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müthern Verwirrung gefährlichen Tendenzen zu erregen. Darin stimmt die ganze Presse aller Parteien, abgesehen von der socialdemokratischen, überein.
ihre Lehren, ihre Tendenzen sind dafür verant⸗
wortlich, daß solche Unthaten vorkommen. Es ist falsch, daß die Socialdemokratie friedlich ibre Ziele verfolgt. Marx sagt: Unsere Zwecke können nur durch gewaltsamen Umsturz erreicht werden. Aehnliche Aussprüche finden sich in Bebel's Schriften. Der Staat befindet sich im Stande der Nothwehr und greift zu den Mitteln, zu denen er greifen muß, um den bedrohten Staat und die gefährdete Geseslschaft zu schützen. Bamberger beantragte die Ueberweisung der Vorlage an eine Commission von 21 Mitgliedern. Redner betonte die Nothwendigkeit, schon jetzt Schutzmaßregeln vorzukehren und nicht erst das Hereinbrechen der Katastrophe abzuwarten, die die Mäßigung ein⸗ zelner Agitatoren und die wissenschaftliche Be⸗ handlungsweise nicht aufhalten würde. Er er⸗ örtete ferner die Definition im§. 1, untersuchte den Charakter und Ursprung des Socialismus und wiederholte: Man müsse die Bewegung ein- dämmen, aber man müsse genau definiren, was man bekämpfen und beseitigen wolle, was nicht. Das Aufhetzen der Classen gegen einander müsse aufhören. Schließlich trat Redner für eine Zeit⸗ beschränkung der Gültigkeit des Gesetzes ein und für eine Revision der Instanz, die größere Garantien biete.— 17. Sept. Der Reichstag setzte heute die erste Lesung des Socialistengesetzes fort. Hänel, welcher gegen die Vorlage das Wort nahm, kritisirte die gestrige Debatte und beklagte, durch dieselbe nicht aufgeklärt worden zu sein. Er wolle nur auf dem Gebiete des gemeinen Rechtes Abhülfe gegen die socialistischen Umtriebe finden. Verbrechen und Attentate, wie die jüngst be
Ich bin überzeugt, daß das Treiben der Socialdemokratie geeignet ist, in verwilderten Ge- und Neigung zu staats⸗
Die Socialisten, grüßt, und fuhr unter fortdauernden Jubelrufen
note sei am 13. in Berlin überreicht worden. Italien verhalte sich ebenfalls zurückhaltend. Kassel, 15. Sept. Kaiser Wilhelm ist heute früh im besten Wohlsein hier eingetroffen, von zahllosen Volksmassen mit Enthusiasmus be
im offenen Wagen nach Schloß Wilhelmshöhe. Der Kaiser trug das Haupt mit dem Helm be⸗ deckt, den rechten Arm in der Binde und grüßte freundlich mit der linken Hand. Die Kaiserin ist gestern Abend in Wilbelmshöhe angekommen.
— 17. Sept. Der Kaiser bestieg gestern zum ersten Mal wieder das Pferd und machte in Begleitung des General-Adjutanten Grafen Lehn dorf einen langen Ritt.
Ausland.
Oesterreich⸗UUngarn. Wien. Officiell. Am 14. September wurde der Save Ueber- gang unter dem Commando des Feldmarschall Lieutenants Bienert begonnen; die Offensiv- Operationen nahmen bisher einen ungestör ten Verlauf. Die Truppen hatten am 15. Sept. Abends die Linie von der Save über Sakowa und Gradatschatz gegen die Bosna hin bereits besetzt. Das wichtige Gradatschatz wurde fast ohne Kampf in Besitz genommen und sofort die Entwaffnung eingeleitet. In dem dortigen Castell fanden sich zwei Geschütze vor. Die christlichen Gemeinden empfingen allerorten die Truppen mit Versicher⸗ ungen ihrer Ergebenheit.— Szapary nahm eben- falls die combinirte Action von Doboj aus auf und entsendtte am 15 September früh stärkere Recognoscirungs⸗Detachements gegen die feindliche Aufstellung. Eine am 16. d. mit Tagesanbtuch gegen Gracanica vorgeschobene Abtheilung fand diesen Ort von Insurgenten verlassen, welche sich theils nördlich, theils gegen Dolni-Tuzla zurück zogen. Im Bereiche von Banfaluka wird die Entwaffnung in immer größeren Umkreisen ohne
Pforte als wenig practisch angesehen. Die eng⸗ lischen und französischen Commissäre, welche zur Reorganisation der Finanzen berufen werdez, sollen Mitglieder des profectirten obersten Finanz. Conseils werden.
— Midhat Pascha hat die Erlaubniß erhalten, nach der Türkei zurückzukehren, wird jedoch seineg Aufenthalt auf Kreta nehmen.
— Sophia wird die Haupstadt Neubulgariens, Starke Rekrutirungen finden dortselbst statt. Die „Abendpost“ schildert die dermaligen Zuständz Bulgariens als höchst ungünstig.
Erzerum, 15. September. Der armenische Patriarch hat beute mehreren Botschaftern auf telegrapbischem Wege Mittheilungen über Aus⸗ schreitungen der Kurden und die hier herrschende Panik der Bevölkerung gemacht. Man hege Be⸗ fürchtungen für die Cyristen, sobald der Abmarsch der Russen erfolgt sei. Der Patriarch ruft den Beistand der Mächte an. Die Botsch ister thun bei der Pforte Schritte, damit dieselbe Maßregeln zum Schutze der Christen ergreife.
— Laut den neuesteu Nachrichten aus Batum scheint es, als ob die Lahzen in voller Aus⸗ wanderung aus dem dem dortigen Bezirk be⸗ griffen wären.
Serbien. Belgrad. Die serbische Re⸗ gierung beschloß, jede Cooperation ihrer Arme in dem Paschalik Novibazar abzulehnen, und weigerte sich, mit Oesterreich ein Zollbündniß ab⸗ zuschließen. 15,000 bosnische Serben haben sich mit den Aufständischen im Districte Posawing vereinigt.
Rußland. Petersburg, 15. Sept, Schuwaloff nahm nicht seine Entlassung, sondern kehrte nach London auf seinen Posten zurück.
Aegypten. Cairo, 15. Sept. Nach⸗ richten von hier bestätigen, daß Wilson nunmehr
i i„ Störung fortgesetzt. Das Vorrücken gegen Bihae gangenen, seien auch durch ein solches Gesez nicht ist mit verstärkten Streitkräften wieder aufgenommen. zu verhindern. Der Entwurf sei ein Penta Holland. Haag, 16. Sept. In del
N sei ei te 5 E ö .: es sei e e Thronrede, mit welcher der König heute die Session den en. Kidret dir volle der Generalstaaten eröffnete, wird das Verhältniß für diese Behauptung zu allen auswärtigen Mächten als das freund
Verantwortlichkeit. Die Socialdemokratie würde durch den Gesetzentwurf von Presse und Vereins leben ausgeschlossen, auch wenn sie sich in den Grenzen des Gesetzes halten wollte. Die gesetz geberischen Motive reichten auch über die Social- demokratie hinaus. Der Gesetzentwurf vertrage gar keine richterliche Instanz; nichts werde da- durch installirt als ein Censur Gericht.— Der sogenannte Seniorenconvent des Reichstags einigte sich bezüglich der Commission von 21 Mitgliedern für das Socialistengesetz dahin, daß die vereinigten Conservativen, die National-Liberalen und das Centrum je seche, der Fortschritt zwei Mitglieder stellen. Die übrigen Gruppen(Protestler, Demo- kraten und Polen), zusammen 28 Abgeordnete zählend, sollten ein Mitglied deputiren, wozu Sonnemann ausersehen war. Keine der großen Fractionen wollle zu Gunsten eines Socialdemo- kraten auf einen Commissionssitz verzichten. Dem- nach wären die Socialisten in der Commission unvertreten geblieben. Sonnemann hat aber zu Gunsten Bebel's auf den Sitz in der Commission verzichtet. Letzterer vertritt nunmehr die Social“ demokraten in der Commission.
— 16. Sept. Der Kronprinz empfing heute Mittag das Präsidium des Reichstags und das Curatorium der Wilhelmspende, geführt von Graf Moltke. Dasselbe überreichte einen Deposttenschein über 1,800,000 M. der Seehandlung.
— 16. Sept. Fürst Bismarck ist heute von Gastein hier eingetroffen. Der Herzog v. Connaught ist nach England zurückgekehrt. Botschafter Graf Münster hat sich heute nach Potsdam begeben, von wo derselbe morgen nach London zurück; kehren wird.
— Zwischen Minister v. Stosch und einigen höheren Marine- Offizieren sind schwere Differenzen ausgebrochen.
— Die„N. fr. Pr.“ meldet, daß England
abgelebnt habe, einer diplomatischen Pression auf die Pforte beizutreten. Salisbury's Antworts⸗
lichste bezeichnet; die Lage der Industrie des Landes und namentlich der Landwirthschaft sei befriedigend. Der Zustand der Finanzen erheische ernste Maßnahmen, behufs Vermehrung der Staats Einnahmen, welche mit einer Steuer-Reform Hand in Hand geben müsse. Ein neuer Strafgesetzent⸗ wurf solle vorgelegt werden. Die Lage Indiens sei befriedigend.
Großbritannien. London. Das Journ. „Fanfulla“ meldet, zwischen England und der Pforte seien die Grundlagen eines neuen Ver trages festgestellt worden, durch welchen Aegypten unter das Protectorat Englands gestellt werde. Die englische Regierung werde dem Khedive eine große Revenue anweisen und eine englisch⸗ fran ⸗ zösische Commission für die Verwaltung der ägyptischen Finanzen ernennen. Waddington, welcher Anfangs dieser Combination sehr wider strebte, habe schließlich der Pression Salisburp's nachgegeben, welcher sich speeiell dieserhalb nach Paris begeben hätte. Letzterer habe auch darauf bestanden, daß Frankreich Tunis besetze.
Italien. Rom. Der italienische Gesandte in Tanger erklärt unterm 13. Sept. die Nach richt von seiner angeblichen Insultirung durch Mauren für unbegründet.
— Alle Punkte betreffs der Concessionen, welche der Vatican gegenüber Rußland zu machen geneigt ist, sollen zwischen dem Papst und den Cardinälen Nina und Jacobini festgestellt sein. Letzterer würde mit den Verhandlungen, falls solche nothwendig, betraut werden, und sich des⸗ falls von Wien nach Petersburg begeben; die Hauptverhandlungen würden jedoch eventuell in Wien stattfinden.
Türkei. Constantinopel, 15. Sept. Der britische Botschafter Layard hatte gestern Audienz beim Sultan. Es wird vielfach ver- sichert, daß England die Ansprüche Griechenlands
nicht unterstützen werde; die anderen Mächte würden nur isolirte Schritte bei der Pforte thun.
den Posten des Finanzministers mit Bewilligung Englands definitiv übernommen hat; zum Minister für Bauten und Landwirthschaft wurde ein Franzose ernannt. Es heißt, daß die von Wilson abge⸗ schlossene Anleihe genügen würde, um die lokalen Schulden, insbesondere die Rückstände an Beamte und Unternehmer zu regeln, sowie die Einlösung des nächstfälligen Coupons der unifieirten Schuld zu sichern. Die Minister Nubar und Riza Pascha haben alle Steuer- Erheber nach Cairo berufen und denselben unter Darlegung der eingetretenen Veränderungen im Beisein von europäischen Be⸗ amten die Anweisung ertheilt, daß künftighin keinerlei andere Befehle, als die vom Ministerium ausgegangenen befolgt werden dürfen.
Aus Stadt und Land. Friedberg. Wäbrend des in der Umgegend von Wabern stalfindenden Manövers des XI. Armee. Cops igt von Friedberg aus Gelegenheit folgende Exlrazüge zu be⸗ nutzen: am 20. Sepiember(Kaiserparade) ab Friedberg
551 Vorm., zurück ab Wabern 528 Nachm.; am 21. 22. und 23. September ab Friedberg 622 Vorm., zurück ab
Kassel 421 Nachm., ab Wabern 58 Nachm.
Friedberg. Freunde der Astronomie machen wir auf eine interessante Himmelserscheinung aufmerksam; der Planet Saturn strahlt zur Zeit in hellem Glanze und zeigt sich mit seinem Ringe, durch ein gutes Fernrohr beseben, dergestalt, daß letzterer wie ein durch eine Kugel gesteckter Stab erscheint.
Friedberg. In der Nacht vom Samstag guf Sonne lag wurde abermals ein ziemlich befliges Erdbeben diese mal aber mehr in unserer Nähe beobachtet. Von Mainz, Gießen ꝛc. wird dasselbe gemeldet. Ferner schreibt mal von Wiesbaden: das in der Nacht von Samftag auf Sonntag um 11 Uhr 35 Minuten hier wahrgenommene heflige Erdbeben erstrecktie sich auf ganz Nassau. In König⸗ siein wurde das Erdbeben ebenfalls wahrgenommen, mehrere fiäkere Stöße kurz nach 11½ Ubr, Richtung: Südoß⸗ Nordwest, mit donnerähnlichem Rollen, und dann gegen
12 Uhr noch ein geringerer Stoß. Ebenso in Falkenstein. wo es leises Fensterklirren und Vibriren von Nippfachen u. ogl.
verursachte. Die Bewegung war eine wellenförmige.
Mainz, 15. Sept. Der„Mainzer Anzeiger“ theilt in seiner heutigen Nummer folgendes Beispiel von Hunde scharssinn mit: In verflossener Nacht wurden die Bewohner eines Hauses der großen Bleiche durch Hundegeheul und Gewinsel aufgeweckt. Der Hausherr erkannte sosort die Summe seines Ali, den er vor acht Tagen an einen Freund nach Karlsruhe verschenkt halte. Der Hund wurde per Bahn dahin transportirt, entlief nach eingetroffener Miltheilung auf einem Spaziergang seinem Herrn und fand den Weg in seine Heimaih zurück.
Der englische Entwurf betreffe Reformen in der 1 astatischen Türkei wird, wie es heißt, seltens den“
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