Ausgabe 
7.3.1878
 
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Donnerstag den 7. März.

2 29.

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1878. dt

Nu i* Sentaz

berhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

K. Tollet. vort, Geschaft 4

bach g. M.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoncen mit 11 Pf. Annoneen von auswärtigen Einsendern(soweit dieselben nicht

berechnet,

Amtlicher Theil.

Betreffend: Den Schluß des Unterrichts der Fortbildungsschule. 8 Die Großherzogliche Kreis-Sch Sie wollen auch in diesem Jahre wieder zum Schlusse des betre abhalten lassen, und uns mit dem Berichte hierüber den von den L

Dr. Braden.

bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf. Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Friedberg am 4. März 1878,

ulcommission Friedberg an sämmtliche Schulvorstände des Kreises. ffenden Unterrichts, unter geeigneter Einladung bierzu, eine öffentliche Prüfung ehrern vorher zu fertigenden Rechenschaftsbericht vorlegen.

Dienstnachrichten aus dem Kreise Friedberg. Jacob Reuter VII. von Nieder- Weisel ist als Feldschütze für diese Gemarkung ernannt und verpflichtet worden.

Deutsches Reich. Darmstadt. Es wurden ernannt: die Dymnasitallehr- Amts- Accessisten Dr. Hensell zu Darmstadt zum Lehrer an dem Gymnassum und er Rralschule in Worms, Dr. Hölzl zum Reallehrer

* Friedrich

Gelenial,

der

nen, Gypmnastallebrer in Gießen. 0 Berit, 4. März. Der Reichstag verwies ute die Uebersicht über die Einnahmen und klusgaben der Rechnungs Periode vom 1. 876 bis 31. März 1877 in erster Lesung an 8 lie Rechnungs Commission. Hierauf wurde die ne este Berathung der Gesetz- Entwürfe über die Ibänderung der Gewerbe- Ordnung und die Ge

perbe- Gerichte fortgesetzt und beschloß das Haus

re Sclbcbetgen de Ueberweisung derselben nach längerer Debatte 8 eine 1 März. Fürst Bismarck ist anwesend. Auf

er Tagesordnung steht die erste Lesung der Vor lige, betreffend die Stellvertretung des Reichs bezlers. Abg. Hänel plaidirt für verantwortliche ie keicheministerien. Der jetzige verfassunge widrige gustand bestehe barin, daß sich die verfassungs⸗ bäßige Berantwortlichkeit des Reichskanzlers mit ur jetzigen complicirten Verwaltung des Reichs icht mehr decke, daß man vor einer breiten Lücke e. Die Vorlage wäre noch glücklicher ge zesen, wenn diejenigen Reichs- Aemter sofort be ichnet worden wären, welche mit voller Verant ortlichkeit eingesetzt werden sollten. Er wünsche e Milwirkung des Reichstags dazu, daß die 2 der Stellvertreter durch Gesetz, oder de Dotirung der Stellvertreter durch das Budget Holge.§ 3 sei unannehmbar. Der bayexische Ninister-Präsident v. Pfretzschner erklärt, er halte ich für verpflichtet, die Stellung der bayerischen gierung zu der Frage der Reichs- Ministerien präcisiren:Dieselbe ist entschieden gegen Reichs- inisterien. Sie kennt als einziges verantwort ches Reichs- Organ mit der Reichs verfassung nur ben Reichskanzler. Sie anerkennt die Nolhwendig unte kn einer Stellvertretung des Reichskanzlers, wie Tteumschen. die Vorlage will. Sie würde aber in Reichs

t v.

1 N nisterien eine Schwächung des Bundesrathes, 1 Ztaden eine Beeinträchtigung der Autonomie der Einzel- 1 aten erblicken. Wir finden eine nothwendige

ßülse für die Geschäste in der Vorlage. Gegen laats- Ministerien dagegen müssen und werden Ar uns energisch erklären. v. Helldorf erklärt,

Je Vorlage sei für ihn und seine politischen 1 0unde ibrem ganzen Inhalte nach acceptabel.

1 ter das Institut der Reichs- Ministerien würden stie 11

Mämpfen. v. Bennigsen sagt gegenüber der Er tung des bayersschen Minister-Präsidenten, man ehe aus dessen Worten, mit welchen Schwierig hen die Weiter- Entwicklung Deutschlande zu lupfen habe. Allerdings werde bei Reichs

en Mainz, Dr. Geist in Büdingen zum Gymna⸗ schweren, sallehrer daselbst und Dr. Röse in Gießen zum seien.

ficirt werden müssen.

g Die Schwierigkeiten dabei würden

so groß sein, daß man von einer syste⸗ matischen Regelung ganz absehen müsse. Man dürse nicht vergessen, daß die gegenwärtigen Ver bältnisse erst zebn Jahre alt und nach einem gewallsamen Durchbruche entstanden Zu§. 1 der Vorlage bemerkt Redner, bei Uebernahme der Contrasignatur durch den Stell vertreter müsse die Verantwortlichkeit des Reichs- kanzlers auf den Stellvertreter übergeben. Zu

Jan.§. 3 wünscht Redner, daß er ganz wegblceibe oder g ö

bei welchen eine Vertretung zulässig sein soll und

eine prätisere Fassung erhalte. Zu§. 2 bebt Redner die Theilung der Arbeiten hervor,

bei welchen nicht; eine Theilung, welche vom Bundesrath vorgenommen, sei in der ursprüng lichen preußischen Vorlage nicht enthalten gewesen.

Commission von 21 Mitgliedern. Wiadhorst(Meppen) will einen einzigen Stell-

vertreter für den Reichskanzler zugesteben und erklärt in Betreff der Frage der Reichsministerien auf dem Standpunkte der Vertreter Bayerns und Württembergs zu stehen. Der Ernennung selbst ständiger Vorsteher der einzelnen Reichs- Aemter könne er heute noch nicht zustimmen, noch weniger der Schaffung eines Reichs Finanz- Amtes, von dem er sich keineswegs die großen Vortheile verspreche, wie Bennigsen. Fürst Bismarck: Ich war überrascht, welches Maß von Befürchtungen einerseits und welche Wünsche und Forderungen andererseits an diese ein

fache durch die Sachlage geforderte Vorlage geknüpft

werden würden. Das Aueland muß von den heutigen Debatten den Eindruck empfangen, als ob zwischen dem Reichstag und dem Bundesrath und im Bundeerath selbst Uneinigkeit herrsche. Reden über Das, was ist, nicht ist oder sein könnte, ist an sich ein ziemlich unschuldiges Ver gnügen. Was heißt es denn, wenn dauernd in

Mpistersen die Stellung des Bundesraths modi

der Presse gesagt wird, unser Zustand sei uner-

träglich und könne nicht so bleiben? Theorktisch sind unsere Einrichtungen vielleicht angreifbar, indessen sind wir damit doch weiter gekommen als mit Allem was vorhergegangen Als die nord deutsche Bundes- Versassung entstand, hatte man von der Institution des Bundeskanzlers eine ganz andere Vorstellung. Wir gewannen bald die Ueber zeugung, daß der Bundeskanzler und der preußische Minister⸗Präsident ein und dieselbe Person sein müsse. Ich war niemals im Zweifel, daß ich befugt war, nur mit Genehmigung des Kaisers einen Stellvertreter zu substituiren, auf den dann auch die Contrasignatur und die Verantwortlichkeit überging. Zweifel entstanden bei meiner Beur laubung im vorigen Jahre neben der Stellver- tretung. Ich hielt für gerathener, diese Zweifel durch ein Gesetz zu lösen, aber ich ahnte nicht, daß dadurch so umfangreiche Discusstonen eutstehen könnten. Reiche- Finanzen müssen vor Allem ge schaffen werden. Die Matrikular-Beiträge reichen

bemerkt, daß der Bundesrath sie für besser halte, als die Reichs ministerien. Das Veto auch des beurlaubten Kanzlers, wie es der F. 3 enthalte, sei unentbehrlich. Man möge sich doch den Kanzler wie einen Premierminister denken, der habe überall ein solches Veto, auch in England. Darauf wird der Schluß der Discussion angenommen. Das Haus beschließt, die Vorlage nicht an die Com- mission zu verweisen. Für die Verweisung stimmen das Centrum und der Fortschritt,.

2. März. Kronprinz Rudolf von Oester⸗ reich traf heute früh hier ein, um bis zum 6. hier zu bleiben, wurde auf dem Bahnhofe vom preuß-

ischen Kronprinzen empfangen und sodann im königlichen Schlosse von dem Kaiser begrüßt, Der österreichische Kronprinz kommt, wie dem

Vernehmen nach ein Schreiben seines Vaters an den deutschen Kaiser besagt, nach Berlin, um an dem hiesigen, dem Wiener befreundetsten Hofe als volljähriger Prinz sich vorzustellen und für die im vorigen Jahre ihm zu Theil gewordene Ver leihung des 11. preußischen Ulanen-Regiments seinen Dank auszusprechen.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 4. März. General Nowikoff hat heute Andrassy den Frie densschluß ossiciell notificirt. Baldiger Zusammentritt des Congresses wird erwartet. Als Congreß⸗ Ort wird Berlin bezeichnet. Andrassy wird jeden⸗ falls persönlich auf Ersterem erscheinen.

5. März. Wie verlautet, wird es täglich wahrscheinlicher, daß der Congreß in Berlin zu sammentritt. Nach derPresse hat der Prinz von Battenberg große Aussichten, zum Fürsten von Bulgarien berufen zu werden. Die Auf⸗ ständischen Bosniens erklärten, daß sie sortkämpfen würden. Dadurch läßt sich der Einmarsch der Oesterreicher leichter meisviren. Es geht das Gerücht, Andrassp werde übermorgen der Dele⸗ gation die Nothwendigkeit der Occupation Bos⸗ niens und der Herzegowina nachweisen, sodann die Besetzung beider Gebiete rasch durchführen.

nicht aus. Bismarck vertheidigt die Vorlage und

Frankreich. Paris, 4. Marz. Bei den gestern stattgehabten 17 Nachwahlen zur Depu tirten-Kammer an Stelle der cassirten Mandate wurden 10 Republikaner und 4 Conservative, unter den Letzteren Larochefoucault- Bisaccla, ge-

wählt. Drei engeren Wahlen haben noch statt⸗ zufinden. Holland. Haag, 4. März. In der

zweiten Kammer wurde vom Ministerium ein Ge setzentwurf, betreffend den Elementar-Unterricht eingebracht; nach demselben sollen die Principien des bisherigen Unterrichts-Gesetzes aufrechter- halten, jedoch verschiedene Verbesserungen, sowie auch eine Erböbung der Lehrer-Besoldungen ein geführt werden; der Staat soll 30 pt. der Unterrichtskosten, die Gemeinden 70pCt, tragen.