Ausgabe 
26.2.1878
 
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er

1878.

Dienstag den 26. Februar.

25.

berhessischer Anzeiger.

Die Petitzeile wird mit 11 Pfennig berechnet.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint jeden Dienstag, Donnerstag und S

amstag.

Für den Monat März kann auf denOberhessischen Anzeiger bei der Verlags-Expedition mit 34 Pf., bei den Poststellen mit 50 Pf. abonnitt werden.

Wir bringen dlerdurch zur öffentlichen Kenntniß, daß der als Rechner der

Amtlicher Theil. Bekanntmachung.

Kreuder dahict verpflichtet und in seinen Dienst eingewiesen worden ist.

Friedberg den 18. Februar 1878.

In Gemäßheit der Instruction vom 2. September Nacht wird biermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht,

Bekanntmachung.

daß die

Krtiekasse des Kreises Friedberg bestellte Kreisamtsgehülse

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr.

1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Durchschnittepreise der nachbemerkten Artikel für den Monat Januar 1878 sich

folgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 16., Heu M. 7, Strob M. 6..

Friedberg am 23. Februar 1878.

Mit Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 11. daß die nächsten Prüfungen in folgender Weise vorgenommen werden: jenigen, welche in den Jahren 1860 und 1861 geboren sind.

Bekanntmachung.

December vorigen Jahres bringen

welche in den Jahren 1858 und 1859 geboren sind. Die Prüfung beginnt an jedem Tag Morgens

Zugleich machen wir auf die neue Prüfungs Ordnung zum einjährig freiwilligen Dienst,

1875(Regierungs- Blatt Nr. 55 von 1875),

Darmstadt den 18. Februar 1878.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg, Dr. Braden.

wir hiermit weiter zur Kenntniß der Betheiligten,

Montag den 4. März dieses Jahres und folgende Tage für die⸗ Montag den 11. März dieses Jabres und folgende Tage für diejenigen,

8 Uhr dahier in der alten Kanzlei, Louisenplatz 2.

Anlage 2 zu§. 91 der Ersatz⸗Ordnung vom 28. September

wieberholt ausmerksam und insbesondere auf§. 2, worin die hinsichtlich der einzelnen Prüfungs- Wegenstände gestellten Anforderungen enthalten sind.

Großherzogliche Prüfungs Commission für einjährig Freiwillige. Der Vorsitzende: Spamer.

Deutsches Reich. Darmstadt. Militärdienstnachrichten. Pfaff, Port.-Fähnr. vom 4. Inf. Regt. Nr. 118, von Brolmann, v. Herget, Port.⸗Fähnrs. vom 2. Drag. Regt. Nr. 24, zu Sec.⸗Lis. befördert; Graf von Schwerin, Hauptmann vom 1. Inf.-Regt. Nr. 115 zum Compagniechef ernannt; Gail, Vicew. vom I. Bat. 2. Landw. Regts. Nr. 116 zum Sec. Lt. der Res. des Hus.⸗Regts. Nr. 7; Raeder, Vice. eldw. vom 1. Bat. Landw.-Regts. Nr. 131 zum Ste. ⸗Et. der Res. des 3. Inf. Regts. Nr. 117; Daag, Vicew. vom Res. Landw. Bat. Nr. 80 um Sec.-Et. der Res. der Großh. Train-Comp. »ifördert; Winter, Hauptmann vom 1. Inf.-Regt. Nr. 115, als Major der Abschied bewilligt. 18. Febr. In der heutigen Sitzung des Fassations hofes wurde in Anklagesachen gegen den ultlutherischen Pfarrer Anthes von Reichelsheim zas Urtheil des Hofgerichts kassirt und in revisorio nuf eine Geldstrafe von 50 M. erkannt. Berlin, 22. Febr. Auf der heutigen Tages dnung des Reichstages stand die Berathung der Besetz- Entwürfe, betreffend die Besteuerung des

Abgaben. Minister Camphausen entwickelte, wie

enschlag der Zölle und Verbrauchssteuern. rann erörterte derselbe die Gründe, weßhalb die Rfegitrung vom Tabals-⸗Monopol abgesehen habe, erwies auf die Motive des Gesetzentwurfes und

Fabrikation in Deutschland eine Richtung eingeschlagen hätten, welche einzuengen ind in die natürliche Lage zurückzuführen die Lufgabe einer jeden Reform sein müsse. v. Hell- lor crachtete die Vorlagen für unzureichend, berderte eine Steuer-Resorm und beantragte Ver vessung der Gesetzentwürse an eine Commisston. . Stauffenberg wendete sich gegen die Vorlagen, indem er ebenfalls für Steuerreform eintrat, und, sells diese erfolge, constitutionelle Garantien ver

Tabaks und die Erhebung von Reichs Stempel

besseren Einsicht seiner Collegen sich sügend, die

zu dem, was noch erreicht werden müsse, gebilligt, führte aus, daß der Tabakebau und die Tabaks gestehe aber offen, daß er dem Tabaks Monopol unnatürliche zustrebe(Beifall) und die jetzigen Vorlagen nur als Durchgangs-Punkte ansehe. Der Reichskanzler

sumenten durch dasselbe nicht geschadigt würden,

langte, die jetzt in Ermangelung eines dem Kaiser verantwortlichen Reichs-Finanzministers nicht vor handen seien. Reichensperger(Olpe) widersprach gleschfalls den Vorlagen, weil von Steueraufheb ungen, wie hinsichtlich der Salzsteuer 1c., keine Rede sei. Wenn man dem Zunehmen des Militär⸗ Etats ein Halt gebiete, so werde kein Defitit vor handen sein. Die progressive Tabak-Steuer sei ungerecht, sei eine Prämie für schlechte Waare fund obne Resultat

Mehr⸗Einnahme. v. Kardorff sprach als Gegner

ung auf hohe indirecte Steuern und Zölle, und trat für eventuelle Einführung des Tabaksmonopols ein; dazu sei aber ein verantwortlicher Reichs- Finanzminister unerläßlich. Kiefer befürchtet von der Tabak- Steuer, die an sich ungerecht sei, den Ruin des Baden'schen Tabakbaues. Fürst Bismarck

betonte, daß er als verantwortlicher Reichskanzler keine Vorlage ohne die vorherige Genehmigung

des Bundesraths einbringen könne, daß die Finanz

Vorlagen unter der Hand des preußischen Finanz- Ministers entständen.

Persönlich sei er der Ansicht,

daß eine Reichs- Steuer- Reform

pälschen Staaten zurückgeblieben. Die Steuer-

Er habe, der

gegenwärtigen Vorlagen als Durchgangs-Punkte

erörterte nunmehr, daß bei dem Monopol der Fiscus profitirte, und anderseits die Tabak Con-

und äußerte schließlich den Wunsch, die Vorlage nicht in einer Commission begraben, sondern ernstlich erwogen zu sehen. Der Reichstag möge in welcher

bezüglich der erforderlichen

1 g 0 der Vorlage für eine Steuer-Resorm in der Richt-

nothwendig. Deutschland sei darin hinter allen großen euro as gegenwärtige Deficit von 28 Millionen ent⸗ anden sei, und rechtfertigte den niedrigen Vor-[Resorm sei nur in der Richtung der Erhöhung So- der indireeten Steuern möglich.

Form immer klare Stellung zu der Frage nebmen. 23. Febr. Richter(Hagen) spricht gegen die Erhöh

ung der Tabakssteuer, gegen das Tabaks-Monopol

und gegen die Ausdehnung des indirecten Steuer⸗

Spstems. Lasker spricht gleichfalls gegen die Vorlagen, besonders gegen die Tabaks Steuer- Vorlage. Camphausen verliest sein Votum vom

17. Febr. 1877, worin es heißt: Ich glaube mich behufs angemessener, dauernder Vermehrung der eigenen Einnahmen des Reiches vorzugsweise für cine höhere Besteutrung des Tabaks aus sprechen zu müssen, mit dem Endziele des Mono- pols, von welchem solche Erträge zu erwarten sind, daß die Steuer auf nothwendige Verzehr⸗ ungs- Artikel, namentlich die Salzsteuer, aufge- hoben werden kann.(Beifall.) Campbausen fügt binzu, er habe auch heute die nämliche An- sicht und übernehme die volle Verantwortlichkeit für die Vorlage und deren Conseguenzen. Redner versichert, er habe wiederholt dem Reichskanzler seine Entlassung angeboten, im Falle er nicht im Einverständniß mit demselben sei. Er denke nicht daran, an der Spitze der Finanz⸗Verwaltung zu bleiben, wenn er nicht der freudigen Zustimmung der Parteien versichert sei. Bismarck bestätigte, daß Camphausen wiederholt, zuletzt in diesen Tagen, den Wunsch auf Entlassung kundgab, und fügte hinzu, nur aus sachlichen Gründen und mit Widerstreben würde er solchen Wünschen nach kommen. Eine Differenz liegt zwischen uns nicht vor. Daß deßhalb für mich nicht ein Moment der Trennung, sondern der der Hoffnung vorliegt, daß unsere Wege auch weiter zusammenführen, war mir Bedürfniß hier auszusprechen. v. Varn⸗ büler befürwortet das Tabaks Monopol. Windt horst(Meppen) erklärt sich sehr entschieden gegen die Vorlagen, die er sofort abzulehnen bittet. Das Haus beschließt die Verweisung der Vor lagen an die Budget-Commission.

Der Bundesrath erhielt den Entwurf, be treffend die Ausrüstung der deutschen Kauffahrtei Schiffe mit Booten. Rheder und Schiffsführer, welche den vom Kaiser erlassenen Verordnungen über die Ausruüstung der deutschen Kauffahrteischiffe