dem Kriege zuneigendes Ministerium zu
2 serbische Offiziere und 24 serbische Soldaten an Pfäblen aufgebängt. Die Serben besetzten ferner Novavarosch. Assim Pascha zog sich auf Novi⸗ bazar zurück.
Numänien. Bukarest, 21. Jan. Durch die Besetzung des Ortes Florentin haben die Rumänen die völlständige Einschließung von Widdin bewerkstelligt. Durch rumanische Ptojectile ent. stand gestern Feuer auf dem Fort Belgradschik in Widdin.
Griechenland. Athen, 20. Jan. Der Aufstand in Thessalien nimmt zu. Die in Grlechen⸗ land sich aufbaltenden Thessalier treten freiwillig in die Reihen der Aufständischen, die unter griechischer Fahne kämpfen. Auch in Makedonien haben Zu- sammenstöße zwischen Christen und Tärken statt⸗ gefunden.
— 21. Jan. Die griechische Regierung ver hindert die Bildung von Freischaaren, beschleunigt jedoch ibre militärischen Maßnahmen. Die Pforte bat an England eine Note bezüglich der kriege: rischen Haltung Griechenlands übersendet. Die englische Regierung hat dieselbe ihrem hiesigen Geschäftsträger zugestellt. Volo ist der Mittel- punkt des Ausstandes in Thessalien. Die Bewegung verbreitet sich nach Macedonien. In der Nähe des olympischen Gebirges schlugen 500 griechische Insurgenten zwei türkische Bataillone in die Flucht. Die griechische Regierung sandte beträchtliche Truppen Verstärkungen an die Grenze.
— 21. Jan. Die Nationalversammlung von Kreta hat den Mönch Parthenio Kelaidi entsendet, um dem russischen Kaiser ein Schriftstück zu über- reichen, welches ihn zu seinem Siege beglückwünscht und die Bitte an ihn richtet, beim Friedensschluß Kretas eingedenk zu sein. Eine Abschrift der Petition ist dem hiesigen russischen Gesandten mit— geibeilt.
— 22. Jan. Das Ministerium hat nach einer längeren Conseils-Sitzung seine Demission gegeben. Der König berief hierauf den Kammer- Präsidenten Avgerinos. Man nimmt an, daß Kommundutos den Austrag erhalten werde, ein bilden.
Rußland. Petersburg, 21. Januar. Seitens der russischen Heerführer wird man den türkischen Unterhändlern keinerlei Bedingungen mit— theilen, sondern die türkischen Anträge abwarten, der Großfürst wird hierauf nach Petersburg re— feriren und von dorther Entscheidung erwarten. Der Vormarsch der Russen wird inzwischen fort— dauern. Den türkischen Unterhändern soll verboten sein, mit Constantinopel in Verkehr zu treten. Deßhalb veclangte Rußland, daß Letztere unbe— schränte Vollmacht besitzen sollen.
Aus Stadt und Land.
Friedberg. Im Jihte 1877 wurden aus öffente lichen Armenmitteln in unserer Stadt 145 Personen unter stützt. Veralichen mit der hiesigen Einwobnerzihl ist dem“ nach der 30. Mensch ein Armer. Die Unterstützien sind 65 männlichen und 80 weiblichen Geschlechts; 24 sind Familienväter, 7 miitwer, 47 Wittwen, 46 unverheirath ete Personen, 15 ebeliche und 6 uneheliche Kinder. Im biesigen Versorgungshause hatten wir 11583 Pflege tage; im biesigen Spuale dagegen 4432, 1406 mehr als im Jahre 1876. Stadtarme wurden im Spitale an 1746, Gesellen Dienstboten und Lehrlinge an 1519, Ortsfremoe an 1080, Privaspersonen an 46 und taudstumme Kinder an 41 Tagen verpflegt. Außerdem haben die Schwestern in der hiesigen Gemeinde in 24 Fällen mit 30 Nacht⸗ wachen außerbalb des Spitals bei Kranken Hilfe geleistet.
W. Bad Nauheim. Im Verlauf dieser Woche wird der 1877 Rechenschaftsbericht des Kur- und Verschönerungs⸗ Vereing im Druck erscheinen. Wir erlauben uns, alle Diejenigen, welche sich für den Verein oder überhaupt für die Nauheimer Badeverhällnisse interessiren, schon im Voraus auf diesen Bericht aufmerksam zu machen, da er als Anhang einen„Rückblick auf die zehnjährige Tbäligkein des Vereins“ enthält. In das abze— laufene Decennium(1867— 1877) fällt die Aufhebung der Spielbank mit ihren einschneidenden Folgen in die pecuniäten Verhältnisse Nauheims, der deulsch⸗französische Krieg und die noch immer fortbestehende Geld- und Ge schäftekeisis im deutschen Vaterland. Der Rückblick zeigt, wie die im Jahr 1867 vom Norddeutschen Bund votirte Schließung der Spielbanken die Nauhesmer dazu veran laßt hat, einen Verein zu gründen, welcher es sich zur Aufgabe gestellt, geflützt auf den reichen Heilapparat, die Frequenz des Bades mit allen zu Gebot stehenden er— laubtien Muteln zu steigern. Das hauplsächlichste und, wie die Erfahrung gelehrt hat, sehr wirksame Mittel zur Erreichung dieses Zweckes war die Reclame, ganz besonders
Steckenpferd des Vereins“ nennt. Am Schlusse des Berichtes, welcher eine gedrängte Uebersicht über die directen und indirecten Leistungen während der letzten 10 Jihre gibt, wird der vlelsach verkannte und falsch ge⸗ deutete Standpunkt des Vereins präeisirt und die Hoffnung ausgesprochen, daß er in seinem nun beginnenden zweiten Decennium in Nichts 1 8 dem ersten zurückbleibe.— Die zahlreich besuchte Genkral-Versammlung, welche den Bericht in seiner jetzigen Form genehmigte, erkannte die Nothwendigkeit an, der Vereinskasse außer dem Ertrag der Jahresbeiträge, Mittel zuzuführen, da sie sonst nicht im Stande ist, den sich immer steigernden Ansprüchen, die an sie gestellt werden, gerecht zu werden. Diese, in Anbetracht der traurigen allgemeinen Geld-Verhältnisse doppelt schwierige Aufgabe ist vom Vereins-Vorstand gründlich discutert worden und wir hoffen, daß der von ihm eingeschlagene Weg allgemeine Billigung finden und allgemeine Betheiligung hervorrufen wird.— Es sollen nämlich im Laufe dieses Winters einige allgemein ver ständliche populäre Vorträge gegen ein geringes Entrée gehalten werden. Die uns bereits in dieser Richtung gemachten gütigen Zusagen berechligen uns zu der An— nahme, daß die Besucher dieser Vorlesungen einen ebenso belehrenden als genußreichen Abend erwarten dürfen. Der erste Vortrag„Lichnowoky und Auerswald nach den Verhandlungen der Hanauer Assisen im Jahre 1850“, wird in circa 14 Tagen gehalten werden— ein Thema von so allgemeinem Interesse, daß jede Anpreisung über— flüssig erscheint. Indem wir auf die J. Z. in diesem Blatte zu erlassenden näheren Ankündigungen verweisen, bitten wir alle Freunde des Vereins in und außerhalb Nauheim's um recht zahlreiche Beteiligung.
Sprendlingen. Hier wurde am Sonntag Abend in in Frankfurt in Arbeit stehender Pflasterer todtge! stochen. Die Thäler, acht junge Leuie, ließen ibr Opfer aus dem Wirthshaus herausrufen fielen mit Schlägen über dasselbe her und einer der Bursche versetzte ihm einen Slich in die Brust, worauf der Tod sofort eintrat. Die Verhaftungen sind erfolgt.
Oppenheim. Ein von den Franzosen im Jahre 1689 auf Ludwig's XIV. Befehl zerstörtes aliehrwündiges Denk— mal deuischer Baukunst, die architektonisch merkwürdige St. Katharinenkirche dahier, wird nunmehr bestimm inner— halb der nächsten Jahre in voller Pracht wieder hergestellt werden. Kaiser Wilhelm hat lebhaftes Interesse an diesem Acte der Pietät bekundet und schon in den diesjährigen
die Publieiicht, welche der Bericht das 1 J
Reichs⸗Elat als erste Beittags-Rase für den Wiederher⸗
stellungsbau die Summe von M. 165 000. einstellen lassen; deßgleichen hat unser Landiag einen Beitrag von jährlich 50,000 M. bewilligt. Behufs Deckung des Restes
durch Sammlung freiwilliger Gaben hat sich ein Comité
in Darmfadt gebildet, weiches u. A. auch eine behördlich genchmigte Verloosung werthvoller Gemälde und Kunst— blälter veranstaltet, zu welcher Loose à 3 M. ausgegeben werden.(S. Inseratenth. vor. Nr.) Wer sein Scherflein beitragen will, kann durch Entnahme eines Looses gleich— zeinig Gelegenheit zu einem werthvollen Gewinn finden. Nieten cxistiten nicht.
Budenheim, 21. Jan. In der Nähe unserer Station entgleiste heute Vormutag ein Personenzug. Ein Unfall ist nicht zu beklagen.
Allerlei.
Frankfurt, 21. Januar. Der Main erteichte im Laufe des Tages eine Höhe von 12 Fuß. Nach einge— lausenen Depeschen dürfte ein weletes Steigen nicht mehr statlfinden.
Gera. Die Lindlehrer aus den Reußischen Landen hatten eine Petition eingereicht um Erhöhung der Minimal besoldung auf 1000 Mark und auf Verkürzung der Perioden, in welchem die Alterszulagen gewährt werden. Sämmt— liche Miglieder des Landtages sprachen sich für Gewährung det Bitte aus. Als behauptet wurde, dem Lehrerstande schwinde immer mehr das Ideal, antwortete der Ober— Bücgermeister Fischer:„Gebt dem Lehrer nur erst ein auskömmliches Gehalt, bietet ihm elwas Reelles, so kommen die Idease von selbst; ein Lehrer, der mit Mühen und Sorgen kämpfen müsse, könne keine Ideale in seiner Brust pflegen. Die städtischen Behörden der Stadt Gera hätten wiederum anerkannt, daß es an der Zeit sei, mit dem neuen Jahre die Gehälter der städtischen Lehrer aufzubessern!“?
Basel. In der Nacht vom 17. Januar sind im Badischen bis in die Schweiz hinein(Basel, Rheinfelden und den umliegenden Ortischaften) an mehreren Orten Ecd⸗Erschülterungen, von Getose begleitet, beobachtet wor den. Es liegen Berichte vor aus Waldshut, Alb, Karsau, Beuggen, Schopfheim, Lörrach, ꝛc.
London, 21. Jan. Das Schiff welches den Obelisk „die Nadel der Cleopatta“ lrägt, war gestern an der Themse-Mündung angekommen und fraf heuse bier ein.
Handel und Verkehr.
rledberg, 23 Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 80„90 Pf., Eier per Stück 8 Pf.
Friedberg, 23. Jan. Waizen M. 22.—., Korn M. 17.—, Geiste M 18.—, Hafer M. 14 17. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo— 200 Zollpfund.
Gießen, 22. Jan. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 80— 95 Pf., Eier per Stück 8 Pf., Tauben das Paar M. 1., Hühner per Stück M. 1 40, Hahnen per Stück M. 2. Enten per Stück M. 2.60, Gänse per Pfund 60—70 Pf., Kartoffeln 100 Kilo M. 7. Frankfurt, 21 Jan. Der heutige Viehmarkt war ziemlich befahren. Angetrieben waren eg. 300 Ochsen, 200 Kühe und Rinder, 180 Kälber und 300 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 72.—75.,
2. Qual. M. 68.— 70. Kühe 1. Qual. M. 60.— 63., 2 Qual. M. 54.— 56. Kälber 1. Qual. M. 75—80., 9. Qual. M. 60.—62. Hämmel 1 Qual. M. 58.—60, 2. Qual. M. 50—52 Schweine 60 Pf. per Pfd.
Frankfurt, 21. Jan. Fruchtberlcht. Mehl Nr. 1 M. 41, Nr. 2 M. 37, Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29., Nr. 5 M. 23 Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 24. do. II.(Berliner Marke) M. 20. Walzen ab Bahnhof hier M. 23., ab unseter Umgegend M. 22.— 22.50, do. fremder je nach Qualität M. 23— 24 Roggen je nach Qual. M. 16— 1775. Gerste M. 18— 21. Hafer M. 13— 16. Erbsen M. 20.— 23. Wicken M. 17. Linsen M. 20.— 27. Rüböl, detall. M. 80 Die Preise verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht 100 Kilo.
Mainz, 22. Jan. Producten-Markt. Waizen per März M. 21.60. Korn per März M. 15 40., ver Mal 15.20. Hafer per Maͤrz M. 14.75. Rüböl per Mai M. 37.40.
D. Franksur ta. M., 22 Jan. Die Friedenszuversicht der Bösse ist zwar im Allgemeinen nicht erschültert, allein da keine Meldungen vorliegen, welche irgend eine Auf- klärung über die von Rußland zu stellenden deftniliven Friedensbedingungen geben, sicht sich die Speculation veranlaßt, größere Vorsicht zu üben. Im Allgemeinen machte sich heule Rralisawonelust bemerklich. Man fürchtet bei einer längeren Dauer der Waffenstillstandsverhandlungen Zwischenfälle, die zu neuen Verwicklungen führen können. Die Tendenz war dabee im Verhältniß zu dem gestrigen Verkehr eher als matt zu bezeichnen. Die mit Engage ments überladene Haussepartei sucht nunmehr theilweise ihren Nutzen einzuheimsen und andererseits bedingt auch die Nähe des Ultimo mehr oder weniger eine Abwicklung der eingegangenen Verbindlichkeiten. Die internationalen Specu alionswerthe ecliusen gegen gestern Mitiag eine immethin nicht unerhebliche Abschwächung. Creduactien und Staalsbahnactien verloren je 2 fl., Lombarden eitca 1 fl. Für neueste Russen und ungarische Goldrente herrschte wieder ziemliche Kauflut. Creduactien bewegten sich zwischen 193½— 192¼— 193 und 192½, Staatsbahn⸗ acsien zwischen 217—218 und 217¾, Lombarden notirten 67/4. Oesterr. Bahnen hielien sich ziemlich sest. Galizien sind 1 fl. matter, Elisabeib elwas höher. Von deutschen Bahnen besserten sich Hess. Ludwigsbahn 8/0/, Oesterr. Prioritäten preishaltend. 5% Lombardische /% niedriger. 30% Lom bardische um Bruchtheile höher. Von auslän- dischen Fonds österr. Renten und ungar. Fonds eiwas nachgebend. Ungar. Schatzbons II. Em. fest. Ungar. Goldrente wurde 3 78/879 gebandelt. Russen gefragt. Neueste Russen waren 4 81/8—5/ł und 81 im Umsatz. Loose sind wenig verändert. 1864 1 1 Mk. vöyer. Banken
still. Darmstädier, österr. Nationalbank, Brüsseler und Württ. Vereinsbank matter. Von Wechseln Amsterdam und Paris billiger, London begebrt und iheurer. Privat- disconio circa 2/%. Geld⸗ Cours.
Frankfurt am 21. Januar 1878. 20 Frankenstücke Mk. 16 20 Englische Sovereigns„ 20 33 38 Russische Imperiales„ Ig Holländische fl. 10⸗Stüle..„ 16 65 en 5 9 50—55 Ducaten al mare— 9 55—60 Dollars in Gold. 5 4 16 19
Der Figaro schreibt:
Man legt sich oft die Frage vor, wie die armen Kutscher bei Regen, Schnee, Frost und Wind, bei Tag und bei Nacht ungestraft allen Unbilden der Witterung trotzen können. Man ist versucht zu glauben, daß die⸗ selben eine ganz eigene Constitution besitzen, welche sie gegen alle und jede Zufälle dieser Art schützt. Und doch ist dies nicht der Fall; ganz im Gegentheil, kommen bei keinem Gewerbe Krankheitszustände wie Bronchitis, Katarrhe, Erkältungen oder andere Affeetionen des Halses und der Lunge häufiger vor, als gerade bei diesem. Um sich davon zu überzeugen, genügt es einige Stunden in der Guyot'schen Apotheke zuzubringen, welche sich aus der Fabrikation der Theerkapseln eine Spezialität gemacht hat. Es ist interessant die Menge der leeren Wagen zu beobachten, welche vor dieser Apotheke anhalten und deren Führer sich mit dem ihnen so nützlichen Mediea— mente versehen.
In der That ersetzen die Guyot'schen Theerkapseln mit Vortheil alle Arten Tisanen, Pastillen und Mixturen, welche von Niemand, der nicht frei über seine Zeit ver⸗ fügt, genommen werden können. Ein anderer und nicht
ist seine Billigkeit. Wenn man bedenkt, daß jeder Flacon 60 Kapseln enthält und daß die gewöhnliche Dosis in
2 bis 3 Kapseln bei jeder Mahlzeit besteht, so wird man
begreiflich finden, daß die ganze Cur auf nicht höher als
12— 25 Centimes(10—20 Pfennige) täglich zu stehen
kommt. Es ist evident, daß die Billigkeit des Prelses
nicht weniger als die Vorzüͤglichkeit des Mittels zu seiner
Popularistrung beigetragen hat. 307
Die Lehrer des Kreises Friedberg, welche bei der von Loos, Repp und Cleer betriebenen Angelegenheit(Art. 50 des Schulge— setzes) betheiligt sind, werden auf nächsten Samstag den 26. Januar l. J., Nachmittags 2 Uhr, zu Gärtner in der Burg Friedberg eingeladen, um den Erfolg zu hörten. Cle er.
minder wichtiger Vortheil, den dies Medieament besitzt,
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