Entsprechend dem Artikel 27 des Berliner Ver ⸗ trages, sagt dieselbe wörtlich, haben die Groß mächte keine Bemühungen gescheut, ein Endresultat in gedachter Angelegenheit herbeizuführen und auch die Hohe Pforte hat zu wiederholten Malen sich dahin ausgelassen, sie wolle die Wünsche der Mächte acceptiren. Nunmehr ist es unbillig, zu verlangen, daß die Großmächte das Athener Cabinet den Veränderungen in der Politik der Hohen Pforte noch länger aussetzen. In Folge dessen sprechen die Großmächte ihren Wunsch zum letzten Male dahin aus, daß die Berichtigung der zwischen dem osmanischen Reiche und dem Königreich Griechenland zu vereinbaren sei, so zwar, daß die südlichen Striche von Epirus und Thessalien an das Königreich Griechenland kommen sollen; was Volo betrifft, so sollen dabei die geographischen und ethnographischen Motive danach geurtheilt werden. So weit die Note. Bis zur Stunde steht noch Englands Zustimmung zu dieser europäischen Note aus.
— Der„Reichs- Anzeiger“ bemerkt, daß die Fortführung der Staats-Eisenbahn Bauten, wofür durch besondere Gesetze Credite bewilligt sind, im Monat Juli 16,400,000 Mark erfordert hat.
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bezeichnet die Meldung mehrerer Blätter, der Reichskanzler habe das Reichs ⸗Eisenbahnamt angewiesen, ihm keine Verfügung ohne die Gegenzeichnung des preußischen Handelsministers vorzulegen, als vollständig aus der Luft gegriffen.
Kissingen, 17. August. Nuntius Masella hat sich gestern Vormittag zur alten Saline be— geben und hatte wiederum eine längere Unterredung mit dem Fürsten Bismarck. Das Aussehen des Fürsten ist frischer als vor der Kur, er sah da— mals gebräunter aus, jetzt heller; seine Haltung ist noch recht stramm, wenn auch beim Gehen der Kopf ein wenig nach vorne geneigt ist. Fürst Bismarck wird heute Abend von hier abreisen und sich über München nach Gastein begeben.
— 17. Aug. Heute Nachmittag hat Masella sich von der Geistlichkeit verabschiedet und ist nach München zurückgereist.
Ausland.
Oesterreich⸗UUngarn. Wien, 16. Aug. Der Obercommandant der Occupationsarmee, Feld— zeugmeister Philippovich, meldet aus dem Lager bei Zenica von gestern: Hasiz Pascha mit einer Deputation von Notabeln aus Serajewo habe ihn gebeten, mit dem Vormarsche der kaiserlichen Truppen einzuhalten. Er(Philippovich) habe er— wiedert, daß er erhaltenem Befehle gemäß den Weitermarsch auf Serajewo fortsetzen werde, und Hafiz Pascha und die Notabeln aufgefordert, ihren ganzen Einfluß geltend zu machen, um die irrge— leitete Bevölkerung zum Aufgeben des weiteren nutzlosen Widerstandes zu veranlassen. Feldmar⸗ schall⸗Lieutenant Szapary meldet aus Doboj, daß die 20. Division am 13. d. bei Gracanica hestig angegriffen wurde. Dieser Angriff sei zurückge⸗ wiesen worden, doch habe die Division am 14. wegen Munitionsmangels den Marsch nach Doboj sortgesetzt, welchen die ermüdeten Truppen trotz fortwährender Belästigung durch Insurgentenschaaren in bester Ordnung ausgeführt hätten. Alle Ver⸗ wundete und der ganze Train seien in Sicherheit gebracht, wobei wegen der schlechten Straßen die Wagen größtentheils von den Truppen gezogen und geschoben werden mußten. Nach weiteren Berichten ist zweifellos erwiesen, daß bei 30 Ba- taillonen regulärer türkischer Truppen sich den auf⸗ ständischen Mohamedanern angeschlossen haben und daß große Quantitäten Waffen und Munition nach Bosnien geschafft und dortselbst vertheilt worden sind. Die Insurgenten sollen bei dem Han Belaldrac südöstlich von Bazovaca Stellung genommen haben, daher es in dieser Gegend wahrscheinlich zu Kämpfen kommen wird. In Banjaluka wurde die öster⸗ reichische Besatzung vorgestern von Insurgenten an- gegriffen, die jedoch nach kurzem Kampfe zurück⸗ gedrängt wurden. Mutessarif und Pascha suchten Schutz bei den kaiserlichen Truppen im Castell,
Grenze
berücksichtigt und
in Banjaluka die Ruhe wieder hergestellt. Der Mutessarif und der Pascha bedankten sich bei dem Stations Commandanten für den ihnen gewährten Schutz und versprachen, ihn in seinen Bemühungen zur Aufrechthaltung der Ordnung kräftig zu unter. stützen. Die Verbindung mit Gradisca und mit der 7. Division war wieder hergestellt.
— 17. Aug. Nach einer bier eingetroffenen Meldung soll die Diviston Szapary ihre voll⸗ ständige Vereinigung mit dem Centrum der Oceu⸗ pationsarmee bewerkstelligt haben. Die Saveschiff⸗ fahrt zwischen Schamaz und der Donau Mündung ist unterbrochen, weil die türkischen Grenzbewohner die Schiffe beschießen. Zepee wurde eine Kriegs- Contribution von 50,000 fl. aufgelegt. Musie, katholischer Pfarrer und Insurgentenführer, stellte seine 2000 Mann zählende Schaar Jovanovich zur Verfügung. Jovanovich soll dieselbe angeblich als Contreguerillas gegen die aufständischen Mo- hamedaner verwenden wollen. Die ungarischen Blätter verlangen insgesammt eine energische Action gegen Serbien. Laut einer von der zwanzigsten Truppendivision eingelangten telegraphischen Nach⸗ richt, wurde dieselbe gestern Vormittag von einer bedeutenden Macht in der Siellung bei Doboj, am rechten Ufer der Bosna, angegriffen und hat, obgleich unter empfindlichen Verlusten, alle An⸗ griffe abgewiesen.
Frankreich. Paris, 16. August. Heute hat die erste Sitzung der internationalen Münz⸗ Conferenz stattgefunden. Alle Delegirten der bei⸗ getretenen Staaten waren anwesend. Der ameri- kanische Delegirte unterbreitete ein Programm für die Berathungen. Die Confernz beschloß Deutsch⸗ land einzuladen, an ihren Arbeiten theilzunehmen. Frankreich wird diese Einladung an Deuischland gelangen lassen. 0 Großbritannien. London, 15. Aug. Im Unterhause antwortet Schatzkanzler Northeote auf Anfrage Holt's, es habe mit dem Papste oder einem Vertreter desselben zum Zweck der Wieder ⸗ herstellung diplomatischer Beziehungen irgend eine Communication nicht statigefunden. Auf eine Frage Havelocks sagt Northcote, er wisse noch nicht, ob der Emir von Kabul gewillt sei, die britische Mission zu empfangen. Der Emir würde jedoch darum angegangen werden.
Spanien. Madrid. volutionäre in Estremadura ist Madrider Nach ⸗ richten zufolge zersprengt. Von den 42 Mann, aus denen sie bestand, sind 34 zu Gefangenen gemacht worden, während 5 die Waffen gestreckt und um Gnade gebeten haben. Der Führer Vilarius ist nach Poctugal entkommen. Vier Gendarmen, welche die Bande mit Waffen und Pferden ge⸗ fangen genommen hatte, sind befreit worden.
Italien. Rom, 17. Aug. Der Vatikan hat dem Fürsten Bismarck Vorschläge zur Ge⸗ nehmigung übersendet, welche darauf grichtet sind, den ausgwiesenen Bischöfen die Rückkehr in ihre Diöcesen zu ermöglichen. Es bestehen in dieser Beziehung noch einige Differenzen; der Vatikan glaubt indeß, daß eine einfache Zustimmung der Regierung zur Rückkehr der Bischöfe genüge, ohne daß es nöthig wäre, daß dieselben das betreffende Ansuchen an die Regierung stellen.
Türkei. Constantinopel. Die Note der Pforte über die griechische Frage führt aus, daß die Pforte niemals das Princip einer Grenzbe⸗ richtigung acteptirt habe. Seit 1829 habe keine wirklich nationale Insurrection in Thessalien und im Epirus stattgefunden. Bewaffnete Schaaren hätten die Grenze überschritten, aber nicht ver⸗ mocht, die Bevölkerung mit fortzureihen. Griechen land hätte während des Krieges Mäßigung zeigen müssen. Aber es habe mit Rußland unterhandelt und mehrmals die Frage einer Theilung Rumeliens (aufgeworfen. Es babe vergebens um Unterstützung [gebeten und, da es diese nicht erhielt, auf den [Krieg verzichtet, aus Furcht vor der Türkei.
— 16. Aug. Eine österreichisch⸗türkische Con⸗ vention ist abgeschloffen. Oesterreich wollte die Occupation durch einen Notenwechsel regeln. An⸗
Die Bande der Re-
ist nicht bestimmt. In mehreren Artikeln der Con- vention wird die Souveränetät der Pforte aner- kannt. Ebenso werden auch fernerhin die öffent⸗ lichen Fürbitten für den Sultan stattfinden.
— 17. Aug. Das russische Hauptquartier ordnete die Versteigerung von 2000 Pferden an. Mittlerweile sind seit vorgestern neue diplomatische Schwierigkeiten zwischen Rußland und der Pforte entstanden, welche den Abmarsch der Garde und den Rückzug der Russen aus der Umgebung von Constantinopel zu verzögern drohen.
— 17. Aug. Berliner Meldungen besagen, daß die europäische Commission für die Ausarbeit⸗ ung der Organisation Ostrumeliens am 13. Sept. in Constantinopel zusammentrete. Am nämlichen Tage trete auch die Commission für Bulgarien an demjenigen Orte Bulgariens zusammen, wo der russische Commissär seinen Sitz nehme.
— 17. August. Der Fürst von Montenegro hat sich auf telegraphischen Wege an den Groß- vezier gewendet und von der Pforte die Durch⸗ führung der Montenegro betreffenden Bestimmungen
des Berliner Vertrages, sowie den Austausch der
betreffenden Gebietstheile verlangt. Trotz der höflichen und coneilianten Form dieser Depesche soll die Pforte unter Berufung auf die Abneigung der mohamedanischen Bevölkerung gegen die mon⸗ tenegrinische Herrschaft wenig disponirt sein, die Räumung der Montenegro zugesprochenen Territorien zu verfügen und sieht man deshalb die Entstehung neuer Schwierigkeiten voraus. Ebenso verhält sich die Pforte bezüglich der von Rußland urgirten Räumung Batums, indem es die Nothwendigkeit des früher zu brechenden Widerstandes der Lahzen betont, dem die Russen Rechnung zu tragen hätten, um Batum nicht in die Hände der Lahzen fallen zu lassen.
— Die internationale Commission zur Unter⸗ suchung der Lage der rumelischen Muselmanen kehrte hierher zurück, nachdem sie die Mehrzahl der Städte und Dörfer Rumeliens und des Rho— dope Bezirks sowie das Hauptquartier der Auf⸗ ständischen besucht und die früheren Angaben über die schreckliche Behandlung der Muselmanen ledig⸗ lich bestätigt gefunden hatte.
Serbien. Belgrad, 15. Aug. Serbien hat längs der Drina ein Observationscorps auf⸗ gestellt und die von den Türken verlassenen Grenzen besetzt. Die Arnauten vereinigen sich mit den Insurgenten in Bosnien.
— 16. Aug. Nach den Versicherungen der serbischen Regierung bezweckt die Aufstellung eines Observations-Corps von 10,000 Mann an der Drinagrenze nur die Abschließung dieser Grenze gegen die Serben. Die unzuverlässigen serbischen Elemente wurden von der Grenze entfernt. Die serbischen Truppen besetzten das von den Türken geräumte Bajukljade; ebenso ist die Demarkations⸗ linie in Altserbien von den Türken geräumt. Die Zahl der Insurgenten in Ostbosnien beläuft sich auf 16,000, größtentheils Arnauten, darunter
2000 von den Mohamedanern zum Anschlusse ge⸗
zwungene Christen. Der russische General Fadejeff hat am 13. d. Belgrad verlassen, nachdem seine Umtriebe an der Erklärung der serbischen Regier⸗ ung gescheitert waren, daß sie sich in Nichts ein⸗ lassen werde, was Serbien in Conflict mit seinen internationalen Pflichten bringen könne,
— Der serbische Finanzminister nogociirt mit Pariser Bankhäusern ein Anlehen von 24 Mill. Frs. zur Tilgung der in dem letzten Kriege gemachten Schulden. Die serbische Regierung hat die
strengsten Maßregeln erlassen, um jede Unterstützung
des Widerstandes in Bosnien seitens der serbischen Grenzbewohner hintanzuhalten und zu ahnden. Numänien. Bukarest. In officiellen Kreisen wird die angebliche Ernennung des Fürsten Joan Ghika zum Gouverneur der Dobrudscha in Abrede gestellt. Es könne hierüber nichts entschie⸗ den werden, bevor sich nicht die Kammern über die Stipulationen des Berliner Vertrags ausge- sprochen hätten. Keinesfalls könne es in der Ab⸗
wohin sich auch die bedrohten Christen flüchteten. gesichts des Widerstandes der Bosnier machte sicht der rumänischen Regierung liegen, in der Nach einem Telegramm des dortigen Stations- Oesterreich wichtige Concessionen, um die Conven⸗ Dobrudscha ein permanentes Special-Gouvernewent
Commandanten, General Sametz, von gestern, war tion herbeizuführen.
Die Dauer der Occupation
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