Ausgabe 
12.10.1878
 
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zu der Montag den 14. Oetober 1878

Zur Verhandlung kommen: 1) Rechnungsablage.

2) Erstattung des Verwaltungsberichts der Mathildenstistung für ver-

wabrloste Kinder im Kreise Friedberg. 3) Festsetzung des Voranschlags für 1879. 4) Aenderung der Statuten.

5) Mittheilung über Aufnahme neuer Mittlieder.

6) Ergänzung des Vorstandes.

sammlung des Mathhildensti

Einladung Mittags 1 Uhr,

7) Anschaffung eines Mathildenstifts Fri

Der Präsident d

Bekanntmachung.

Betreffend: Die Wahl der Mitglieder für Großherzogliche Centralstelle für die Landwirthschaft pro 1879/1881.

Der Unterzeichnete bringt hiermit zur Kenntniß der verehrlichen Ausschußmitglieder, daß in Oberhessen in der Centralstelle für die Landwirthschaft pro 1879ù81 gewählt werden sollen.

sitzung auch die Vertreter des landw. Vereins von Friedelhausen am 8. October 1878.

Der Präsident des land

zu Friedberg in dem Rathhaussaale daselbfl stattfindenden General Ver, ts des Kreises Friedberg.

Locals für die Verwaltung der Kasse diz edberg.

Zu recht zahlreichem Besuch wird eingeladen.

Au demselben Tage findet in dem genannten Locale von Morgeng 8 Uhr an eine Sitzung des Gesammt⸗ Ausschusses statt.

Friedberg, 7. October 1878.

es Mathildenstifts des Kreises Friedberg. Dr. Br a den.

der auf den 19. d. Mts, anberaumten Ausschuß⸗

wirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.

Adalbert Freiberr Nordeck zur Rabenau.

Aus Stadt und Land.

Friedberg. Der Wortlaut der von der Synode des Decanats Friedberg an den deutschen Kaiser gerichteten Adresse ist folgender: Die alleruniterthänigst unterzeichneten Mitglieder der Decanatssynode des evangelischen Decauates Friedberg im Großherzogthum Hessen, zum ersten Male seit den verbrecherischen Anfällen, welche zum Schrecken und Schmerz der Nation gegen das gebeiligte Haupt Ew. Majestät gewagt wurden, versammelt, fühlen sich gedrungen im eigenen wie im Namen der fämmtlichen von ihnen vertretenen Gemeinden, Ew. K. und K. Maj. ibre ehre furchtsvollste Huldigung und ihre innigsten Segenswünsche darzubringen. Der Segen des Goltes der Heerschaaren rube auch fernerhin und zu allen Zeiten auf dem geliebten Kaiser und Herrn, dem sieggekrönten Helden, dem weisen und milden Herrscher, dem treuen und standhaften Bekenner des Evangelsums von Jesu Christo, und auf dem ganzen Kaiserlichen und Königlichen Hause. Wir biiten Ew. K. und K. Maj. unterthänigst, den Ausdruck unserer! dankbaren Freude über die wunderhare Erreitung Ew. Maj. aus drobender Gefahr und Höchsideren völlige Wieder- genesung, sowie der treuen und unwandelbaren Anbäng⸗ lichkeit in Gnaden zu genehmigen, womit wir verbarren Ew. K. und K. Maj. allerunterthänigste Decangtssynode des evang. Decanats Friedberg.(Folgen die Unterschristen.)

Friedberg. Von verschiedenen Seiten wurden uns blühende Apfelbaum⸗Zweige zugesandt. Von weiteren Zu- sendungen sind bemerkenswerth der Zweig eines zum zweitenmale blühenden Zwetschenbaumes und zum zweisen⸗ male tragende reife Gartenerdbeeren.

Gießen, 8. October. Der Schwurgerichtshof erkannte heute gegen F. A. Haak von Hohenstadt wegen schweren Diebstabls eine Zuchthausnrase von 4 Jahr und 6 Mona. Sodann wurde Marie Vierbeller von Steinberg Diebstahls in eine Gesängnißstraße von 5 Monat ver⸗ urtheilt. 9. Oct. Der Schwurgerichtshof sprach heute die J. Appels Eheleute von Rudingshain von der auf Meineid gerichteten Anklage frei.

Offenbach, 8. Oct. Heute Morgen ereignete sich in der Eisengießerei von Fischer& Co. hier ein beklagens werthes Unglück, indem ein großer Schleisstein durch eine bis jetzt unaufgeklärte Art in mehrere Ssücke zersprang, wobel leider ein Arbeiter sorigeschleudert wurde und sofsort lodt blieb. Der Verunglückte hinterläßt Weib und Kind.

Allerlei.

Oct. Im Allistädter Mühlen⸗Complex ist gestern eine große Feuersbrunst ausgebrochen. Die Kunsimilhlen von Tonka, Mikosch und Dworak sind ein geäschert und große Mehl⸗Voctälhe ein Raud der Flammen geworden. Ferner brannte ab eine Schleifmühle und der städtische Wassertburm. Die Novoinys-Complexe wurden gerettet. Der Schaden ist enorm, die städusche Assecuranz ist Hauptversicherer.

Rom, 7. Oct. Der Ausbruch des Vesuvs wächst. Die Lava erreichte jitzt dieFenestra genannte Oeffnung. In der vorigen Nacht verspürte man zwei leichte Erdbeben. Der Krater schlcudert bereits Steine in die Höhe, unter slarkem unterirdischem Dröhnen. Am Fuße des neuen Kegele enistömen dem Verge zwei sechs Meter breite Feuerbäche, welche zusammenfließend einen mächtigen Feuersee bilden.

Boston, 9. Oct. Ein Extra⸗Zug von 20 Wagen, der von Silverlake zurückkehrte, stieß mit einem Güter zuge zusammen, wobal 25 Personen getödtet und 150 verletzt wurden.

Getheilter Erntesegen.

Prag, 10.

In Vevey in der Schwen ist ein Kranken- und Armen

baus, genanntSamaritaine. Aus dieser, Anstalt führ! der Hausknech! jedesmal am Tage des Wochenmarkies, srüb 8 Ubr, einen Wagen und stellt ion auf dem Markl

ung,

wegen

Format der Mappe übersichelich gedruckt, ein

platz auf, indem er die Deichsel desselben in die Höhe richtet. An dieser ist eine Tafel befestigt, worauf das Wort Samaritaine steht. Um 12 Uhr kehrt obengenannter Mann zurück und zieht den Wagen wieder heim. Seit vielen Jahren soll er ihn noch nie leer, dagegen oftmals über⸗ füllt, heimgebracht haben. Es legen nämlich die Landleute, welche den Markt beziehen, und auch andere Händler, frei willig und unaufgefordert in der Regel hinein, was sie von ihren Waaren an dem Tage unverkauft übrig behalten baben, und seien es auch nur wenige Kartoffeln, ein Brod, eiwas Käse oder andere Victualien. Schon des Beispiels wegen behalten sie diese wohlthätige, für das Haus der Barmberzigkeitso einträgliche Gewohnheit schon seit Jahren bei.

Könnte nicht diese Einrichtung zu Gunsten manches Hauses der Barmherzigkeit auch anderwärts wiederbolt werden? Und selbst wenn diese Einrichtung fehlt, könnten

wir nicht von ihr lernen? nicht blos die Landleute, son⸗ dern auch Andere! nämlich von unserem Erntesegen den Häusern der Barmberzigkeit mitzutbeilen. Das wäre auch eine Erfüllung des alttestamentlichen Gesetzes in evange: ischer Freiheit.(Bausteine.)

Literarisches.

Eine neue Schreibmappe. Unter dem Namen Unwersal-Pulimappe mit Correspondenz⸗ Helser liegt aus dem Verlage von F. A. Barthel in Leipzig eine Schreibmappe für Compioir- und Privat- Correspondenz vor uns, deren durchaus praktische, originelle Einricht höchst eleganse Ausstattung und verhälinißmäßig villiger Preis von 2 Mask 40 Pfennig sosort auffällt. Sobald man die Mappe ausschlägt, fällt das Auge auf den neuen und originellen Theil des Innern dieserUniversal⸗ Pulimappe, auf einenCorrespondenz- Helfer in nich! weniger als 3 Sprachen: Deutsch-Französisch⸗Englisch, indem sich nämlich auf 26 eng gedruckten Seiten, im kleines Dictionnaire der schwierigsten deulsch⸗französisch-englischen Correspondenz⸗ Ausdrücke präsentirt, um gleichzeitig ald elastische Schreibunteclage zu dienen. Hieran schließen sich in(racuester Ausführung und schönstiem Drucke, als für jede Correspondenz unenibehrlich: eine ganz neue Zu sammenstellung von Notizen aus dem Geld- und Bank: wesen aller Länder Europa's(mit Angabe von Bankplätzen,

Gewichisbestimmungen), der neueste Porlo- und Tele⸗ graphentarif, neueste Postdampfschofflinsen nach dem Aus- lande, eine neue große Eisenbahnkarie für Deutschland und Oesterreich⸗Ungarn, gezeichnet von L. Ravenstein, diese Karte ein Meisterstück an Klarheit, Correctheit und Schön⸗ heit aus der charsographischen Anstalt des Bibliographischen Inflituls in Leipzig. Ferner sind der Mappe Löschblatl⸗ Unterlagen, der Kalender pro 1879, Zinsilabelle(letztere beide auf den Innenseiten der Decken) ꝛc. beigegeben.

Handel und Verkehr.

Frankfurt, 9. Oet. Der heutige Heu- und Stroh⸗ markt war schlecht befabren. Heu kostete per Ctr. je nach Qualität M. 2.50 3., Stroh M. 1.50 2. Gemüse war wieder sehr reichlich vorhanden. Weißkraut kostete per Ctr. M. 2., Kohlkraut das Stück 1012 Pf., Roth⸗ kraut 1015 Pf., Blumenkohl per Stück 20 Pf. Eier das Hundert M. 6 8. Butter das Pfund im Großen 1. Qual. M. 1., 2. Qual. 90 Pf., im Detail 1. Qual. M. 1.20, 2. Qual. M. 1.10. Kartoffeln per 100 Kilo M. 6. Aepfel zum Einkeltern M 6.80 7.50. Ganze Erbsen(per 100 Kilogr.) M. 20 22, geschälte M. 2325 Speisebohnen M. 24 26 Linsen M. 28 30 Ochsen⸗ fleisch per Pfd. 70 75 Pf., Rindfleisch 55 68 Pf., Kalbfleisch 6070 Pf., Hammelfleisch 55 68 Pf.

Frankfurt, 10 Oet. Fruchtberiche. Mehl Nr. 1 M. 39., Nr. 2 M. 35., Nr. 3 M. 31. Nr. 4 M. 27.,

Wechselstempeltarif, Münzparttzäten- Tabelle, Maaß und

Nr. 5 M. 21. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 21, do. II.(Berliner Marke) M. 18. Waizen, effeetiv hie⸗ siger ab Bahnhof hier M. 19.50, ab unserer Umgegend M. 18.25 18.50, do. fremder je nach Qual. M. 19. 20.50, Roggen je nach Qual. M. 13.16. Gerste M. 13.18 50. Hafer M. 12. 14. Kohlsamen M. 28. 29. Erbsen M. 19.23. Wicken M. 15. 16. Linsen M. 17. 23. Rüböl, detail, M. 70. Die Preise verstehen sich sämmt⸗ lich per 200 Pfd. Zollgewicht S 100 Kilo. 1

D. Frankfurt a. M., 10. October 1878. Auch die beutigen Meldungen bringen über die österreichisch-ungarische Ministerkrisis, sowie über die Afghanistanfrage nichts Neues. Der träge Geschäftsverkehr dürfte diesem Mangel an An⸗ regung zuzuschreiben sein, andererseits veranlaßt letzterer auch die Speculation, welche die Pause vor dem Eintritt

größerer Exreignisse gern benutzt, um ihre Position zu ändern,

zu ibeilweisen Ralisationen, in Folge dessen die Course abbröckeln. Die Course der Hauptspeculationspapiere setzten

bei sehr ruhigen Umsätzen unter ihrem gestrigen Abend⸗ Neweau ein und schlossen auf höheres Berlin zu elwas besseren Coursen. Staalsbahuactien fanden verbälinißmäßig

ziemliche Beachtung. Credilactien, gestern Abend 194, be⸗ wegten sich zwischen 193/7½/ö8-8/4 u. 194, Staatsbahngelien zwischen 218% und 219½. Lombarden notirten 59. Oesterr. Bahnen sind wenig verändert. Oesterr. Prsorl⸗ täten sest oder höber. Staatsbahn gefragt. Deutische Fonds anziehend; von aueländischen Fonde Oesterr. Renten und ungarische Werthe fest. Russen von 1877 ½% matter, Banken still. Oesterr. Nationalbank und Darmstädier etwas

niedriger. Wechsel billiger. Privaldisconto%. Nach⸗ bösse. Uhr. Creditaclien 195. Staais bahnactien 220. Steigend auf anziebendes Berlin.

Geld Cours.

Frankfurt am 10. October 1878.

20⸗ Frankenstü cke. M. 16 1822 Englische Sovereigns 20 35 Russische Imperiales. 16 65-70 Holländische fl. 10⸗ Stücke. 16 65 Ducaten e 5 9 60-6 Ducaten al mareod 1 9 6570 Dollars in Gold. 5 4 1720

Main-Weser-Gahn. ö Vom 15. Oetober ab.

1 Züge in der Richtung nach Frankfurt. 3 Uhr 52 Minuten Morgens, 5 5

ö 6 1 7 52 3172 2 12% 36 Nachmittags, 5 32* e 1 Abends, 8 1 52 n 1 Züge in der Richtung nach Gießen. 7 28 Minuten Morgens, Sen d* 10 53 0 22 Nachmittags, 55 5 0 G 5 1 eee 5 Abends, e e 5 Nachts. Die Züge mit 1 Stern sind Schnellzüge mit I., II. und III. Ciasse. Die Züge mit 2 Stern sind Courierzüge mit J. und II. Classe.

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