Ausgabe 
9.7.1878
 
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Die Amtstage des unterzeichneten Gerichts find Diensiag und Donnerstag für Termine, letzterer Tag zugleich für Acte der freiwilligen

Bekanntmachung.

Gerichtsbarkeit. Mittwoch zur Klageerhebung und Antragstellung.

Bad Nauheim den 3. Juli 1878.

Großherzogliches Landgericht Bad- Nauheim.

Schuchard.

Deutsches Reich.

Darmstad t. Das Regie rungsblatt Nr. 9, enthält eine Bekanntmachung, das Bahn Polizei- Reglement für die Eisenbahnen Deutschlands betr.

Der Oberförster Reuß in Lorsch wurde nach Butzbach, der Obersörster Engelhardt in Grebenau nach Lorsch versetzt, der Forstaceessist Heinemann aus Goddelau wurde zum Oberförster in Messel ernannt.

Militärnachrichten. von Langerman und Erlenkamp, Pr.-Lt. vom 2. Großh. Drag.⸗Regt. Nr. 24 unter Belassung in seinem Commando bei der 25. Cav.⸗Brig. à la suite des Regis. gestellt, v. Norman, Sec.-Et. vom 2. Geoßh. Drag. ⸗Regt. Nr. 24 zum Pr.⸗Lt. befördert.

Berlin, 5. Juli. In der gestrigen Sitzung des Congresses zog die Pforte ihren Protest gegen die Besetzung Bos niens mit der Erklärung zurück, daß sie auf die Loyalität der Mächte ver traue. Betreffend die Donau, erhält die euro- päische Commission das Verfügungs Recht über Galatz hinaus. In Bezug auf die Donauschiff⸗ fahrt hat der Congreß das ursprünglich proponirte WortNeutralité auf russischen Antrag durch das Wortlibre navigation(freie Schifffahrt) ersetzt, so daß also allen Handelsflaggen die Fahrt freisteht. Auf Andrassy's Antrag ward beschlossen, der neue Staat Bulgarien müsse alle zwischen den Mächten und der Pforte bestehenden Verträge bei behalten und dürfe keine Transit-Zölle erheben, sowie keinem Staat, also auch Rußland nicht, be- sondere Bevorzugung gewähren. Waddington über reichte eine Denkschrift des Patriarchen von Jerusalem, welche die Freiheit der heiligen Grabes Kirche fordert; Andrassy eine solche des päpstlichen Staats- Seerctärs, worin freie Religionsübung für die orientalischen Katholiken gefordert wird. Rußland tritt mit seinen Geldansprüchen, soweit dieselben nicht ausdrücklich durch Territorialabtret- ungen gedeckt sind, hinter diejenigen Gläubiger der Türkei zurück, welche hypothecirte Rechte haben. Die von mehreren Blättern gebrachte Nachricht, daß Mehemed Ali Pascha seine Abbe rufung vom Congreß verlangt habe, ist ersunden. 6. Juli. In der gestrigen Sitzung des Congresses wurde die griechische Sache verhandelt und erledigt. Mit großem Interesse vertrat Frank- reich die Sache Griechenlands. Außer der Zu- erkennung der Autonomie der griechischen Provinzen der Türkei, wel be durch Art. 15 des Friedens- vertrages von San Stefano festgestellt ist und deren Sicherstellung durch die europäische Controle erfolgen soll, haben alle Mächte befürwortet, daß es im europäischen Friedens ⸗Interesse liege, daß wesentliche Theile Griechenland zuerkannt werden. Griechenland soll eine Grenz- Erweiterung bis zur Linie Kalamas⸗Salambria erhalten. Die türkischen Vertreter haben diesen Ausspruch des Congresses ad referendum genommen. Was die Entschädigung Rumäniens betrifft, so scheint die Festung Silistria selbst dazu nicht zu gehören, wohl aber der um- liegende Bezirk. Monlenegro erhielt Antivari und Oesterreich als Compensation den Hafen von Spizza. Der Hasen wird Dalmatien einverleibt. Adakaleh behält Oesterreich definitiv. Bratiano und Cogal- niceanu sind inzwischen abgereist, ohne ihre Zu stimmung zu den Congreß⸗Beschlüssen erklärt zu haben. Die Türken erklären, an Griechenland nichts zu bewilligen. Die griechische Frage wird deßhalb nicht im Plenum erledigt, sondern einer Separat⸗Verständigung vorbehalten. Waddington setzte mit Bismarck's Hülfe durch(gegen den Einspruch Italiens, Oesterreichs und Rußlands), daß für die heil. Orte sämmtliche bestehenden Rechte Frankreichs ausdrücklich anerkannt würden und vor jeder Veränderung bewahrt blieden. Die für die Mönche vom Berge Atbos beantragte Eultusfreiheit wurde auf alle religiösen Genossen⸗ schaften ausgedehnt. Der Congreß hat heute die Batum-⸗Frage geordnet. England hat seine Zu

stimmung dazu erklärt, daß Rußland Batum als Freihafen ohne jede Befestigung erhalte. Nachdem auf englisches Verlangen Pirot von Bulgarien abgezweigt und Serbien gegeben wurde, erhielt Griechenland die Hälfte von Epirus und Thessalien vom Fluß Salamanca bis zum Thal von Cala mart. In der gestrigen Congreß Sitzung lehnten die türkischen Delegirten zunächst die Anforderungen des Congresses bezüglich Rectifitirung der griechischen Grenzen ab. Als sie dann darauf hingewiesen wurden, daß die Pforte während des griechischen Aufstandes selbst solche Maßregeln vorgeschlagen hätte, erklärten sie ohne Insteuctionen zu sein. Bezüglich Griechenlands setzte Waddington durch, daß, wenn die Pforte sich über die Abgrenzung mit Griechenland nicht verständigen könne, nicht eine Mediation Rußlands, sondern diejenige der Mächte eintrete. Bajazid und Alaschgard in Asien bleiben türkisch. Eine englisch russische Commision wurde für Kleinasien eingesetzt behufs Verhinderung von Conflicten. Montag wird ein Protokoll aller Sitzungen festgestellt. Mittwoch oder Donnerstag findet sodann wahrscheinlich die Unterzeichnung des Friedens statt.

Welche Wichtigkeit man Seitens der Reichsregierung den diesmaligen Wahlen beilegt, geht aus folgenden 2 Verordnungen hervor: Der Reichs-Postmeister Stephan hat verfügt, daß das Wahl⸗Ergebniß am 30. Juli nach einem gleich- mäßigen Formular telegraphisch an das Reichs; kanzler Amt gemeldet werde, die Telegraphen⸗ Stationen werden bis 10 Uhr Abends Dienst haben; Maybach erließ eine Verfügung an die Eisenbahn- Directionen, um für den Wahltag Extrazüge einzurichten.

DieNordd. Allg. Ztg. schreibt: Der verurtheilte Engländer Bishop habe 1876-1877 im Solde des militärischen Kundschafter-Bureau's einer fremden Regierung gestanden. Das Blatt meldet ferner aus London: Prinz Louis Napoleon werde demnächst in Berlin eintreffen. Seine Reise betreffe eine Brautwerbung.

Nach derPost ernannte der Bundesrath als Sachverständige zur Enquete für die Baum woll- und Leinen-Industrie folgende Männer: den Bundes- Bevollmächtigten Herzog, Geheime Rath Stüve, Zigelmeier, den sächsischen Geh. Rath Böttcher, Heimendahl(Crefeld), Websky, Haßler (Augsburg), Schlumberger(Gebweiler, Elsaß).

Bismarck begleitete die Vorschläge wegen der Tabaks⸗Enquete mit einem Schreiben an den Bundesrath, worin die verschiedenen Formen der Tabaksbesteuerung beleuchtet werden. Im Bundes: rath ist die Mehrheit der Commision gegen das Monopol. Der Finanzminister Hobtecht befür⸗ wortet deßhalb den in Bismarck's Brief ent- haltenen Vorschlag: Einführung einer hohen Ein- gangssteuer, Contingentirung des inländischen Tabaksbaues, Erhebung einer Steuer vom in- ländischen Produkt und Verauctionirung des zum Naturalwerth vom Reich anzunehmenden Er- zeugnisses.

Es werden eifrig Verhandlungen mit dem Kronprinzen von Hannover via Windsor geführt.

6. Juli. Der Bundesrath vertagte sich heute bis Mitte August, 6. Juli. Fürst Karl von Rumänien soll,

sich brieflich an den Kronprinzen mit der Er-

klärung gewandt haben, sein Thron sei gefährdet, wenn nicht anderweit eine Compensation für Bessarabien gewährt werde. Der Kronprinz hat mit Bismarck berathen. Waddington hat den Letzteren gebeten, die Initiative zu ergreifen, um Rumänien auch noch die Stadt Silistria zuzuweisen.

7. Juli. Bei dem Kaiser nimmt die Beweglichkeit am Arme in erfteulicher Weise zu. Das Allgemeinbefinden ist unverändert gut.

Hödel erhielt außer dem Official ⸗Ver⸗ theidiger Justizrath Wilke noch einen Advocaten

aus Leipzig, den er selbst gewählt. Nobiling

wurde in ein eigens construirtes Lehnstuhl⸗Bett

verbracht, in welchem die Arme durch kurze Ketten angeschlossen sind, so daß die Hände bewegt, aber nicht zu einem erneutem Selbstmord⸗Versuch benutzt werden können. Er sträubte sich, das Lager zu wechseln. DerNational-Zeitung wird mitge- theilt, der österreichischen Polizei wäre es gelungen, Fäden nachzuweisen, welche von dem Nobiling⸗ schen Attentate nach der Seite der russischen Nihilisten hinüberreichen. Die Entsendung eines hiesigen Polizeibeamten stehe damit in Verbindung. DieNational-Zeitung gibt diese Nachricht mit allem Vorbehalt wieder, glaubt aber bei der Zu- verlässigkeit ihrer Quelle solche nicht vorenthalten zu sollen.

Ems, 4. Juli. Exkaiserin Eugenie traf heute zum Kurgebrauch hier ein.

Ausland. Oesterreich⸗-Ungarn. Wien, 5. Juli Der Ministerpräsident Fürst Auersperg überreichte heute dem Kaiser das Gesuch des Gesammtmini⸗ steriums um Enthebung vom Amte.

DieWiener Zeitung veröffentlicht ein

den Minister⸗

Handschchreiben des Kaisers an worin ersterer

Präsidenten Fürsten Auersperg,

sich die Beschlußfassung bezüglich der Demission

des Cabincts vorbehält, den Freiherrn v. Lasser von der Leitung des Ministeriums des Innern enthebt und den Fürsten Auersperg mit der Leitung desselben bis auf die kaiserliche Entschließung über die Demisston des Cabinets beauftragt.

5. Juli. Der Schah von Persien ist heute hier angekommen, am Bahnhof vom Kaiser begrüßt worden und in der Hofburg abgestiegen. Morgen und Dienstag finden zu Ehren des Schah Gala-Diners statt.

Pest. Die Reichstagswahlen sind auf den 14. August anberaumt; der Reichstag ist auf den 17. October einberufen.

Frankreich. Paris, 5. Juli. Eine vom Gaulois in die Welt gesetzte abenteuerliche Nachricht, daß die preußische Regierung einen marokkanischen Hasen erworben habe, entbehrt selbstverständlich jeder Begründung.

Belgien. Brüssel. Laut königlichen Erlasse wird die außerordentliche Parlamentssessson om 18. Juli eröffnet werden. Der belgische Ge; sandte beim Vatican erhielt einen mehrmonatlichen Urlaub, welcher als die Vorbereitung zum definitie Eingeben dieses Postens zu betrachten ist.

Großbritannien. London, 6. Jul Die Truppen ⸗SchiffeHimalaya,Orontes un Tamar sind bereits nach Malta unterwegl nunmehr erhielt auch das TruppenschiffSimoom! Besehl sich nach Malta zu begeben. 5

Italien. Rom, 5. Juli. Die Regierung hat detreffs der Vorfälle in Venedig eine Halt, suchung eingeleitet; demzufolge sind noch teinerles Maßregeln bezüglich des Präfekten und der Polizei

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behörden ergriffen worden. 5. Juli. In der Kammer sind Inter; pellationen angekündigt betreffs der Haltung del Regierung auf dem Congreß und hinsichtlich di Gebiets veränderungen im Orient. Türkei. Constantinopel. In Fol des bevorstehenden österreichischen Einmarsches Bosnien verkaufen die türkischen Beamten uf sonstige Osmanlis in Serajevo ihre Liegenschaften die VBorräthe werden eilends südwärts geschaff 5. Juli. Der vorgestrige Ministerrath di cutirte den Aufstand auf Kreta. Unmittelbar darauf

ward Layard in Gegenwart Savpfet Pascha's vonn eme

Sultan empfangen. Diese Audienz galt gleich fall den Vorgängen auf Kreta. Der Botschafts⸗Seerelah Barring wurde sodann mit Instructionen Layard nach Kreta entsendet, von wo Nachrichten üb sehr blutige Kämpfe eingetroffen waren. Rumänien. Bukarest, 5. Juli. J einer geheimen Sitzung der rumänischen Kamm