Ausgabe 
12.12.1878
 
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Donnerstag den 12. Dezember.

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zer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Aris Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Vetrag nicht beigefügt ist, werden stets

Amtlicher Theil. en et mn a ch un.

per Post nachgenommen.

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In Gemäßheit der Instruction vom 2. September 1875 zur Ausführung des Reichsgesetzes über die Naturalleistungen für die bewaffnete Macht wird biermit zur öffentlichen Kenntniß gebracht, daß die Durchschnittspreise der nachbemerkten Artikel für den Monat November 1878 sich olgendermaßen und zwar für je 100 Kilogramm berechnen: Hafer M. 13., Heu M. 5. Stroh M. 5..

Friedberg am 9. December 1878.

Großherzogliches Kreisamt Friedberg. Dr. Braden.

Deutsches Reich.

Darmstadt, 8. Dec. J. K. H. die Groß⸗ erzogin ist seit heute Nacht an Dipbtherltis er krankt. Die Krankheit trat mit heftigem Fieber uuf, welches bis jetzt in gleicher Höhe fortdauert. Der örtliche Krankheits Prozeß beschränkt sich gegenwärtig auf die rechte Mandel, ist aber noch im Fortschreiten begriffen. Die Drüsen am Halse ind nur wenig angeschwollen. 9. Dec. Das Fieber hat sich noch nicht verringert. Die An- ichwellung im Halse, sowie die Drüsenanschwellung sst stärker. 10. Dec. Nach einer sehr unruhigen Nacht hat sich bei der Großherzogin das Fieber suf gleicher Höhe erhalten. Die diphteritische Erkrankung ist auf der linken Mandel und der Rachenschleimhaut noch im Fortschreiten begriffen, nuch die Lymphdrüsen der linken Halsseite sind

kärker angeschwollen. 10. Dec., Abends: Das Fieber hat keine Steigerung erlitten, Abends einzutreten pflegt.

wie solche Die Ausbreffußg der Memhranen erstreckte sich, wie zu erwarten war, auch auf das Zäpfchen. Der Kräftezustand ist eis jetzt nicht besorgnißerregend. Dr. Eigenbrodt. Prof. Dr. Oertel. Dr. Jäger.

Wegen Erkrankung der Großherzogin unterbleibt der Aufenthalt der großherzoglichen Familie in Heidelberg. Der Erbgroßherzog und vie Prinzessinnen siedelten für die nächste Zeit nach dem Residenzschloß über. Die Untersuchung der gygtenischen Einrichtungen im neuen Palais ergab, Haß solche besser sind als in jedem anderen Ge bäude Darmstadte, denselben also ein Antheil an den Krankheitsfällen nicht zugeschrieben werden kann.

Der zweite Substitut des Staatsprokurators ei dem Bezirksgericht Mainz Dr. Gaßner wurde zum ersten Substituten und der Substitut des Staateprokurators in Alzey Keller zum zweiten Substituten in Mainz, der Landgerichts ⸗Assessor

Roos zu Lorsch zum Landgerichtsassessor in Darm

nadt, der Landgerichtsassessor Dr. Schneider zu Ortenberg zum Landgerichtsassissor in Gernsbeim, ver Landgerichtsassessor Süffert zu Schotten zum Landgerichtsassessor in Friedberg, der Gerichts- ücctssist von Grolmann aus Gießen zum Land-

ierichtsassessor in Schotten, der Gerichtsaccessist

Hellwig aus Gießen zum Landgerichteassessor in Ortenberg, der Gerschtsactessist Cellarius aus Darmstadt zum Landgerichtsossessor daselbst, der Derichtsaccessist Wahl aus Bischofsheim zum

Landgerichte assessor in Alsfeld und der Gerichts-

* b

ccessist Dr. Rüster aus Pfungstadt zum Land-

gerichts assessor in Lorsch ernannt.

Im Entwurf des Budgets ist nach den N. H. V. der für die garantirten Bahnstrecken ver Hess. Ludwigsbahn zu leistende Staatszuschuß segenüber den höchst ungünstigen Verkehrsverhält⸗

nissen fast sämmtlicher deutschen Eisenbahnen auf

500,000 M. jährlich veranschlagt worden, obgleich er für das Jahr 1876 nur 476,645 M. betrug.

Die Kosten der ersten Einrichtung und Ausrüstung

unserer Aichungsanstalten belaufen sich nach den

nunmehr vorliegenden Rechnungsabschlüssen zwar auf die Summe von 54,506 M., der jedoch ganz namhafte Einnahme-Ueberschüsse aus der Erhebung der Aichgebühren gegenüberstehen, die sich im Laufe der Jahre 1871 77 incl. auf den Betrag von 103,293 M. beliefen.

Berlin, 8. Dee. Aus Anlaß des heutigen Dank Gottesdienstes waren die Kirchen der Hauptstadt von Andächtigen überfüllt. In der katholischen Hedwigskirche wurde ein Tedeum gesungen. Im Dome wohnten die Majestäten und alle Mit glieder der königlichen Familie, in der Nicolai kirche der gesammte Magistrat und die Stadtver ordneten dem Gottesdienste bei. Bei der Rückkehr des Kaisers vom Dome bildete das nach vielen Tausenden zählende Publikum sofort Spalier und begleitete den Kaiser auf dem ganzen Wege mit stürmischen Hurrahrufen.

9. Dec. Abgeordnetenhaus. Der Gesetz- Entwurf, betreffend die Zwangsvollstreckung in unbewegliches Vermögen geht an die für Justiz ausführungsGesetze eingesetzte Commission. Es folgt die Fortsetzung der zweiten Berathung des Staatshaushalts⸗Etats. Bei dem Etat des Ministeriums des Innern will Virchow die Lage zur Sprache bringen, in welche gegenwärtig Berlin durch Verhängung des kleinen Belagerungs-Zu standes versetzt ist, und fragt an, ob der Minister die Beweggründe der Maßregel mittheilen wolle. Minister Graf Eulenburg erklärte: Im F. 28 des Socialistengesetzes ist zwar nur Berichterstattung

an den Reichstag vorgesehen; er sei jedoch bereit, Voraus-

solche schon dem Landtage zu ertheilen. setzung zur Anwendung des§. 28 ist das Vor handensein einer Bedrohung der öffentlichen Ord nung und Sicherheit. Die Gefahr braucht keine unmittelbare zu sein, braucht auch nicht ausschließlich zu bestehen in der Befürchtung, daß ein Aufruhr bevorsteht. Es gibt auch andere Gefahren, und solche bestehen allerdings für Berlin und Um gegend. Die Gefahr ist zunächst eine allemeine; das Vorhandensein einer überaus großen Zahl von Anhängern der Socialdemokratie, die Gegen wart zahlreicher Agitatoren, tumultuarische Ver sammlungen und Aufzüge. Bereits nach den Attentaten hatte man an ähnliche Maßnahmen, ja Verhängung des Kriegszustandes über Berlin

gedacht; man wollte indessen zunächst die Wirkung des Socialisten⸗Gesetzes abwarten. Sofort nach Erlaß desselben wurde es zur Anwendung ge bracht. Leider aber bestätigte sich die Hoffnung auf friedliche Unterwerfung der Socialdemokratie unter das Gesetz nicht. Es maten Anzeichen einer Organisation hervor, welche darauf gerichtet war, das Gesetz zu umgehen und geheime Propaganda zu machen. Zu dieser allgemeinen trat noch eine besondere Veranlassung für die Regierung hinzu, energischer vorzugehen. Wir leben in einer Zeit, in der das Leben aller europäischen Fürsten be droht scheint; wir haben das in Berlin, Madrid und Neapel erlebt. Hierzu kam, daß wir in Berlin Nihilisten trafen, die vom Auslande ge

kommen waren und in Verbindung mit hiesigen Social-Demokraten standen. Dies war der An- laß für die Regierung, vorzugehen wie sie vorge gangen ist. An die Erklärung des Ministers schließt sich eine längere Besprechung, in welcher Virchow, v. Ludwig, Richter und Hänel gegen die Maßregel der Regierung, Graf Bethusy-Hue und v. Rauchhaupt für dieselbe das Wort nahmen. Darauf wird die Berathung des Titels 1 der Ausgaben des Ministeriums des Innern fortgesetzt. 10. Dec. Vor dem Eintritt in die Tages- ordnung theilte der Präsident das heute früh er folgte Ableben des Abgeordneten Bürgers mit. [Das Haus genehmigt den Antrag Windthorst's auf Einstellung des Strafverfahrens gegen Franz und verwies den Communalsteuer-Gesetzentwurf nach längerer Debatte an eine Commission von 21 Mitgliedern.

Die Verhandlungen über den Handelsver trag mit Oesterreich-Ungarn darern fort. Das Gerücht, daß sie gescheitert seien, ist bis jetzt falsch.

Die russischen Befestigungen bei Burgas veranlaßten diplomatische Erörterungen. Die österreichisch-deutsche Zollverhandlung erfuhr einen Stillstand, weil Fürst Bismarck die letzte Ent⸗ scheidung über den Rohleinenverkehr sich vorbe hielt und seine Antwort noch nicht aus Fridrichs- ruhe eintraf. Die Eisen-Enquete schlägt einen Zollsatz von 6 Mark pro Tausend Kilo für Roheisen vor, 20 Mark pro Tausend Kilo für fabricirtes Eisen.

Hamburg. Hasselmann beabsichtigte, nach seiner Ausweisung aus Berlin sein Domieil in Altona zu nehmen und hier eine ZeitungGlück auf! in einer Auflage von 10,000 Exemplaren erscheinen zu lassen. Auf Requisition der Altonaer Polizeibehörde wurde er auf das hiesige Criminal Polizei-Bureau geführt und ihm daselbst eröffnet, daß die Ausgabe des Blattes ihm nicht gestattet werde. Auf die von ihm dagegen erhobene Be schwerde wurde er mit derselben an die Altonaer Behörde verwiesen.

Bamberg. DerB. K. ist in der Lage, auf das Formellste und aus sicherster Quelle zu constatiren, daß der Erzbischof von Bamberg nie mals vom apostolischen Stuhle in RomInstruc⸗ tionen erhielt, die eran den preußischen Klerus zu vermitteln hatte. Ebensowenig haben von ihm die übrigen deutschen(d. b. preußischen) Bischöfe Verhaltungs Maßregeln erhalten u. dgl. Vielmehr bleibt es Thatsache, daß der Bamberger Erzbischof den Verhandlungen zwischen dem päpst⸗ lichen Stuhle und der preußischen Regierung stets ferne stand und noch steht.

Stuttgart, 10. Dee. Die Kammer der Abgeordneten bewilligte heute das Gehalt des Ministers des Auswärtigen für den Ministerprä⸗ sidenten v. Mittnacht, welcher vom Justizministerium zurücktritt; desgleichen nach kurzer Debatte die Etats der Gesandtschaften in Berlin, München, Petersburg und Wien.