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wie sie gekommen waren. Nobiling unterhalt auch intimen Verkehr mit Anhängern der Sotial-Demo⸗ kratie aus den besseren Ständen, die sich jetzt in Paris und Kopenhagen aufhalten. Der Kaiser hat die Kaiserin und die Großherzogin von Baden heute Nachmittag auf einige Minuten gesehen. Die Kaiserin, die Großherzogin von Baden, Prinz Karl, der Großherzog von Sachsen, Prinz Heinrich der Niederlande und die hier anwesenden Mitglieder der königlichen Familie weilen in der Nähe des Kaisers. Von sämmtlichen auswärtigen Höfen, von zahllosen Vereinen und Privat⸗Personen gingen theilnebmende Telegramme an den Kaiser ein. Alle ausländischen Zeitungen sprechen sich mit gleichem Abscheu über die That aus. 4. Juni. Der Kaiser bat die Nacht gut geschlafen; es zeigt sich kein Fieber; die Schmerzen haben sich vermindert. Im Befinden des Kaisers ist seit gestern eine wesentliche Veränderung nicht eingetreten. Der Verletzungen sind es ungefähr 40, theils mit, theils ohne Schrotkörner. Ueber die Familien- Verhältnisse des Nobiling liegen folgende Mit- theilungen vor: seine Mutter ist eine geborene v. Viebig; einer seiner Brüder ist Landwirth; seine Schwester ist an einen Gutspächter Morgen⸗ stein verheirathet. Den Major a. D. v. Gauvain in Berlin hat er als seinen Oheim angegeben. Er veranstaltete voriges Jahr Schießübungen, äußernd: Jeder Selbstmörder sei dumm, der zu⸗ vor nicht einen Großen mitnebme. Er äußerte ferner zu seiner Wirthsmagd nach Hödel's Atten⸗ tat: Andere werden's besser machen! Die Polizei sandte Rechercheure nach Sachsen, Westphalen und der Rheinprovinz. Gestern fand bei einer Geliebten Nobiling's eine Haussuchung siatt. Eine Photo- graphie wurde vorgefunden, welche vielleicht die Entdeckung eines Complots bewirkt. Der Tod Nobiling's wird nach Urtheil der Aerzte in spä⸗ testens zwei Tagen erfolgen; er hat in der Nacht stark poantasirt, doch ohne Zusammenhang und unverständlich. Verschiedenen Mitschuldigen soll man auf der Sour sein. Man fand in Nobiling's Wohnung u. A. Dreyse's Broschüre über dessen Zünd nadel Revolver, worin die Stelle über das Laden und Entladen eingekniffen und unterstrichen war. Ein Pariser Brief an Nobiling enthält Einzelheiten übet den Londoner Scandal vor der deulschen Botschaft. Holtfeuer's Befinden ist un⸗ verändert. Der Schuß auf den Kaiser erfolgte mit einer Flinte, deren Tragriemen einige Vor übergehende schon kurze Zeit vor dem Attentat am Fenster bemerkt haben wollen. Eine schlecht gekleidete Frau, die sich unten befand, soll an⸗ scheinend ein Signal nach oben gegeben haben, als der Kaiser sich näherte; kurz darauf ersolgte der Schuß. Die Frau ist, wie es heißt, verhaftet. Ebenso sind letzte Nacht vier Personen in öffent⸗ lichen Localen wegen Majestäts Beleidigung ver haftet worden. Der Helm, das Hemd, die Weste und der Rock, welche der Kaiser am Tage des Attentats getragen, sind heute dem Untersuchungs: richter zugestellt worden. Nobiling lebt noch, ist aber vernehmungsunfähig.

3. Juni. Aus Portsmouth von gestern Abend wird gemeldet:König Wilhelm ist im Dock trocken gelegt. Die Werft ist bereit, die Reparatur in drei bis vier Wochen auszuführen. Die Geretteten wurden mit demPreußen nach Wilhelmshaven übergeführt. Die Zahl der bei dem Schiffs ⸗Unglücke Geretteten beträgt nach am 1. Juni vorgenommener Zählung 218. Möglicher Weise wurden noch Leute in und um Folkestone durch Fischerboote gerettet; der deutsche Consul in Dover ist deßhalb befragt worden. Für die Auffindung einer jeden Leiche ist eine bestimmte Geldsumme als Prämie gesetzt. Der Commandant desGroßen Kurfürsten, Graf Monts, hat

gelegt wurde, so daß auch das Rückwärts gehen ständig einig sind, und zwar unter folgenden Be-

der Maschine nichts mehr fruchtete. Die For- dingungen: Herstellung eines unabhängigen bul⸗ mation des Geschwaders war doppelte Kiellinie] garischen Staates, Einverleibung von Thessalien, mit gewöhnlichen Diffanzen, aber mit geschlossenem Epirus und Kreta in Griechenland; Serbien und Treffen Intervall von einem Hektometer. Der] Montenegro erhalten Gebiets Zuwachs mit Ein- Große Kurfürst befand sich jedoch wohl reich ⸗Jwilligung Oesterreichs; alle anderen türkischen lich vor seiner Posttion. Beide vorderen Schiffe Provinzen erhalten Autonomie unter einer inter- wollten dem quer vorübersegelnden Schiffe aus- nationalen Commission. Der Sultan bleibt in weichen, thaten es auch und schor namentlich der] Constantinopel mit nomineller Souveränetät. Kurfürst weit nach Steuerbord aus, lenkte aber, 3. Juni. Sapfet und Edhem Pascha sind als das Schiff vorbei, wieder zurück in seinen als Bevollmächtigte für den Congreß ernannt. Cours; dies wollte auchKönig Wilhelm thun] Demeter Bratiano ist hier eingetroffen und hat und ereignete sich dabei gerade die umgekehrte ssofort Savfet Pascha besucht. Totleben betrieb Ausführung des Ruder Commandos, welche die neuerlich die Räumung der Festungen; die Pforte entsetzliche Katastrophe herbeiführte. ist geneigt theilweise nachzugeben. Gestern fand 3. Juni. Die Einladung zum Congreß, dieserhalb Ministerrath unter dem Vorsitze des der am 13. Juni zusammentreten soll, sind heute Sultans statt. den Signatar-Mächten übergeben worden. Sämmt⸗ Rumänien. Bukarest. Die britische liche Cabinete haben die Einladung angenommen. Regierung ließ hier eröffnen, daß ste die Unab- i hängigkeit Rumäniens anerkenne und einen förm⸗ Ausland. lichen Handelsvertrag mit Rumänien abschließen Oesterreich⸗Ungarn. Wien, 3. Juni. werde; ja, in Regierungskreisen hofft man, Eng⸗ Das Abgeordnetenhaus nahm das Quotengesetz in land werde sich auf dem Congresse bezüglich der dritter Lesung das Gesetz betreffs der 80. Millionen- bessarabischen Frage kategorisch zu Gunsten Schuld in zweiter und dritter Lesung an. Das Rumäniens aussprechen. Haus nahm ferner sämmtliche am Bankstatut vom Rußland. Petersburg, 3. Juni. Der Herrenhause vorgenommenen Aenderungen an; nur türkische Botschafter, Schakir Pascha, ist von bezüglich des Artikels 40 wurde die Fassung des Odessa nach Petersburg abgereist. Abgeordnetenhauses beibehalten. Das Ueberein⸗ 3. Juni. Gortschakoff's Befinden ist besser kommen mit der Nationalbank wurde in dritter fund wird seine baldige Wiedergenesung erwartet. Lesung mit dem vom Finanz⸗Minister beantragten Aegypten. Alexandrien, 2. Juni. Zusatz angenommen, wonach das Ansuchen um Nachrichten von hier zufolge ist in Dafur ein Verlängerung des Privilegiums bei beiden Re- Aufstand ausgebrochen und hat zwischen den gierungen gestellt werden soll. egyptischen Truppen und den Insurgenten ein In Beantwortung einer Interpellation Kampf stattgefunden. erklärte Andrassy: die Regierung habe bisher keine Gelegenheit versäumt, auf die Verbesserung des Looses der Israeliten des Orients im Allge- Grünberg. Am 30. Mai schlug der Blitz, während meinen, also auch Rumäniens, hinzuwirken, und cite de e l a 65 1 aun werde, falls auf dem Congresse sich die Gelegen- Erden dach und fuhr an dem ug heit biete, in derselben Richtung für das Princip e glücklicherweise ohne weiteren Schaden an⸗ der Gleich berechtigung, welches sie nah innen Offenbach. Letzten Samstag wurde der Gesängniß⸗

wie außen vor Augen habe, vereint mit anderen verwalter Faustmann von Gefangenen, die einen Flucht⸗ Regierungen eintreten. versuch unternommen, arg mißhandeit und ist an den

8 5 b 1 5 Verletzungen verstorben. Frankreich. Paris. Ein Ministerrath

unter Vorsitz des Präsiventen der Republik hat Handel und Verkehr.

beschlossen, daß die französische Regierung auf dem Friedberg, 5. Juni. Wochenmarkt. Butter kostete

Coagresse durch den Minister Waddington und den sper Pfd. M. 11,20. Eier Stück 5 Pf.

Botschafter Saint Vallier vertreten werden wird. 1 1 5 0 55 1. Waizen W 1 8 2 5 5 5, Gerste M afer M. 15. Großbritannien. London, 3. Juni. Preise verstehen sich auf 100 11 0 200 Hour fanb

Beaconsfield, Salisbury und Russel werden Eng- Frankfurt, 3. Juni. Der heutige Viehmarkt

land auf dem Congreß vertreten; die beiden Ersteren war gut befahren. Angetrieben waren 420 Ochsen,

werden ihre Reise Donnerstag oder Freitag wahr- 200 Kühe, und Rinder 210 Kälber und 400 Hämmel.

f f 1 5 HDie Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 70 72. scheinlich auf einem Kriegsschiff über Hamburg an 2 ua W. 8. Kube und Nin

treten.Morning Post schreibt, die den Congreß M. 64. 66., 2. Qual. M. 60.62 Kälber 1. Qual. betteffenden Fragen seien im Princip vereinbart. M. 64.65 2 Qual. M. 58. 60. Hämmel 1. Qual. Schuwaloff hat gestern Abend die Reise nach M. 60. 62. 2. Qual. M. 54. 56, Schweine 58 Pf. Petersburg angetteten, um daselbst noch vor dem Frankfurt, 3. Juni. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1

0 1; M. 41., Nr. 2 M. 37, Nr. 3 M. 33., Nr. 4 M. 29 Congreß Bericht zu erstatten und Instructionen Nr. 5 M. 23. Roggenmehl on(Berliner Marte) M. 23.

einzuholen. do. II.(Berliner Marke) M. 20. Walzen, eff. hiesiger ab 4. Juni. Im Oberhause erklärte Salis: Bahnbof hier M. 2324,, ab unserer A 1 5 50 bury die vomGlobe am Donnerstag veröffent- bis 22.75, do. fremder je nach Qual. M. 22.5024.,

ö ö Roggen je nach Qual. M. 16 17.25, Gerste M. 19. 22. 0 99 lichten Punkte der zwischen Rußland und England Hoßer M. 14.16., örbsen M. 19.23. Wicken M. 16

erfolgten Verständigung seien ohne alle Authentieität Linsen M. 19. 23, Ruüböl, detail, M. 68 Die Preife und hätten keinen Anspruch auf gläubige Auf- verstehen sich sämmtlich per 200 Pfund Zollgewicht S nahme Seitens des Hauses. Der Privatsecretär 100 Kilo.

N. 1 Falsche Thalerstücke mit dem Bildniß Königs Lord Beaconsfield's Montagu Corty und Philipp Otorg V. von Hannover und der Jahreszahl 1859, owe

Curtie wurden zu Sekretäcen der Congreßgesandt- dem Münzzeichen B, sind gegenwärtig so massenhaft im

schaft ernannt. Umlauf, daß wir uns verpflichtet erachten, hierauf DerObserver will wissen, daß zwischen warnend hinzuweisen.

Rußland und Oesterreich Special-Verhandlungen b

wieder aufgenommen seien und daß Rußland be. Aufruf.

reit sei, die meisten Bedingungen Oesterreich⸗ an] Der Untergang des PanzerschiffesGroßer Kurfürst⸗ zunehmen. Der Congreß werde die türkischen hat zahlreiche Familien ihrer Ernährer beraubt. Auch Finanzen unter seine Controle ziehen, um Sicher- wird die Lage der geretteten Matrosen und Schiffshand⸗ heit für die Zahlung der Kriegs- Entschädigung werker, welche ihre ganze Habe eingebüßt haben, eine

sehr traurige sein. Da die Unterstützung, welche vom

und für die Gläubiger der Türkei zu schaffen. Staate geleistet werden wird, in keinem Falle ausreichen

Aus Stadt und Land.

sich geweigert, sein Schiff zu verlassen, und ist

mit demselben gesunken, jedoch später gerettet worden.] nationalen

Batsch telegraphirt über den Zusammen⸗ Aegypten ab. stoß der Schiffe ferner:Ueber die Ursache der Colliston lasse ich alle Betheiligten vernehmen und verhandle.

kann hier nur anführen, daß ein Befehl des Wachhabenden das Backbord-Ruder

den ward und statt Steuerbord hart Backbord

zu stützen und dasselbe Steuerbord zu legen, falsch verstan⸗ brachte in Erfahrung, daß England und Rußland

Ein Vorschlag ziele auf Ernennung einer inter- vürfte, die Noth zu lindern, so eröffen wir hiermit Commission ähnlich derjenigen für eine öffentliche Subscription zur Unter- Observer erwähnt auch des stützung der Hülfs bedürftigen. Ueber die ein⸗ Gerüchts wonach Oesterreich mit der Pforte wegen gehenden Beiträge werden wir öffentlich gutttiren und

77 95 17 N 2 N g den Betrag an die kaiserliche Admiralität abführen. 5 9 1 1 provisorischer Besetzung von Skutari und ae Die Eppeditlon desOberhess. Anzeigers

Die Pfort 5 Die Vertreter

ie Pforte der deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger: Carl Trapp in Friedberg.

Salinententmeister Nebhuth in Bad Nauheim.

Türkei.

Constantinopel.

süber die Lösung der orientalischen Frage voll.

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