Ausgabe 
21.3.1878
 
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falle, worauf der Credit von 60 Millionen ein- stimmig und der Beschluß-Antrag der Sub Com- missien mit großer Majorität genehmigt wurden. In der Sitzung erwiederte Andrassy auf die interpellirenden Bemerkungen Zsedenyi's: Das Petersburger Cabinet habe bestimmt erklärt, die gesammten Punkte des Friedens- Vertrages vor dem Congresse mittheilen zu wollen. Es sei somit jeder Macht Gelegenbeit gegeben, sich darüber zu äußern, welcher Punkt europäischer Natur sei und welcher nicht. Er, Andrassy, fühle sich von dem Vertrauen des Fürsten Bismarck auf's Höchste ge- ehrt. Als Fürst Bismarck die Aeußerung gethan, beati possidentes, habe er soviel gesagt, als er in dem Augenblicke habe sagen können, in welchem er die Absicht einer ebrlichen Vermittlung kundge geben. Für das Interesse des einen oder anderen Staates babe sich Fürst Bismarck in einem solchen Momente nicht aussprechen können, und er hätte den Vorsitz im Congresse kaum übernommen, wenn nur die faktischen Bedingungen des Friedens zu registriren wären. Nicht nur das persönliche Ver⸗ hältniß zu Bismarck, sondern auch die Beziehungen zwischen beiden Staaten seien immer sehr auf- richtig, verläßlich und berzlich gewesen und würden auch so bleiben. Diese Erklärung Andrassy's fand lebhafte Zustimmung.

Frankreich. Paris, 18. März. Aus den gesteigen drei engeren Wahlen zur Deputirten- Kammer gingen drei Republikaner als gewählt hervor.

19. März. Die Kammer nahm die Zoll. Convention mit Spanien an. Der Senat hat die Berathung des Ausgaben-Budgets begonnen und die Budgets der Ministerien der Finanzen, der Justiz und des Aeußern angenommen.

Wie man aus dem Aveyron meldet, bat sich der Arbeiter- Strike von Decazeville auf Firmy und Ruelbe ausgedehnt. Die Zahl der Steiken- den, die sich über eine Herabsetzung ihres Lohns um 10 pCt. beklagen, beläuft sich auf ungefähr 2000. Aus Rodez, Albi und Montpellier wur- den Truppen zur Aufrechthaltung der Ordnung herbeigezogen; doch glaubt der Maire von Deca zeville für dieselbe einstehen zu können, nachdem er für die nothleidenden Arbeiter zur Deckung ihrer dringendsten Bedürfnisse die Summe von 25,000 Fr. angewiesen hat.

Großbritannien. London.Daily Telegraph, will wissen, daß England in Peters burg gegen das Vordringen der Russen gegen die Dardanellen und den Bosporus protestitt habe.

18. März. Im Unterhause erklärte Schatz kanzler Nortbeote auf eine Anfrage von William: unter den bestehenden Verhältnissen erachte die Regierung sich für berechtigt, die Flotte in der Nähe von Constantinopel zu belassen.(Lauter Beifall der Conservativen)

Italien. Rom Cardinal Franchi soll auf Befehl des Papstes neue Instructionen für die Nuntien aufgesetzt haben. Die Vertretet des päpstlichen Stuhles sollen in denselben angewiesen werden, ihc Augenmerk vor Allem den rein kirch- lichen Interessen zuzuwenden und das Gebiet der Politik nach Möglichkeit zu meiden, soweit nicht religibse Dinge mit politischen Fragen in Mit leidenschaft gezogen würden. Jedenfalls sollen die Herren in ihren Aeußerungen sich friedlich und gemäßigt zeigen und auf dem bekannten Grenz- gebiete, wo bürgerliche. und religiöse Fragen ein ander berühren und durcht ringen, nichts Wichtiges thun, ohne sich zuvor beim Staats Secretariat Raths zu erholen. Der Papst erlaubte den Bischösen Italiens, aus nahmsles und unbeschränkt die gesetz. lichen Forderungen zu erfüllen, um die Aner kennung der Regierung oder des Königs, wo diesem das Patronat zusteht, zu erhalten.

Türkei. Constantinopel, 18. März. In Tichataltja, Tschekmedje und der Umgebung von San Stefano sind 25,000 Russen eingetroffen, um einen Theil der kaiserlichen Garde zu ersetz n, die Mittwoch nach Odessa eingeschifft werden soll. Russischerseits werden sowohl die christlichen als auch die mohamedanischen Bewohner Bulgariens entwaffnet, um Streitigkeiten zu verhüten.

18. März. Die bei Jenidsche in Thessalien

As allen. B äuligam einer Wirths tochter in Grimbach war, was

und bei Katerina in der Nähe von Salonichi angesammelten Insurgenten wurden geschlagen. 19. März. Nachdem bier das Gerücht verbreitet war, die Russen legten Torpedos bei Bujukdere und in den angrenzenden Gewässern, sind Recherchen angestellt worden, nach welchen sich die Gerüchte als unbegründet erwiesen. Gleich- wohl soll die Pforte den Großfürsten Nikolaus

ersucht haben, die Einschiffung der Truppen anders.

wo als bei Bujukdere vorzugehmen. Savpfet Pascha hat sich nach San Stefano begeben, um bierauf bezügliche Vorstellungen zu machen. Die Einschiffung der russischen Truppen in San Stefano soll augenblicklich unmöglich und daher einstweilen verschoben sein. Bestimmte Entschließungen liegen jedoch noch nicht vor.

Rumänien. Bukarxest. Die Pforte hat das Anerbieten Rumäniens betreffs Auswechslung der Gefangenen angenommen; dennoch unterbleibt einstweilen die Ausführung derselben, weil Ruß- land die Einwendung der Nicht Opportunität da gegen erhob.

Rußland. Petersburg, 18. März. Die Special-Couriere, durch welche der nunmehr unterzeichnete Präliminar- Friedens- Vertrag von San Stefano den Groß Mächten mitgetheilt wird, reisen morgen von hier ab. Reuf Pascha wird ebenfalls morgen seine Rückreise antreten.

Aus Stadt und Land.

Bad⸗ Nauheim, 19. März. Gestern eriränkte sich im großen Teiche ein biesiger Handwerker, der schon seit einiger Zeit Spuren von zerüttetem Nervensyslem gezeigt haben soll.

Darmstadt. Ein Soldat des Leibgarde⸗Regimente, welcher seii einiger Zeit vermißt wurde, ist dieser Tage bei Regensburg aufgegriffen und am Samstag von zwei bay rischen Gendarmen hier eingeliefert worden.

Bessungen. Eine hier wohnende Winwe hat inner balb kurzer Zeit fünfmal versucht durch Erbängen ibrem Leben ein Ende zu machen, wurde aber jedesmal von ibren Angehözizen wieder abgeschnitten.

Allerlei.

Zürich. In den Berner Blättern wurde vor einigen Tagen mitgetheilt, daß drew junge Seminatisten von Zürich letzten Samstag auf einer Kahnfahrt dei Küßnacht auf dem Heimweg im Züricher See eetrunken seien. Laut dem Wintertburet Landvoten beginnt sich ein schrecklicher Schalten über dieses Drama zu legen. Alles deutet darauf hin, daß die drei jungen Leute einem Bubenstück zum Os ser Thatsache ist, daß der eine der jungen Leute der

Anlaß zu einem Streit mit den Burschen des Orts ge geben. Letztere verfolgten sie, auf dem See kam es zu einem Kampf, ihe Kahn wurde von den Versolgern um- gestürzt und sie fanden auf diese Weise den Tod. Es haben bereus mehrere Verhaftungen staltgefunden, ebenso zollen seitens eines der Verhasteten schon Aussagen gemacht worden sein, welche auf Lieselben ein sehr verdächtiges uicht wersen.

? Friedberg. Am 16. d. Mts. fand in dem Steinhäußer' schen Saale die vierzehnte General Versammlung des hiesigen Vorschuß- und Credit-Vereins, eingetragene Genossenschaft, statt, wozu sich eine ziemliche Anzahl von Mitgliedern eingefunden hatte. Der Vor sitzende, Herr Buchhändler C. Seriba, hob zunächst her- vor, daß die Geschäftsergebnisse des abgelaufenen Jahres befriedigend gewesen seien und der Verein seine wirth- schaftlichen Aufgaben mit Erfolg fortgeführt habe. Er theilte darauf mit, daß man es für nothwendig gefunden habe, das Vereinsgebäude mit einem Blitzableiter zu versehen, daß die Vereinsstatuten, welche theils durch frühere Gesellschaftsbeschlüsse umgeändert, theils veraltet und überdem vergriffen seien, demnächst einer Umänder ung unterzogen werden würden. Er brachte ferner zur Kenntniß der Vereinsmitglieder, daß der Ausschuß und Vorstand sich dahin geeinigt hätten, den Zinsfuß sowohl beim Conto-Corrent als beim Vorschuß- und Lombard geschäft um ½ö0% zu ermäßigen. Seitens des Herrn Ernst Windecker waren Anträge bezüglich der Bürg schafts-Verhältnisse im Verein und solche auf Ausdehnung der Geschäftsstunden eingebracht worden. Der Vorsitzende bemerkte, daß die Anträge nach der bestehenden Geschäfts ordnung zwar nicht zur Abstimmung gebracht werden könnten, daß es aber wünschenswerth sei, wenn dieselben zur Besprechung und Erörterung kämen und werde er daher solche vor dem Schluß der Versammlung zur Dis kussion bringen.

Nachdem Herr Carl Groß zum Schriftführer für die diesmalige Versammlung ernannt worden war, wurde zur Tagesordnung übergegangen und verlas zu nächst Herr Ermus den Bericht des Vorstandes über die Geschäftsresultate des abgelaufenen Jahres.

Demselben entnehmen wir das Folgende: Der Ge sammtumschlag in Einnahme und Ausgabe betrug M. 18,434,243, M. 2,609,723 mehr als im vorigen Jahre.

Die Zahl der Conto-Corrent-Inhaber ist von 148 auf 161 gestiegen und belief sich deren Verkehr auf

M. 7,222,737. Die bewilligten Vorschüsse auf Wechsel und

Werthpapiere waren M. 3,638,119. Die Sparkasse war Ende 1877 M. 1,336,458 stark. An eigenen Effeeten, Ge nossenschafts-Aetlen und verschiedenen Deutsche Staaten Werthpapieren besaß der Verein für M. 118,633 nach Courswerth. Die Netto-Einnahme von Zinsen und Provisionen zꝛc. betrug M. 87,812, wogegen die Ausgabe an Sparkassen-Zinsen M. 53,180 und an Unkosten M. 14,583 betrug, so daß ein Reingewinn von M. 20,049 verblieb.

Nach Verlesung dieses Berichts ergriff Herr Eduard Hirsch das Wort um darüber Beschwerde zu führen, daß die diesmalige gedruckte Geschäftsübersicht so kurz und mager ausgefallen sei, während sie in den früheren Jahren durch ihre Ausführlichkeit, Klarheit und Ueber sichtlichkeit sich ausgezeichnet habe. Im Interesse der Vereinsmitglieder und mit Rücksicht auf die auswärtigen Vereine, welchen diese Berichte übersendet würden, müsse er verlangen, daß dieselben wieder in detailirter Form aufgestellt würden. Nachdem die Herren Ermus, Adam Steinhäußer und Georg Falck über diesen Gegenstand sich geäußert hatten, fragte der Präsident, ob die Versammlung wünsche, daß die Rechenschafts-Berichte für die Folge wieder in ausführlicher Weise aufgestellt werden sollten und wurde die Frage von der Mehrheit bejaht. Nach Verlesung des Protokolls über die durch die

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Johannes Wahl dahier und Philipp Jacob Weiß in Bad-Nauheim vorgenommenen Prüfung der Inventur und Bilanz, wurde dem Vorstand Decharge ertheilt. Der zweite Punkt der Tagesordnung, die Ver⸗ theilung des Reingewinnes veranlaßte Herrn Emanuel Löb sich gegen die Vertheilung einer Dividende von 100% zu erklären. Er hielt 8% fuͤr genügend namentlich im Hinblick darauf, daß durch die Herabsetzung des Jins⸗ fußes sich der Reingewinn im nächsten Jahre voraus⸗ sichtlich vermindern werde. Die Herren Eduard Hirsch und Georg Falck sprachen sich ebenfalls in diesem Sinne aus, während der Vorsitzende und Herr Er mus für die Aufrechthaltung des Ausschuß-Vorschlags ein⸗ traten. Die Versammlung sprach sich in ihrer Mehrheit dafür aus, daß für das abgelaufene Jahr eine Dividende von 10% vertheilt werde. Die beantragte Zuwendung von 200 Mark zu Gunsten des hiesigen Volksbildungs⸗ Vereins wurde von Herrn Georg Falck angefochten, da der Verein ein Geldinstitut sei und keine Geschenke machen könne. Die Herren Reallehrer Blickhahn und Seminarlehrer Wahl wiesen auf die wichtigen Aufgaben der Bildungs vereine hin und baten um abermalige Be willigung des Beitrages, was durch Herrn Nieolaus Müller III. von Ockstadt und Herrn Ermus lebhaft unterstützt wurde, worauf dieselbe von der Versammlung fast einstimmig genehmigt ward. Die Zutheilung zum Reservefonds von M. 4000, Abschreibung auf Immobilien (Vereins-Gebäude) von M. 2800 und auf Mobilten von M. 500 wurden ohne Widerrede genehmigt. Auf Gewinn- und Verlust-Conto verbleiben als Reserve M. 13706. 44. Die austretenden Mitglieder aus dem Ausschuß, die Herren Carl Trapp, Hofgerichts-Advokat Joeckel, Jean Huber und Adam Steinhäußer wurden mit großer Mehrheit wieder gewählt. Während der Stimmenzählung brachte der Vorsitzende die Eingangs erwähnten Anträge des Herrn Ernst Windecker zur Besprechung.

Bezüglich der im Verein üblichen Bürgschaftsverhält⸗ nisse gibt Herr Ermus eine genaue Darlegung aller einschlägigen Bestimmungen und Maßregeln, aus denen hervorgeht, daß der Vorstand bemüht ist, soviel als immer thunlich, die Interessen der Bürgen zu schützen und dieselben vor Schaden zu hüten. Die weiter bean⸗ tragte Vermehrung der Geschäftsstunden erklärt Herr Ludwig Weis als unthunlich und unnöthig und führt Herr Ermus des Näheren aus, welche Arbeit und Ge schäftslast durch den Vorstand und das Bureaupersonal zu bewältigen sei, weßhalb eine Vermehrung der Geschäfts⸗ stunden nicht durchführbar wäre. Nachdem der Vor sitzende dem Vorstand' für seine Pflichttreue und hin⸗ gebende Amtsführung gedankt und auf den Vorschlag des Herrn Seminarlehrer Wahl dem Ausschuß, den Revisoren und dem Vorstand durch Aufstehen von den Sitzen der Dank der Versammlung ausgesprochen war, wurde die Sitzung geschlossen.

Handel und Verkehr.

Frledberg, 20. März. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund M. 1. Eier per Stück 5 Pf, 2 Stück 9 Pf.

Friedberg 20 März Waizen M. 22 25, Korn M. 17, Geiste M 17 50 18, Hafer M 1417 Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo S 200 Zollpfund.

Gießen, 19. März. Wochenmarkt Butter per Pfd. M. 11.05 Eier per St 45 Pf. Tauben das Paar M. 1.10, Hühner per Stück M. 1 50, Habnen per Stück M. 1.70, Enten per Stück M. 3.50, Kartoffeln 100 Kilo

M 750, Ochsenfleisch 70 Pf per Pf, Kuhßlleisch 50 60 Pf., Rindfleisch 50 56 Pf., Schweinefleisch 6264 Pf., Kalbfleisch 55 60 Pf., Hammelfleisch 64 Pf.

Frankfurt, 18 März. Viehmarkt Angetrieben waren 302 Ochsen, 170 Kühe und Rinder, 190 Kälber und 280 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 66-68 2 Qual. M. 60- 63 Kühe

und Rinder 1. Qual. M. 60 62, 2. Qual. M. 52 54. Kälber 1. Qua. M. 64-66, 2. Qual. M. 58. 60. Hämmel 1. Qual. M. 63 64, 2. Qual. M. 52 54.

Frankfurt, 18 März. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 41., Nr 2 M. 37, Nr. 3 M. 33, Per. 4. 2 Nr. 5 M. 23 Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 24. do. II.(Berliner Marke) M. 20. Walzen ab Bahnhof hier M. 23., ab unserer Umgegend M. 2225 22.75 do.,

Herren Carl Groß, J. A. Nauheim, Seminarlehrer

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