Dienstag den 20. August.
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e Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und
Kreisblatt für den Kreis Friedberg.
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.
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t Jahres⸗Conto bei uns haben), welchen der
Amtlicher Theil.
J. B. d. K.: Küchler, Kreis- Assessor.
tg. Freitag Abend ausgegeben.
— drstg auf die Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet,
en* Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nich
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usi Betreffend: Die Herbstübungen in 1878, insbesondere die Lieferungen von Fourage.
1 N f a. * 2 Wir machen Sie darauf aufmerksam rin den * tit fert 1 —— um Requisitionswege 1 Berabreichungssselle zu Lasten der Gemeinden entstehen würden, dafür zu sorgen, 1 Gemeinde auf Requisition der Truppentheile verabfolgt werden kann.
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a Betreffend: Die Aufstellung und Einsendung der Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg
8— denn für 1879 insbesondere die Beiträge zur Kreiskasse
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34,800 Marf festgesetzt worden.
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Detreffend: Die Regulirung der Einkommensteuer.
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Georg Philipp Heinrich Balser von Vilbel wurde als Feldschütz Eudwig Ickler von Vilbel sind als Nachtwächter der Gemeinde Vilbel erna
J. B. d. K.: Küchler, Kreis- Assessor.
J. B. d. K.: Küchler, Kreis- Assessor.
bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. etrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.
Friedberg am 16. August 1878
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.
„daß mit Rücksicht auf die Bestimmung in§. 5 des Gesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht im Frieden vom 13. Februar 1875 der Bedarf an Fourage bis zu 25 Rationen täglich von den betreffenden Truppentheilen im gefordert werden wird und empfeblen Ihnen zur Verminderung der Kosten, welche durch Abholung bei der nächsten militärischen daß in dem angegebenen Falle die Fourage von der betreffenden
Friedberg am 16. August 1878.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Der Beitrag zur Kreiskasse für 1879 ist, einschließlich desjenigen zur Bestreitung der Bezirks⸗Bauaufseher⸗ Gehalte von 7500 Mark
Für 1878 beträgt derselbe 29,000 Mark, daber für 1879 5800 Mark mehr.
dem entsprechend als Beitrag zur Kreiskasse circa/ mehr in den Gemeinde-Voranschlägen für 187
„auf Sie werden dafür besorgt sein, daß
9 vorgesehen wird, als für 1878 ausgeschlagen sind.
Friedberg den 16. August 1878.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises. Unser Auseschreiben rubricirten Betreffs vom 2. Juli 1877, Oberbessischer Anzeiger Nr. 64, sind wir veranlaßt eindringlichst in Erinnerung zu bringen.
Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. e für die Gemarkung Vilbel ernannt und verpflichtet. unt und verpflichtet worden.
Peter Pfeiffer und Geometer Heinrich Fischer und Philipp Franz
2.—* eibel von Vilbel wurden als Feldgeschworene der Gemeinde Vilbel ernannt und verpflichtet. Wilhelm Ferdinand Hinkel und Valentin Wilhelm ——— litzel von Massenheim wurden als Feldgeschworene der Gemeinde Massenheim ernannt und verpflichtet.. Ludwig Winter III., Ludwig Post und —— Johann Balthasar Klees von Büdesheim sind als Feldbeischützen für diese Gemarkung verpflichtet worden. Christoph Jacob Melchior und Johann füt le 1 Philipp Groß von Butzbach sind als Wiesenvorstandsmitglieder verpflichtet worden.
1 7 1 Deutsches Reich. standen, und bemerkten darunter die Mitglieder des Sie!“ sprach der Scharfrichter zu Hödel. Dieser u nn der eiii, Darmstadt. Das Regierungsblatt Nr. 16 Staatsgerichtshofs, die das Urtheil über Hödel sprang förmlich die drei Stufen zum Schaffot 1 sathält das Gesetz über die Hhpothekenämter in gesprochen hatten, an der Spitze den Vicepräsidenten hinauf und entkleidete sich oben seines Rockes und
cheinhessen. Berlin, 16. Aug. Ueber die letzten Augenblicke les Verbrechers Hödel meldet die Nationalzeitung: bei der gestern in der Zelle des Verbrechers in der
een e tadtvogtei erfolgten Veröffentlichung der aller f e eee öchsten Cabinetsordre, durch welche der Gerechtig— 9 f it freier Lauf gelassen wird, erbleichte Hödel einen e, phaugenblick, fiel aber sogleich wieder in seine be— rich Carl ben bnnte Frechheit und Störrigkeit zurück und ver— rerentres⸗ 22 7 bongte sofort ein Gnadengesuch schreiben zu dürfen, .— gas ihm aber, unter Hinweis auf die Erfolglosig— g* ee fit dem allerhöchst sanktionirten rechtskräftigen Er-
1 h nntnisse gegenüber, und weil er nicht im Stande di neue Geständnisse zu machen, nicht gestattet
den fturde. Kurz darauf verlangte er jedoch, daß seine em 0 Finrichtung auf dem Kreuzberge stattfinde. Es uud Man furde ihm hierauf die Frage vorgelegt, ob er „ rien och besondere Wünsche habe, worauf er Cigarren . N d gute Kost sorderte, welche er nebst einer Flasche für frirdbetk Wein vor dem gestern Abend halb 7 Uhr erfolgten emtintt a Transporte nach dem Zellengefängnisse mit Behag—
Niisttenr lichkeit genoß. Den geistlichen Zuspruch lehnte er
1 reits euschieden mit dem Bemerken ab, daß er behufs 71 57 npfangnahme desselben eine jahrelange Vorbe— Wen dee istung gebrauchen würde. Ueber die Vorgänge * 5 umitielbar vor und bei der Hinrichtung schreibt e eee an uns: Am heutigen Morgen um 5 Uhr ver— — Ab der Verbrecher in Begleilung des Predigers — e 5% Hausgeistlichen an der Stad tvogtei, die a Je, in weicher er die letzte Nacht seines Lebens gebracht hatte. Als er festen Schrittes am Schaffot . gelangt war, musserte er mit frecher Miene das 2— Au Hinrichtung erschienene Publikum. Wir zählten 8 7 1
ö a 50 Personen, welche um das Schaffot gruppirt 4
17 1 — 60
des Königl. Kammergerichts v. Mühler, und den seiner Weste.
Oberstaatsanwalt v. Luck.
Vom königl. Stadt- Armsünderglöcklein in der Anstalt.
In diesem Augenblick ertönte das Mit unbe-
gericht war der Untersuchungsrichter, Stadtgerichts- schreiblicher Frechheit blickte Hödel nach diesem rath Hollmann, und der Staatsanwalt Gartz an- Glöcklein hinauf und lächelte höhnisch den An- wesend; von Militärpersonen war erschienen der wesenden zu, dann warf er die Hosenträger ab, General v. Voigts-Rhetz; von der Berliner Bürger- konnte aber einen Knopf des Oberhemdes nicht
schaft mehrere Stadträthe, Stadtverordnete und Bezirksvorsteher in ihrer Amtstracht mit Kette an—
gethan; von der Polizeibehörde der Polizei-Oberst Oberkörper bis über die Brust entblöst war.
lösen, worauf einer der Scharfrichtergehülfen ihm dasselbe von hinten her herunterzog, so daß der Die
Gericke und mehrere Polizei-Lieutenants; außerdem Scharftichtergehülfen schnallten darauf den Ver— waren etliche Nuncien des königl. Stadtgerichts brecher an Armen und Füßen fest und legten den
zugegen. Der Untersuchungsrichter Stadtgerichts⸗ Kopf in den Einschnitt des Blockes mit dem Gesicht
ratb Hollmann nahm hinter einem vor dem Schaffot nach unten, indem sie den Hinterkopf mit einem aufgestellten Tische Stellung, während der Delin- handbreiten Gurt sestschnallten, so daß der Hals quent durch den Geistlichen, den Inspektor des frei lag und der Deliquent den Kopf nicht be—
Zellengefängnisses und zwei Wärter geleitet wurde.
zum Tode wegen konnte. Mit erhobener Stimme verlas sauberes Futteral, mit der Jahreszahl 1878 in
Jetzt öffnete der Scharfrichter ein
der Untersuchungsrichter darauf das Todesurtheil Golddruck darauf, nahm das Richtbeil in seine und die aus Homburg den 8. August datirte und Hand und trennte mit einem Schlage den Kopf
vom Kronprinzen unterzeichnete Bestätigungsurkunde.
Bei der Verlesung des Datums dieses seines Todes- urtheils spie der Verbrecher aus und rief nach be— endeter Verlesung ein vernehmliches„Bravo!“ Der Untersuchungsrichter wandte sich hierauf an den Scharfrichter Krauts. Derselbe, ein großer und kräftig gebauter Mann mit kleinem Schnurrbart, 34 Jahre alt, war in feinster Wäsche und ele— ganter Toilette, schwarzem Frack, weißer Halsbinde, schwarzer Weste und schwarzen Beinkleidern er— schienen. Indem er ihm die Bestätigungsurkunde vor Augen hielt, sprach der Untersuchungsrichter: „Ueberführen Sie sich von der Urkunde und nun übergebe ich Ihnen den Klempnergesellen Emil
Heinrich Max Hödel zur Enthauptung.“„Kommen!
vom Rumpf. Der letztere zuckte nach der Exekution dann noch, während der Kopf einige leise Be— wegungen machte. Ein bereitstehender Sarg nahm sofort den Leichnam nebst dem Kopfe auf und wurde alsbald dem bereits geöffneten Grabe am Zellengefängniß übergeben. Die Exekution währte kaum 3 Minuten. Es waren nur wenige Menschen vor dem Gefängniß angesammelt, da die Hin— richtung selbst sehr geheim gehalten worden war.
— In Folge der türkischen Ablehnung der griechischen Forderung haben die Großmächte sich vereinbart, nochmals eine gemeinsame, höchst ener- gische Antwort an die Pforte zu erlassen. Das „Tageblatt“ ist in der Lage, den festgestellten Wort- laut der vereinbarten Antwort wie folgt mitzutheilen;


