Ausgabe 
3.10.1878
 
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Franburt l. N.

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Enger.

ce Se tyele die Wahl des Grafen

1878.

Donnerstag den 3. October.

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»Oberhessischer Anzeiger.

Wird hier und in Nauheim Montag, Mittwoch und Freitag Abend ausgegeben.

Kreisblatt für den Kreis Friedberg.

Erscheint dreimal per Woche und zwar Dienstags, Donnerstags und Samstags.

Die einspaltige Petitzeile wird bei Annoneen mit 11 Pf. berechnet, bei größerem Tabellen- oder Ziffersatz mit 14 Pf., bei Reclamen mit 22 Pf.; ein Beleg kostet 9 Pf.

Annoncen von auswärtigen Einsendern(soweit Letztere nicht Jahres-Conto bei uns haben), welchen der Betrag nicht beigefügt ist, werden stets per Post nachgenommen.

Betreffend: Die Aufstellung und Einsendung der Voranschläge der Gemeinden des Kreises Friedberg für 1879.

Amtlicher Theil.

Friedberg am 1. October 1878.

Das Großherzogliche Kreisamt Friedberg an die Großherzoglichen Bürgermeistereien des Kreises.

Mit Bezug auf unsere Verfügung vom 20. Juli l. J., Oberhessischer Anzeiger Nr. 86, bringen wir hierdurch für diejenigen von Ihnen, welche noch damit rückständig sind, die Einsendung der Voranschläge in Erinnerung mit einer Frist von 14 Tagen und bemerken gleichzeitig, daß wir über diese Frist hinausgehende Verzögerungen ahnden werden.

General- Versammlung des landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.

Die diesjährige ordentliche General- Versammlung des landwirth schaftlichen Vereins von Oberbessen soll am Samstag den 19. October l. J., des Vormittags 11 Uhr zu Gießen im Gasthaus zum Einhorn stattfinden.

Gegenstände der Verhandlungen werden sein:

1) Erstattung des statutenmäßigen Rechenschaftsberichtes. 2) Die zweckmäßigste Anwendung künstlicher Dungmittel. 3) Die Errichtung einer landwirthschaftlichen Creditbank. 4) Die Errichtung von Molkerei Genossenschaften.

5) Die Verbesserung des Feldschutzes.

6) Die Einwirkung der Einführung indirecter Steuern a. d. Landwirthschaft. 7) Die Gründung von Arbeiter ⸗Hülfskassen auf dem Lande.

ungen sind mindestens selben einzureichen.

Der Präsident des

Dr. Ber gd en.

Nach§ 33 der Statuten muß jedes Mitglied des Vereins, welches in der Versammlung einen Vortrag zu halten wünscht, diese Absicht vor Beginn derselben dem Präsidium zu erkennen geben; schriftliche Mittheil⸗

einige Tage vor der Versammlung bei dem⸗

Der Unterzeichnete ladet hiermit die Vereinsmitglieder, sowie alle Freunde der Landwirthschaft zu dieser Versammlung ergebenst ein.

Friedelhausen am 1. October 1878.

landwirthschaftlichen Vereins von Oberhessen.

Adelbert Freiherr Nordeck zur Rabenau.

An die Großherzoglichen Bürgermeistereien in den Großherzoglichen Districts-Einnehmereien Friedberg und Nieder- Wöllstadt.

Wir ersuchen Sie, in Ihren Gemeinden durch die Schelle bekannt machen zu lassen, daß die Berichtigung der Forst- und Feldstrafen für die 4. Periode 1878 bis zum 25. October dieses Jahres an den Zahltagen Dienstags und Donnerstags ohne Mahnung anher geschehen kann. Großherzogliche Districts-Einnehmereien Friedberg und Nieder ⸗Wöllstadt.

Friedberg am 1. October 1878.

Weigel.

Nieß.

Deutsches Reich.

Friedberg. Wie dasFrankf. Journal won Mainzer Abgeordneten vernimmt, wird in lder ersten Sitzung der zweiten Kammer ein An- trag bezüglich der Einführung des directen Wahl⸗ srechtes bei den Wahlen zu dem hessischen Landtag eingebracht werden. Gleichzeitig mit diesem An- trag wird auch eine Abänderung der Wahlbezirke sempfohlen, beziehungsweise wird eine gerechte Ver tretung der größeren Städte in der Kammer be sfürwortet. Währenddem beispielsweise Mainz mit

einer Bevölkerung von 50,000 Seelen nur durch

zwei Abgeordnete in der Kammer vertreten ist, wählen kleinere Orte von 56000 Seelen einen Abgeordneten in den Landtag. die Mainzer jedoch nicht, wie das Recht der kleineren Städte, einen eigenen Abgeordneten zu wählen eigentlich entstanden ist.)

Darmstadt, 30. Sept, Der Kronprinz des Deutschen Reichs kam heute um 11 Uhr hier an, nahm das Frühstück im Großherzoglichen Palais und reiste dann mit der Kronprinzessin um 2 Uhr

(Dabei bedenken

nach Baden⸗Baden weiter.

Berlin. Es heißt, daß die gesammte Com. mission, welche mit der Untersuchung über den Antergang desGroßen Kurfürsten betraut war, in Folge des Vorgehens v. Stosch's ihre Ent; assung einreichen will.

29. Sept. Fürst Bismarck ist die ver⸗ gangene Nacht von Varzin hierher zurückgekehrt.

Die nächste Plenarsitzung des Reichstages st auf den 7. Oct. anberaumt; auf der Tages. ardnung derselben stehen Wahlprüfungen nach den mündlichen Berichten der Commission und dem

b 5 e Lesung des Socialisten- . l. 7 8 hm 8. Oct. beginnen.

Gegenüber der Meldung verschiedener Blätter, daß die Absicht bestehe, in der nächstfolgenden Reichstags Session eine Novelle zum Strafgesetz. buch vorzulegen, kann dieNordd. Allg. Ztg.

tonftatiren, daß eine solche Absicht heute nicht

estehe.

1. October. Die Commission für das Socialistengesetz begann heute die zweite Lesung. Seitens des Bundesraths waren Minister v. Eulen⸗ burg und die Minister der Mittelstaaten anwesend. Fürst Bismarck war nicht erschienen. Bei der Berathung des ersten Paragraphen erklärte Eulen⸗ burg, daß die Regierungen die aus der ersten Lesung hervorgegangene Fassung des Gesetzes im Allgemeinen für annehmbar hielten. Dieselben wünschten aber, daß in F. 1 statt des Wortes Umsturz der AusdruckUntergrabung wieder- hergestellt und ferner, daß der beantragte Zusatz: in einer den öffentlichen Frieden und die Eintracht der Berölkerungs Classen gefährdenden Weise wieder gestrichen werde. Die Beschlüsse der Com- misston in Betreff der Control Instanz würden von den Regierungen im Princip angenommen,

die Fähigkeit zum Wählen vielleicht auf die Wähler zu beschränken, welche sich mindestens zwei Jahre an dem betreffenden Wahlorte befinden. Auch dies stößt vorläufig auf großen Wiederstand. Arolsen, 30. Sept. Bei der gestern Abend stattgehabten Gala-Tafel verkündigte der Fürst die Verlobung seiner Tochter, der Prinzessin Emma, mit dem hier eingetroffenen König der Niederlande.

Ausland.

Oesterreich⸗Ungarn. Wien. Die Reise des Kaisers Franz Joseph nach Tyrol und seine Theilnahme an den dortigen Manövern scheinen, obgleich man es neulich an amtlicher Stelle ent- schieden geleugnet hat, doch eines politischen Hinter- grundes nicht zu entbehren. Aeußerungen, wie sie der Kaiser in den letzten Tagen in Tyrol ge-

dieselben wünschten aber eine Modification dahin,

daß die fünf vom Bundesrath aus den obersten Gerichtshösen des Reichs und der Einzelstaaten zu erwählenden Mitglieder auch aus den obersten Verwaltungsgerichten der Bundesstaaten entnommen werden könnten, und daß der Kaiser den Vor sitzenden und den Stellvertreter der Commisston ganz nach freier Wahl ernenne. Was den Termin für die Gültigkeit des Gesetzes anbelange, so er scheine eine Frist von Jahren viel zu gering und sei nicht acceptabel. Die Regierungen seien eigentlich gegen jeden bestimmten Termin gewesen und hätten ihrerseits keinen solchen in das Gesetz hineingebracht. Die Commisston setzte die zweite Lesung des ersten Paragraphen hierauf aus, damit die einzelnen Mitglieder Gruppen sich erst unter- einander verständigen können. F. 1a(die Genossen⸗ schafts Cassen betreffend) wurde wesentlich nach den Anträgen der Subeommisston angenommen.

Der Kaiser trifft wahrscheinlich am 17. October wieder hier ein.

Alle Gerüchte über eine Aufhebung des allgemeinen Wahlrechts sind nach zuverlässigen Mit theilungen falsch. Dagegen ventilirt man jetzt in gutunterrichteten Kreisen eine Einschränkung des- selben in dem Sinne, ob es nicht angezeigt sei,

than, sind unter allen Umständen beachtenswerth und haben im jetzigen Augenblicke wohl ihre be⸗ sondere Bedeutung. In Innsbruck sagte der Monarch zu einer Deputation, er habe sich von dem glänzenden Stande der Landesvertheidigung überzeugt und sei hochbefriedigt davon. Die Leistungen der Landesschützen, die er beobachtete haben seinen Erwartungen entsprochen. Er sei der festen Ueberzeugung, daß diese Landesschützen jedem Feinde zu begegnen wissen werden. Tyrol, fügte der Kaiser hinzu, sei aber auch einer guten Vertheidigung werth. Einer Deputation in Brixen bemerkte er, er werde keinen Fuß breit Tyroler Landes hergeben.

29. Sept. Der Feldmarschall-Lieutenan⸗ Jovanovic meldet von gestern Abend: Klobuk, de. letzte Hort der herzegowinischen Insurgenten, wurd. nach verzweifeltem Widerstande in Folge eine, fünftägigen heftigen Beschießung heute um 10 Uh, Vormittags von den kaiserlichen Truppen besetz und die Zerstörung der Felsenveste sofort begonnen. Der Verlauf war folgender: Die durch ihre Grausamkeit berüchtigten Korjemcer, verstärkt durch die Trümmer der bei Stolae zersprengten In- surgenten, lagen beim Anrücken der Diviston gegen Trebinje am 18. d., 1200 Mann stark, im Hinter-

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