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Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 10. Dee. Das Abgeordnetenhaus nahm nach einiger Debatte den Antrag Groß auf Einsetzung eines Aus- schusses von 18 Mitgliedern zur Vorberathung des Berliner Vertrages an. Dafür stimmten auch die Minister. Abg. Granitsch interpellirte wegen der Absicht, ein gemeinschaftliches Anlehen für die Kosten der Verwaltung der occupirten Länder aufzunehmen, Finanzminister de Pretis erklärte, die Möglichkeit eines gemeinschaftlichen Anlehens sei ausgeschlossen.
Pest, 9. Dee. Das Unterhaus verhandelte beute über den Antrag Iranyi's, den Berliner Vertrag behufs Berathung auf die Tagesordnung zu setzen. Mehrere Abgeordnete, darunter Graf Apporvi, befürworteten den Antrag. Minister⸗ präsident Tisza erklärte: Eine Abstimmung über Gültigkeit oder Nichtannahme internationaler Ver ⸗ träge sei unstatthaft. Darauf wurde Iranyi's Antrag mit 151 gegen 96 Stimmen verworfen.
— 9. Dec. Die vereinigten Ausschüsse der ungarischen Delegation beriethen heute Abend die auf die Occupation bezügliche Credit- Vorlage pro 1879. Nach längerer Debatte wurde der Antrag, ebenso wie die österreichische Delegation unter Vorbehalt nachträglicher Rechnungsablage 20 Millionen Gulden zu bewilligen, angenommen, nachdem Andrassy die Competenz der Delegation als zweifellos dargelegt hatte.
Schweiz. Basel, 9. Dec. Die„Basler Nachrichten“ versichern gegenüber Mittheilungen auswärtiger Blätter, daß bis zur Stunde keine Mardrider Note beim Schweizer Bundesrath ein- gegangen sei.
Bern, 10. Dec.
Die Bundesversammlung
— 9. Dec. Unterhaus. Auf Befragen Havelok's erklärte Schatzkanzler Northeote: die Regierung babe keine directen Nachrichten aus Kabul. Salisbury sei von Schuwaloff benachrichtigt, daß der russische
Gesandte Afghanistan verlassen habe; auch ander weitig habe die Regierung erfahren, daß Letzterer
erbitten. Der Minister für Indien, Cranbrook, beantragt: der Ueberschuß; des indischen Staatshaushaltes betrage 2,136,000 Lstrl., die Kriegs- Ausgaben im gegenwärtigen Finanzjahr seien auf 1¼ Million geschätzt, so⸗ mit sei Indien im Stande, die Last zu tragen. Was die politische Seite der Frage anlange, so seien die Verhältnisse in Centralasten seit 1868 Für Rußland sei genug Raum in Mittelasien, aber kein Raum für Ruß⸗ Des Emirs Antwort sei der Regierung am Tage der Parlamentseröffnung
nach Europa zurückgekehrt sei. — 9. Dec. Oberhaus.
wesentlich verändert. land und Afgbanistan.
noch nicht bekannt gewesen. Der Krieg, welcher
gestern die hiesigen Bäcker und Metzger.
soll mit dem Erfolge seiner Verwaltung unzufrieden sein. Das Ministerium des Innern wird inters⸗ mistisch durch den bisherigen Gehülfen Timascheff's, Staatssekretär Makoff, verwaltet werden. Timascheff, seit über zehn Jahren im Amte, war gezwungen, wegen unausgesetzter Leiden seine Entlassung zu Timascheff wird zum Mitgliede des Reichsrathes ernannt,
— Die„A. russe“ constatirt die Besserung der allgemeinen Lage und dementirt alle Nachrichten über eine angeblich gemeinsam beabsichtigte Be⸗ setzung Konstantinopels.
Amerika. New⸗ Jork. Der„New g. Herald“ meldet den Tod des Präsidenten von Venezuela Alcantara.
— Schatz Secretär Shermann berief weilere 5 Mill. Doll. Bonds zur Amortisatiou ein.
Aus Stadt und Land. Gießen, 10. Dec. Die Reihe der Revisionen sraf Es wurden 6
England aufgezwungen worden, sei unternommen iheils ungesetzliche und theils nicht gestempelte Waagen,
zur Wahrung der Ehre und Sicherheit des Reiches. Derby und Canarvon griffen die Politik des Cabinets an.
— 10. Dec. Officiell. Das Gerücht, Emir Schir Ali sei nach Turkestan geflohen, hat noch keine Bestätigung gefunden.— Der Gesundheitszustand der britischen Truppen im Khyberpaß ist gut, der- jenige der eingeborenen Truppen etwas ungünstiger.
Italien. Rom, 9. Dec. Der Kriegsminister beantwortete die Anfrage Mor- dinis dahin, daß ein belangloses, von den Zeit— ungen verbreitetes Gerücht von in der Kaserne des Militär-Distriets in Lucca confiscirten Procla— mationen der Barsanti-Clubs Untersuchungen ver- anlaßzte. Aber weder dort, noch in anderen Kasernen
wählte heute zu Mitgliedern des Bundesraths habe eine solche Consiscation stattgefunden. Mordini wieder: Schenk(Bern), Welti(Aargau), Scherer serklärte sich von der neuerlichen Zusicherung, daß
(Zürich), Hammer(Solothurn), (Thurgau) und Droz(Neuenburg). Neugewählt an Stelle des demissionirenden Mitgliedes Heer
(Glarus) wurde Bavier(Graubünden) gewählt.
Zum Presidenten des Bundesraths wurde Hammer gewählt, zum Vicepräsidenten Welti, zum Kanzler Schieß. Zum Präsidenten des Bundesgerichts wurde Morel gewählt.
Frankreich. Paris, 9. Dec. Die Ge- rüchte über demnächstige Cabinets veränderungen sind besten Informationen zufolge unbegründet.
Belgien. Brüssel, 10. Dec. Durch Ministerialerlaß wird die Ein- und Durchfuhr von aus Deutschland kommendem Vieh verboten.
Dänemark. Kopenhagen, 10. Dec. Im Folkething wurde heute ein Dekret des Königs verlesen, nach welchem der Folkething aufgelöst wird. Die Auflösung wird damit motivirt, daß die Art und Weise wie der Folkething die Vor lage der Regierung in Betreff der Sainte Croix- Anleihe behandelt habe, den Beweis gegeben, daß die Verhandlungen zwischen dem Folkething und der Regierung nicht mit Erfolg fortgesetzt werden können.
Großbritannien. London, 9. Dec,. Heute Mittag wurde plötzlich ein Cabinetsrath zusammenberufen.
— 9. Dec. Die Morgenblätter betrachten die Antwort des Emirs von Afghanistan als unbefriedigend und empfehlen die Fortsetzung der Operationen.„Times, erklärt, die Uaterwerfung des Emits müßte vollkommen von Bürgschaften begleitet sein, welche die englische Regierung definiren werde und die mit der Hartnäckigkeit des Widerstandes des Emirs wachsen würden. General Biddulph telegraphirt, er habe die Straße nach Kandahar offen gefunden. General Roberts ließ für einen Theil der Truppen bei Peiwar Baracken bauen. Dem Vernehmen nach wurde Befehl zum Vormarsche gegen Jellalabad gegeben. Es geht das Gerücht, der Emir Schir Ali sei durch den Engpaß von Bamian nach Turkestan geflohen. General Stewart ist in Quettah einge- iroffen und hat den Oberbefehl über die Division von Qucttah übernommen. Eine Recognoscirung des Khorteck Defiles ergab, daß dasselbe unbesetzt ist. Bipdulph wurde angewiesen, mit einer Truppen- abtheilung vorzurücken und das Defile zu besetzen.
Anderwert
in der Armee kein Element der Indisciplin sich vorgefunden habe, befriedigt.
Türkei. Constantinopel, 9. Dee. Der Großvezir Khereddin Pascha betonte beim Empfange christlicher Würdenträger, daß der Sultan die Gleichberechtigung der Ottomanen ohne Unterschied der Confession zur vollen Wahrheit machen wolle. Der österreichische Botschaster Zichy und der rumä— nische Gesandte Bratiano wurden gestern vom Sultan empfangen; Letzterer begibt sich vorläufig
nach Bukarest. Kiani Pascha ist zum Minister der Civilliste ernannt. — 9. Dec. Ein außerordentlicher Minister-
rath, dem auch die früheren Minister und andere politische Persönlichkeiten beiwohnten, berieth heute einen Hat über die einzuführenden Reformen. Osman Pascha arbeitete einen Entwurf zu einer durchgreifenden Reorganisation der Armee aus.
— 9. Dec. Ein amerikanischer Unterthan wurde wegen Betheiligung an einer Verschwörung gegen das Leben des Sultans verhaftet. Einem in Adrianopel wegen Pulvereinschmuggelung von den Russen verhafteten Engländer gelang es, zu entkommen und sich in das britische Consulat zu flüchten; als seitens des letzteren die Auslieferung des Engländere verweigert wurde, drangen die Russen in das britische Consulat ein und nahmen den Flüchtling fest.
— Die Führer der Aufständischen in Meso⸗ potamien boten ihre Unterwerfung an; die Pforte verlangt schriftliche Unterwerfungs Erklärung.
Rumänien. Bukarest, 9. Dee. Das in den beiden Kammern entwickelte Programm der Regierung betont die besten Beziehungen zu allen Mächten, die Ausführung des Berliner Ver- trags, die Revision des Artikels 7 der Verfassung, die Sicherung der Unabhängigkeitsrechte und das Bestreben, die Nation zum Wohlstande zu führen.
Griechenland. Athen, 9. Dec. Die Kammer hat das Einnahmebudget und die Convention in Betreff der Staatsschuld genehmigt.
Rußland. Petersburg. Es heißt, der Rücktritt des Ministers des Innern, Generals Timascheff, habe die kaiserliche Genehmigung er- halten. Als Gerücht circulirt, daß der Unter- richtsminister Graf Tolstoi zurückzutreten gedenke und durch den Fürsten Lieven, bisherigen Gehülfen des Domänenministers, ersetzt werden solle. Tolstoi
Kammersitzung.
sowie 49 alte Gewichlssteine und Einsatzgewichte mit Be⸗ schlag belegt.
Viernheim. Hier hat dieser Tage ein vierjähriges Kind einem im gleichen Alter stehenden beim Spiele mit einem Beile eine Hand abgehauen.
Allerlei.
Saarbrücken, 7. Dec. Gestern Abend fand bei Brebach ein äußerst heftiger Zusammenstoß eines von Saarbrücken kommenden beladenen Kohlen- Zuges von 50 Waggons mit einem von Saargemünd zurückkehrenden Güterzuge stait, wobei circa 20 Wagen zertrümmert wurden. Glücklicher weise kam das sämmtliche Per sonal mit dem Schrecken davon, da es demselben gelang, vor der Collision von den Wagen herabzusspringen.
Berlin. Anläßlich des Auftreiens der Rinderpest in der Nähe von Berlin ist neben anderen Vorsichtsmaßregeln auch das Verbol der Rindvieh- Ausfuhr aus Berlin er⸗ lassen worden.
Serajewo. Die Gewässer der Save, Drina, Narenta, Bosna ꝛc. sind übergetreten und theilweise noch im Steigen begriffen. In Folge dieser Ueberschwemmungen fleht der Damm der kaum beendigten Eisenbahnstrecken Dalya-Brood und Vipolje-Samac unter Wasser und wurde durch einen General⸗Commando Besehl der Frachten- und Wagen⸗Ver⸗ kehr auf der ganzen Sitecke Serajewo-Brood, mit Aus⸗ nahme der Post, bis auf Weiteres gänzlich sistirt.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 10. Dee. Waizen M. 18.—, Korn M. 14.—15 50, Gerste M. 14., Hafer M. 12— 12.25. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 11. Dee. Wochenmarkt. Butter kosteie per Pfd. M. 0.90—1., Eier per Stück 8—9 Pf.
Grünberg, 7. Dee. Auf dem heutigen Wochen⸗ markte kostete der Centner: Weizen M. 9.40, Korn M. 7.32, Gerste M. 7.32, Hafer M. 5.32, Erbsen M. 9.32, Samen M. 11.50, Kartoffeln M. 2.54.
Frankfurt, 9. Dee. Der heutige Viehmarkt war ziem ich befahren. Angetrieben waren eirea 380 Ochsen, 190 Kühe, Rinder und Farren, 220 Kälber, 600 Hämmel, Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70.— 73. 2. Qual. M. 68.— 70., Kühe und Rinder 1. Qual. M. 62. 64. 2. Qual. M. 54.—56., Kälber 1. Qual. M. 62.—64, 2. Qual. M. 58.—60., Hämmel 1. Qual, M. 60.— 62., 2. Qual. M. 50.—52.
Frankfurt, 9. Dec. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 35. Nr. 3 M. 31., Nr. 4 M. 27 Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 22. do. II.(Berliner Marke) M. 19. Waizen, effeetiv hies, ab Bahnhof hier M. 19.25, av unserer Umgegend M. 18.25 bis 18.50, do, fremder je nach Qual. M. 18 50 1.9 50, Roggen je nach Qual. M. 13.50— 15.75. Gerste M. 14.—18. Hafer M. 1213.50. Kohlsamen M. 27.— 28. Erbsen M. 19.—23. Wicken M. 15.— 16. Linsen M. 17.— 29. Rüböl, detail, M. 68. Die Preise verstehen sich sämmt⸗ lich per 200 Pfd. Zollgewicht= 100 Kilo.
D. Frankfurt a. M., 10. Dez. Auch heute war die Meldung von einem englischen Fallissement eingelaufen. Die Börse schenkte derselben jedoch wenig Beachtung, da London sein Coursniveatt mit großer Zähigkeit behaupfele. Dieser Umstand wirkte vortheilhaft auf die Entwickelung der Tendenz ein, welche sich sehr sest gestaltete. Au Wien, Berlin und Paris beachteten eine günstige Hallung. Trotz der besseren Stimmung wollte jedoch das Geschöst keinen Ausschwung nehmen und nur auf dem Geblete der auslänbischen Staatsfonds zeigte sich einige regere Nach⸗ frage. Cebitaclien, gestern Abend 1983¾, beweglen sich zwischen 198½½ und 199 Staalababnacllen, gestern Abend 2205¾, zwischen 221¼ und 222½¼. Von ausländischen Fonds stellten sich Russen von 1877 auf speculalive Käuse 3/½1% höher. Oesterreich. Renten anziehend. Ungarische Goldrente sehr fest. Andere Werthe sind wenig verändert. Von schweizerischen Prioritäten Gotthardt Babn etwas niedriger. Wechsel sest. Privaldisconto 3/—3½0½.
Literarisches. Vog„Ueber Land und Meer“, allgemeine illußt⸗ rirte Zetiung(Verlag von Eduaro Hallberger in Stutlgar! und Nipzig) liegt uns das neueste, 4. Hest mit nachstehen⸗
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