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beschloß die absolute Geheimbaltung der gestrigen und beutigen Beschlüsse; doch ist die Gutheißung der Commissions⸗Beschlüsse wohl zweifellos. Die conservativen Fraktionen sind gegen jede Termin- Bestimmung bezüglich der Gültigkeit des Socialisten Gesetzets. Das äußerste Zugeständniß, das sie an⸗ nehmen würden, wäre eine fünfjährige Gültig- keits dauer.

Nürnberg. Hier ist beabsichtigt, einen Arbeiter Verein für Nürnberg und Umgebung zu bilden; Mitglied des Vereins soll jeder unbe⸗ scholtene Mann werden können, welcher das 18. Lebensjahr zurückgelegt hat und den social demokratischen Bestrebungen weder grundsätzlich noch thatsächlich huldigt. Zweck des Vereins ist die sittliche und materielle Bildung des Arbeiterstandes.

Ausland. Oesterreich⸗lUngarn. Wien, 7. Oct. Karatheodori Pascha übergab heute dem aus-

wärtigen Amte das Rundschreiben der Pforte, worin dieselbe den Wunsch ausspricht, mit Oester⸗ reich in freundschaftlichen Beziehungen zu bleiben, aber unter Hinweis auf das Verfahren der öster⸗ reichischen Truppen in den occupirten Provinzen den Abschluß einer Convention ablehnt.

DieBerliner National-Zeitung enthält ein hochofficiöbses Telegramm von hier, in welchem u. A. gesagt wird:Mit Beziehung auf die durch Reuter undHavas aus Constantinopel ver- breiteten Nachrichten über ein angebliches Circular der Pforte an die fremden Mächte wird in hie⸗ sigen bestunterrichteten Kreisen versichert, daß die betreffenden Nachrichten insofern unbegründet find, als dem Wiener Cabinet bis zur Stunde von einem solchen Circular oder einer anderen Retla- mation nichts bekannt ist. Ferner:Es empfiehlt sich, der ganzen Haltung und Thätigkeit der türki⸗ schen Regierung gegenüber offenes Auge zu be⸗ halten. Die türkische Truppen ⸗Concentrirung im Villajet Kossowo, welche in größerem Maßstabe vor sich geht, in Verbindung mit der Thatsache, daß am 5. October in Constantinopel ein großer Ministerrath unter Zuziehung mehrerer Generale über die bosnische Frage stattgefunden hat, lassen eine Verminderung der österreichischen Oecupations⸗ Armee in Bosnien nicht als sehr zeitgemäß erscheinen.

stets günstig gestimmt gewesen.

Der Krainer Landtag lehnte den Antrag auf Erlassung einer Adresse an den Kaiser ab; dafür erklärte sich nur die nationale Minorität.

8. Oct. DieWiener Ztg. veröffentlicht ein kaiserliches Handschreiben vom Heutigen an den Fürsten Auersperg, wonach der Kaiser das Entlassungsgesuch des Gesammt⸗Ministeriums für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder unter Anerkennung der eifrigen und treuen Dienste desselben annimmt; alle Minister werden zugleich beauftragt, bis zur Bildung des neuen Ministeriums ihre Amtsführung fortzusetzen. Der Kaiser empfing heute den Präsidenten des Abge- ordnetenhauses, Dr. Rechbauer; ferner waren zur Audienz beschieden: Herbst, Taaffe, Schmerling, Eichboff, Coronini, sowie mehrere Pairs. Es wurde mehrfach hervorgehoben, daß sämmtliche Berufene zur Verfassungs Partei gehören, was als gutes Symptom angesehen wird. Die un⸗ garischen Blätter betonen, daß die österreichisch fürkischen Beziehungen bedenklich gespannt seien.

8. Oct. Generalmajor Zach meldet aus Zavalje an das General- Commando Agram: Generalmajor Reinländer hatte am 6. d. ein den ganzen Tag dauerndes glückliches Gefecht auf auf den Höhen südöstlich von Peci gegen starke Streitkräfte der Insurgenten. Die Verluste auf österreichischer Seite waren leider bedeutend; die Zahl der Todten und Verwundeten beträgt 170 bis 180, darunter 9 Offiziere. Am 7. wurde das Ge- fecht wieder aufgenommen.

Pest.

schreiben des Kaisers vom 3. Oct., laut welchem die Demisston des seitherigen Finanzministers Szell unter Anerkennung seiner eifrigen, treuen Dienste Kolaschin ergab sich am 4. Oct.

angenommen und derselbe zugleich aufgefordert

Gesammt⸗Cabinets angenommen wird, mit der Verfügung, daß die seitherigen Minister ihre Wirksamkeit bis zur Ernennung ihrer Nachfolger fortzusetzen haben.

Serajewo, 5. Oct. Hadschi Loja wurde am 2. in Rogatica von einer Offiziers Patrouille, unter dem Commando des Oberlieutenants Stipetit vom Infanterie Regimente Erzherzog Joseph, ge⸗ fangen und heute in Serajewo eingebracht.

Frankreich. Paris. Im französischen Heere sollen jetzt auch die Generalstabs-Studien⸗ reisen nach deutschem Muster eingeführt werden. Der Chef des Generalstabs im französischen Kriegs- ministerium, Divistons- General de Miribel, wird in den nächsten Tagen eine solche Studienreise, deren Dauer auf 22 Tage bemessen ist, unter- nehmen und dabei von 2 Generälen, 28 Stabs- und Ober Offizieren des Generalstabes und 80 Mann aus dem Truppenstande mit 130 Pferden begleitet sein. Das Ziel ist die Ostgrenze, speciell die Arondissements Epinal, Mirecourt, und Neuf chateau, und sollen auf der Reise die betreffenden Generalstabs- Offiziere mit dem für die Vogesen entworfenen Verheidigungs⸗Systeme vollständig vertraut gemacht werden.

Holland. Haag, 7. Oct. minister ist heute gestorben.

Dänemark. Kopenhagen, 7. Oet. Der Reichstag wurde heute vom Conseil-Prä⸗ sidenten eröffnet.

Großbritannien. London, 7. Oct. Der Ministerrath am Sonnabend dauerte Stunden. Nach Schluß desselben verließen sämmtliche Ca- binetsmitglieder London und kehrten auf ihre Landsitze zurück. Es heißt, die Minister würden vor dem Lordmajors⸗Banket nicht wieder nach London kommen.

In Folge der energischen Haltung Layards in der asiatischen Reformfrage wurde ein princi pielles Einvernehmen mit der Pforte über einzelne Punkte erzielt. 5

Corriere d'Italia kann angeblich be stätigen, daß England bei einigen Mächten Schritte hinsichtlich der Abtretung Kretas an Griechenland gethan habe. Midhat Pascha sei diesem Plane Auch in biesigen diplomatischen Kreisen soll man von dem bezeich⸗ neten Schritte Englands Kenntniß haben.

7. Oct. Einige indischen Zeitungen melden die Einnahme von Ali-Musjid. Eine Proclamation zur Verkündigung der Absichten der indischen Regierung wird heute erwartet. Der Emir von Afghanistan hat Vertreter der Grenzstämme zu einer Berathung berufen; diese entsenden sämmt⸗ lich Delegirte.Standard meldet der obigen Nachricht entgegen aus Calcutta vom 7. Oct.:

Der Kriegs-

Der Angriff auf Ali-Musjid ist für kurze Zeit

verschoben, weil der Emir Schir Ali dort starke Truppenabtheilungen versammelte. 6000 Mann afghanistische Infanterie mit 18 Kanonen bedrohen Jamried. Es dürfte nothwendig werden, die ganze Besatzung von Peshawer zur Verwendung zu bringen, wenn die Absicht besteht, durch den Khyber⸗Paß vorzurücken. Es verlautet, daß die Afghanen gegen die Afrides vorgegangen sind, um die Bevölkerung für ihre Hineigung zu Eng- land zu bestrafen.

Türkei. Constantinopel, 5. October. Layard ist nach dem Golf von Artaki abgereist.

Die Pforte soll an die Großmächte ein Circular gerichtet haben, mit dem Ersuchen, Oesterreich aufzufordern, daß es sein Verhalten mit den Erklärungen seiner Delegirten auf dem Berliner Congresse in Einklang bringe. Das Circular enthält ferner die Forderung, Oesterreich solle seine Truppen bis zur Entscheidung der

Details fehlen noch. Mächte zurückhalten, widrigenfalls die Pforte das Das Amtsblatt publicirt ein Hand- Vorgehen Oesterreichs als Verletzung des inter⸗ nationalen Rechtes betrachte.(Siehe oben Wien).

Cettinje, 6. October. Die türkische Besatzung marschirte nach Mitrovitza ab.

Montenegro.

Serbien.

wird, die Geschäfte bis zur anderweitigen kaiser⸗ Belgrad, 6. Oct. Zur Be⸗ lichen Entschließung provisorisch weiterzuführen. grüßung des morgen in Semlin eintreffenden Erz Ferner wird eine kaiserliche Entschließung publicirt, herzogs Josef entsendet der Fürst den Kriegs- wonach das Enflassungsgesuch des ungarischen Minister und einen Flügel⸗Adjutanten.

Rumänien. Bukarest, 8. Oct. In geheimer Sitzung der Kammer wurde eine Moson beschlossen, welche dem Schmerze über die Rumz. nien auferlegten Opfer Ausdruck gibt und erkläs, daß das Land sich dem collectiven Willen ze Mächte unterwerfe. Die Regierung wird Kammer Gesetzentwürfe in Betreff der Besitzih greisung der Dobrudscha und des Zeitpunktes, big

sind, vorlegen.

Rußland. Petersburg. Botschafter Fürst Labanoff erklärte dem Großvezien in Constantinopel: Die Russen räumen Adrianopel erst, wenn sämmtliche Bestimmungen des Berlineg Friedens, hauptsächlich in Betreff der Territorial⸗ Abtretungen an Serbien und Montenegro erfüllt find,

Amerika. New⸗Nork, 7. Oct.

in St. Croix unterdrückt und die Führer desselben verhaftet worden seien. Anlaß zu dem Aufstande hätten Differenzen zwischen den Pflanzern und Negern über Arbeitscontracte gegeben. In Batoy Rouge(Louistana) nimmt das gelbe Fieber zu.

Aus Stadt und Land.

ch. Bad⸗Nauherm. In Ihrem Artikel über den am 7. October hier stangesundenen Brand ist zu berich⸗ ligen, daß die Stadt Nauheim 6 Spritzen und die Saline ebensalls 2 Spritzen besitzt, welche sämintlich in sehr gulem Zustande waren. Zugleich erkennen wir gerne und dank⸗ bar an, daß die Friedberger Spritze sehr rasch am Platze war und eine erfolgreiche Thätigkeit entfaltete.(Hierzu haben wir zu bemerken, daß es in dem fraglichen Artikel heißteine der Naubeimer Spritzen, nicht elwa die eine Nauheimer Spritze. Wir waren nicht selbn um Platze, konnten also nur das wiedergeben, was man uns berichtete. Daß die Angabe eine falsche war, ist also nicht unsere Schuld. Wollte man uns mit Lokalnolizen von Nauheim direkt mehr versehen, als dies bis jetzt der Fall war, so würden derartige Unrichtigkeiten nicht so leicht vorkommen. Die Redaction.)

Dorn ⸗Assenheim, 8. Oct. Heute Nachmitigg wurden die Einwohner unseres Ortes durch Feuerlätm erschreckl. Es brannle ein Strohhaufen in nächster Nähe einer Scheuer. Nur durch die größte Anstrengung gelang es, das Feuer von dem Gebäude abzuhalten.

Gießen, 5. Oct. Der Schwurgerichtshof verurtheille heute den Johannes Redner von Sachsenhausen wegen Körperverletzung mit tödlichem Ersolg in eine Zuchthaus⸗ strase von 5 Jahren. 7. Oct. Heute wurde L. Schäfer von Bleidenrod von der auf Körperverletzung gerichteten Anklage freigesprochen. Dagegen wurde W. Gilbert von Emartshausen wegen Urkundenfälschung in eine Gefäng⸗ nißstrafe von 6 Mona verurtheil.

Gießen. Wegen Verdachts des Straßenraubs wurde ein früherer Dienstmann letzten Sonntag verhaftet.

Darmstadt, 8. Oct. Heute Vormittag gerieth auf dem Baynhofe der Hessischen Ludwigsbahn Verwalter Müller zwischen zwei Puffer und wurde derart verletzt, daß an seinem Aufkommen gezweifelt wird.

Allerlei.

Melsungen, 4. Oct. Heute Nachmittag zwischen 1 und 2 Uhr wurde unsere Stadt von einem Brandunglüc velroffen, welches solche Dimensionen annahm, daß bis um 5 Uhr Nachmittags, wo demselben Einhalt gethan wurde, deres ein Wohnhaus, fünf Scheunen und verschiedene Stallungen niedergebrannt waren. Als Thäter bezeichne man einen Einwohner, welchem das Haus gerichtlich ver⸗ kauft werden sollte, und der die Aeußerung gethan habe, lieber wolle er es anstecken. Als zwei Gensdarmen fich dieserhalb seiner zu bemächtigen suchten, habe er die Thült verriegelt und Feuer in eine Scheuer geworfen.

Itzehoe. In dem Dorfe Lägerdorf bei Itzehoe wurden dem Schuhmacher Kay Fünflinge geboren, von denen inzwischen drei Kinder gestorben sind. Es darf bei dem Intieresse, welches diese seltene Geburt selbst in den weilesten Kieisen wach gerufen har, nicht unerwähnt bleiben, daß dem Kay von Nah und Fern, sowie selbst aus den Aller- höchsten Kreisen, Unterstützungen täglich in großer Anzahl zugegangen sind. Ich erwähne noch, schreibt der Görke spondent desBl. T., daß ich die Kinder selbst alle fün lebend gesehen habe, dieselben waren allerdings fein und klein, jedoch alle fünf vollständig ausgebildet. Daß eit solcher Vorfall selten, ja man kann sagen, fast einzig in seiner Art dasteht, geht daraus hervor, daß unlet 15 Millionen Geburten stalistisch sich nur eine Geburt von Fünflingen befunden hat.

K. Die Drcanatssynode des evang. Detauates ö Friedberg

war am 3. October d. J. in Butzbach versammell. In dem Synodal⸗Gottesdienst predigte Pfarrer Möbius von Bönstadt über den Text: Jesus Christus gerstern und heulte und derselbe in Ewigken. Der Rechenschaftsvericht des Decanais⸗Aus⸗ schusses wurde von Prof. Dr. Köhler erstaltet. Der Be⸗ richt faßte das Uriheil über den Zustand der Gemeinden des Decauates dahin zusammen, daß unser Decanat zu den Landestheilen gehöre, wo es in kirchlicher Beziehung verhällnimäßig gui bestellt sei, wenn auch freilich Vieles

wohin die Entscheidungen des Congeesses mit der rumänischen Verfassung in Einklang zu bringen

Der russische

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