für unbegründet bezeichnet. Es verlautet, Bratiano
unterhandle über den Uebertritt der rumänischen Armee auf österreichisches Gebiet, falls die Russen erstere entwaffnen wollten.
— 3. April. Das Herrenbaue hat die Ueber- weisung der Angelegenheit der 80 Millionenschuld an die Quotendeputation ohne Debatte angenommen.
Pest, 3. April. Im Unterhause interpellirte Banbidy die Regierung, ob dieselbe dahin wirken wolle, daß die Integrität des rumänischen Gebiets erhallen werde. In Betreff der Friedens- Be— dingungen ist eine Interpellation von Iranyi ge- stellt worden.
Frankreich. Versailles, 2. April. Der Senat votirte den Gesetzentwurf, welcher die Posttaxe für Briefe und Zeitungen im Innern des Landes herabsetzt und vertagte sich sodann bis zum 29. April.— Die Kammer nahm das Belager- ungszustandsgesetz mit den vom Senat beschlossenen Modificationen an. Finauz⸗Minister Leon Say legte das Budget für 1879 vor; darin sind die Einnahmen zu 2714 Millionen, die Ausgaben zu 2713 Millionen veranschlagt. Die Ausgaben des Kriegs⸗Budgets haben sich um 14 Millionen, die des Marine Budgets um 3 Millionen vermehrt. Ein Credit von 248 Millionen ist in das Budget für 1879 zur Ausführung der von dem Arbeiten- Minister Freyeinet projektirten öffentlichen Arbeiten eingestellt worden.
Großbritannien. London. Durch im Amtsblatt veröffentlichte königliche Verordnung werden die Reserven angewiesen, sich vor dem 19. April an den vom Kriegsminister bezeichneten Orten einzufinden.
— 3. April. Dem„Standard“ zufolge hälte die Regierung beschlossen, den Herzog von Edin— burg unverzüglich vom Mittelmeer abzuberufen. Die Canal⸗Flotte gehe wahrscheinlich demnächst nach dem Piräus.— Der Erzbischof von Canter bury hat im Hinblick auf die ernste Krisis Friedens- Gebete angeordnet. Das„Amtsblatt“ ver- öffentlicht die Ernennung W. N. Jocelyn's,
gegenwärtig Secretär der britischen Botschaft in sichtlich
Constantinopel, zum Geschäftsträger füe Baden und Hessen⸗Darmstadt.— Dem Vernehmen nach wird Sandon zum Präsidenten des Handelsamtes an Adderley's Stelle ernannt werden, welcher Peer wird.
— 4. April. Unterhaus. Schatzkanzler North— cole veranschlagt das Deficit des beginnenden Finanzjahres auf 5,300,000 Estl. und schlägt die Erhöhung der Einkommensteuer um 2 Pence und des Tabaks Zolles um 4 Pence pr. Pfd. vor, wodurch in Verbindung mit einer weiteren gering fügigen Steuererhöhung 3,750,000 Lstl. aufge- bracht würden; die übrigen 1,550,000 Lstl. des Deficits wären anf das nächste Finanzjahr zu übertragen.
Italien. Rom. Der Staats Secretär Franchi hat auf Geheiß des Papstes alle preußischen Bischöfe aufgefordert, über die in den verschiedenen Diöcesen herrschenden Zustände ausführlich Bericht zu erstatten, und zwar mit eingehender Darstellung der Wechsel⸗ Fälle, die seit 1872 eingetreten. Dabei soklen auch die Gründe angegeben werden, weß— halb einzelne Bischöfe nicht belästigt worden sind, und außerdem soll ausgeführt werden, in welchem Maßze die Maigesetze zur Anwendung kommen, und welche Mittel es gebe, den Straf-Bestimm⸗ ungen auszuweichen.
— Minghetti, Corbetta, Sella und Maurogo- nato erktärten ihren Austritt aus der Budget- Commission, weil sie der Ansicht sind, daß die Rechte durch vier Mitglieder(unter 30) nicht ge— nügend in dieser Commisston vertreten sei.
Türkei. Constantinopel, 2. April. Ein Telegramm des„Standard“ meldet: Da die Russen fürchten, die Türkei werde im Falle eines eng- lisch russischen Krieges ihre Neutralität behaupten, so verlangte der Dragoman Onou die Räumung der Forts an den beiden Ufern des Bosporus, die Uebergabe Gallipolis, Bulairs, Maschlaks, Makrikais, und die Ueberlassung mehrerer Kasernen und Hospitäler. Großfürst Nikolaus betreibt diese Forderungen, welche als Ultimatum angesehen werden. Der Sultan und Vefik Pascha sind gegen dieselben.
22. April. Die„Pol. Corr.“ meldet: Es wird eine neuerliche Bewegung der Russen gegen Gallipoli signalisitrt. Es geht das Gerücht, die Auslieferung der türkischen Gefangenen sei auf unbestimmte Zeit verschoben. Die Türken befestigen inzwischen Bujukdere. In San Stefano treffen täglich russische Dampfer mit großen Proviant ladungen ein.
— 3. April. Der Kriegs- Minister stattete dem Großfürsten Nikolaus vor dessen Abreise nach San Stefano einen Besuch ab. Der Großfürst wird morgen wieder hier erwartet. Das die kaiserliche Escorte bildende Detachement russischer Truppen schifft sich morgen in San Stefano nach Rußland ein.
Rumänien. Bukarest. Der in Wien weilende Minister-Präsident Bratiano soll seine Mission auch nach Berlin ausdehnen. Eine von den beiden Kammern eingesetzte Commisston arbeitet einen an die Großmächte zu richtenden Protest gegen den Vertrag von San Stefano aus. Zwei russische Armee-Corps in Bulgarien erhielten Ordre zum Rückmarsch nach Rumänien, um zwischen Giurgewo und Bukarest Aufstellung zu nehmen. Es berrsche die Befürchtung, die Russen möchten sodann über ganz Rumänien den Belagerungs- zustand verhängen.
Griechenland. Athen. Die Aufständischen in Thessalien haben sich nach der Niederlage von Makrinitza an die Grenze zurückgezogen. Italienische und englische Schiffe sind beordert, bedrohte Familien aufzunehmen. Das amerikanische Schiff„Marion“ ist von Smyrna nach Volo abgesegelt. Hobart Pascha's Geschwader hat Volo verlassen, mit welcher Bestimmung, ist nicht bekannt.
Rußland. Petersburg, 2. April. General Ignatieff ist Abends hier eingetroffen. Gegenüber der Meldung von Wiener Blättern, daß die Mission Ignatieff's gescheitert sei, hebt die„Agence Russe“ hervor: der General habe gar keine Vollmacht gehabt, ein Abkommen zu treffen, sei vielmehr nur beauftragt gewesen, hin— des Friedensvertrages freundschaftliche Erklärungen abzugeben und entgegenzunehmen; bei einer solchen Mission könne von Scheitern nicht die Rede sein.
— Von der serbisch-bulgarischen Grenze wird berichte: Alle nördlich des Balkans stehenden russischen Truppen werden näher an die Donau gezogen: von denselben werden allenthalben neue Befestigungen angelegt und die alten verstärkt. In Sophia sind zahlreiche russische Streilkräfte concentrirt. Auch südlich des Balkans rücken die Russen in enge concentrirte Stellungen ein, eben— falls alle wichtigen Positionen befestigend.
— 3. April. General Ignatieff wurde heute vom Kaiser empfangen und hatte eine Conferenz mit dem Fürsten Gortschakoff. Die„Agence Russe“ bespricht die Circular⸗Depesche Salisbury's, deren voller Text ihr noch nicht vorliege. Sie sagt: Wenn der Zweck der Depesche der sei, den Con- greß abzulehnen, so sei der Zweck erreicht; wenn aber der Zweck der sei, schriftliche Erörterungen von Cabinet zu Cabinet zu eröffnen, so würden solche außerordentlich lange dauern, da die De— pesche wohl Kritiken enthalte, aber keine Vorschläge.
Amerika. Washington. Die Justiz- Commission der Repräsentanten-Kammer genehmigte die Bill, betreffend die Bezahlung der vom Genfer Schiedsgericht in der Alabama Angelegenheit der amerikanischen Regierung zugesprochenen Ent— schädigungs-Summe nebst Zinsen.
Aus Stadt und Land.
Gießen. Der Schwurgerichtshof verurtheilte ferner: am 2. April den Joh. Heinrich Heckeroch von Nieder⸗ Weimar wegen Diebstahls zu einer Zuchthausstrase von 5 Jahren, sowie zum Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und den Johannes Helfenbein von Stockhausen, wohnhaft in Friedberg, wegen Meineids zu einer Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 3 Monaten, sowte zur Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte; am 3. April den Johannes Langwasser, Schäfer von Rölhges, wegen Körperverletzung in eine Gefängnißstrase von 1 Jahr und 6 Monalen.
Allerlei. Hanau. Vor einigen Tagen hat ein verkommener
Mensch, während seine Frau zur Fabrikarbeit war, sein eigenes Kind, einen Säugling von drei Monazen, miß⸗
bandelt und getödtet.
Richterspruch, indem er sich
Durchbruch für hinter sich hatte, der ihm nachgeholfen hätte, verrielh das Ziel und die Richtung der Flüchtlinge, so daß man sie daselbst nur in Empfang zu nehmen brauchte, um sie hier wieder einzuliefern.
Berlin, 3. April. In bem Verleumdungs-Proceß gegen v. Diest⸗Daber erkannte das Ober tribunal auf Zurückweisung der Nichtigkeiis Beschwerde des Angeklagten; die in der unteren Justanz gegen denselben erkannte Strase von drei Monaten Gefängniß ist somit rechts keäftia geworden.
Handel und Verkehr.
Gießen, 4. April. Auf dem am 2. und 3. April abgehaltenen Viehmarkte waren aufgetrieben: 1630 Stück Rindvieh und 839 Schweine; Preise sehr hoch. Nächster Markt am 30. April.
Frankfurt, 3. April. Der heutige Heu- und Stroh⸗ Markt war gut befahren. Heu kostete je nach Qual, per Cent. M 2.40 3.40, Stroh per Cent. M. 2.—2 40, Butter im Großen 1. Qual. M. 1.15— 20, 2. Qual. M. 1 10 im Detail 1. Qual. M. 1.3040, 2. Qual. M. 1 15 20. Eier per 100 M. 4.50— 6.50 Kartoffeln M. 7—7 50. Erbsen geschälte(per 100 Kilogr.) M. 28— 32, ganze Erbsen M. 24— 26. Bohnen M. 25.— 28. Linsen M. 27— 35, Fleischpreise: Ochsenfleisch per Pfund 70—75 Pf. Kuh— und Rindfleisch 55—64 Pf., Schweinefleisch 70 75 Pf. Hammelfleisch 55—68 Pf., Kalbfleisch 60— 70 Pf.
Frankfurt, 5 April. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1. M. 42., Nr 2 M. 38., Nr. 3 M. 34., Nr. 4 M. 30, Nr. 5 M. 24. Roggenmehl/(Berliner Marke) M. 25., (do. II. Berliner Marke) M. 21. Wafzen ab Bahnhof hier M. 24 50—25., ab unserer Umgegend M. 23.50—24., do,, fremder je nach Qual M. 23 50— 25.50, Roggen je nach
Qualität M. 17.— 18.25. Gerste M. 19.— 23—. Hafer M. 14.— 16.50 Erbsen M. 19— 23. Wicken M. 15 bis 17. Linsen M. 19.— 23. Rüböl, detail, M. 78.
Die Preise verstehen sich sämmtl. per 200 Pfd. Zoll⸗ gewicht= 100 Kilo.
Wir haben schon früher ein Verzeichniß der gültigen Privatbanknoten gebracht, glauben jedoch es von Zeit zu Zeit wiederholen zu sollen, um unsere Leser vor Schaden zu bewahren. Es sind gültig: 1. Badische Bank in Mannheim. 2. Bayerische Notenbank in München. 3. Bremerbank in Bremen. 4. Breslauer Bank in Bres— lau. 5. Chemnitzer Stadtbank in Chemnitz. 6. Cölnische Privatbank in Cöln. 7. Danziger Privatbank in Danzig. 8. Frankfurter Bank in Frankfurt am Main. 9. Hanno⸗ versche Bank in Hannover. 10. Leipziger Cassenverein in Leipzig. 11. Lübecker Commerzbank in Lübeck. 12. Magde⸗ burger Privatbank iu Magdeburg. 13. Posener Privat- bank in Posen. 14 Sächsische Bank in Dresden. 15. Bank für Süddeutschland in Darmstadt. 16. Württemberger Notenbank in Stuttgart. Die Verwendung der Noten anderer deutscher Privat-Notenbanken oder Corporationen zur Leistung von Zahlungen außerhalb desjenigen Landes: gebietes, für welches dieselben zugelassen sind, wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mark bestraft. Seitens der Nationalbank für das Großherzogthum Luzemburg sind neuerdings auf Reichswährung autende Banknoten in Abschitten zu 5, 10 und 20 Mk. ausgegeben worden. Die Verwendung dieser Banknoten zu Zahlurgen inner— balb des Reichsgebiets ist nach§ 11 des Bankgesetzes dem 14. März 1875 verboten und wird mit Geldstrafe von 50 bis 500 Mk., im Falle gewerbsmäßiger Ver⸗ wendung daneben mit Gefängniß bis zu einem Jahre bestraft
N Geld Cours.
Frankfurt am 5 April. 1878.
20 Frankenstücke. M. 16 21—25 Englische Sovereigns„ 20 32-37 Russische Imperiales. 5„ V 16 67—72 Holländische fl. 10⸗Stü ke.„106 65
Dian 0 9 52—57 Ducaten al mareo„ 9 55—60 Dollars in Gold 10 4 18 21
Italienische Macaroni, 50 Pf. per Pfd.,
Gemüse-Nudeln, 4070 55 Eiergemüse-Nudeln, 50„„ 8 Mirabellen, S0 1 Zwetschen, 30„„ 72 1244 Ph. Dau. Kümmich.
1211 Ein schön möblirtes l a Zimmer mit Cabinet
ist vom 1. Mai ab zu vermiethen. Nähres bei der Expe⸗ dition des Anzeigers.
35 Ctr. Korustorh(Handdrusch),
welches auf magerem Boden gewachsen ist, kauft Hch. Gerster, 1221 5 Hof Maurermeister.
Socken, Strümpfe und
Strumpflängen
Verbastet, entzog er sich dem 0 im Gesängniß erhenkte. Nicht lang vorher b uachen zwei schwere Verbrecher mit Lebensgefahr hier aus. Ein Dritter, ihr Zellen⸗Genosse, der nicht bi ne vermochie, weil der Mauer-
hn zu eng war und er Keinen mehr
207 für Erwachsene und Kinder billigst bei K. Friedrich.
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