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für Kleinasien günstig aufgenommen; die aus Englands Oberaufssicht entspringenden Ralhschläge würden künftighin regenerirenden Einfluß auf das ottomanische Reich ausüben.
— 28. Juli. Dem gestrigen Banket zu Ehren Beaconsfield's und Salisbury's im Carlton-Club wohnten etwa 500 Parlaments Mitolieder bei. Der Herzog von Buccleuch führte den Vorsitz. In Erwiederung auf einen Trinkspruch wies Beaconsfield vornehmlich auf die großen Verdienste Salisbury's um den Erfolg der Arbeiten des Con- gresses bin. Weiterhin verteidigte er die Haltung der englischen Congreß- Bevollmächtigten hinsichtlich der griechischen Frage und erklärte, man habe Griechenland Zurückhaltung anempfohlen, weil im Falle einer etwaigen Theilung der Türkei Griechen land nothwendiger Weise ein bedeutendes Gebiet erhalten würde und weil andererseits, wenn solche Theilung nicht stattfände, die Fürstenthümer und
Griechenland auf sehr kärgliche Weise berücksichtigt
werden würden. Der Erfolg habe bewiesen, daß Griechenland allerdings mehr erhalte, als die Fürstenthümer, die gegen die Türkei sich erhoben und Gut und Blut eingesetzt hätten. Beacons; field sprach sich ferner sehr anerkennend über die Haltung des Sultans aus, welcher Griechenland gegenüber stets in versöhnlicher Weise gehandelt habe. Durch die englisch türkische Convention seien die von England in Folge des Berliner Congresses übernommenen Verantworllichkeiten nicht vermehrt, sondern vermindert. Er habe die Ueber- zeugung, daß, wenn England mit mehr Entschie denheit gesprochen hätte, weder der Krimkrieg noch der letzte Krieg stattgesunden haben würde. Schließlich sprach Braconefield sehr scharf gegen Gladstone, weil dieser die Convention vom 4. Juni eine Thorheit genannt habe.
— Das auswärtige Amt hat weitere Depeschen
bezüglich der Convention vom 4. Juni publicirt,
worin mitgetheilt wird, die Pforte wünsche die Stipulation, daß die englische Regierung keine Compensationen für etwaige öffentliche Bauten und Verbisserungen von der Türkei sordern solle im Falle der einstigen Rückgabe Cyperns. Die britische Regierung erklärte sich im Principe damit einverstanden.
Türkei Constantinopel, 29. Juli. Der Sultan soll die Ratification des Berliner Vertrages gestern vollzogen haben. In den Mi⸗ nister⸗Conferenzen vom 26. und 27. Juli werden neue Instructionen füt Karatheodoti Pascha be— rathen und festgestellt; dieselben dürften ihm gestern telegraphisch zugegangen sein. Bezüglich der grie⸗ chischen Frage beabsichtigt die Pforte demnächst ein Memorandum an die Mächte zu richten, worin das auf dem Berliner Congreß vorgetragene Exposé des griechischen Ministers Delyannis be— antwortet und widerlegt werden soll. Für gestern war türkischerseits die Räumung von Varna be—
stimmt; Meldungen über den Vollzug stehen noch aus. Seraje wo. Während im nordwestlichen
Bosnien ganze Abtheilungen regulärer türkischer Truppen friedliche Ortschaften überfallen, morden und plündern, thun im nördlichen Theile, und zwar vorzugsweise im Sandschak von Banjaluka, die Insurgenten und Deserteure das Gleiche und berauben weit und breit, ohne Unterschied der Consession, die armseligen Ortschaften. Diese Erscheinungen, die in früherer Zeit als natürliche gelten konnten, nehmen aber gegenwärtig einen ganz anderen Charakter an, und man wird nicht sehlgeben, wenn man dieselben mit Impulsen in Verbindung bringt, die von Seite der Türken, sowie der serbischen Agitatoren ausgehen. Es ist daher die größte Vorsicht einerseits und fallung aller Energie andererseits geboten, um mit Einem Schlage dem drohenden Unheil ein Ende zu machen.
Serbien. ständiger serbischer Gesandter nach Petersburg. — 29. Juli. Die Skupschtina hat die auf
die Ent⸗ Festlichkeit reihte sich an die andere.
ar den Eingeborenen gewaltigen e 5 ö ö Belgrad Leschjanin geht als bundert Meier hohen Berge gaben das Krachen der Ges
selbe dem Regierungs Antrage wegen Aufhebung der die Stellung der Juden in Serbien be⸗ schränkenden Verfassungsartikel zu, gab auch die Autorisation zum Bau der Eisenbahnen Belgrad Nisch⸗Salonichi und Belgrad-Nisch Constantinopel, welcher binnen 3 Jahren zu vollenden wäre, ge⸗— nehmigte darauf den Abschluß eines Handels- Vertrages mit Oesterreich und stimmte der Re · gulirung des Eisernen Thores zu. Hiernach wurde die Skupschtina durch den Fürsten geschlossen. Griechenland. Athen. Die griechische . verlangt im Hinblick auf die Ausschreit⸗ ungen türkischer Soldaten in den Grenzprovinzen die unmittelbare Einsetzung einer griechisch-türkischen Commission. Bezüglich der Grenzrectifikation ver- lautet: Griechenland verzichte nicht auf die Ein; beziehung von Janina in das abzutretende Gebiet.
Aus Stadt und Land. Friedberg. Nachstehend geben wir die Wahlresultate e Wahlbezirks, soweit wir dieselben bis j tzu erlangen onnten.
Curtman. Schröder. Liebknecht. Altenstadt 10 133 775 Assenheim 1 113— Bad Nauheim 24 336 2 Bauernheim— 26 5 Beienheim— 82— Bodenrod— 31 7 Bönstadt 2 86 8 Bruchenbrücken— 86 5 Büdesheim— 70—— Büdingen 35 197 5 Butzbach 2 380 5 Cal bach— 42— Dorheim— 121— Dorn-⸗Assenheim 83 1 5 Dor telweil— 94 1 Eckartshausen— 63— Fauerbach b. Fr. 4 69— Friedberg 10 629 30 Gan bach 2 189 2 Glauberg 43 38— Griedel e 145 12 Groß-Karben— 114— Haußen— 27 5 Hecgheun 1 9 5 Hoch⸗Weisel 1 144 8 Höchst a. d. Nidder 24 20— Jlbenstadt 31 16 5 Klein Karben— 125— Kloppenheim 1 9 26(Moufang) Lindheim 3 94 5 Lorbach 4 52 5 Maivach— 44 5 Massenhbeim— 65— Melbach— 113 Münzenberg 72 56 5 Nieder- Florstadt 2 145 9 Nieder Mockstadt 5 70 Nieder Rosbach 3 22* Nieder-Weisel 22 171. Nieder⸗Wöllstabt 14 64— Oberau 5 15— Over⸗Florstadt 5 53— Ober-Mockstadt— 53— Ober⸗Rosbach 7 160 50 [Ockstadt 203 6— Okarben— 93— ö Oppershosen 120— 5 Orleshausen— 48 1 Ossenheim 2 33— Peiterweil— 38 16(Guido Weis) Reichelsheim 8 139 5 Rockenberg 140 18— Rodenbach 1 33— Rodheim 3 70 3 Södel— 102— Siladen 15 80— Slammheim 10 58— Vilbel 23 144 11 Wölfersheim 4 142— Wohnbach 17 60—
Friedberg. Die Glattdeckscorvelte„Leipzig“, auf der sich bekanntlich auch ein Friedberger(Scheibel) befindet, be ührte, von Nicaragua kommend, vor Kurzem Honolulu. Zur Feier dieser sellenen Erscheinung veranstalteten die deutichen Kaufleute daselbst glänzende Gesellschaften und man versammelie sich zu Picknicks in den Bergen, eine Auf Wunsch des Königs wurde die Mannschaft des Schiffs gelandet und süyrte in den Lavabetten ein Scheingesecht aus. Die mit dem Hinterlader angestellien Schießübungen, sowie die schnell aufeinander folgenden Salven von 350 Mann flößten Respekt ein. Die mehrere webrsalven im Echo prächtig zurück. Wenigstens 15 000 Eingevorene(Männer, Frauen und Kinder) drückten sich
Serbien bezüglichen Artikel des Berliner Vertrages binter den deuischen Theelj cken her, als diese die Mililär⸗
angenommen, mit der Aufforderung an die Re⸗
Capitulationen hinzuwirken.
musik vo an, duich die Siaot marschitten. Am Tage vor
. 0 der Abfahrt war Ball am Bord, das ganze Deck in einen gierung, ehestens auf gänzliche Abschaffung der Garten verwandelt und auch sonst Alles auf Ferner stimmte die- eingerichtel.
' Schönste 681½.
Friedberg. nisses der„Wilbelmsspende“ berichtigen, daß sich darunter nus Södel befanden.
Rockenberg, 28. Juli. Der zu lebenslänglicher Zucht⸗ bausstrase begnadigie Raubmöcdder Koch von Uffhofen, welcher bei der vorletzten Assisensession zum Tode verur⸗ heilt wurde, versuchte dieser Tage in Gemeinschaft mi einem andern Sträfling aus dem Zuchthause Marienschloß auszubrechen. Die Beiden halten des Nachis die zwischen ihren Kerkern befindliche Mauer durchbrochen und die Angeln der Trüren aus den Steinen zu beben versucht. Durch das dadurch entstandene Geräusch kam jedoch die Wache herbei, so daß der Fluchtversuch vereitelt wurde. Bei dem Erbrechen der Mauer bedienten sich die veiden Verbrecher eines fingerdicken Eisens.
Allerlei.
Hanau, 27. Juli. Auf seinem Gange durch den „Puppenwald“ vörte Fösster Simon von Neuhof gestern Abend gegen 7 Uhr den Ruf„Zurück“. Sich nach dem Rufenden umschauend, siehi mer, wie der Betreffende auf ihn angelegt hat. Sofort greift Simon nach seiner Büchse, erhält aber auch von dem Wildecer schon einen Schuß in den rechten Oberschenkel, gibt hierauf auf seinen Gegner ebenfalls einen Schuß ab, trifft denselben, nimmt dessen Flinle an sich und sucht mit seiner Wunde heimzukommen. Später wurde mit einer Laterue nach dem Wilderer gesucht und derselbe als Leiche im Walde aufgesunden. Wie sich herausstellle ist der töduich Getroffene Wirih Wilhelm Klein von hier.
Berlin. Die zehn Hengste, welche der Kaiser von Marolko dem Kaiser Wilhelm zum Präsen! gemacht hat, sind in dem westlichen Flügel des Marstalles in der Dorotbeenstraße untergebracht. Die Pjerde, welche in Marokko aus dem besten und schönsten Malerzal ausgesucht sind und dort allgemeine Bewunderung und den Neid aller marokkanischen Reiter erregten, stehen jedoch unseren Pferden sowohl in Hinsicht der Größe, als auch in der Eleganz der Formen bei weitem nach; die von Hamburg aus über den Preis der Pferde gemachten Angaben sind viel zu boch gegr ffen. Die Hengsie sind aus de: Kreuzung der dortigen einheimischen Berber und der Percherons vervorgegangen und haben eine Höhe von 5 Fuß 2—3 Zoll. Sie baben gute Schultern, kurze Nierenpartien, Percheron⸗ Kruppen und in der Regel lange und weiche Fesseln. Ihre Bewegungen Gangart und Fähigkeiten zu beurtheilen, it augenblicktich noch unmöglich, da die lange Reise, wäbrend welcher die Pferde gefesselt waren, nicht ohne Ein⸗ fluß auf sie geblieben ist. Unter den Pferden befinden ch vier Schimmel, drei Braune, zwei Rappen und ein e letzterer mit langem Schweif. Ueber die
An der Angabe bezüglich des Erkräg⸗ in hiesi ger Stadt ist zu 40 Geber mit M. 3.60
Verwendung derselben scheint man an maßgebender Stelldz noch zweifelhaft zu sein; als Reitpferde würden dieselbey ihrer Größe und ganzen Figur nach kaum verwendbar seis
Handel und Verkehr.
Friedberg, 30. Juli Waizen M. 21 50., Korn M. 17—, Gerste M 17.—, Hafer M. 16—. Alle Preise verstehen sich aus 100 Kilo= 200 Zollpfund.
Friedberg, 31 Juli. Wochenmarkt. Butter kostete per Pfd. M. 1.—1 10, Eier 1 Stück 6 Pf., 2 Stück 11 Pf. Gießen, 30 Juli. Wochenmarkt Butter per Pfd. 90-95 Pf., Eier per Stück 5-6 Pf., Tauben das Paar 55 Pf., Hühner per Stück 80 Pf, Hahnen per Stück 50 Pf., Enten per Stück M. 1.50, Kartoffeln 100 Kilo N Ochsenfleisch 70— 72 Pf per Pfd., Kuh⸗ und Rindfleisch 5860 Pf, Schweinefleisch 64 Pf., Kalkfleisch 56 60 Pf., Hammelfleisch 65— 70 Pf.
Frankfurt, 29 Juli. Der heutige Viehmarkt war minder gut befahren als der vorige. Die Preise stellten sich für Ochsen etwas höher, für die übrigen Gattungen hielten sie sich wie seither. Angetrieben waren ea. 340 Ochsen, 190 Kühe und Rinder, 200 Kälber und 300 Hämmel⸗ Die Preise stellten sich: Ochsen 1 Qual. M. 72 78. 2. Qual. M. 68.— 70. Kühe und Rinder 1. Qual. M. 62. 64., 2. Qual. M. 56.—58., Kälber 1. Qual. M. 63-65 2 Qual. M. 58—60., Hämmel 1. Qual. M. 63. 65., 2. Qual. M. 54.— 58.
Frankfurt, 29 Juli. Fruchtbericht. Mehl Nr. 1 M. 40., Nr. 2 M. 36, Nr. 3 M. 32. Nr. 4 M. 28. Nr. 5 M. 22. Roggenmehl%(Berliner Marke) M. 22., do. II.(Berliner Marke) M. 19. Waizen, eff. hiestger ab Bahnhof hier M. 23., ab unserer Umgegend M. 21 50-22, do. fremder je nach Qual. M. 22.— 23.50, Roggen je nach Qual. M. 14 50—16.75 Gerste M. 14—19., Hafer M. 14.50— 16, Kohlsamen M. 31.— 32 50, Erbsen M. 19.— 23., Wicken M 15.—16., Linsen M. 17.—23% Rüböl, detail, M. 74 Hiesiges feines Rüböl M. 71. mlt Faß per Sept.⸗Dee. Repskuchen per Centn. in Zicgel⸗ form M. 7.25. Die Preise verstehen sich sämmtlich ver 200 Pfund Zollgewicht= 100 Kilo.
D. Frankfurt ta. M., 30. Juli. Wir haben heule wieder über eine sehr sesie Tendenz zu berichten, ohne daß jedoch das Ge chäft größere Dimensionen als an den Vor⸗ tagen angenommen hätte. Die günstige Submung ging abermals von Creditaclien aus, die eine gute Haltung bekundeten. Man erwariet für das große österteichische Finanzenstitul einen befriedigenden Halbjabrsabschluß und sieht auch bei andern Ban ken günstigen Geschäftsergebnissen aus dem ersten Semester dieses Jahres entgegen. Credits actien, gestern Abend 231 ¼,, bewegten sich zwischen 232 und 232¼½. Staatsbabnaclien e gestern Abend 230% lagen su à 231½—/ und 231. Lombarden notirtel Der Bankenmarkl zeigte sich bei anziebenden Coufsen Dresdener hoben sich 1, Dacmstädter 1000
sehr fit.
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2423 Berg öffen! 1 ral Ober Felde Elwas Verme 10 00 gent dit! mier D Oi


