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überzeugen. Labanoff begibt sich morgen nach Adrianopel. Der Ort Labaeske(2) war von den Russen geräumt und darauf von den Türken be⸗ etzt worden. General Totleben sorderte indeß zen türkischen Commandanten auf, den Ort wieder u räumen, widrigenfalls er Gewalt anwenden pürde. Der Großvezir ordnete nun die Räumung ses Ortes an, welchen die Russen wieder besetzen verden. Die Vertheidigungslinie von Constanti- sopel wird türkischerseits mit Geschützen versehen.
— Es wird positiv versichert, die Pforte sabe keineswegs verzichtet, mit einem eigenen fleformproject füc Asien, dessen Grundlagen dem itischen Botschafter Layard bereits mitgetheilt worden seien und eine Verständigung erwarten lleßen, hervorzutreten. Ein Gleiches soll die Pforte vezüglich Ostrumeliens beabsichtigen.
— 15. Oct. Fürst Labanoff ist gestern nach Adrianopel abgereist, um mit General Totleben ungeblich wegen der Maßregeln hinsichtlich der den ussischen Colonnen gefolgten christlichen Flücht— unge zu conferiren. In diplomatischen Kreisen segt man der Reise des Fürsten Labanoff einen urnsteren Zweck bei.
Montenegro. Cettinje. Der Fürst von Montenegro soll erklärt haben, daß er die jürkischen Kriegsgefangenen erst nach Durchführung ver Montenegro betreffenden Stipulationen des Berliner Vertrages herausgeben wolle. Rumänien ordert von der Pforte vor Auslieferung der Rriegsgefangenen Ersatz für deren Verpflegungs— Rosten, event. Uebergabe des Kriegsmaterials von Widdin als Gegenleistung.
Serbien. Belgrad, 14. Oct. Die De— mission des Ministeriums ist angenommen. Die Zusammensetzung des neuen Cabinets ist nicht die in voriger Nummer des Anz. gemeldete, sondern die folgende: Ristie Präsidium und Auswärtiges, Matic Justiz, Alimpie öffentliche Arbeiten, Misch⸗ zovie Krieg; der seitherige Finanzminister Jovan- novic und der Unterrichtsminister Wassiljevic ver- Hleiben auf ihren Posten.
Rumänien. Bukarest, 12. Oct. Heute begannen die russischen Behörden mit der Ueber— nahme der Verwaltung Bessarabiens.
— 12. Oct. Die heutige Sitzung der Kam- mer war sehr stürmisch. Die Minorität entwickelte durch Jonescu eine Motion auf Zurückweisung der Dobrudscha, welche ein Zankapfel werden würde. Cogalniceanu erklärte, Europa habe Rumänien die Dobrudscha zugedacht, um den nussischen Einfluß zu restringiren, Rußland beide Donau-Ufer wegzunehmen und Bulgarien zu ver— kleinern. Die Debatte wurde unter lärmenden Zwischenfällen geschlossen und die Motion der Minorität mit 78 gegen 20 Stimmen verworfen, dagegen die Motion der Majorität mit 83 gegen 17 Stimmen angenommen. Der Präsident der Nammer erklärte, daß er in Folge des Zwischen⸗ falls demissionire.
Rußland. Petersburg. Der„Reg.“ Bote“ veröffentlicht ein Telegramm des russischen Tonsuls in Ismail vom 11. October über die Annexion von Bessarabien. Das Telegramm meldet: Die gesammte Bevölkerung IJsmails em- pfing die kaiserliche Commission mit großem Enthusiasmus. Der Bürgermeister überreichte dem Hauptbevollmächtigten Brod und Salz und hielt eine pattiotische Ansprache, welche lautes Hurrah- tufen hervorrief.
Amerika. New Nork. Das Ackerbau— Departement schätzt die diesjährige Baumwoll⸗ Ernie auf 5¼ bis 5½ Millionen Ballen, den größten bisher erreichten Ertrag.— Das gelbe Fieber nimmt langsam ab.
Aus Stadt und Land.
Butzbach. Im nächsten Monat wird die General Versammlung des zur Zeit etwa 5200 Mitglieder zählen ⸗ den Thierschutzvereins sür das Großherzogthum Hessen in unseren Mauern tagen.
Gießen, 13. Oct. Gestern Mittag brach im nahen Heuchelheim Feuer aus und zwar in einer gemeinschaft— lichen Scheune, dem J. Waldschmidt und L. Gilbert ge— hörend. Genährt durch die Fülle des Inhalts legte das mächtig enisesselte Element binnen Kurzem 9 Scheunen nebst mehreren kleineren Oeconomie-Gebäuden in Asche. Ein der Brandfliftung verdächtiger Einwohner von Heuchel— heim wurde in Haft genommen.
Gießen, 14. Oct. Schwurgerichtshof. Anna, Joh.
Fricks Ehefrau von Bieben war des Vergehens von vier Diebstählen angeklagt; wegen drei derselben wurde sie frei-
gesprochen. Dagegen wurde ihe wegen des vierten eine Gefängnißstrafe von 9 Monat zuerkannt. M. Kahn aus Ranstadt wurde wegen Betrugs und Bestechung in eine Gefängnißstrase von 3 Monat, sowie in eine Geldstrafe von 100 Mark verurtheilt, welche im Falle der Unein⸗ bringlichkeit mit einer Gefängnißstrafe von 2 Wochen ab⸗ zubüßen ist. Wegen der angeklagten Urkundenfälschung wurde derselbe freigesprochen.
Allerlei.
Frankfurt. Am 29. Seplember hielt der Provinzial⸗
Verband mittelrheinischer Bildungs-Vereine seine Jahres- Versammlung dahier ab. Der Verband bestebt aus den Volksbildungs-Vereinen, Arbeiter- und Gewerbe-Vereinen folgender Orte: Bensheim, Biebrich, Bockenheim, Bretzen— heim, Butzbach, Diez, Dillenburg, Frankfurt, Gießen, Gries— heim, Groß Gerau, Kreuznach, Langen, Mainz, Ober— Hilbersheim, Ober- und Nieder-Ingelheim, Pfungstadt, Rüdesbeim, Rüsselsheim, Sauer-Schwabenheim, Schwan heim, Wiesbaden, Wöllstein. Der Vorsitzende des Ver— bandes, Franz Wirtb, erstattete Bericht über das erste nun abgelaufene Verbandsjahr. Es sind in demselben 5 neue Vereine entstanden und in den alten hat sich eine leb⸗ haftere Thätigkeit entwickelt. In Bezug auf Vorträge war der Erfolg noch gering, weil die Mittel der einzelnen Vereine noch zu schwach sind, doch steht in Aussicht, daß die Gesellschaft zur Verbreitung von Volksbildung den Verband in Zukunft mehr unterstützen werde.
Frankfürt, 12. October. Vorgestern zankten sich in der alten Mainzergasse zwei Arbeiter, wobei der Eine einen Trumpf gegen den Andern dahin ausspielte, daß er sagte: „Sei ruhig! ich hab' Dich im Sack. Wenn ich auch da— bei war, wie wir dem Reutlinger den Stein an den Hals gehängt und ihn ersäuft haben, so kann mir doch nicht so viel passiren als wie Dir.“ Die Sache ist zur Anzeige gelangt und wird die Untersuchung vielleicht Licht über das rälhselbafte Verschwinden des Genannten bringen.
Frankfurt. Ein Landmann aus Hofheim welcher am Montag Abend den letzten Zug von Frankfurt nach Hofheim versäumte, und nun gezwungen war, den Weg zu Fuß anzutreten, wurde, als er in die Nähe des Gries Leimer Waldes kam, von 2 Strolchen überfallen und seiner ganzen Habseligkeiten, und trotz seiner Gegenwehr auch noch seines Anzuges beraubt. Der so Beraubte mußte nun den Weg nach Frankfurt, nur mit einem Hemde be— kleidet, antreten, wo er dann Unterkunft fand. Die sosort gemachte Anzeige und angestellte Recherchen waren leide— bis jetzt erfolglos.
Bremen, 14. Oct. Nach einem Telegramm hat der mit der schwedischen Expedinnon von hier ausgegangene Dampfer„Lena“ die Fahrt durch das Eismeer bis zur Lena-Mündung und diesen Strom 180 deutsche Meilen aufwärts bis zur Stadt Jakulsk glücklich zurückgelegt. Diese Stadt, der Hauppplatz in Ost⸗Sibiten, wurde am 22. Sepiember von dem Dampfer erreicht.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 15. Oet. Waizen M. 18.—, Korn M. 14.— 16, Gerste M 15—17., Hafer M. 12.— 14 Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo— 200 Zollpfund.
Friedberg, 16 Oct. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 80—85 Pf., Eier per Stück 7 Pf.,
Gießen, 15 Oet. Wochenmarkt. Butter per Pfd. 85— 90 Pf., Eier per Stück 7 Pf., Tauben das Paar 65 Pf., Hühner per Stück 85 Pf., Hahnen per Stück 80 Pf., Enten per Stück M. 1.40, Kartoffeln 100 Kilo M. 5.20, Ochsenfleisch 70— 72 Pf. per Pfd.,
Kuh⸗ und Rindfleisch 52—62 Pf., Schweinefleisch 64 Pf.,
Kalbfleisch 56 60 Pf. Hammelfleisch 60— 70 Pf.
Frankfurt, 14 Oet. Der heutige Viehmarkt war ziem ich gut befahren. Angetrieben waren eirea 380 Ochsen, 200 Kühe und Rinder, 220 Kälber und 400 Hämmel. Die Preise stellten sich: Ochsen 1 Qual. M. 70—73., 2. Qual. M. 66.— 68., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 62. 64. 2. Qual. M. 56.—58, Kälber 1. Qua. M. 62.—64 2 Qual. M. 58.60. Hämmel 1. Qual. M. 62. 64. 2. Qual. M. 56—58.
Frankfurt, 14. Oet. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 35., Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27., Nr. 5 M. 21. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 21., do. II.(Berliner Marke) M. 18. Waizen, effeetiv hie⸗ siger ab Bahnbof hier M. 19 50, ab unserer Umgegend M. 18.25 18.50, do. fremder je nach Qual. M. 19.— 20.50. Roggen je nach Qual. M. 13.— 16. Gerste M. 13.—18 50. Hafer M. 12.— 13.50. Koblsamen M. 28.—29 Erbsen M. 19.— 23. Wicken M. 15.—16. Linsen M. 17.— 23. Rüböl, detail, M. 70 Die Preise verstehen sich sämmt⸗ lich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
Verloosungen.
Badische fl. 35⸗Loose von 1845. Gewinn? Ziehung vom 30. September. 1878— Heimzahlung am 1. April 1879. Nr. 203011 M. 68 571. 43. Nr. 108795 M. 17,142. 86 Nr. 336244 394906 à M. 6857. 15. Nr. 37427 158694 160446 371098 a Mö 3428. 58. Nr. 8106 108761 162316 24 176325 31 207641 255042 281453 293880 331454 398170 à M. 1714. 29. Nr. 13081 28050 37412 38844 46914 26 58190 64305 79825 99580 158679 159210 171473 180185 183164 220246 266177 281473 308193 311204 325216 336225 382158 388286 398954 à M. 428. 58. Die anderen Nummern aufzu- führen gestattet leider der uns zugemessene Raum nicht, jedoch kann die Liste auf unserem Bureau eingesehen werden.
5pCt. Obligationen der k. k. priv. Staats⸗ Eisenbahn⸗Gesellschaft. Ziehung vom 1. Oetober 1878.— Heimzahlung am 1 November 1878. 1. Emisston. Nr. 50201— 52. 2. Emission. Nr. 84401— 55
4p Ct. Nassauisches Saats Anlehen von 1859. Ziehung vom 11 September 1878. Heimzahlung am 1 Januar 1879. Lit. A Nr. 276 79 89 328 423 529 648 786 810 925 3 fl. 100. Lit. B. Nr. 150 73 316 93 462 733 822 934 77 à fl. 200. Lit. O. Nr 22 134 49 90 à fl. 300. Lit. D. Nr. 86 122 83 266 338 400 98 519 39 867 956 1125 325 445 58 546 637 39 à fl. 500. Lit. E. Nr. 211 340 69 456 88 à fl. 1000 Heimzablung am 1. Juli 1879. Lit. A. Nr. 106 116 59 71 72 90 437 811 988 à fl. 100. Lit. B. Nr. 161 416 25 505 32 72 756 93 994 3 fl. 200. Lit. C. Nr 54 70 72 146 3 fl. 300. Lit D. Nr 280 449 521 71 691 806 56 1005 268 94 296 569 628 700 60 62 99 845 208 a fl. 500. Lit. E. Nr. 135 389 96 411 30 2 fl. 1000.
Geld⸗Cours.
g Frankfurt am 15. Oetober 1878.
20 ⸗Frankenstücke. l 5 M. 16 19 b. G. Englische Sovereigng gs.„ 20 35-40 Russische Imperiales a 1468— Holländische fl. 10-Stücke.„ 16 65 G. Ducaten S 7 9 57—62 Ducaten al marco 5 9 62—67 Dollars in Gold. 0 4 17— 20
3294 Dr. Hotop f, über dessen Leistungen als Recitator klassischer dramatischer Werke uns einzelne sehr günstige Urtheile vorliegen, wird in nächster Woche im Saale des„Hötel Trapp“ den 3. und 4. Aet aus Schiller's „Wilh. Tell“ und die„Faust⸗Greichen- Tragödie“ aus SGöthe's Faust 1. Theil(Act 5 und 6) frei aus dem Gedächtniß reeitiren. Die„Hall. Ztg.“ vom 12. Mai macht über seine Vorlesungen folgende Bemerkungen: „Man wurde für den Vortragenden sehr bald durch die Wahrnebmung gewonnen, daß man es mit einem Manne zu thun habe, der sich bewußt war, nicht mit glänzenden äußern Mitteln prunken zu können und der deßbalb wesentlich durch die geistige Durchdringung seiner Auf— gabe zu wirken suchte. Er ersetzte mit einem sehr bieg— samen, modulationsfähigen Organe, was ihm an Voll⸗ tönigkeit fehlte, durch den geistigen Gehalt den er durch geschickte Benutzung seiner Mittel zum lebendigen Aus⸗ druck zu bringen wußte. Sein Vortrag hatte etwas durchgeistigtes und es gewannen in ihm darum die zarten [Stellen eine besonders tiefgreifende Wirkung. Der Vor⸗ trag der beiden Herzensergüsse Gretchens in Faust„Meine Ruh ist hin“ und„Ach neige du schmerzensreiche“ war meisterhaft. Das Programm war der Individualität des Vortragenden gemäß ganz glücklich gewählt. Den Eingang bildete„Camoéns“ oder„Des Dichters letzte Stunde“, dram. Dichtung in 1 Act von Friedr. Halm. Darauf folgte der 3. Act von Shakespeares„Jul. Cäsar“, worin die sich einschmeichelnde Beredtsamkeit des Antonius den Mittelpunkt bildet. Die Rede des Brutus und vorzugsweise die berühmte politische Leichen⸗ rede des Mare. Antonius wurde vom Vortragenden ohne zu übertreiben mit Kraft und großer dramatischer Lebendig⸗ keit dem Publikum zu Gehör gebracht.
Mauer Pilriol
Wilhelm Fertsch.
3140
bei
Obligations⸗Verloosung.
Bei der heute stattgehabten Verloosung der Partial-⸗
DOypligationen der Gemeinde Büdesheim, Kreis Friedberg, wurden die Nummern 19 und 20 3 171 Mark 43 Pf. zur Rückzahlung gezogen. Die Inhaber derselben werden hiermit aufgefordert, den Betrag hierfür nebst Zinsen bis zum 31. Dezember d. I, bei hiesigem Gemeinde— Einnehmer in Empfang zu nehmen, da weitere Zinsen micht bezahlt werden.
Büdesheim den 12. October 1878. Großherzogliche Bürgermeisteret Büdes heim. 3300 Wiesenbach.
5 Roggen-Versteigerung. 3279 Nächssen Dienstag den 15. October l. J., Nachmittags 2 Uhr, werden 100 Sack Roggen in der Hofraithe des Ferdinand ten Brink dahier meist— bietend gegen Baarzahlung versteigert.
Vilbel den 10. October 1878 Großherzogliches Ortsgericht Vilbel. anke
Drei alte Fenster
zu verkaufen. Zu erfragen bei der Exped. d. Anz. 3298
N 2„ 5 Faselochs-Verkauf.
Freitag den 18. October l. J., Nachmittags um 1 Uhr, soll' auf dem Büreau des Unterzeichneten ein der Ge⸗ meinde gehöriger, gut gehaltener Faselochs öffentlich an den Meistbietenden versteigert werden.
Ober-Mörlen am 12. Oetober 1878. Großherzogliche Bürgermeisterei Ober-Moͤrlen.
Jie.
3284
Ein Baumstück am Krämer
hat zu verpachten Apotheker Werner Witwe. 3295


