Ausgabe 
25.7.1878
 
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beiderseitigen Standtpunkt in der Handels Ver-

Hinderniß vorhanden sei, daß die beiderseitigen Delegirten bald zur Wiederaufnahme und Voll endung ihrer Mission zusammentreten.

23. Juli. Ausfuhr Verbot werde im Einvernehmen mit der ungarischen Regierung für die ganze Monarchie aufgehoben werden. Der Commandant der Occu- pationstruppen, Baron Feldzeugmeister v. Philippo- vich, ist gestern Nacht in Brod eingetroffen.

23. Juli. Oesterreich verlangt von Kara theodory entgegen der Abmachung des Berliner Friedens auch die Besetzung des Gebiets zwischen Serbien und verspricht als Gegenleistung etwaige Landungen italienischer Truppen in Albanien hinter- treiben zu wollen. In den Verhandlungen über die Occupation Bosniens ist momentan ein Still- stand eingetreten. Die türkischen Bevollmächtigten haben die in Constantinopel erbetenen neuen In- structionen bisher noch nicht erhalten. DieNeue Fr. Presse hört, die Pforte werde ohne Entgelt und Garantie der Occupation nicht zustimmen. DiePresse meldet, daß die bosnischen Moha- medaner noch immer Versammlungen wegen des zu leistenden Widerstands abhielten. Die Tischo⸗ vatzer Insurgenten sendeten eine Deputation an

Rodich, welche Instructionen verlangen soll. Die letztere Meldung erscheint besonders auffällig. Frankreich. Paris, 21. Juli. Der

Strike in Anzin dehnt sich weiter aus und be⸗ droht das ganze Kohlenrevier daselbst. Die Ordnung ist indessen nicht gestört. Man hofft, daß die morgen stattfindende Versammlung der

Verwaltungs räthe der Compagnie eine Lösung herbeisühren werde. 23. Juli. Der Präsident der Republik

hat den Vertrag von Berlin heute Morgen ratifizirt. Der Austausch der Ratificationen mit den andern Mächten wird sofort erfolgen.

Großbritannien. London. Durch Circular des Kriegsministers wird die Entlassung der Reservisten der Armee und Miliz zum 31. Juli anbefohlen. Vor der Entlassung wird der Herzog von Cambridge Revue über 14,000 Mann halten. Gladstone kann sich mit dem Berliner Frieden immer noch nicht aussöhnen. Im liberalen Verein sprach er sich am 20. d. sehr heftig gegen denselben aus, den England, ohne Treubruch zu begehen, verwerfen könne. Die englische Regierung habe Bessarabien verkauft, Montenegro an Oester⸗ reich, Griechenland an die Türkei und die Türkei an England und sein Interesse. Die ganze Rede beleuchtete jedoch alle Fragen ausschließlich vom Parteistandpunkte, und gestaltete sich so zu einer großen Anklage gegen das Verhalten der Conser- vativen während der letzten vier Jahre; sie geißelt nicht nur die englische Politik in der Orientfrage, sondern auch die finanzielle Wirthschaft der Con- servativen seit 1874.

23. Juli. General Wolseley ist mit 1700 Mann britischer Truppen auf Cypern eingetroffen und hat alsbald eine Proklamation erlassen, worin er Reformen zur Hebung des Handels und des Acker baues verspricht.

Die Königin hat Beaconsfield den Hosen⸗ bandorden verliehen; die Ceremonie der Investitur hat am Montag in Osborne stattgefunden.

Italien. Rom, 21. Juli. Ein unter dem Vorsitze Menotti Garibaldi's abgehaltenes demo⸗ kratisches Meeting hat eine Resolution angenommen, welche die Vergewaltigung des Nationalitäts- und Volks⸗Souveränefäts Princips durch den Congreßz tadelt, die Solidarität des italienischen Volkes mit den durch den Congreß verschacherten Völkern betont und daran erinnert, daß noch italienische fremder Herrschaft unterworsene Länder existiren; man müsse auf die nächste Zukunft, auf Gerechtigkeit und Wahrheit vertrauen. In Turin, Genua, Parlermo und Pisa fanden gleichfalls Versamm⸗ lungen statt. Heute Abend ließen junge Leute auf der Piazza-Colonna Hochrufe auf Triest und Trentino erschallen. Die Behörden ergriffen ent. sprechende Maßregeln.

23. Juli.

sache sei.

trags-Frage klar geworden, nunmehr kein weiteres der Rückkehr des Königs aus Oberitalien erfolgen.

tritt des Grafen Corti eine sest beschlossene That⸗ Die Demission desselben solle erst nach

Graf Robillant wird allgemein als Nachfolger

Corti's bezeichnet. DiePresse hört, das Pferde- demnächst wegen der türkisch⸗griechischen Verhand⸗ lungen in Constantinopel erwartet.

Türkei. Constantinopel. Trikupis wird

Die Pforte erhebt starke Einwendungen gegen die Abtretung von Janina.

Einem Telegramm derTimes zufolge soll die Pforte beabsichtigen, demnächst hervor- ragende europäische Finanziers aufzufordern, ihr Projekte zur Entwicklung der Hülfsquellen des Landes zu unterbreiten.

22. Juli. Karatheodory und Mehemed

zurückziehen.

Ali Pascha signalisiren aus Wien dem Großvezir

den befriedigenden Stand der Verhandlungen mit 5

dem Wiener Cabinet. Aus den Verhandlungen

mit Griechenland will man auf der Pforte be

ruhigendere Eindrücke haben. Es wird versichert, die Pforte verhandele wegen Aufnahme einer vor läufigen Anleihe von 50,000 Pfund zur Reinstal⸗ lirung der Flüchtlinge.

23. Juli. Sechzehn russische Infanterie- Bataillone mit zahlreicher Artillerie haben heute Schumla besetzt. Auch mehrere russische Civil beamte übernahmen dort die Verwaltung von den türkischen Civilbeamten, welche sich nach Varna zurückzogen. Ueber die Räumung der russischen Stellungen vor Constantinopel, welche erst nach der gleichfalls bevorstehenden Räumung Varnas Seitens der Türken erfolgt, wird lebhaft verhandelt.

Die Türken wünschen, daß sich die Russen auf

eine Entfernung von 24 Stunden hinter Tschataldja Die Russen wollen sich nur auf eine Stunde Entfernung von Tschataldja zurückziehen. Die betreffenden Räumungs-Verhandlungen werden

DiePresse meldet von hier, daß trotz allen officiellen Versicherungen der Rück⸗

seitens der Türkei mit einem gewissen Mißtrauen geführt, weil dieselben befürchten, daß die Russen

nur in den Besitz Schumlas und Varnas gelangen wollen, um schließlich doch die Stellungen vor e nicht zu verlassen.

Montenegro. Cettinje, 22. Juli. Die

Montenegriner concentrirten seit einigen Tagen an den von ihnen besetzten Küstenpunkten mehr Ge schütze und häufen Munition an.

Serbien. Kragujewatz, 20. Juli. Die Skupschtina hat nach einer zweitägigen Debatte den Gtesetzentwurf bezüglich der Pensionen und Unterstützungs Beiträge für die Invaliden und die Familien der verstorbenen Krieger einstimmig ange- nommen. Ein Telegramm derTimes meldet, 115 Skupschtina bereite einen Protest an die euro päischen Mächte vor, worin Serbiens Ansprüche auf Bosnien und die Herzegowina geltend gemacht werden. 23. Juli. Die Skupschtina erledigte das außerordentliche Budget von 1878 und genehmigte die Rückerstattung der an den Besoldungen der Lehrer, Practicanten, Amlsdiener und Arsenal⸗ Arbeiter während des neunmonatlichen ersten Feld⸗ zuges gemachten Kriegs abzüge. Griechenland. Athen. wurde zum Kriegsminister ernannt. Amerika. New⸗Nork. Die Blätter publi⸗ ciren den Erlaß des Präsidenten der Republik von Ecuador wegen Aufhebung des Concordats mit Rom.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Im Jahre 1877 wurden im ganzen Großherzogtbum 28,554 Hunde versteuert, welche dem Staate 142,770 Mark Steuern eintrugen. Die Gemein⸗ den hatten von dem Recht, die in ihr befindlichen Hunde zu besteuern, nur in 6867 Fällen Gebrauch gemacht und zusammen 28,199 Mark gelöst.

Friedberg. In derNew⸗Yersey Freie Zeitung finden wir eine Noljz über einen Friedberger, der in deulsch⸗amerikanischen Kreisen jedenfalls eine sehr bekannte Persönlichkeit war, da man seines Todes«xira erwähnt. Die älteren Friedberger werden sich seiner jedenfalls erinnern. Am 25. April starb Georg Manchot nach sechsmonat⸗ lichen schweren Leiden am Magenkrebs in seiner Wohnung, Nr. 62 Springf. Ave. Er war am 30. Mai 1815 in Friedberg, Hessen⸗Darmstabt, geboren, studirte in Gießen Cameralwissenschaft und wirkte mehrere Jahre als Lehrer an bem Hasel'schen kaufmännischen Institut in Frankfurt am Main. Im Jahr 1850 wanderte er nach Amerika aus und wohnte bis 1868 in New⸗Mork, wo er längere Jahre im Zollhaus und unter Mayor Opdyke als Dol⸗ metscher angestellt war. Im Jahr 1856 war er einer

Sapuntzakis

der Grünber des ersten republikanischen Clubs in deß

4. Ward von New⸗ Mork. Ende 1868 kam er na Newark, wo er die Stelle eines Buchhallers und Gallo in verschiedenen Brauereien und die des Secreiärs des Brauereivereins für Newark und Umgegend bekleltete. Manchot hinterläßt eine Frau und einen zahlreichen Krese von Freunden, welche sein Hinscheiden aufrichtig bedauern.

Friedberg, 22. Juli. Jemehr die Ehrlichkeit und Redlichkeit heutzutage schwindet, umsomehr ist es Pflich der Presse es ausdrücklich zu registriren, wenn sie ug einem außerordentlichen Falle von Redlichkeit hört. Zu Kurgäste von Nauheim begegneten auf dem Wiesenweg einem Handwerksburschen, den sie weiter gar nicht bi achteten. Nach einiger Zeit kam Letzterer hinter Ersteren bergelaufen und fragte, ob nicht einer der Beiden sein Portemonnaie verloren habe. Beide sahen nach und einen der Fremden war wirklich wie er jetzt erst bemerkle, seine Börse mit 90 Mark abhanden gekommen. Der Handwerksbursche valte sie gefunden und durfte nun seinen entsprechenden Finderlohn freudig in Empfang nehmen.

Hungen, 18. Juli. Die 35. Jahres versammlung des hessischen Hauptvereins der Gustav-Adolph⸗ Stiftung jand gestern und vorgestern hier statt. Die übliche Vor⸗ versammlung begann zur bestimmten Stunde im Gasthaus zur Traube. In derselben wurde zunächst der Vertheil⸗ ungsplan der nach Abzug von 2500 Mark zur Schulden. ülgung verbleibenden Jahreseinnahme von 18,600 Marl nach kurzer Berathung angenommen. Nach den Anträgen des Verwaltungsratbes werden 6200 Mark dem Central⸗ vorstand, 9357 Mark den 14 hessischen Diasporagemeinden und 3543 Mark 40 außerhessischen Gemeinden zugewiesen, Hierauf wurde Michelstadt zum Tagungsorte der nächsie Hauptversammlung gewählt. Den Schluß der Verhand lungen bildeten die Wablen dere Abgeordneten für di Hauplversammlung zu Hamburg, woselbst Oberstabsauds tur Eigenbrodt, Prälat Dr. Schmidt und Oberconsissorial rath Dr. Linß unseren Hauptverein vertreten sollen. In den ersten Morgenstunden des zweiten Tages erschienen zu Wagen, zu Fuß, mit den Bahnzügen der Festgäste vielg welche sich an der Ehrenpforte der Bahnhoffiraße um halb 10 Uhr zusammenfanden, um unter Vorantritt des Gesang, vereins, der Volksschulen und der höheren Bürgerschule in seierlichem Zuge zu der geräumigen, sinnig geschmückten Kirche zu gehen, wo Gymnastallehrer Stamm aus Gießen die Feflpredigt hielt. Auf dieselbe solgte die Eröffnung der 35. Jahresversammlung durch Oberconsistorialrals Dr. Liuß, der in einer längeren und fesselnden Anspracht darlegte, daß der Gustav⸗Adolf⸗Verein einer der nöthigsten Vereine unserer Zeit sei. Nachdem so der Vorsitzende die Versammlung eröffnet und Pfarrer Büttel aus Mainz die Protokollführung übernommen, erstattete der Secretär des Haupivereins, Müprediger Ritsert, den Rechenschaftsbericht. Alsdann sprachen Namens des badischen Hauptvereins Stadipfarrer Brombacher von Karlsruhe, als Vertreter dis Nassau-Homburg'schen Hauptvereins Pfarrer Weckerling aus Montabaur, sowie ferner Dican Bonhardt aus Offenbach, Pfarrer Scriba aus Wimpfen und Pfarrer Bütiel aus Mainz. Die Verbandlungen leitete an Suelle des erkrankten Präsidenten Oberstabsauditeur Eigenbrodt, wie bereits oben bemerkt, Oberconsistorialrath Dr. Linß. Der Hauptversamm⸗ lung folgte ein Festmahl, bei dem es nicht an verschiedenen sinnigen Trinksprüchen fehlte.

Offenbach. Die jüngst gebrachte Mittheilung, daß ein Junge von hier auf der Oberräder Chaussee ange⸗ jallen und gewürgt worden sei, ist dahin zu berichtigen, daß der Junge, der wegen eines kleinen Vergehens Furcht vor Strafe hatte, selbst Hand an sich gelegt, d. h. das Taschentuch selbst umgebunden hatte, und bei seiner Ent deckung die Geschichte von dem Anfall erfand um Milleid zu erregen und in Folge dessen wegen seines Vergehens ungestraft zu bleiben.

Allerlei.

Gera, 18. Juli. Heute Miitag fand in den nach dem Bahnhofe zu gelegenen Straßen eine zienz lich aul regende Scene statt. Auf gemachte Anzeige hin wu am Bahnhofe ein Deserteur, der eben im Weiterfahlen begriffen, arretirt. Auf dem Transport nach dem Polszei⸗ gefängniß versuchte derselbe zu enfliehen, schlug dann wiederholt mit dem Stocke auf den ihn verfolgenden Schutzmann heftig ein, bis dieser blank zog und ihm eine scharsen Hieb über den Nacken versetzte. Mit Hülfe eine hinzuspringenden Schmiedegesellen wurde der Deserten endlich überwältigt, nach der Polizei gebracht und von de durch zwei Soldaten nach der Kaserne transportirt. G paar Slunden später sand man ihn dort an der Dill klinke erhängt.

Dortmund, 23. Juli. DieWesiph. Zig. melbelt Auf der dem westphälischen Grubenverein gehörigen Zeche Hansa fand heute Morgen eine Explosion schlagender Wetter stalt. 5 Bergleute blieben todt, 2 wurden verlch⸗

Handel und Verkehr.

Friedberg, 24. Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 0.90 1.10, Eier 2 Stück 11 Pf.

Friedberg, 23. Juli. Waizen M. 22.., Korn M. 17 50, Gerste M 17., Hafer M. 16.. Alle Preise verstehen sich au 100 Kils= 200 Zollpfund.

Frankfurt, 22. Juli. Der heutige Viehmarkt war ziemlich gut befahren. Die Preise hielten sich auf früherer

Höhe. Angetrieben waren eirea 380 Ochsen, 220 Kühe und Rinder, 230 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70 73. 2. Qual;

M. 66.68, Kühe und Rinder 1. Qual M. 63. 65% 2. Qual. M. 58.60., Kälber 1. Qual. M. 63-65. 2 Qual. M. 5860., Hämmel 1. Qual. M. 60. 63. 2. Qual. M. 54.56., Schweine 60 Pf. per Pfd.

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