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1878.
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Dienstag den 5. März.
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Oberhessischer Anzeiger.
Wird bier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.
arreisblatt fur den Artis Friedberg.
Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.
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Betreffend: Das Landgestüt, hier den Abgang der Landgestütsbeschäler auf die Landgestütsstationen.
Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeiste reien. Sie wollen alsbald zur öffentlichen Kenutniß bringen, daß die Großherzoglichen Landgestütebeschäler für die Landgestütsstationen Berstadt,
Düdelsbeim und Nieder- Wöllstadt von Darmstad
t abgegangen sind.
Friedberg den 4. März 1878.
Dr., raden
Deutsches Reich.
Darmstadt. Der Forstaccessist Thurn aus Höchst wurde zum Obersörster in Mönchhof und der Forstaccessist Hoffmann aus Ober Obmen zum Obersörster in Vadenrod ernannt; der Rechnungs- rath Petsch wurde auf Nachsuchen in den Ruhe- stand versetzt.
Berlin, 28. Febr. Wie heute im Reichs- tage erzählte wurde, ist das gestern vom Finanz— Minister Camphausen dem König persönlich über— teichte Entlassungs-Gesuch in einer so bestimmten
Pest, 28. Febr. Im Unterhause stellte Simonyi eine Interpellation, betreffend die Hinrichtung öster- reichisch ungarischer Unterthanen in der Türkei durch die Russen. Minister-Präsident von Tisza erklärte, er werde die Interpellation spͤter beant— worten; Seitens des Ministeriums des Auswärtigen würden Erhebungen veranstaltet werden, um die Richtigkeit der bezüglichen Angaben zu ermitteln.
Frankreich. Paris. Unter den hiesigen Besitzern türkischer Staatspapiere herrscht große Aufregung: dieselben erklären, da die Türkei no-
Ferm gehalten, daß Camphausen genöthigt sein torisch zahlungsunfähig sei, so habe Rußland nicht würde, seinen Abschied von Neuem zu erbitten] das Recht, eine Kriegs-Eutschädigung zu fordern, und ihn als dringlich und unerläßlich hinzustellen, welche in Wahrbeit auf Kosten der lürkischen falls der König geneigt sein sollte, das Demissions-] Staats- Gläubiger erhoben werden würde; es Gesuch nicht anzunehmen. Es wird allgemein] werden entsprechende Vorstellungen an die Con- angenommen, der Finanz⸗Minister werde die Ge- ferenz vorbereitet.
nehmigung seines Gesuches, welches dem König Versailles, 1. März. Im Senat bean- zu übermitteln Fürst Bismarck sich weigerte, an tragte der Kriegs- Minister die Vertagung der allerhöchster Stelle durchsetzen. Die Entschlicßung Discussion über das Generalstabs-Gesetz; alsdann ves Kalsers ist jedoch gutem Vernehmen nach da- werde er eine Vorlage einbringen, welche das hin ergangen, daß zur Zeit ein Grund für das gestern vom Senat angenommene Princip zulasse Entlassungsgesuch nicht vorliege und der Minister und es der Regitrung anbeimgebe, die Details zunächst die Beschlüsse des Reichstages über die zu regeln, wie solches in Italien Geltung habe. Steuer-Vorlagen abwarten möge. Der Senat nahm den Antrag des Ministers an. e 2. März. Reichstag. Eingegangen ist! Großbritannien. London, 1. März. die Uebersicht der Einnahmen und Ausgaben des Der„Daily Telegraph“ läßt sich melden: Die Verwaltungs Jahres 1876/77. Bei Fortsetzung britische Regierung informirte den Fürsten Gort— der zweiten Berathung des Etats des Reichs- schakoff, sie werde ihren Botschafter Lord Loftus kanzler- Amts und des Bundesraths rechtfertigt abberusen, wenn die Russen mit oder ohne Zu— der Director des Reichs-Gesundbeits Amts dieses stimmung der Pforte in Constantinopel einrücken gegen die von Reichensperger erbobenen Vorwürfe; sollten. Eine anderweitige Bestätigung dieser dasselbe habe in jeder Richtung seine Pflicht ge- Meldung liegt jedoch bis jetzt nicht vor. than und, soweit seine Kräfte reichten, insbesondere— 1. März. Im Oberhause theilte Derby eine ssorgfältige Controle über den Verkauf der auf Befragen Granville's mit: er habe Grund Lebensmittel ausgeübt. Die Impf- Gesetz- Frage zu glauben, daß morgen der Frieden unterzeichnet werde geprüft und, falls es angezeigt erscheine, werden würde; von vielen Seiten seien ihm Ge das bestehende Gesetz abgeändert werden. Das rüchte zugegangen, und er hoffe dieselben seien Haus bewilligte darauf die verlangte Mehrforder- wahr, wonach Rußland auf die Abtretung der ung für das Reichs Gesundheits⸗ Amt. Nach türkischen Flotte verzichte.
einer unerheblichen Debatte über das Patentamt— Das Marine-Budget weist einen Zuwachs wird der Rest des Etats des Reichstanzleramts von 85,000 Pfd. St. gegen das vorjährige auf, von und des Bundesraths unverändert genebmigt und welchem Betrage 42,000 Pfd. St. auf den Trans- der Auslieserungs Vertrag mit Brasilien in dritter port von Truppen und anderen Armeedienst kommen. Lesung angenommen. Es folgte hierauf die erste Es wird beabsichtigt, vier neue Panzerschisse erster Lesung der Gesetz Entwürfe über die Abänderung Classe zu bauen. Cadogan wurde zum Unter— der Gewerbe-Ordnung und der Gewerbe-Gerichte. Staals- Secretär der Colonien und Bury zum Der Präsident des Reichskanzleramts constatirt, Unter ⸗ Staats, Secretär im Kriegs-Amt ernannt. daß das Berürfniß einer Reviston der Gewerbe- Spanien. Madrid, 2. März. Ein in Ordnung von allen Parteien anerkannt werde.] der Sitzung der Cortes verlesenes Telegramm des Abg. Ackermann kündigt Anträge an, welche sich General- Gouverneurs Martinez Campos bestätigt auf Beschränkung der Schank-Concessionen, der Wanderlager und Waaren- Auctionen beziehen. Cuba mitsammt dem Central Ausschusse. Die Präsident Hofmann tbeilt mit, daß ein Entwurf Cortes votirten Glückwünsche an den König, die über Beschränkung der Schank⸗Concessionen von Regierung, die Generäle und die Armee auf Cuba. der preußischen Regierung bereits ausgearbeitet Alle Mitglieder der Cortes und die Minister be— werde und demnächst an den Bundeerath und gaben sich darauf in das Palais, dem Könige die den Reichstag gelangen werde. Auch bezüglich Glückwünsche in corpore darzubringen.
der Wanderlager und Waaren- Auctionen seien Italien. Rom, 1. März. Um etwaigen Erörterungen eingeleitet, jedoch noch zu keinem Demonstrationen vorzubeugen, beschloß der Papst, Resultat gediehen. nach der Krönung in der sixtinischen Capelle keine
die Unterwerfung fast sämmtlicher Insurgenten auf
friedliebende Haltung des Papstes nehmen nach der„K. Z.“ zu. Bezüglich Italiens gab Leo XIII. einer Congregation von Cardinälen eine Erklärung ab, die einen tiefen Eindruck machte; er sagte nämlich, daß jede unnütze Aufrtizung der Massen oder der Regitrung vermieden und Unvermeidliches hingenommen werden müsse, so weit die Sphäre des Glaubens und der Moral nicht in Mitleiden⸗ schaft gezogen werde. Dem Namen Leo, den der neue Papst angenommen, hat man mit größerem oder geringerem Geschick besondere Beziehungen und historische Anspielungen unterlegen wollen: die einfachste Erklärung von allen— schreibt die „A. Z.“— ist wohl in dem Umstand enthalten, daß in dem Calendarium Romanum der 20. Febr., der Tag der Papst-Wabl, dem hl. Leo geweiht ist. Nicht so sehr der Name Leo XIII., den der neue Papst erwählte, als die negative Thatsache, daß er nicht den Namen Pius X. annahm, hat politische Bedeutung.
Türkei. Constantinopel. Die von
türkischer Seite erhobenen Schwicrigkeiten bei den Friedens- Verhandlungen dauern sort. Der türkische Vorschlag wegen Vertagung des formellen Friedens- schlusses bis zum Zusammentreten der Conferenz wurde russischerseits kategorisch zurückgewiesen. — 2. März. Die britische Flotte geht wahr⸗ scheinlich nach Jamid. Der Gouverneur der Dardanellen empfing vom Seraskierat die Weisung, keinen weiteren fremden Kriegs- Schiffen die Ein⸗ fahrt in das Marmara Meer zu gestatten. Mel⸗ dungen, welche der„Pol. Corr.“ von hier zu⸗ gehen, stellen den Einmarsch eines Theiles der russischen Armee in Constantinopel als nächst zu gewärtigende Eventualität übereinstimmend in Aus- sicht und zwar unabhängig von der Unterzeichnung des Friedens-Vertrages oder einer weiteren Ver zögerung desselben.
Serbien. Belgrad, 1. März. Der Fürst ist wieder hier eingetroffen; der Generalstab und das Ober-Commando verblieben in Nisch.
Montenegro. Cettinje. Rußland ver— langt far Montenegro unter Anderem die Ab— tretung des zwischen Piva, dem Lim und der Drina gelegenen Territoriums, so daß Montenegro bei Visegrad unmittelbar an Serbien angrenzen würde. Ein Bericht aus Cattaro stellt die Even— tualität eines Abbruches der in Virbazar gepflogenen türkisch-montenegrinischen Verhandlungen über die Feststellung der Demarcations-Linien in Aussicht.
Rumänien. Bukarest, 1. März. Der diplomatische Agent Rumäniens in Wien, Bala- ceanu, hat sich auf seinen Posten zurückbegeben. Zum diplomatischen Agenten in Berlin ist Georg Litcanu an Stelle von Degre ernannt worden.
Griechenland. Athen, 1. März. Die projectirte Mission Tricupis' an mehrere Höfe ist aufgeschoben. Die Position Makrinitza ist von 1800 thessalischen Jnsurgenten wieder besetzt wor den. Am Omlympos⸗ Gebirge sind 700 macedonische Insurgenten gelandet.
Ausland. kirchliche Feier in der Basilika des Vaticans ab- Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Der Kaiser zuhalten. Der Papst wird Peleglrte entsenden, um ordnet an, daß die Vornahme der Neuwahlen für den Souveräuen seine Thronbesteigung anzuzeigen. die Landtage auf den Herbst verschoben werde. Die Anzeichen für eine versöhnliche und
Nußland. Petersburg. Eine Depesche des„Golos“ aus Jassy vom 28. Febr., meldet: Unter den im Laufe des Jan. und Febr. durch Jassy transportirten Verwundeten hat sich die


