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55. d. in der Sitzung der Budget- Commission des Abgeordnctenhauses erklärt hat, ist der Entwurf eines Reichs- Eisenbahngesetzes fertig und bereits
4 Abstand nehmend, zwischen den Staatsbahnen in
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Deutsches Reich.
Darmstadt, 11. Dec., Abends 7 Uhr. Während des Tages ist das Fieber bei J. K. H. der Großherzogin nicht weiter zurückgegangen. Die diphtheritischen Membranen haben sich noch nicht ab; gegrenzt. Die Drüsen der linken Halsseite sind immer noch stark angeschwollen. 12. Dex. Morgens 9 Uhr. Die Großherzogin hat die letzte Nacht ruhiger wie die vorhergehende, aber schlaflos zugebracht. Das Fieber hat sich etwas verringert, dagegen haben sich die diphtheritischen Membranen noch weiter verbreitet. Dr. Eigenbrodt. Prof. Dr. Oertel. Dr. Jäger.
— 12. Dec. Die Königin von England hat ihren Leibarzt Dr. Jenner hergesandt. Derselbe ist heute Morgen um 6 Uhr hier eingetroffen und im Großh. Schloß abgestiegen.
— Die erste Kammer wird Freitag, 13. l. M. zu einer Sitzung zusammentreten. Tagesordnung: Prorogation des Finanzgesetzes. Die 2. Kammer ist auf Donnerstag den 19. d. M. einberufen, um die Gesetzentwürfe in Betreff der Abänderung des Art. 67 der Verfassungs Urkunde und der Art. 26 und 33 der landständischen Geschäfts⸗ Ordnung, in Betreff der Verlegung des Etats Jahres und in Betreff der Vereinignng der Staatsschuldentilgungskasse mit der Hauptstaats- kasse zu berathen. Es wird voraussichtlich nur eine Plenarsitzung stattfinden.
— Für den hiesigen preußischen Gesandten⸗ posten soll an Stelle des Fürsten Lynar der deutsche General-Consular Alvensleben zu Bukarest treten.
— Die„N. H. V.“ schreiben: Wie aus Berlin mit aller Bestimmtheit gemeldet wird, hat die preußische Regierung Unterhandlung wegen Ankaufs des hessischen Antheils der Main⸗Weser⸗ bahn eingeleitet. Die Verwaltung und der Be— trieb dieser Bahn sind bekanntlich seit dem Jahre 1866 bereits in den Händen Preußens und haben die Bewohner Oberhessens seit dieser Zeit vielfach Vetanlassung gehabt, über Zurücksetzung ihrer Interessen zu klagen.
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Hoffen wir, daß die groß herzogliche Regierung bezüglich der Main Weser⸗ bahn die Interessen des Landes und der Provinz Oberhessen im Auge behalten möge.
Berlin, 11. Dee. Abgeordnetenhaus. Laut Schreiben des Justizministers ist das gegen den Abgeordneten Franz schwebende Strafverfahren für die Dauer der Session eingestellt.— Der Gesetz⸗ Entwurf betreffs Erwerbung von Grund⸗ stücken für die geburtshülfliche Klinik in Berlin wird in drittet Lesung ohne Debatte angenommen, der Entwurf einer Hauberg Ordnung für den Kreis Siegen an die Agrar- Commission über- wiesen. Es folgt die Berathung über den An⸗ trag Windthorst(Meppen), betreffend die Ab. änderung des Gesetzes über geistliche Orden und Congregationen. Nach einer längeren Rede des Cultusministers beantragte Haucke über den Antrag Windthorst zur einfachen Tages Ordnung über⸗ zugehen. Windthorst wendet sich kurz gegen den Haucke'schen Antrag. Dieser wird darauf gegen die Stimmen des Centrums und der Altconser— vativen angenommen.
— Wie der Handels-Minister Maybach am
dem Bundesrathe übergeben. Der Gesetzentwurf unterscheidet, angeblich von dem Anspruch auf das zunmiltelbare Aussichtsrecht des Reiches über alle unter das Eisenbahngesetz fallenden Eisenbahnen
Deutschlaud und den Privatbahnen in Bezug auf wie dem Reiche zukommenden Aussichtsrechte in der Weise, daß er dem Reiche das unmittelbare Auf— sichtsrecht übet die in den Geltungsbereich des Gesetzes fallenden Privat- Eisenbahnen zuerkennt, dagegen demselben das Aufsichtsrecht über die im Reiche vorhandenen Staats- Eisenbahnen nur in:
sofern einräumt, als die Central Behörden der Einzelstaaten Theil an demselben haben sollen. — 11. Dec. In der morgen zu haltenden Plenarsitzung des Bundesrathes steht der Antrag der beiden Ausschüsse für Zoll- und Steuerwesen, sowie für Handel und Verkehr betreffs der vom Reichskanzler beantragten Einsetzung einer Com: mission für Revision des Zolltarifs zur Berathung. Der Antrag der Ausschüsse geht in der Hauptsache dabin: zum Zwecke der Revision des bestehenden Zolltarifes eine 15 Mitglieder zählende, aus Beamten des Reiches und der Bundesstaaten be— stehende Commission einzusetzen, von denen 3 durch den Reichskanzler, drei durch Preußen, zwei durch Bayern, je eines durch Sachsen, Württem⸗ berg, Baden, Hessen, Mecklenburg, Weimar und die Hansestädte ernannt werden; den Vorsitzenden ernennt der Reichskanzler aus der Zahl der
Mitglieder. Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Oesterreich, Frankreich und England erklärten der Pforte, bei der russischen Räumung die Pforte zur Aufrecht- erhaltung der Ordnung in dem geräumten Ge- biete unterstützen zu wollen. Die Pforte müsse jeder Unordnung entschieden vorbeugen, da sonst ihr Anrecht auf Herrschaft in Europa verloren gehe. Bestätigung bleibt abzuwarten.
— 12 Dec. Der Budgetausschuß des Ab- geordnetenbauses berieth den Gesetzentwurf, betr. die Forterhebung der Steuern und Bestreitung des Staatsaufwandes bis Ende März 1879. Scharp's Antrag, die Erhebung der Steuern bloß für Einen Monat zu bewilligen, wurde ab- gelehnt und die dreimonatliche Steuererhebung genehmigt.§ 3, betreffs Ermächtigung zur Be. gebung von 20 Millionen Gulden Goldrente be— hufs Bedeckung des Defieits, wurde nicht ge⸗ nebmigt, dagegen§. 4(Ausgabe von 30 Mell. Gulden Papierrente zur Rückzahlung der im Laufe des Jahres fälligen Staatsschuld) vollin⸗ haltlich angenommen.
Prag, 11. Dec. Der Kronprinz Erzherzog Rudolf hat sich gestern zufällig in die linke Hand mit einem Zimmer-Kapselgewehr geschossen. Der
Schuß ging zwischen Daumen und Zeigefinger
durch die Weichtheile. Die Wunde ist/ Zoll lang, der Schmerz nicht bedeutend und das all— gemeine Befinden befriedigend.— 12. Dec. Das Befinden des Kronprinzen ist andauernd günstig; die Heilung der Wunde verläuft normal.
Pest, 9. Dee. Gesfern Abend sand nach der„N. Fr. Pr.“ ein Arzt auf der Straße eine nicht explodirte Petarde, deren kupferne Hülse eine Flintenkugel umschloß; an der einen Spitze der Hülse war eine etwa drei Schuh lange Schnur befestigt und an das Ende derselben ein Carton, der die Bildnisse des Grafen Andrassy und Tisza's trug. Das Object wurde der Polizei übergeben. Im Publikum herrscht nur Eine Stimme der Entrüstung über die Unfähigkeit der Polizei, den Urhebern dieser Streiche auf die Spur zu kommen.
Schweiz. Bern, 12. Dec. Im Stände- rath ist eine Motion auf Aufhebung des Arlikels 65 der Bundesverfassung, durch welchen die Todes- und Körper-Strase abgeschafft worden war, ein— gebracht worden. Der Bundesrath hat die Re- gierung von Neuenburg zur Unterdrückung des in Chaux de- Fonds erscheinenden anarchistischen Blattes„Avantgarde“ aufgefordert.
Frankreich. Paris. Admiral Jaurés wurde zum Gesandten am Madrider Hofe an Stelle des Grafen Chaudordy ernannt. Letzterer wurde zur Disponibilität gestellt.
— Der Hendelsvertrag zwischen Frankreich und Schweden Norwegen ist bis zum Ende des Jahres 1879 verlängert.
— Die mit den in dem Strafgesetzbuche ein—
zuführenden Resormen betraute Commission hat;
sich für die Hinrichtungen im Innern der Ge— sängnisse ausgesprochen.
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Oberhessischer Anzeiger.
M 148.
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Holland. Haag. Die niederländische Regierung hat, wie die„Tribüne“ hört, die Ab- sicht, einen Congreß sämmtlicher Seemächte nach dem Haag einzuladen, auf welchem angesichts der neuesten wiederholten Schiffsunglücke berathen wer- den soll, durch welche Vereinbarungen und Maaß⸗ regeln der Gefahr eines Zusammenstoßes zur See wirksamer als bisher vorgebeugt werden kann.
Großbritannien. London, 11. Dec. Oberhaus. Beaconssield bielt in der heutigen Sitzung eine längere Rede, in welcher er sagte: Die Regierung werde für die Sicherung des britischen Reiches und Indien sorgen. Als der Krieg zwischen England und Rußland drohend erschlen, seien die Vorbereitungen Rußlands in Centralasien vom Standpunkte Rußlands aus zu⸗ lässig gewesen. Nachdem jene Befürchtung ge⸗ schwunden, hätte England diese nicht länger ge⸗ statten können. Rußland habe seitdem eine Reparation versucht. Sein Benehmen sei ganz das Gegentheil des Benehmens des Emirs ge— wesen. Der Einfluß Englands, in Europa den Frieden um jeden Preis zu erhalten, habe mehr Kriege verursacht, als irgend sonst Etwas. Hierauf wurde der Antrag Cranbrooke's ohne Abstimmung genehmigt.
— 12. Dec. Gegen Eduard Bure Maldon (Franzose) wurde heute vor dem Gerichtshof in Bowstreet die Anschuldigung erhoben, an den Unterstaats- Secretär Liddell und Lord Lyons Schreiben geschickt zu haben, in denen er drohte, daß er auf die Königin schießen wolle.
Italien. Rom, 11. Dec. Die Deputirten⸗ kammer setzte die Debatte über die Interpellationen betreffs der inneren Politik fort. Caixoli und Zanardelli gaben neue Aufklärungen über die Politik des Cabinets. Schließlich wurde die Tagesordnung Bacelli's, mit der das Ministerium sich einverstanden erklärt hatte, in namentlicher Abstimmung mit 263 gegen 189 Stimmen abge- lehnt. Diese Tagesordnung besagte, daß die Kammer die Erklärungen des Ministerpräsidenten und des Ministeriums des Innern zur Kenntniß genommen habe und vertraue, daß das Ministerium des Königs mit sester Hand die Ordnung in der Freiheit aufrechtzuerhalten verstehen werde. In Folge dieser gegen das Ministerium gerichteten Abstimmung hat das Ministerium seine Entlassung gegeben. Der König behielt sich seine Entscheidung vor. Einstweilen führt das Cabinet die Geschäste fort.
— Die Kurie ließ durch Vermittlung des Nuntius in Wien der russischen Regierung ihre Geneigtheit zur Lösung der auf Polen bezüglichen Rirchenfragen kundgeben. Das russische Cabinet sendete hierauf Urusoff in Specialmission nach Rom. Derselbe verständigte sich mit Nina über mehrere Punkte und kebrt nach Rußland zurück, um die vereinbarten Punkte seiner Regierung vorzulegen. Die Verhandlungen versprechen eine günstige Wendung.
Neapel. Passamante ist endlich das Requisitorium zugestellt worden. Er lag auf seinem Bette ausgestreckt. Als ihm der Huissier das Dokument übergab, richtete er sich auf und nach⸗ dem er einen gleichgiltigen Blick auf die erste Seite desselben geworfen, rief er:„Ich babe verstanden!“ Darauf bog er das Blatt zusammen und legte es unter seinen Kopfpolster, streckte sich wieder der Länge nach auf das Bett und gab dem Wächter ein Zeichen, ihn allein zu lassen. Nachdem der Proceß am 6. December begonnen, dürfte in etwa acht Tagen das Urtheil erfolgen.
Türkei. Constantinopel, 10. December. Mahmud Pascha wurde die vergangene Nacht zum Sultan berufen und zum Gouverneur von Tripoli di Barbaria ernannt. Derselbe ist sofort auf seinen Posten abgegangen. Der ehemalige Schaik⸗ ül ⸗Jslam, Hassan Pascha, Adejid Pascha und andere untergeordnete Personen wurden ebenfalls in die Provinz geschickt, weil der Sultan die Ueberzeugung gewonnen hatte, daß diese Personen
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