Denutsches Reich. 8 Darmstadt. Das Regierungsblatt, Beilage
Nr. 11, enthält:
I. Bekanntmachung über den Steuer- Ausschlag der Landjudenschaftskasse zu Darmstadt für 1878. i
1I. Bekanntmachung die Besoldung des Rabbinen zu Alzey pro 1878 betreffend. i 1
III. IV. und V. Uebersichten der für 1878 ge⸗ nehmigten Umlagen der isralitischen Religionsgemeinden des Kreises Alzey, sowie der Gemeinden der Kreise Schotten und Gießen.
VI. Dienstnachrichten. Der auf die ev. Pfarrstelle zu Södel präsentirte Pfarramis-Kandidat Schmidt aus Siedelbrunn wurde bestätigt; der Hauptsteueramts⸗Con⸗ troleur Blöcher in Gießen wurde nach Worms versetzt, dem Schullebrer Müller zu Habnhbeim wurde die 2. Schul⸗ stelle zu Lörzweiler, dem Schullehrer Hof zu Grünberg die 2. Schulstelle zu Grünberg übertragen; dem W. Louis aus Ober-Olm wurde das Patent als Geometer 2. Klasse für den Kreis Mainz ertheilt; dem Schulamtsasp. Dorn aus Heppenbeim a. d. B. wurde die 6. katholische Schul⸗ slelle zu Seligenstadt, dem Lehrer an der Präparanden⸗ Anstalt zu Lich, Weiter, die Stelle eines Vorstehers dieser Anstalt übertragen; der auf die Lehrerstelle an den städtischen
— Die„Nordd. Allg. Ztg.“ bezeichnet die Gerüchte, wonach die Berufung des Grafen Stol⸗ berg in das Ministerium zweifelhaft geworden sei, als vollständig grundlos. Stolberg bleibe mit Rücksicht auf die politischen Verhandlungen noch ungefähr bis Ostern in Wien, um dann zur Uebernahme seines neuen Amtes hierher zu kommen.
— 5. April. Heute fand im Reichstagsge— bäude unter Theilnahme sämmtlicher Minister ein Ministerrath statt, in welchem die neu ernannten Minister Graf Eulenburg, Hobrecht und Maybach eingeführt wurden.
Ausland.
Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Das „Fremdenblatt“ schreibt: Die Hoffnung auf eine friedliche Verständigung im Wege des Congresses scheint sich zu erfüllen, wie auch der versöhnliche Ton der hochofficibösen„Agence Russe“ darthut, nach- dem diese mehrere Tage lang mit dem Säbel
gerasselt hatte. Sollte der Congreß wirklich an Unter⸗Schönmattenwag wurde bestätigt. den Prätensionen der Petersburger Regierung VII. Concurrenzeröffnungen. Erlediat ist: diescheitern, so würde die Isolirung Rußlands die 3. Schulstele eee ee 43 1955 ois unabweisliche Folge sein. Ebenso bezeichnet das 85 M. 71 Pi, ichendlenggebaltz die 2. Schulsele zu„ Fremvenblatt“ die bessarabische Frage ale 185 Dalbeim, Gebalt 771 M. 43 Pf. europäische und fügt hinzu, die hierauf bezügliche Darmstadt. Der Gymnassallehramts, Atessist Forderung Rußlands sei von bedenklicher Art. Dr. Storck aus Schönberg wurde zum Lehrer an— Die neuesten Nachrichten von hier besagen: dem Gymnasium zu Bensheim ernannt. Der Augenblicklich wird ein Compromiß zwischen Eng- Privatdocent Dr. Bose von Berlin wurde zum land und Rußland versucht. Eine freie Diseussion ordentlichen Professor in der medieinischen Fakultät der Cabinette soll feststellen, welche Vertragsartikel und zum Vorstande der chirurgischen Klinik in wegzulassen sind, um dann den Rest dem Congreß Gießen ernannt. vorzulegen. Die„Abendpost“ vermuthet, daß die — Militärdienstnachricht. v. Olberg, Haupt. Haltung der deutschen ministeriellen Presse auf mann im 1. Inf.⸗Regt. Nr. 115, wurde zum Petersburg mäßigend rückwirken werde. Es ver- Major befördert. lautet Ignatieff's abermalige Hierherkunft sei wahr — Das Finanzministerium wird dem nächsten scheinlich. Landtage Vorlage wegen anderweitiger Veranlagung Frankreich. Paris.
Volksschuleß zu Offenbach prä. Schullehrer Nicolai zu
Fürst Orloff be⸗
der Gewerbe Steuer der Versicherungs-Agenten klagte sich wiederholt bei Waddington über die
seither nicht in Betracht ge- russenfeindliche Haltung der Pariser Blätter.
machen, wobei der feindliche a Großbritannien. London. Ein von
zogene Umfang des Geschäfts-Betriebs in Berück— sichtigung kommen wird. Berlin, 5. April. tags Sitzung nahm vor Beginn der Berathung meldet, daß die Hoffnung auf eine friedliche Kamecke das Wort zu folgender Mittheilung: Lösung der Differenz mit England daselbst noch Soeben werde ein Extrablatt auf den Straßen nicht aufgegeben sei. In einem Telegramm aus verkauft, wonach die deutsche Heeres- Verwaltung Pera vom 5. d., er die Mobilmachung vorbereite, ein Corps an der spondent für ermächtigt, Gerüchte von Wiederauf— österreichischen Grenze ausstellen wolle, und höhere nahme der Verbandlungen übet die Abtretung der Offiziere zur Disposition gestern den Befehl er- türkischen Flolte an Rußland oder von einem halten hätten, sich innerhalb vier Tagen zur Ge- darauf bezüglichen gebeimen Vertrag zwischen stellung bereit zu halten. Er habe an diese Mit- Rußland und der Türkei kategorisch in Abrede zu theiiung die Erklärung zu knüpfen, daß dies Alles stellen; es existire kein solches Einvernehmen und nicht wahr sei. Im Fortgange der Sitzung be außer dem ratificirten Vertrage von San Stefano antwortete Minister Hofmann die Interpellation sei keinerlei geheimer Vertrag vorhanden. Buhl, betreffend die Uebergangs Abgabe von Essig:— 5. April. Unterhaus. Gladstone wieder- Die verbündeten Regierungen hätten wohl zu der holt die gestrige Interpellation, dahingehend, o Frage Stellung genommen, aber noch keinen de⸗ die Regierung von Rußland verlangt babe, daß finttiven Beschluß fassen können, da sie über einen ßes sich vor dem Zusammentritt des Congresses wesentlichen Punkt noch Bericht abwarten müßten. verpflichte, sich vor der Discussion irgend einer Bei der Berathung des Berichtes der Budget- etwa aufgeworfenen Frage nicht von dem Con- Commisston über den Gesetz Entwurf, betreffend] gresse zurückzuziehen, und ob die Regierung sich die Ersparnisse an den von Frankreich für die eine gleiche Beschränkung habe auflegen wollen. Occupationstruppen gezahlten Verpflegungsgeldern, Northrote antwortet hierauf, der Zweck der Re · empfahl der Kriegs ⸗Minister die Annahme der gierung sei gewesen, klar festzustellen, was der Con- Regierungs Vorlage. Nach läugerer Debatte sgreß regeln sollte, und habe sie geglaubt, dadurch wurde der Artikel 1 und sodann auch die übrigen die Interessen des Landes und die Sache des Artikel gemäß den Commissionsanträgen genehmigt Friedens besser zu wahren als durch Aufwerfen — 6. April. Der Reichstag setzte heute die verfrübhter und unnöthiger Fragen. An dieser zweite Lesung des Etats fort. Nach unwesent- einfachen und praktischen Ansicht halte die Re- lichen Discussionen wurden die Etate der Reichs- gierung noch beute fest. Campbell kündigte an, schuld, die einmaligen Ausgaben für den Reichs-er werde am Montag einen Zusatz zu der Adresse tag, der Eisenbahn-Verwaltung unverändert nach beantragen, worin die Königin gebeten werde, die den Anträgen der Commission genehmigt. Die von Deutschland vorgeschlagene Vorconferenz an⸗ einmaligen Ausgaben der Militärverwaltung, das zunehmen und sich in der bessarabischen Frage als Anleihegesetz und die Matrikalarbeiträge wurden in einer England direct wenig interessirenden Sache gleichfalls nach den Commisstonsanträgen genehmigt. jeder isolitten Action zu enthalten, dagegen den Im weiteren Fortgange der Sitzung genehmigte anderen Mächten anzudeuten, daß die Regierung der Reichstag das Etatsgesetz nach den Anträgen bereit sei, sie zu unterstützen bei einer gemeinsamen der Commission, nahm in zweiter Lesung under. Aclion, die den Zweck hätte, dem Acte unver- ändert den Gesetz Entwurf über den Bau von hohlener Perfidie und Spoliation, den Rußland Eisenbahnen in Lothtingen an und genehmigte in in Rumänien versucht hat, eutgegenzutreten. dritter Lesung ohne Debatte den Gesetz-Entwurf,— 6. April. Die„Morning Post“ schreibt über Beglaubigung öffentlicher Urkunden. Den anscheinend inspirirt:„Es unterliegt keinem Zweifel,
der„Times“ in einer Special-Ausgabe mitge⸗ In der heutigen Reichs- theiltes Petersburger Telegramm vom 5. April
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Staats- Männer in Erwägung zu ziehen. Die heutigen Aussichten sind friedlicher, aber die Re- gierung wollte Constantinopel gegen eine Ueber⸗ rumpelung schützen und Layard ermächtigen, der Pforte Englands energische Unterstützung gegen eine russtsche Occupation Constantinopels zuzustchern.“
— In Folge der politischen Krisis in Europa zieht die indische Regierung die Frage in Er⸗ wägung, welche Vorsichtsmaßregeln in Indien zu treffen seien.
Portsmouth, 5. April. Gestern ist hier von der Admiralität die Ordre eingetroffen, die Truppen⸗Transportschiffe„Euphrates“ und„Cro⸗ codile“ binnen 48 Stunden für den activen Dienst bereit zu halten.
Italien. Rom. Es wird versichert, daß die britische Regierung auf eine indirecte Aufrage erklärt habe, sie würde keine Schwierigkeiten er- heben, in Beziehungen zum Vatican zu treten, behalte sich aber vor, Grundlagen dafür vorzu- schlagen. Ferner heißt es, die Curie habe den Bischöfen Deutschlands Weisungen zugehen lassen, eventuelle Unterhandlungen zur Wiederherstellung der Beziehungen zwischen Berlin und dem Vatican in keiner Weise zu behindern. Nach Berichten, welche dem Vatican zugingen, solle Rußland als Grundlage für Wiederherstellung der Beziehungen mit Rom die Annahme des gegenwärtigen Standes der Dinge vorschlagen;z im Falle der Annahme dieser Basis Seitens des Papstes werde Rußland einen Botschafter zum Vatican entsenden.
— 5. April. Das Journal„Avenire“ meldet: Der am Mittwoch abgehaltene außerordentliche Ministerrath befaßte sich mit der Erwägung der orjentalischen Frage. Obgleich die Meinung vor— waltete, im Falle eines englischrussischen Con- flictes strenge Neutralität zu beobachten, erkannte die italienische Regierung dennoch die Nothwendig— keit an, einige Vorsichtsmaßregeln im Kriegs- und Marine Departement zu treffen.
Türkei. Constantinopel, 4. April. Kranke russische Soldaten werden fortwährend in San Stefano nach Odessa eingeschifft. Russische Streitkräfte wurden nach dem Golf von Saros dirigirt. Das türkische Lager von Maslak wurde
klärt sich der„Times“ Corre-fstark befestigt und neue türkische Truppen dahin
dirigirt. Die türkischen Truppen in und um Con- stantinopel sind in vier Corps eingetheilt worden, welche täglich von Osman Pascha und Mukhtar Pascha inspieirt werden.— Der armenische Patriarch hat bei dem Minister-Präsidenten Schritte gethan, damit keine Tscherkessen nach Armenien virigirt werden.
f— 6. April. Seitens Rußland ist von Neuem das Verlangen an die Pforte gestellt worden, die Einschiffung der russischen Truppen in Bujukdere zu gestatten. Die Absicht, die russischen Truppen in San Stefano einzuschiffen, sei als unausfügr⸗ bar aufgegeben. Die türkischen Truppen im Um⸗ kreise von Gallipoli und Constantinopel sollen 248 Bataillone betragen.
Serbien. Belgrad, 5. April. Die Urlauber sind einberufen. Die Regierung beschloß, Alt Serbien zu occupiren, sobald die Russen in einen neuen Krieg verwickelt werden. Fünfzehn Bataillone des Javor-Corps empfingen die Ordre, über die Drina und Save zu marschiren.
Rumänien. Bukarest. Frankreich und Italien versprachen der rumänischen Regierung ihre Unterstützung in der bessarabischen Frage.
— 6. April. Die„Pol. Corr.“ erfährt von guter Seite von hier, daß die Drohungen des
von Rumänien zu folgender Antwort veranlaßt
daß die rumänische Armee zermalmt werden kann; so lange ich aber am Leben, wird sie nicht ent- waffnet werden.“ Die Haltung des Fürsten flößt dem Laude und der Armee den lebhaftesten Enthu⸗ siasmus ein. Die Berichte Bratiano's über seine Wiener Mission lauten sehr befriedigend. Bratiano kann in maßgebenden österreichisch ungarischen Kreisen, nach deren Auffassung die russo⸗rumänischen
Fürsten Gortschakoff gegenüber Ghika den Fürsten
haben:„Sagen Sie dem Fürsten Gortschakoff, E
Schluß der Tages Ordnung bildeten Wahl⸗ daß die Regierung, obwohl entschlossen, jede Linie Streitfragen nur durch eine europäische Entscheidung Prüfungen, wobei die Wahlen von Eisenlohr. Lord Salisbury's Depesche zu vertheidigen, beglichen werden können, die aufrichtigsten und Bücklin für ungültig erklärt wurden. nicht abgeneigt ist, die Anschauungen der Wiener wärmsten Sympathien für Rumänien constatiren,
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