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1878. 6 Donnerstag den 6. Juni. 2 67.
Oberhessischer Anzeiger.
Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und. 1 f 5 FHBreitag Abend ausgegeben. Kreisblatt für den Areis kriedberg.
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.
Die einspaltige Petitzelle wird bei Annoncen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reelamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.
det Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen. Weitzel ö
—— Amtlicher Theil.
um! 9 Betreffend: Die Ausstellung der Kirchenvoronschläge für 1879. Friedberg am 31. Mai 1878.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Kirchenvorstände des Kreises.
Wir empfehlen Ihnen mit Aufstellung der rubr. Voranschläge unter Beachtung der früheren Nusschreiben und der zu den letzten Voran⸗ schlägen ergangenen Entschließungen alsbald zu beginnen und solche nach Vollendung und eingeholter Zustimmung der Gemeindevertretung, in welch Ieitzterer Beziehung wir auf das Ausschreiben Großherzoglichen Oberconsistortums vom 22. November 1877, betreffend:„Die Beurkundung der Mit⸗ wirkung der Kirchen und Gemeindeverttetungen bei den Beschlüssen der Kirchen vorstände“ verwelsen, im Laufe des Monats Juni an das betreffende, „ Großherzogliche Decanat einzusenden. Die erfolgte Einsendung wollen Sie uns anzeigen. Dr. Bx à d e f.
Nun von—
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Bekanntmachung.
Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung vom 1. vorigen Monats, Kreisblatt Nr. 53, bringen wir hiermit weiter zur öffentlichen Kenntniß
. daß die in demselben angemeldeten Schießübungen von jetzt ab auch auf die Donnerstag Vormittage ausgedehnt werden. Die betreffenden — Großberzoglichen Bürgermeistereien wollen dies in ihren Gemeinden auf ortsübliche Weise bekannt machen.
sme Friedberg den 4. Juni 1878. Großherzogliches Kreisamt Friedberg. 1 15 Dr. Braden.
Bekanntmachung.
, une. Gemäß F. 18 pos. 7 der Control-Ortnung wird hiermit zur öffentlich en Kenntniß gebracht, daß beim diesjährigen Ersatzgeschäft nachstehende
f 5 Personen auf Ansuchen hinter den letzten Jahrgang der Landwehr bezw. hinter den letzten Jahrgang der Reserve im Falle einer Mobilmachung bis
5 anzen zum nächsten Classisicationstermin zurückgestellt worden sind: Landwehrmann Friedrich Wilhelm Schmidt zu Friedberg, Landwehrmann Georg Ewald 5 zu Ockstadt, Landwehrmann Heinrich Walter zu Dorn- Assenheim, Landwehrmann Georg Dickenberger zu Ilbenstadt, Landwehrmann Ludwig Wehrheim
Nn Menzigla, zu Nieder-Rosbach, Landwehrmann Philipp Justemer zu Rodheim v. d. H., Reservist Heinrich Friedrich Kost zu Nieder⸗Wöllstadt, Wilhelm Philippi
du Melbach, Georg Wilhelm Streb zu Rockenberg, Ersatz⸗Reservist Heinrich Carl Wiesenbach zu Büdesheim. 55. Friedberg den 5. Juni 1878. Der Civil⸗Vorsitzende der Großherzoglichen Ersatz-Commission Friedberg. 1 9
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Dr. G dens. l nN
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N Bekanntmachungen,
nana. betreffend den Remonte⸗ Ankauf pro 1878. . 2 Zutz Zum Ankauf von Remonten im Alter von vorzugsweise drei und Die von der Militär⸗Commission erkauften Pferde werden zur Stelle been, aus nahmeweise vier und fünf Jahren sind im Bereich des Großberzog- abgenommen und gegen Quittung sofort baar bezahlt. Pferde mit solchen barten hums Hessen-Darmstadt für dieses Jahr nachstehende Morgens um 8 Uhr Fehlern, welche nach den Landesgesetzen den Kauf rückgängig machen, sind „ enen ee, beginnende Märkte anberaumt worden und zwar vom Verkäufer gegen Erstattung des Kauspreises und der sämmtlichen * am 21. Juni in Alefeld, Unkosten zurückzunehmen, auch sind Krippensetzer vom Kaufe ausgeschlossen. nee* b 29. Juni in Nidda, Die Verkäufer sind ferner verpflichtet jedem verkauften Pferde eine uuns, Witt soglüß 4. Juli in Nie der-Wöllstadt, neue starke rindlederne Trense mit starkem Gebiß und Ringen versehen, Lal 5. Juli in Bicberau, eine starke Kopfhalftet von Leder oder Hanf mit zwei mindestens zwei 2 6. Juli in Bickenbach, Meter langen starken Hansstricken ohne besondere Vergütung mitzugeben. e 8. Juli in Groß-Gerau, Berlin den 1. März 1878. * 1 9. Juli in Goddelau, Kriegs- Ministerium, Abtheilung für das Remonte- Wesen. e eme e 10. Juli in Gernsheim.(gez.) von Rauch. von Uslar. 1855—— 5
Steckbrief. Der unten signalisirte Conrad Friedrich Schreiner II. der 2. Compagnie 3. Rheinischen Infanterie Regiments Nr. 29, hat sich am 28. Mai cr. Morgens 7 Uhr aus der hiesigen Garnison entfernt und ist bis jetzt noch nicht zurückgekehrt, so daß der Verdacht der Desertion gegen hn vorliegt. Saͤmmtliche Militär- und Eivilbehörden werden hiermit ergebenst ersucht auf denselben zu vigiliren, ihn im Betretungsfalle zu verhaften und an die nächsie Militärbehörde abzuliefern. Metz den 1. Juni 1878. Königliches Commando des 3. Rheinischen Infanterie-Regiments Nr. 29. Signalement. Vor- und Zuname: Conrad Friedrich Schreiner II., Geburts-Ort: Klein-Karben, Kreis Friedberg, Großherzogthum bessen. Geboten: den 26. Februar 1856, Religion evangelisch, Gewerbe Schuhmacher, Größe 1am 69 em, Haare schwarz, Stirn flach, Augen sowarz, Nase spitz, Mund klein, Zähne gesund, Bart ohne, Kinn rund, Gesichtsfarbe blaß, Gesichtsbildung länglich, Statur kräftig, Sprache deutsch, Asendere Kennzeichen keine. Bei seiner Entweichung war derselbe bekleidet mit: 1) einem Waffenrock, 2) einer Halsbinde, 3) einer Tuchhose, 4) einem bemde, 5) einem Paar langschäftigen Stiefel, 6) einem Leibriemen mit Schloß und Seitengewehr Nr. 86, 7) einer eigenen Mütze.
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Deutsches Reich. Das 4 Uhr 30 Minuten Nachmittags ausgegebene] Verbrechers bei. Auf die Frage:„Hast Du Geld Berlin, 3. Juni. Der Kalser hatte eine leid-J Bulletin sagt: Der Gesundheitszustand ist befrie-[ bekommen?“ antwortete Nobiling:„Nein!“ Auf iche Nacht und frühstückte gegen 7 Uhr Morgens. digend, der Kaiser hat geschlafen und etwas Nahr- die weitere Frage:„Hat Dich das Loos getroffen b“ Laut Bulletin von heute Morgen brachte der Kaiser ung zu sich genommen. Der Kaiser äußerte große erwiederte der Verbrecher:„Ach Gott!“ Staat, die Nacht ruhig zu und haben die Schmerzen etwas Sehnsucht nach dem Kronprinzen.— Der Verbrecher anwalt Thessendorf:„Es ist also ein Complot? nachgelassen. Das Befinden des Kaisers ist fort- schoß mit einem Dreyse'schen Central-Feuergewehr. Nobiling:„Ja!“ Staatsanwalt Thessendors:„Wer tauernd befriedigend. Er ist bei leutseligster Laune Sein Selbstmordversuch mißlang, jedoch ist er am sind Ihre Mitschuldigen 90 Robiling„Das darf und nimmt vollen Antheil an den zahllosen von Kopfe rechts stark verletzt, deshalb war die Fort- ich nicht sagen.“ Der Zustand Nobiling's ist
ung.„nd auswärts eingehenden Kundgebungen der Sympa setzung des Verhörs bis jezt untbunlich. Bel E 14 9 e hie. Prinz Karl von Preußen und der Großherzog selinem ersten Verhör erwiederte er auf die Frage: erwarten. Die in 185 doe bon Weimar sind heute früh, die Kaiserin und ob er politische Motive habe:„Das ist melnef desselben sind vernommen worden. Die Aussagen
1 g a 8 0 i ‚ Hause, wo Robiling wohnte 1 9 die Großherzogin von Baden am Vormittag um Sache; nach mir werden Andere kommen!“ Er von Bediensteten in dem Hause, 9 5
„ eee“ Uhr,. um 5 Uhr eingetroffen. o Das dt c ein möblirtes Zimmer bei einer Familie ergeben, daß derselbe während der letzten Zeit stets Aünpeinzliche Paar taff Abends um 10 uhr, der Leoy, die über sein Vorleben günssig aussagt. in frühester Morgenßunde Personen in Arbeits- ö loßherjog von Baden trifft morgen früh ein.— Dem gestrigen Verhör wohnte die Mutter des kleidung bei sich empfing, welche ebenso still gingen 1


