die in der Geschästsordnung des Kriegs ministeriums für Kriegsperioden vorgesehene Control⸗Commission bereits zusammengetreten sei und deren Aufgabe
in der Ueberwachung der Gebahrung mit dem Truppen sistirt sei,
Mobilistrungs-Credite, sowie in der Abgabe eines Gutachtens bei größeren Beschaffungen bestebe.
— Offiziell wird veröffentlicht: Unsere Truppen besetzten am 2. d., ohne Widerstand zu finden, Drieno auf der Straße nach Trebinje. Die aus 150 Mann bestehende türkische Besatzung wird nach Ragusa escortirt. Die Mehrzahl der in Bosnien befindlichen regulären türkischen Truppen marschirt in der Richtung auf Novibazar. In Koloschin kam es zu einem Conflict zwischen der mobamedauischen Bevölkerung und zwei Bataillonen Nizams. Erstere besetzte die dortigen Forti⸗ ficationen, während die Regulären gegen Novibazar abmarschirten.
— In Serajewo erschien die erste Nummer des Amtsblattes„Bosansko Herzegovacke Nowine“. Der amtliche Theil desselben publicirt das Stand- recht und sonstige Verfügungen. Ein Leitartikel beschwichtigt und warnt. Derselbe schließt folgender- maßen:„Wenn auf die Bösen eine Hand des Kaisers zerschmetternd niederfällt, so hebt desselben Kaisers andere Hand alle Guten mit väterlicher Huld aus vierhundertjähriger Knechtschaft voll Elend und Schrecken zu Freiheit, Wohlstand und menschenwürdigem Leben empor. Beben und Zittern mögen die Schlechten! Sie werden aus⸗ gerottet! Heil und Segen allen Guten! Deß seid eingedenk bei Allem, was Ihr thut.“
— 3. Sept. Das„Wiener Tagblatt“ meldet aus Belgrad, der Oberst Horwatowies hätte tele⸗ graphirt, daß die Arnauten mit großer Macht gegen Loskowacz marschiren, und Verstärkungen verlangt, wenn er die Stadt halten solle. Das Befinden des Erzherzogs Johann Salvator, der in Kisetyak an der Ruhr erkrankte, ist ein fort schreitend gutes.
Spanien. Madrid. Im Norden unseres Landes geht es immer noch sehr wild her: Nach einer Bestimmung des hiesigen Präfecten sollen in Zukunft vier Gendarmen die Courierzüge nach der französischen Grenze begleiten, falls die Eisenbahn⸗ Gesellschaft eine Verbindung zwischen jenen und den Passagieren herstellt.— Dreizehn Mitglieder der zersprengten Estremadura-Bande sind zu acht⸗ jährigem Gefängniß verurtheilt worden.— Zu Lorima, in der Nähe von Cadix, ist ein neues Complot entdeckt worden. Die Polizei über- raschte zwei denselben Angehörige und fand dabei eine Kiste mit Projectilen und eine Liste von zehn Verschworenen; von diesen wurden acht verhaftet.
Italien. Rom. Das Ministerium hat der Botschaft in Wien und der Gesandtschaft in Constantinopel auf's Dringendste anempsohlen, schleunige Erkundigungen in Betreff der Ermord; ung des Generalconsuls in Serajewo, Perrod, einzuholen.
— Die„Italie“ erklärt, das Ministerium habe keinerlei Nachricht in Betreff der dem Re— präsentanten Italiens in Tanger zugefügten Be⸗ leidigungen empfangen.
— 2. Sept. Es bestätigt sich, italienische Consul, Perrod, am 1. August in der Umgebung von Sabela ermordet wurde.— Der Ministerrath hat heute die Wiedererrichtung des Ministeriums für Ackerbau und Handel mit dem 1. October endgültig beschlossen.
Türkei. Constantinopel. Der Sultan hat an den Kaiser von Rußland eine Mittheilung über die Gewaltthaten telegraphirt, denen die Muselmanen Seitens der Bulgaren ausgesetzt seien, und dringende Befehle des Kaisers zur Ab— hülfe erbeten. Der Kaiser antwortete auf diese
Truppen besetzt,
daß der
Die Forderung Rußlands sei ermäßigt worden. Die„Times“ schreibt: Die Meldung, daß die Einschiffung der rufsischen ist unbegründet.— Der Stand der griechischen Frage ist vorläufig unverändert indessen wird die Vermittlung der Mächte als nahe bevorstehend angesehen.— Trotz des Ab- marsches der russischen Garden ist die Umgebung von Konstantinopel nach wie vor von russischen weshalb auch die britische Flotte in den Dardanellen verbleibt.— Nach auf der Pforte eingelaufenen Berichten Mehemed Ali's soll derselbe in Prizrend eine sehr oppositionelle Stimm; ung vorgefunden haben. Der mit ihm eingetroffene Telegraphenbeamte ist meuchlings ermordet worden. Mehemed Ali weilt augenblicklich in Nakova.— Die Pforte ließ vorgestern Derwisch Pascha er- neuerte Ordre wegen der Räumung von Batum zugehen.
— Die Regierung bringt zur Kenntniß, daß sich ein gewisser Achmed Pascha aus Kozan, welcher seit einiger Zeit hier lebte, kürzlich nach Kozan begeben, 150 bis 200 Abenteurer um sich geschaart und sich an deren Spitze gestellt habe. Er habe hierauf Unruhen hervorzurufen und sich der Gewalt zu bemächtigen gesucht. Die Einwohner hätten Widerstand geleistet und sei es zu einem Zusammen⸗ stoß gekommen. Um weitere Ruhestörungen von vornherein zu verhindern, habe die Regierung einige Bataillone abgesandt.
Montenegro. Cettinje, 1. Sept. In Trebinje ist ein Aufstand ausgebrochen. Die Insurgenten kämpfen gegen die regulären türkischen Truppen, welche sich weigern, ihnen die Citadelle zu überlassen.
— Drei Töchter des Fürsten von Montenegro reisten heute von Cettinje über Triest nach Peters burg ab.
Rußland. Petersburg. Der„Regier⸗ ungsbote“ veröffentlicht einen längeren Artikel, worin ausgeführt wird, daß Angesichts einer Reihe verbrecherischer Thaten Seitens einer Menge schlimmgesinnter Personen, welche am 16. August in der Ermordung des Chefs der Gendarmerie, Generals Mensenzew gipfelten, die Geduld der Regierung gänzlich erschöpft ist. Außer Mensen⸗ zew wurden erdolcht: ein geheimer Polizeiagent in Rostoff, der Chef der Gendarmen in Charkow, der Chef der Geheimpolizei in Taganrog, und ein Gendarmerie-Oberst in Pultawa. Fast alle höheren Beamten des Reiches haben„Todes- urtheile“ per Post zugeschickt bekommen. Die Regierung erachtet es für ihre Pflicht gegenüber jedem ehrlichen russischen Bürger dessen öffentliches und Privatleben, sowie dessen Eigenthumsrechte vor Rechts verletzungen zu schützen, welche die ruhige und rechtsmäßige Entwickelung des Staats lebens stören. Die Regierung wird fortan mit unbeugsamer Strenge die Leute verfolgen, welche sich als schuldig oder mitschuldig an den gegen die existirende Staats- Ordnung, die Grundlagen des öffentlichen und Familien Wesens, sowie die Eigenthumsrechte gerichteten Plänen erweisen. Doch bei aller Energie der Maßnahmen der Regierung, muß letztere ihre Stütze in der Gesellschaft selbst finden. Deßwegen ruft dieselbe die Hülfe aller Stände des russischen Volks herbei, um das Uebel aus zurotten, welches in falschen Lehren wurzelt, Das russische Volk und seige besten Vertreter müssen durch Thaten beweisen, daß in ihrer Mitte derartige Verbrecher keinen Platz haben, daß sie der Regierung helfen werden, den gemeinschaftlichen Feind auszurotten. Schließlich ermahnt die Re- gierung die studirende junge Generation, die schweren Folgen reiflich zu überlegen, denen letztere sich aussetzt, indem sie in ibrer Mitte die
lungen schweben.
Mittheilung des Sultans am Freitag: Er be⸗ dauere, wenn Gewaltthaten vorgekommen seien, halte aber die Berichte für übertrieben, da die russischen Generäle und Commissäre die strengsten Befehle hätten, alle gewaltthätigen Handlungen zu verhindern und zu bestrafen.
— Der„Standard“ meldet von hier, daß zwischen Fürst Labanoff und Sapfet Pascha be⸗ züglich der Kriegsentschädigung und der Verpfleg⸗ ungskosten der türkischen Gefangenen Unterhand⸗
verbreiteten falschen Doctrinen aufnimmt.
— 2. Sept. Der„Daily News“ wird aus Trapezunt berichtet, daß ein Versuch der Lahzen, sich der Munition zu bemächtigen, hintertrieben wurde.
Batums.
bevor.
Die Russen verweigerten jeden weiteren Ausschub der im Gange befindlichen Räumung Nachrichten aus Kutais zufolge steht die Räumung Artwins durch die Türken demnächst Turson, Sameba und Kirvik sind von
Warschau, 29. Aug. Am Sonntag Abend wurde in Alexandrowo ein von bier kommender junger Mann im Alter von 22—23 Jahren durch den Chef der Gendarmerie aus Warschau ver⸗ haftet. Der junge Mann hatte zwar einen regel⸗ recht lautenden Paß; seine Gesichtszüge, Haar und Statur sollen jedoch angeblich mit denen des muthmaßlichen Mörders des Generals Mensenzew übereinstimmen. Sehr gravirend für den Ver- hafteten war eine Schnittwunde an der Hand, über welche derselbe nicht genügend Auskunft geben konnte. Der Gendarmerie-Chef berichtete aus-
der telegraphische Bescheid eintraf, den Verhafteten unter strengster Eskorte nach Petersburg zu bringen. In Folge dessen wurde der junge Mann gefesselt und gestern früh in einem besonderen Waggon unter Begleitung mehrerer Gendarmen nach Peters, burg abgesührt. Ob die russische Polizei den wahren Mörder ergriffen hat, wird erst die weitere Untersuchung lehren.
Amerika. Washington. Die Staats- schuld hat im Monat August um 647,600 Doll. abgenommen. In der Staats- Casse befanden sich am 31. August 238,421,000 Doll. in Gold und 2,122,000 Doll. Papiergeld.
New Orleans, 31. Aug. Die Gelbe⸗ Fieber Epidemie dauert mit ununterbrochener Heftigkeit fort. In den jüngsten Tagen kamen auch Erkrankungen vor in Jackson(Mississippi), Mobili(Alabama) und Hickmen(Kentuck!).
— 2. Sept. Am gelben Fieber sind hier gestern 88, in Memphis 81, in Vicksburg 27 Personen gestorben. Auch Aerzte erlagen det Epidemie. Man fürchtet, daß Letztere, welche sich auch zwischen Memphis und Louisville ausbreitete, in Betreff der Sterblichkeit ihren höchsten Punkt noch nicht erreicht hat. In den betroffenen Districten herrscht allgemeine Entmuthigung. Tausende von Personen leben von der öffentlichen Mildthätigkeit. Von der Bevölkerung von Port Gisson(Mississippi) flohen 1200 Personen aus Furcht vor dem gelben Fieber. Es blieben 555 im Octe zurück. Davon sind bisher nur etwa 100 von der Krankheit ver- schont geblieben; 400 liegen krank darnieder, die übrigen sind gestorben. Man ist eifrig bemüht, den Unglücklichen Hülfe und Nahrungsmittel zu- zuführen.
Aus Stadt und Land.
A Friedberg. In der am 28. vorigen Monats flatigehabten Landtagswahl⸗Versammlung erflattete der bis⸗ herige Vertreter unseret Stadt, Buchhändler Sctiba, einen eingehenden und beifällig aufgenommenen Bericht über die Wirksamkeil des nunmehr beendeten Landtags, und wurde, nachdem der Redner sich entfernt, von der Versammlung einmüthig beschlossen, denselben für die bevorstehende Neu⸗ wahl wieder als Candidaten vorzuschlagen und demgemäß auch die seitherigen Wahlmänner, soweit sie noch vorhan⸗ den sind und bei der letzten Wahl nicht gegen Scriba ge⸗ stimmt haben, unter Ersatz der Abgegangenen durch andere gesinnungstüchtige Männer, zur Wiederwahl in Vorschlag gebracht. Die Namen dieser von der Versammlung auf⸗ gestellten Wahlmänner ⸗Candidaten sollen vor dem Wahl⸗ termin(10. September) zeitig genug veröffentlicht werden.
-t-. Friedberg. Aus Anlaß des am 18. August in später Abendstunde in der Usagasse durch einen be⸗ trunkenen fremden Schustergesellen verübten Nachtscandal, welcher, wie stadibekannt, in Folge dessen mit einem gleich⸗ falls fremden Steinhauergesellen in Streit gerieth und von demselben mit einem Messer verwundet wurde, so daß er in das Hospital, der Messerbelb aber ins Untersuch⸗ ungsgefängniß verbracht wurde, hal der in Leipzig erschei⸗ nende„Vorwärts, Central⸗Organ der Social⸗ Demokraten Deutschlands? in seiner Nr. 101 vom 28. August den nachstehend wörtlich abgedruckten Artikel veröffentlicht:„Ein Attentat scheußlichster Art ist am 18. d. Mis. in Friedberg, Großherzogthum Hessen, verübt worden. Ein junger, als friedfertig bekannter Mann wurde am Abend des genannten Tages von einem Individuum meuchlerisch überfallen und mit zwei Dolchstichen ver⸗ wundet. Das Opfer dieses fluchwürdigen Altentats, Schuh⸗ machergeselle Rödler, wird schwerlich mit dem Leben davon⸗ kommen. Der Meuchler, der sich durch die während der That ausgestoßenen Worte:„Die Socialdemokraten wollen wir vernichten!“ als Oronungsbandit legitimirte, ist leider enisprungen. Wir haben hier eine Frucht der insamen Hetzerei, welche seit Mitte Mai von reichs treuer Seite systematisch beirieben worden sind. Wir fordern die Be⸗ hörden auf, endlich einmal die„Schule des Verbrechens“ zu schließen, und durch ein kräftiges Gesetz den Ausschreit⸗ ungen der reichstreuen„Mordbuben“, die sich heuchlerischer Weise Vertreter der Oroͤnung tituliren, wirksam zu steuern, Nieder mil den Attentätern!“ Der Friedberger Correspon⸗ dent des„Vorwärts“ aber, der sich nicht scheut, solche
den Russen bereits besetzt worden.
insame Lügen in die Welt zu schleudern, eine Schlägerei
führlich nach Petersburg, von wo gestern Morgen
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