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des Landes, entsprechen und sein Vertrauen recht- fertigen möge.(Beifall.) Sodann legte der Minister der öffentlichen Arbeiten einen Gesetzent⸗ wurf, betreffend den Ankauf von 2615 Kilometer Eisenbahn von den Compagnien der Seeundär— Bahnen vor. Der Kauf-Preis ist 500 Mill. Fr. Die Dringlichkeit wird ausgesprochen. Der Ent⸗ wurf wird auf Antrag von Paul Bethmont, der von Gambetta unterstützt wird, an die Budget⸗ Commission verwiesen.
Großbritannien. London, 12. Jan. Auf telegraphische Ordre von hier fährt Admiral Hornby mit dem Generalstabe an Bord des „Sultan“ nach der Levante. Die„Alexandra“ und andere Kriegsschiffe gehen ebenfalls in mög- lichst kurzer Zeit dabin ab.
Italien. Rom, 10. Jan. Prinz Amadeus und Prinz Carignan sind hier eingetroffen und haben sich mit dem Könige Humbert in das Sterbe— zimmer begeben, woselbst sie 20 Minuten verweilten. Sodann trat die Königin Margaretha ein, um dem Todten die letzte Ehre zu erweisen. Die Proclamation des neuen Königs ist überall günstig aufgenommen worden. Der König ersuchte tele— graphisch den General Cialdini und den Grafen Sclopis, nach Rom zu kommen. Alle Souveräne Europa's, sowie der Präsident Marschall Mat Mahon richteten sehr herzliche Telegramme an König Humbert. In ganz Italien finden Kund— gebungen der Trauer statt. König Humbert soll Mittwoch den Eid leisten. Senats-Präsident Tecchio ist hier eingetroffen, um den Sterbe-Act aufzunehmen. Das Parlament ist zum 16. Jan. einberufen. Die Amtszeitung veröffentlicht viele aus Italien und dem Auslande eingelaufene Bei- leids Telegramme. Die Leiche wurde heute ein— balsamirt. Die Leichen Feierlichkeit soll in der Basilika Santa- Maria Maggiore stattfinden. Mehrere Gemeinde ⸗Räthe beschlossen, dem ver— storbenen König Denkmale zu errichten. Die Städte sind in Trauer gehüllt.
— 12. Jan. Heute fand die Eidesleistung der Truppen im Beisein des Königs Humbert und des Prinzen Amadeus, sowie eines glänzenden Stabes statt. Die Truppen begrüßten den König mit Enthustasmus. Acclamirende Volksmassen geleiteten den König Humbert in's Quirinal. Turiner Blätter verlangen, daß die Leiche in der Familien- Gruft zu Superga beigesetzt werde. Große Menschen⸗Mengen besichtigen die Leiche.
Türkei. Constantinopel, 10. Jan. In der Deputirtenkammer drangen mehrere Redner auf Reformen in Justiz und Verwaltung. Seitens der Regierungs- Commissäre wurde mitgetheilt, es seien mehrere Gesetzentwürfe, betreffend die Gen— darmerie und die Justiz, fertiggestellt, die demnächst vorgelegt werden sollten.
— 10. Jan. Der Commandant von Rust- schuk meldet telegraphisch: Die Besatzung erwiederte gestern das seindliche Feuer von der Seeseite nicht, weil die Nachricht verbreitet war, es sei ein Wafsenstillstand eingetreten. Der russische Com- mandeur beschied jedoch den um Ausklärung er⸗ suchenden türkischen Parlamentär, er habe keine Instructionen erhalten.
— 11. Jan. Die hiesigen Blätter bestätigen jetzt, daß die Rassen den Balkan bei Ketschidert und Ichtimann überschritten, Kasanlik besetzt und die Garnison des Schipka- Passes abgeschnitten haben. Die Russen sind in Jeni-Sagra und Tatar-Bazardschik eingerückt. Die Eisenbahnlinie nach Jambeli ist bedroht. Adrianopel wird von der Bevölkerung verlassen. Von der flüchtenden Bevölkerung sind 3000 Personen nach Demotica und 5000 nach Teherton dirigirt; das Civil⸗ Gouvernement ist nach Rodosto verlegt.
— 11. Jan. Der seitherige Minister des Innern, Hamdi Pascha, ist an Stelle Edhem Pascha's zum Großvezir ernannt worden. Der Secretär des Sultans, Said Pascha, ist zum Minister des Innern, Namyk Pascha zum Minister der Civilliste, Kiany Pascha zum Flnanzminister
an Stelle von Jussuff Pascha, welcher Gouverneur
ferner 4 1 Oeinrich wegen Hehlerei in eine Zuchthausstrase von 2 Jahren,
von Trapezunt wurde, ernannt worden; wurden ernannt Sadyk Pascha zum Director der indiretten Steuern und Achmed Vesik Pascha zum
Semester im Ganzen 348 Personen.
Unterrichtsminister an Stelle von Kemal Pascha, der Senator wurde.
— 12. Jan. In der seither geführten Corre- spondenz mit dem Großfürsten Nicolaus hinsichtlich der Waffenstillstands Verhandlungen, in welcher das Verlangen ausgedrückt ist, über die Friedens- Präliminarien übereinzukommen, hat die Pforte das Ersuchen ausgesprochen, Rußland möge die Bedingungen der Friedenspräliminarien übermitteln.
— Es verlautet, daß gleichzeltig mit der principiellen Annahme des Waffenstillstand eine russische Ordre über die vorläufige Sistirung des Vorrückens der russichen Truppen erginge. Die Bestätigung dieser Nachricht fehlt. Es sind Ge— rüchte von harten Bedingungen Seitens Ruß- lands verbreitet.
Montenegro. Cettinje, 11. Jan.(Amt⸗ liche Meldung.) Gestern Nachmittag 2 Uhr hat sich die Festung Antivari bedingungslos dem Fürsten von Montenegro ergeben. Hier herrscht großer Enthustasmus. Das montenegrinische Corps von Antivari unter Bozidar Petrowitsch marschirt gegen Skutari.
Serbien. Belgrad, 10. Jan. Gestern wurden von den Serben unter großen Verlusten die Redouten bei Venika erstürmt. Beli Markovie ist am 6. in Sofia eingerückt.
— 11. Jan. Nach 5 Tage dauernden hef— tigen Kämpfen haben die Serben vorgestern und gestern unter sehr beträchtlichen Verlusten Goritza, und alle übrigen die Festung Nisch dominirenden Höhen erstürmt. In Folge dessen hat Nisch heute Morgen capitulirt und sind die serbischen Truppen am Mittag in die Festung eingerückt.
— In der Convention über die Capitulation von Nisch wurde die Uebergabe der sämmtlichen vorgefundenen Kanonen, der Munition und des sonstigen Kriegsmaterials stipulirt. Die Truppen legen die Waffen ab, werden außerhalb des serbi— schen Operations-Rayons geführt und sodann frei— gelassen. Die Offiziere behalten ihre Säbel. Die Serben erbeuteten in Nisch 150 Geschütze und über 20,000 in dem dortigen Depot befindliche Hinterlader.
Griechenland. Athen, 11. Jan. Der ehemalige Minister-Prästdent Bulgaris ist in Folge eines Schlaganfalles gestorben. Das Gerücht von der Demission des Kriegs-Ministers entbehrt der Begründung; im Ministerium herrscht voll— kommenes Einvernehmen. Man glaubt, die Re- gierung werde von der ersten Classe der Reserve 1000 Mann unter der Fahne halten.
Rußland. Petersburg. Gegenüber anderweiten Nachrichten ist mitzutheilen, daß der Gesundheits-Zustand des Kaisers Alexander ein befriedigender ist. Der Kaiser hat nicht einen Augenblick seine umfassende Thätigkeit und seine Audienzen beschränkt.
— Die„Agence Russe“ hebt hervor, daß das langsame Vorschreiten der Waffenstillstands-Ver— handlungen sich durch die große Entfernung er— kläre, welche die von Petersburg nach den beiden russischen Hauptquartieren in Bulgarien und Asien gesandten Instructionen zurückzulegen hätten. Be— züglich des Waffenstillstandes selbst wiederholt die „Agence Russe“, Recht, Brauch und Billigkeit er— heischten, daß dem den Frieden bezweckenden Waffenstillstande eine Convention zwischen den Kriegführenden vorangehe, wodurch die Basis der Friedenspräliminarien festgestellt werde. Andern— falls wäre der Waffenstillstand ein dem Besiegten dargebotenes Mittel, sich zu erholen, um neuen Widerstand vorzubereiten und neues Blutvergießen hervorzurufen.
Aus Stadt und Land.
Gießen. Unsere Universisät besuchen im Winter— Es widmen sich der Theologie 20, Rechtswissenschaft 83, Medicin 67, Tier- arzneikunde 8, Cameralwissenschaft 6, Forstwissenschaft 13 Mathemank 22 Philologie 41, Philosophie ꝛc. 25, Phar- macie 20 und Chemie 16. Zu Vorstehenden gesellen sich dann noch 27 Personen reiferen Alters, welche die Vor⸗ lesungen besuchen.
Gießen. Der Schwurgerichtshof verurtheilte am 7. d. Mis.: den Heinrich Dönges von Hain⸗Gründau
den Isaac Mai von Langenbergheim wegen Verdrechens wider die Sittlichkeit in eine Zuchthausstrase von 1 Jahr;
am 8. d. Mls. den Johannes Bönsel VIII. von Lanzen⸗ hain wegen Ecpressung in eine Gefängnißshrase von 1 Jihr 6 Monate 6 Tage und den Johannes Zaigenhaln von Dirlammen wegen Widerstands gegen dle Staatsgewalt in elne Gesängnißstrafe von 4 Wochen; am 9. d. Mio. den Johann Conrad Christian Schmiegel von Butz bach wegen Urkundensälschung, Diebstahls, Betrugs und ver⸗ suchten Betrugs in eine Gesammt⸗Zuchtbausstrase von 4 Jahren, sowie in eine Geldbuße von 500 M., welche im Falle der Uneinbringlichkeit in weitere zwei Monate Zuchthausstrafe umzuwandeln ist; am 10. d. Mis. den Jikob Lorchheim aus Weiterode im Königreich Preußen wegen schwerer Körperverletzung in eine Gesängnißstrafe von 1 Jahr und 6 Monaten; am 11. d. Mis. den Heinrich Döring, Schmied von Rudingshain, wegen Ur— kundenfälschung in eine Gesängnißstrase von zwei Wochen, sowie den Heinrich Walther von Langen⸗Bergheim wegen Diebstahls in eine solche von vier Wochen.
Handel und Verkehr.
Irledberg, 12 Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfund 80 90 Pf., Eier per Stück 8 Pf.
Gießen, 12. Jan. Wochenmarkt. Butker per Pfd. M. 0 90—1., Eier per Stück 8 Pf., Käse per Stück 5—8 Pf., Tauben das Paar 80 Pf., Hühner per Stück M. 1., Hahnen per Stück M. 1,30, Enten per Stück M. 240 Gänse per Pfund 80— 84 Pf., Kartoffeln 100 Kilo Mü 7.
Frankfurt, 12. Jan. Der heutige Heu- und Stroh⸗ Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qual. per Cent. M 2503 50., Stroh per Cent. M 2 20 bis 250. Butter im Großen 1. Qual. M. 0 85, 2. Qual. M. 0 70, im Detail 1. Qual. M. 1 10 2. Qual. M. 0.95 100. Eier per 100 M 6 50 8.60. Kartoffeln per 100 Kilogr. M. 7. Erbsen, geschälte(per 100 Kilogr.) M. 28.—30., ganze M. 22.—26. Bohnen M. 30—34. Linsen M. 32—36. Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfd. 70-75 Pf. Kuh- und Rindfleisch 55 60 Pf., Kalbfleisch 70 Pf., Hammelfleisch 55 63 Pf., Schweinefl. 70 80 Pf.
Mainz, 12. Jan. Produeten-Markt. Waizen per März M. 21.90 Korn per März M. 15.40 Hafer per März M. 15.—. Rüböl per Mai M. 37.75
Marburg, 12. Jan. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. 85—95 Pf., Eier per Stück 8—9 Pf., Gänse per Stück M. 4.—6., Hahnen per Stück 1.20 1.80 Pf., Hühner per Stück M. 80.—1 20 Pf., Hasen per Stück M. 3.50—4 00.
Dec preutzische Finanzminister hat die Centralkassen angewiesen, die ihnen zufließenden Einthalerstücke zurück- zubehalten und nicht ferner in den Verkehr zu bringen.
Literarisches.
Die„sociale Frage“, das seit Iinuar d. J. in Berlin erscheinende Organ des deutschen anti-socialdemokratischen Arbeiter-Congresses bespricht die Lammers' sche Broschüre (siche die Anzeige des liberalen Wahloereins in diesem Blaite) mit folgenden Worten: Der bekannte Name des auf öffentlichen Lebensgebieten thätigen Verfassers birgt für die Gediegenheit des Inhalts und die sach emäße Be— handlung des Gegenstandes, der beute ein so allgemeines Interesse beansprucht. Auf verhältnißmäßig knappem Raume wird der Socialismus an der Hand geschichtlicher Thatsachen und unter Berücksichtigung dessen, was aller⸗ seiis wiiklich nothihut, in sein richtiges Licht gestellt. Erwünscht wäre es jedoch gewesen, wenn neben der Be⸗ leuchtung der Thäugkeit des englischen Arbeiterstandes auch die gleichen Bestrebungen deulscher Arbeiter Er— wähnung gefunden hätten, theils zur Belehrung Fern⸗ stehender, tbeils als Aufmunterung der dabei Beiheiligten. Als ein besonderes Verdienst rechnen wir es gerade dem Versasser an, daß er warnt, die Socialisten als eine Masse zu betrachten, der wir feindlich gegenüberstehen müssen, wobei wir jedoch betonen wollen, daß man wohl mit dem Arheiter, niemals aber mit der Socialdemokratie pakliren muß. Wir wünschen dem Buche die weiteste Verbreitung.
Briefkasten.
L. F. in Sziget. Die„Gartenlaube“ werden Sie besser auf dortiger Post bestellen, welche Abonnements an⸗ nimmt; von hier aus gesandt kostet jede Nummer 10 Pf. Porlo, d. h.: so viel Porilo als das Abonnement beträgt. Auch den Anzeiger würden Sie billiger beziehen, wenn Sie dorten am Postamt abonniren. Wollen Sie die Gartenlaube dennoch von hier aus haben, so bitten wir um Mittheilung.
Viele Personen, welche ihre Beschäftigung tagsüber vom Hause fern hält, sind, wenn sie von Erkältungen, Entzuͤndung der Schleimhäute, Katarrh oder sonstigen Affeetionen des Halses und der Lunge befallen werden, kusfen Stande, sich die nöthige Pflege angedeihen zu lassen.
Dem wird durch die Anwendung der Guyot''schen Theerkapseln, welche die verschiedenen Tisanen, Brust⸗ pastillen ganz und gar überflüssig machen, vollständig abgeholfen. Es genügt schon, wenn man bei jeder Mahl zeit zwei oder drei Theerkapseln zu sich nimmt und da der Flacon 60 Kapseln enthält, so kommt diese durchaus wirksame Heilmethode, die außerdem den Gebrauch jeder anderen Medicamente ausschließt, auf nicht hoher als 10— 20 Pfennige täglich zu stehen. Zur Vermeidung der zahlreichen Nachahmungen ist genau darauf zu sehen, daß jeder Flacon die Unterschrift des Herrn Guyot in e ee Drucke aufweist.
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