damit das Endurtheil, anscheinend zu Gunsten der Gräfin Lambertini, sestgestell.. Der Parlei Gräfin Lambertini ist die Beweis⸗ führung gefaltet, daß der päpstliche Staats-Secrelär Antonelli der Vater der jungen Gräfin war. Die von den Erben Antonelli's wegen Ablehnung dieser Beweis—
Lumpenhändler in Butzbach.
von den Russen besetzt. Zur Wiederaufnahme der Donau-Dampfschifffahrt sind Einleitungen ge- troffen worden.
Griechenland. Athen, 21. Febr. Die National-Versammlung von Kreta hat die Ver— handlungen mit der Pforte abgebrochen und einen Appell an die Mächte beschlossen mit der Bitte, die Ereignisse auf Kreta während der Insurrectionen von 1821, 1841 und 1866 in Erwägung zu
ziehen. Ferner wählte die Versammlung eine provisorische Regierung von sechs Mitgliedern, von denen zwei Türken sind.— Die Insurgenten
in Thessalien und Epirus wurden nach erbittertem Kampfe gegen überlegene Türken zur Räumung von Makrinizza gezwungen und zogen sich ins Gebirge zurück, Verstärkungen abwartend.
— 22. Febr. Beträchtliche türkische Streit— kräfte machten einen Ausfall aus Volo und schlugen die Insurgenten bei Platanos.
Rußland. Petersburg, 23. Februar. Die„Agence Russe“ sagt: Die Friedens- Ver- handlungen schreiten vor. Zur Beschleunigung derselben legt Großfürst Nikolaus mit Rücksicht auf die entfernte Lage von Adrianopel im Ein— verständniß mit der Pforte sein Hauptquartier nach San Stefano.
— Officiell aus Tiflis: Je ein Bataillon des Eriwan'schen Regiments und des Grusi'schen Grenadier- Regiments besetzten am 21. Febr. die Haupt- Forts der Befestigungen von Erzerum, Medschidje und Achisie. Die Stadt ist ruhig. Ismail Pascha ist über Ilidscha nach Ersinabian
abgereist. Aegypten. Kairo, 22. Februar. Eine Versammlung von Gläubigern Aegyptens hat
Delegirte bezeichnet, welche der Conferenz der Mächte die Lage Aegyptens darlegen sollen. Die Dele— girten werden auf Rückkehr zum Regierungssystem der Capitulationen dringen, falls die Gerichtsreform ferner noch unausgeführt bleiben sollte. Die europässchen Consuln in Aegypten haben bezüglich dieser Agitation ein günstiges Gutachten abgegeben.
Aus Stadt und Land.
Gießen. Die am 19. d. slattgehabte Section der Leiche des in einem Koffer gefundenen Kindes hat ergeben, daß dasselbe gelebt hat und nicht todigeboren war.
Gießen. Die Schwurgerichts⸗Sitzungen vom zweiten Quartal l. J. werden Montag den 1. April, Vormittags 9 Uhr, unter dem Vorfitz des Hofgerichisraths Becker ihren Anfang nehmen und sind demzufolge in der Sitzung des Hofgerichts vom 21. Febcuar die Haupt⸗Geschworenen in solgender Ordnung ausgeloost worden: 1) H. Pfannmüller, Geldwecholer in Lauterbach. 2) H. Steinberger, Advokat in Gießen. 3) B. Diehm, Branntweinhändler in Lauter⸗ bach. 4) A. Schneider, Händler in Ulrichstein. 5) O. Weidig, Advokat in Gießen. 6) Th. J. Kübel, Packluchhändler
führung erhobenen Einwendungen sind zurückgewiesen und die Erben in die daraus entstandenen Unkosten verur⸗ theilt. Das Urtheil ist 27 Bogen stark.
New Pork. Nachrichten aus Panama vom 13. Febr. melden über durch Wasserhosen angerichtete Verheerungen in Callao und besagen weiter, daß Erdbeben in Iquique und Arica am 23. Jan. unbedeutenden Schaden ange⸗ richtet haben.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 23. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 0,80— 0,90, Eier per Stück 6 Pf.
Gießen, 22. Febr. Wochenmarkt Butter per Pfd. M. 1., Eier per Stück 7—8 Pf., Tauben das Paar 90 Pf., Hühner per Stück M. 1,60, Hahnen per Stück M. 170 Enten per Stück M. 3,20, Kartoffeln 100 Kilo M. 7,60, Ochsenfleisch 70 Pf. per Pfd., Kuhfleisch 50— 60 Pf., Rindfleisch 50— 56 Pf., Schweinefleisch 7 Pf., Kalbfleisch 55— 60 Pf., Hammelfleisch 60 Pf.
Frankfurt, 23. Febr. Der heutige Heu- und Stroh⸗ Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qual. per Cent. M. 2.— 3,20, Stroh per Cent. M 22,40. Butter im Großen 1. Qual. 90 Pf., 2. Qual. 80 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1— 1.10, 2. Qual. 95-100. Eier per 100 M 6.50—8. Kartoffeln 6.50— 7. Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) M. 28.—33 0, ganze Erbsen M. 24.—28. Bohnen M. 25.— 28. Linsen M. 30.—38. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfund 70—75 Pf. Kuh⸗ und Rindfleisch 55— 64 Pf., Kalbfleisch 60— 70 Pf., Hammelfleisch 50— 60 Pf., Schweinefleisch 7075 Pf.
Marburg, 23. Febr. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 90— 110 Pf., Eier per Stück 6—8 Pf., Aepfel 6— 10 Stück 10 Pf., Hühner per Stück 80110 Pf., Zwiebeln per Pfund 10—12 Pf.
Vom 1. März 1878 ab gelten die Einsechstelthaler⸗ stücke deutschen Gepräges nicht mehr als gesetzliches Zahlungsmittel. Es ist daher vom 1. März 1878 ab, außer den mit der Einlösung beauftragten Kassen, Niemand verpflichtet, diese Münzen in Zahlung zu nehmen. Die im Umlauf befindlichen Einsechstelthalerstücke deutschen Gepräges werden in der Zeit vom 1. Marz 1878 bis 1. Juni 1878 von den durch die Landescentral behörden zu bezeichnenden Landeskassen für Rechnung des deutschen Reiches sowohl in Zahlung genommen, als auch gegen Reichs- oder Landesmünzen umgewechselt. Nach dem 1. Juni 1878 werden derartige Münzen auch von diesen Kassen weder in Zahlung, noch zur Umwechselung an— genommen.
Papst Leo XIII.
Der seitherige Cardinal Pecti ist geboren zu Caspinetto in Italien 1810. Der Cardinal- priester Pecci ist eine der wichtigsten Persönlich⸗ keiten des Heiligen Collegiums— gewichtig durch Character, Energie, Klugheit und geleistete Dieuste. Er vereinigt apostolische Sanftmuth mit ad— ministrativer Strenge. Er hat es verstanden, sich geliebt und gefürchtet zu machen. Er ist von hoher Gestalt; er hat die Hagerkeit eines Asketen. Sein Kopf fällt durch seine Feinheit auf. Die Linien seines Antlitzes sind fest, bestimmt, ein wenig eckig. Die Stimme ist sonor und glänzend, wenn er eine Rede hält, leicht näselnd, wenn er familiär spricht. In seinem Privatleben
date Jud na ungeha Judina
unkerst
bezw.
Muta
659 9
9 distrikt


