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balte bei Jasen, wurden aber entdeckt und mit Geschützfeuer vertrieben. Dieselben zogen sich in
ihren unwegsamen District zurück, die Bergfeste
Klobuk besetzend. Beim Anrücken der Divisson wurde der Insurgentenherd Grancarevo beschossen, worauf Alles bis auf die Besatzung Klobuks nach Montenegro flüchtete. Korjemcer Insurgenten sind durchweg Moha⸗ medaner; dieselben wurden in Montenegro ent: waffnet. Die Felsenveste Klobuk wurde demolirt,
weil deren Besetzung wegen Wassermangels nicht
möglich war, und in der Absicht, einem eventuellen Aufstandsversuche den Stützpunkt zu entziehen. — Die Verluste der Occupations-Armee be⸗
tragen nach den offitiellen Verlustlisten bis zum
17. September im Ganzen 1006 Todte und 3076 Verwundete, zusammen 4082 Mann(Offiziere und Mannschaften). Die Kranken sind dierbei nicht mit einbegriffen. Officielle Daten über die Zahl der Kranken liegen nicht vor. Man kann nur nach den verschiedenen, aber verläßlichen Meldungen von Kranken Transporten und deren Unterbringung im Innern des Landes eine an- nähernde Schätzung vornehmen, und nach einer solchen hat die Occupations-Armee bisher, gering gerechnet, 12,000 Kranke. Es wären somit 16,000 Mann bis Mitte Sept. aus Reih und Glied getreten.
— 1. Oct. Die Ministerkrise ist zur Thatsache geworden. Das ungarische Gesammtcabinet hat
gestern dem Kaiser sein Entlassungsgesuch überreicht.
Veranlassung hierzu war die vorherige Demission des Finanzministers Szell, welcher die exorbitante Geldforderung für die Occupation als unerfüllbar zurückwies und deshalb demissionirte, worauf die übrigen Minister sich Szell anschlossen. Der Kaiser hat noch keine Entscheidung getroffen und will zu- nächst Szell persönlich hören, welcher telegraphisch berufen, heute hier eintraf. Die Ungarn verlangen die Sistirung der Occupation sowie den Abschluß
einer Convention mit der Pforte behufs leichterer
Pacificirung des bisher besetzten Gebietes. Dies bildet den Preis für das Verbleiben des Cabinels Tisza. Heute hat unter dem Vorsitz des Kaisers darüber eine Berathung stattgefunden, an welcher Andrassy, der Kriegsminister und der General- stabschef Theil genommen haben. Wird Tisza
entlassen, so gehen angeblich auch Andrassy sowie
Auersberg. wahrscheinlich.
Pest, 30. Sept. An einem Volksmeeting, welches gestern stattfand, haben sich über 10,000 Personen betheiligt und einstimmig eine Resolution angenommen, welche die Rückziehung der Occu⸗ pationsarmee und die Versetzung der Regierung in den Anklagestand fordert. Der oppositionelle „Eötvös“ verlangte ein selbstständiges Bosnien unter österreichischer Oberhoheit. Sämmtliche Redner er— hoben die hestigsten Anklagen gegen Andrassy und Tisza. Trotz des socialistischen Versuchs zur Un- ruhestiftung nahm die Versammlung einen ruhigen Verlauf.
Großbritannien. London. Nach einem Telegramm der„Times“ aus Calcutta vom 29. v. Mis. werden die Vorbereitungen für den Feldzug nach Afghanistan auf das Energischste fortgesetzt. Ueber Schir Ali's Kriegsmacht sei nichts Genaueres bekannt. Als schwierigsten Um⸗ stand sehe man die Möglichkeit an, daß die Grenzstämme, die leicht hunderttausend Streiter zu stellen vermögen, eine feindselige Haltung an- nehmen könnten. Die indische Regierung werde von Simla nicht nach Calcutta zurückkehren, son⸗ dern nach Lahore übersiedeln, wo ein Lager ge— bildet werden solle. Hieraus gehe hervor, daß der Vicekönig auf Erhaltung des Friedens nicht hoffe. General Chamberlain sei in Simla ange- kommen. Hinsichtlich der Beweggründe, welche den Vicekönig von Indien bestimmten, die Ge⸗ sandtschaft nach Afghanistan zu entsenden, ohne die Erlaubniß des Emirs zur Ueberschreitung der Grenze abzuwarten, theilt ein Telegramm der „Times“ aus Callutta, 29. Sept, Folgendes mit: Schir Ali erklärte:„Wenn ich die Gesandtschaft sem⸗ pfangen will, werde ich sie selber einladen; mittler- weile mag sie in Peschawer meinen Willen abwarten.“
Das Verbleiben Tisza's ist indeß
Die zur Flucht gezwungenen
— 30. Sept. Der englische Geschäststräger in Petersburg übergab der russischen Reichskanzlei eine Note, welche die Anfrage enthält, wie die russische Regierung die Mission Stoljetoff's in Einklang bringen wolle mit ihren früher einge- gangenen Verpflichtungen, wonach Rußland auf Ausübung eines politischen Einflusses in Afghanistan verzichtete. Die russische Regierung erwiederte auf diese Note: sie sei stets gewillt, bestehende Verpflichtungen zu achten; was die Sendung Stoljetoff's anbelange, so habe dieselbe, obwohl unter Verbältnissen beschlossen, die nicht mehr be. ständen, doch lediglich die Bedeutung eines Aktes der Courtoisie gegen den Emir von Afghanistan. AAItalien. Rom. Der„Italie“ zufolge stehen Veränderungen im diplomatischen Personale bevor, die sich jedoch nur auf Versetzungen be; schränken würden.
— Uunterschleife und Veruntreuungen in den Staatsämtern nehmen bier nach der„N. Pr. Z.“ in einer schrecklichen Weise überhand. So wur- den z. B. in Florenz, in Neapel und in Mailand Polizeibeamte verhaftet, weil sie das Geld, das für Waffenpässe eingegangen war, für sich behalten hatten. Diebstähle und Einbrüche kommen auch sehr zahlreich vor. Aus Forli schreibt ein Journal, daß in dem Umkreise von Santa Sofia am 16. Sept. zur Marktzeit eine Diebesbande in einem Zeitraum von nur acht Stunden mehr als 62 Diebstähle verübt hat.
— Das britische Cabinet hat beschlossen, der indischen Regierung in der afghanischen Frage freie Hand zu lassen. Ein Bataillon Insanterie und fünf Batterien erhielten Marschordre nach Indien.
Türkei. Constantinopel, 29. Sept. Uater den Arabern in Montesix bei Gournah ist ein Aufstand ausgebrochen. Die telegraphische Verbindung ist unterbrochen. Es sind 2 türkische Kanonen Schaluppen dahin abgegangen.— Midhat Pascha ist gestern in Kanea auf Kreta gelandet.
— 30. Sept. Heute findet die erste Sitzung der internationalen Commission für die Organisation Ostrumeliens statt. Wiewohl der Eintritt eines türkischen Delegirten in die Commission von den Russen angefochten ist, soll doch bereits an der heutigen Sitzung ein Vertreter der Pforte theil⸗ nehmen.
ö— 30. Sept. Die britische Flotte trat vor- gestern die Fahrt nach Ardaki an, nachdem zuvor das Admiralschiff zur Begrüßung der türkischen Flagge sich nach der Serailspitze begeben hatte. „Gestern sandte der Sultan Osman Pascha zu Layard, um seinen Dank wegen des Abzuges der britiscden Flotte zu übermitteln.
— 1. Oct. Fürst Labanoff ist aus Livadia zurückgekebrt und hat die Verhandlungen mit Sasvet Pascha wegen des definitiven Friedens- Vertrages unverzüglich wieder aufgenommen. Die Pforte verlangt nicht unerhebliche Modisicationen der finanziellen Forderungen Rußlands. Der Rückzug der Russen dauert fort; dieselben räumten Silivri und Rodasto. Letzteres wurde bereits von den Türken besetzt. Dagegen bleiben die Russen in Dedeagatsch.
Rußland. Petersburg. Gegenüber den fortlaufenden Mittheilungen der auswärtigen Blätter von einem Entlassungsgesuche des Fürsten Gort- schakoff ist bis jetzt als einzige Thatsache zu con⸗ statiren, daß Fürst Gortschakoff bis heute niemals um seine Entlassung gebeten, auch bis jetzt nicht die Absicht an den Tag gelegt hat, darum zu bitten.
Aus Stadt und Land. Friedberg, 2. Oct. Gestern Abend wurden die Einwohner unserer Stadt durch einen intensiven Feuer⸗ schein nach Südosten zu erschreckt. Alles eilte nach dem Bahnhofe. Es brannte glücklicherweise nur ein großer Strohhaufen bei Fauerbach.
Butz bach, 1. Oct. Vergangenen Sonntag Nach- miitag wurde in der Nähe von Nieder Weisel von Gendarm Will dahier einer von den am 2. Sept. aus dem Gesängniß zu Mainz ausgebrochenen Siäflinge entdeckt und verhaftei.
Allerlei.
Neapel, 25. Sept. Professor Palmieri hat um sein Observatorium auf dem Vesuv einen Schlackendamm auf— wersen lassen, welcher wenigstens den ersten Andrang der Lava aufbalten und somit jeder gefährlichen Ueberraschung vorbeugen soll. Ein Theil des Kegelrandes ist eingestürzt. Nach kurzer Unterbrechung hat der Ausbruch wieder be⸗
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gonnen und es bildet sich ein neuer Kegel. Bei Mone Falco in Umbrien sind durch vier Erdsiöße 16 Häuser eingestürzt und 132 Häuser unbewohnbar geworden. In der Umgegend von Rom und Viterbo haben wolkenbruch⸗ artige Regengüsse gesiern und heute Nacht großen Schaben
angerichtet. Brücken und Häuser sind weggeschwemmiz in Canepina sind mebrere Menschen ertrunken.
T. Gewerbe⸗Ausstellung des Kreises Friedberg VII.
Der Besuch unserer Gewerbe- Ausstellung
fortdauernd ein recht guter und war namentlich
letzten Sonntag Nachmittag bei den Klängen der
Musik, begünstigt von dem köstlichen, sommerwarmen
Wetter, außerordentlich stask. Täglich kann man
beobachten, daß auch solche Personen, welche keine
Abonnementskarten besitzen, die Ausstellung wieder⸗ holt besuchen. Das Comité gibt sich auch alle
Mühe nicht nur das wohlgesällige Aussehen der Ausstellung aufrecht zu erhalten, sondern sogar durch Heranziehung neuer Gegenstände ihr frischen
Reiz zu verleihen.
In letzterer Beziehung heben wir hervor: ein elegantes Modell einer stationären Dampfmaschine von Uhrmacher Suchsland hier,
eine kleine Drillsäemaschine(Sacksches System) und
eine Serie von Drainagegeräthschaften; Beides
ausgestellt seitens hiesiger Ackerbauschule, das Modell eines Spiritus Destillations Apparats
(sog. Colonnen- Apparat) gleichfalls Eigenthum der Ackerbauschule und angefertigt von Kupfer- schmied H. Mondigler, sehr schöne späte Rosen⸗ kartoffeln von P. Weitzel auf dem Selzerbrunnen, colossale Peerleßkartoffeln von v. Helmolt dahier, eine Collection von 16 Kartoffelsorten(auf der⸗ selben Ackerparzelle ohne Stallmist nach gleichfalls nur künstlich gedüngten Kartoffeln gebaut) vom Versuchsfeld des landw. Bezirks- Vereins Friedberg, Rettige von K. Reuß hier und K. W. Hilger von Weckesheim, äußerst merkwürdig gestaltete und gezeichnete Kürbisse von J. Wolf dahier, seine Carotten- Rüben von J. Faatz hierselbst, Weißkohl von F. Konrad in Reichelsheim, Weintrauben von Bahnwärter Waddendorf in Bruchenbrückeo, reich · lich 2 Meter langen Hafer von Lehrer Loos in Södel und.... von Oekonom Diener in Ockstadt,
Der Verkauf von Loosen geht lebhaft von Statten und glauben wir, daß Diejenigen, welche noch auf solche reflectiren, nicht mehr lange mit dem Ankauf säumen sollten, da der kleine Rest sehr rasch vergriffen sein könnte. Wir glauben auch, daß jeder vernünstig Urtheilende nach Be⸗ sichtigung der in der Ausstellung mit„zur Ver ⸗ loosung angekauft“ bezeichneten Objecte zugeben muß, die betreffende Commission habe offenbar mit Sachkenntniß und Sorgfalt ihre Wahl ge⸗ troffen, um soviel wie möglich den Hoffnungen det Loosbesitzer zu entsprechen. Wir sind überzeugt, daß auch die außerhalb der Ausstellung gekauften Gegenstände nach denselben Prinzipien gewählt sind, wenn auch selbstverständlich im Allgemeinen weniger kostbar.
Bei der sich steigernden Theilnahme, welche die Ausstellung noch immer findet und dem Um⸗ stande, daß namentlich viele Schulen, wahrschein⸗ lich in Folge der eingetcetenen Ferien, unsere Aus- stellung noch nicht besucht haben, halten wir es für völlig berechtigt, daß das Comits beschlossen hat, dieselbe bis zum 13. d. M. auszudehnen und eine Abwechselung dadurch zu bewirken, daß die außer der Ausstellang angekausten Gegenstaͤnde nach Entfernung eines Theils der landw. und Garten- Producte in der geschlossenen Halle zur Aufstellung gelangen.
Handel und Verkehr.
Friedberg, 2. Oct. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfo. 90—95 Pf., Eier per Stück 7 Pf., 2 St. 13 Pf. Friedberg, 1. Oet. Waizen M. 18.—, Korn W. 14.— 16., Gerste M. 15.—17., Haser M. 12.14. Alle Preise verstehen sich auf 100 Kilo= 200 Zellpfund. Gießen, 1. Oet. Wochenmarkt Butter per Pfd. 95 Pf.— M. 1.10, Eier per Stück 6 Pf., Tauben das Paar 60 Pf., Hühner per Stück 85 Pf., Hahnen per Stück 70 Pf., Enten per Stück M. 1.70, Kartoffeln 100 Kilo M. 5.50, Ochsenfleisch 710-72 Pf. per Pfd. Kuh. und Rindfleisch 52—62 Pf, Schweinefleisch 66—68 Pf., Kalb⸗ fleisch 5660 Pf., Hammelfleisch 60— 70 Pf. Frankfurt, 30. Sept. Der heutige Viehmarkt wa ziemlich befahren. Angetrieben waren eirea 320 Ochsen, 180 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 400 Hämmel⸗
Die Preise stellten sich: Ochsen 1. Qual. M. 73.—75.
Serie und


