Ausgabe 
7.3.1878
 
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Großbritannien. dung derTimes aus San Stefano vom N bestaͤtigt, daß die Friedens- Bedingungen nlcht die Abtretung der Flotte und des ägyplischen Tributs in sich schließen. In Betteff der Eatschädigung sei noch keine definitive Bestimmung getroffen und werde dieselbe hauptsächlich durch astatisches Ge biet, mit Ausnahme von Erzerum, beglichen werden.

Die Grenze von Neu- Bulgarien umfasse nicht

Salonichi und Adrianopel.Times meint, Ruß: land müsse jetzt mit Europa abrechnen. Hoffent⸗ lich werde es nicht Bedingungen durchsetzen wollen, welche England nicht sanctioniren könne.

4. März. Im Oberhause erklärte Derby auf eine Anfrage Granville's: Die Friedens-Be dingungen schließen nicht die Abtretung der türki⸗ schen Flotte in sich(Beifall), die Kriegs- Ent. schädigung ist von ursprünglich 40 Millionen auf 12 Millionen Pfund redueirt; die ägyptischen Revenüen bleiben unberührt.Sobald die Be dingungen vollständig bekannt sind, werde ich die⸗ selben mittheilen.

5. März. Das Unterhaus bewilligte das Budget für die Armee in der Stärke von 135,452 Mann.

Spanien. Madrid. Es ist ein Dekret

erschienen, wonach Cuba Municipal-Deputirte und Generalräthe erhalten soll und der Gouverneur beantragen wird, daß die Ergänzungs⸗-Gesetze zur Constitution gleichwie in Spanien zur Ausübung gebracht werden.

Italien. Rom, 3. März. Die In⸗ thronisation des Papstes hat heute Vormittag in der Sixtinischen Capelle unter dem herkömmlichen Ceremoniell im Beisein der Prälaten und des diplomatischen Corps stattgefunden.

4. März. garnisonirenden Armee-Corps, Herzog von Aosta, erließ Instructionen, betreffs militärischer Ehren- bezeigung für den Fall, daß der Papst öffentlich sich zeigen sollte. Cardinal Simeoni ist aostatt Franchis zum Präfekten der Congregation pro- paganda fide ernannt worden.

Türkei. Constantinopel, 3. März. Der Friede ist unterzeichnet. Man meldet von hier: Vor der Unterzeichnung habe Ignatieff ver- langt, daß Rußland und die Türkei dem Congreß gegenüber für alle Punkte des Friedens⸗Vertrages eintreten solltenz; Savfet Pascha habe dies abge lehnt und Ignatieff darauf telegraphisch um In struction gebeten. Wie schließlich die Frage ge regelt worden, sei nicht bekannt. Eine fernere Meldung besagt: Rußland habe auf Salonichi als einen Theil Bulgariens verzichtet, aber Burgas, Varna und Küstendsche würden zu Bulgarien ge hören. Die Kriegs⸗Entschädigung, welche früher auf 40 Mill. Rbl. angegeben war, sei auf 12 Millionen reducirt worden. Ignatieff wird sich in Begleitung eines türkischen Spetcialgesandten nach Petersburg begeben. Als Bedingungen des unterzeichneten Friedens Vertrages werden ferner genannt: eine Kriegs-Entschädigung, welche mit Ju ihres Betrages durch die Abtretung von Batum, Kars, Ardahan und des Destriktes Bajazid ab getragen wird; die Frage der Schifffahrt durch die Meer ⸗Engen bleibt vorbehalten; hinsichtlich der Donau Schifffahrt bleibt der status quo be- stehen; zwischen Montenegro und Sexbien soll der Türkei eine Zone bleiben behufs der Communi cation mit Bosnien und der Herzegowina; eine Abtretung von Kriegsschiffen an Rußland findet nicht statt.

MRußland. Petersburg, 3. März. Ein officielles Telegramm des Großfürsten Nikolaus aus San Stefano lautet: Ich beehre mich Ew. Majestät zum Friedens schlusse zu beglückwünschen. Gott verlieh uns das Glück, die von Ew. Majestät begonnene große und heilige Sache zu beendigen. Am Jahrestage der Befteiung der Leibeigenen erlösten Ew. Majestät die Christen vom Joche der Muselmänner.

4. März. Die Nachricht von dem Frie- densschlusse verbreitete sich gestern am späten Abend durch die Stadt. Dichte Volksmassen drängten sich auf allen Plätzen und auf den Straßen nach dem kaiserlichen Palais. Hier wurde der Kaiser

Der Commandant des in Rom

London. Eine Mel- durch begeistertes Hurrahrufen beglückwünscht. Der

Kaiser erschien auf dem Balkon, worauf die Volks menge entblößten Hauptes die National- Hymne anstimmte.

5. März. Officiell aus San Stefano. Die Unterzeichnung des Friedens Vertrages er- folgte am 3. d. M. Nachmittags um fünf Uhr. Es fand darauf eine große Parade der Truppen und ein feierlicher Dank-Gottesdienst Angesichts der Sophien-Kirche in Constantinopel statt. Ueber die Friedens⸗Bedingungen hört man weiter: Nach den Bestimmungen des Friedens-Vertrages würden Adrianopel, Salonichi und Erzerum bestimmt im Besitz der Türkei bleiben; es werde keine Ueber- lassung von Revenüen gefordert, die vorher schon anderweitig als Garantien vergeben worden seien; Serbien und Montenegro würden Gebietszuwachs erhalten, sollten aber dadurch nicht zu Grenz Nachbarn werden; die Dardanellen Frage sei in den Friedens bedingungen nicht berührt; bezüglich der Donau Schifffahrt solle der frühere Zustand wieder hergestellt werden; die Dobrudscha sei ab getreten worden, um später anderweitig ausge tauscht zu werden. Der Friedensvertrag verfügt ferner, daß der Fürst von Bulgarien nicht Mit: glied einer regierenden Familie Europa's sein darf. Die Summe des bulgarischen Tributs wird erst in zwei Jahren fixirt. Bulgarien er- hält den Seehafen Kavala. Die Russen schiffen sich am Marmara-Meer ein und kehren durch den Bosporus heim, rücken aber nicht in Constantinopel ein. Alle bulgarischen Festungen werden geschleist. In Bulgarien bleiben keine türkischen Truppen, Diese Details rühren von General Ignatieff her. Die Russen haben heute bereits begonnen, die der Donau Schifffahrt entgegenstehenden Hinder nisse zu beseitigen. Die Auffischung der Torpedos dürste Ende dieser Woche durchgeführt sein und die Donau Schifffahrt daher in nächster Zeit er öffnet werden können. Der Organisator Bul- gariens, Fürst Tscherkaski, ist gestern zu San Stefano in Folge eines Schlagflusses gestorben.

Aus Stadt und Land.

Friedberg, 6. März. Heute Nacht brach auf dem Haagk Feuer aus, das einen bedeutenden Schaden glück⸗ licherwelse nicht anrichtete. Nur ein kleiner Stall fiel den Flammen zum Opfer, da rasche und energische Hülfe zur Hand war.

Friedberg, 6. März. Die Schnepfen haben sich dieses Jahr sehr früh eingestellt. Gestern Abend hatte Chr. Bender von hier das seltene Jagdglück, bei seinem ersten Gange 2 Langschnäbler(eine Doublelte) auf dem Striche zu erlegen.

Allerlei.

Frankfurt, 3. März. Heute Morgen kam ein auständig gekleideter Mensch in ein Uhrengeschäft und bot einen Klumpen geschmolzenes Gold zum Kauf an. Derseibe wurde, da er sich verdächtig benahm, verhaftet. Er ist Graveur in einer großen Hanauer Goldwaaren-Fabrik.

Verloosungen. Badische fl. 35 Loose 1845 Ziehung vom 28. Februar 1878. 417 430 559 588 660 759 827 858 1084 1096 1123 1133 1249 1624 1631 1679 1711 1740 2172 2209 2283 2357 2375 2708 2763 3110 3140 3154 3325 3341 3395 3400 3594 3739 3771 3833 3933 3938 4446 4503 4509 4763 4764 5060 5117 5177 5298 5407 5745 5754 5790 5791 5836 5982 6136 6311 6335 6481 6911 6975 7040 7100 7146

7432 7480 7745 7788 7882.

Stadt Augsburger 7 fl.⸗Loose. Gewinn⸗ Ziehung vom 1. März. Hauptgewinne: 7000 fl., S. 2029 Nr. 59, 2000 fl., S. 1143 Nr. 83 je 100 fl. S. 180 Nr. 65, S. 425 Nr. 61, S. 1117 Nr. 6. S. 1994 Nr. 65 à 60 fl.: S. 180 Nr. 50 62, S. 425 Nr. 97. S. 940 Nr. 91, S. 1117 Nr. 20 und 100, S. 1617 Nr. 100, S 1798 Nr. 51. à 30 fl.: S. 180 Nr. 4 40 47, S. 425 Nr. 41 49, S. 940 Nr. 39 43 59, S. 1117 Nr. 42 54, S. 1143 Nr. 75, S. 1176 Nr. 2 20 72, S. 1375 Nr. 30, S. 1798 Nr. 18 49, S. 1994 Nr. 95 100, S. 2029 Nr. 17. 3 25 fl.: S. 180 Nr. 100, S. 425 Nr. 64 69, S. 1143 Nr. 18 48, S. 1375 Nr. 61 84, S. 1617 Nr. 44 52 69, S. 1798 Nr. 25. 4 9 fl. alle übrigen Loose der am 1. Februar gezogenen Serien.

Sachsen- Meininger 7 fl. Loo se. Serien⸗ Ziehung vom 1. März. Nr. 22 237 484 1102 1638 2101 2517 2937 2980 3019 3361 3689 4267 4578

von Serien⸗ 927 937 964 965 1265 1338 1439 1493 1771 1817 1974 2003 2471 2535 2546 2657 3206 3228 3254 3269 3595 3672 3692 3693 4003 4040 4120 4140 4773 4910 5002 5019 5460 5564 5672 5743 5845 5933 5949 5964 6513 6720 6746 6788 7160 7369 7388 7396

Serie 20 88 301 307 welcher keine Düngung erhalten halte.

4583 4611 5030 5109 5136 5271 5302 5353 5630 5750 5813 5870 6639 6652 6667 6775 7373 7907 8170 8468 8505 9086 9433 9548 9801 9875

Graf Pappenheimer 7 fl.⸗Loose. Gewinn⸗ Ziehung vom 1. Maͤrz. Hauptgewinne: 3000 fl. S. 1328 Rr. 1 At 10 f S 1430 Nr. 6, S 3611 Nr. 6, S. 5901 Nr. 10, je 50 fl., S. 2951 Nr. 10, S. 3611

Nr. 20, S. 3628 Ni. 19, S. 4978 Nr. 19, S. 5137 Nr. 11, S. 5989 Nr. 13. 4Aproc. bayerische 100-Thli Loose. Serien⸗

Ziehung vom 1. März.(Gzwinnziehung am 1. Mai.) Nr. 34 119 154 251 253 297 319 328 365 397 460 487 546 557 649 656 667 687 750 822 956 1055 1099 1101 1169 1228 1264 1332 1356 1391 1407 1431 1536 1751 1754 1836 1843 1913 2030 2033 2050 2208 2214 2251 2257 2352 2391 2500 2535 2638 2717 2742 2767 2783 2899 3017 3092 3166.

Wien, 1. März. Bei der heutigen Ziehung der öster. Loose von 1864 kamen folgende Serien hekaus: 511 567 1337 1516 1785 1967 2161 2557 2971 3254 3819 3893 3914. Der Gewinn von 200,000 fl. fiel auf Serie 2971 Nr 38, 20 000 fl. auf Serie 2557 Nr. 6, 15,000 fl. auf Serie 511 Nr. 85, 10,000 fl. auf Serie 2557 Nr. 52. J 400 fl. S. 511 Nr. 13, S. 567 Nr. 63 65 81, S. 1337 Nr. 6 28 S. 1516 Nr. 79 96, S. 1785 Nr. 40 86, S. 1967 Nr. 68 72 S. 2161 Nr. 54, S. 3254 Nr. 2 54 68, S. 3819 Nr. 31 61. S. 3893 Nr. 88 97 3 200 fl. alle übrigen in den ver⸗ loosten Serien enthaltenen Gewinn-Yummern.

Landwirthschaftliches und Gewerbliches.

Nachstehenden Wink für den Einkauf von appretirten Baumwollegeweben gibt dasGe. werbeblatt aus Württemberg. Während vor wenigen Jahren ein Beschweren der gebleichten Baumwollgewebe mit einer Apptelurmasse von eiwa 4 Pfund genügend befunden wurde, verlangt man heute wenigstens 7 Pfund per Stück 2 60m, wovon die Hälfte Stärke it. Hierdurch wird der ohnehin geringe Verdienst im Appreturgeschäft auf ein Minimum reducirt, nicht weniger aber das con⸗ sumirende Publikum geschädigt, indem demselben unter dem Deckmantel eines gefälligen Aussehens und Festigkeit des Griffs eine geringe Waare geboten wird, die sich nach kurzem Gebrauche und Entfernung des Apprets so zeigt, wie sie in Wirklichk it ist. Hunderttausende von Ceninern Nährstoff könnten nützlich verwendet werden, wenn das Publikum sich nur mit reellen Waatren bedienen lassen wollte, denn das Verlangen des letzteren ist es doch schließ⸗ lich immer, was die Qualilät und Austüstung einer Waare bervorruft. Hier und in so manchen anderen Fällen be⸗ zuhli dasselbe noch dafür, daß es werthlose Waare erhält.

Erfolge der Kalidüngung auf Wiesen. Im Anschlusse an unsere vielfachen günstigen Mittheilungen üder die Erfolge der Anwendung der Kalisalze zum Zwecke der Düngung, bringen wir hier einige Erfahrungen über denselben. Obersörster Sons, Sections Director für Wiesenbau und Drainage im rheinpreußischen landwirth⸗ schafllichen Verein, berichtete in der Generalversammlung des Vereins über die Erfolge der Kalidüngung auf sauren Wiesen. Sons hatte ein von der Firma Forster und Grüneberg zu Kalk und Staßfurt unter dem Namen Wiesendünger bezogenes Kalidüngergemenge(10 Kali, 4 Phosphorsäure, 2 Ssicckstoff) angewendet und zwar 2 Pfund pro Quadralruthe. Der Dünger wurde Anfangs März aufgebracht und äußerte sich bald in einem üppigen Gedeihen der damit gedüngten Fläche. Schon beim ersten Schnilt erschien das Wachsihum der süßen Gräser, be⸗ sonders des Honiggrases, erheblich erböht. Beim zweiten Schnitt hatten dieselben die sauren Gräser fast ganz ver⸗ drängt und schienen letztere vollständig überwuchern zu wollen, da die Wurzeiflöcke z. B. des Honiggrases einen außerordentlichen Blütbenreichthum zeigten. Die ganze Ernte betrug pro Morgen 11 Ceuiner Heu und 7 Centner

[Grummet mehr als von einem daneben liegenden Morgen,

Bei den augen- kblicklichen Heupreisen bat diese Mebr⸗Ernte einen Werth von circa 15 Thlr. 10 Sgr.(46 Mark), wärend die Kosten der Düngung 8 Thlr. betrugen. Sons empfi hlt dringend die Herbstdüngung. Erkennen der Gefährlichkeit der Blei⸗ glasur. Die Qualität einer Bleiplasur kann man leicht dadurch erkennen, daß man auf derselben eine Zeit lang einen Tropfen flarken Essig stehen läßt und dann in dieses ein Stückchen reinen granulirten Zinks legt. Bei schlecht ein gebrannter Glasur wird sich dieses mit einem grauen krystallischen Ueberzug, welcher von reducirtem Blei her⸗ rübrt, bedecken. Leiber fordert das Blei in schlecht gebrannten Glasuren immer zahlreiche Opfer und eine Ausstellung, wie sie Dr. Widmann in Brüssel vorsührte, nämlich eine Sammlung von gesundheitsschädlichen Kaffee kannen und Milchtöpfen mit Bleiglasur, sowie von Zink⸗ lrichtern, Bleilöffeln, die sämmtlich in Gebrauch gewesen, meist angefressen, wäre überall leicht zu veranstalten.. Solche Ausslellungen würden gewiß von größerer Wirk⸗ ung sein, als die zeitweiligen Warnungen durch die Presse. Leguminosen-Fleisch-⸗Präparale. Es ist in unseren Tagen ein unbestrittenes Bedürfniß. Nahrungs⸗ mitiel in eine Form zu bringen, welche nicht dem Ver⸗ derben ausgesetzt und leicht zum Genusse sertig zu flellen sind. Adolf Brand in Altona ist es nun gelungen, fett⸗ freies Fleisch als Pulver darzustellen und es im Gemische mit dem Mehle der Leguminosen(Ecbsen, Linsen, Bohnen) in Blechbüchsen zu je 1 Pfund verpackt in den Handel zu bringen. 25 Gramm des Präpacals in ½ Liter heißem Wasser eine halbe Stunde gekocht geben eine leichtverdau⸗ liche, schmackhafte, nährende Suppe, deren Schmack hastig⸗

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